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Trinität
Diese werden „Vater“ (Gott der Vater, Gott Vater oder Gottvater), „Sohn“ (Jesus Christus, Sohn Gottes oder Gott Sohn) und „Heiliger Geist“ (Geist Gottes) …
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Grundidee und Verbreitung
Die Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit oder Trinität bezeichnet in der christlichen Theologie die Wesenseinheit Gottes in drei Personen oder Hypostasen, nicht drei Substanzen: Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist. Die Lehre soll ihre Unterscheidung ebenso ausdrücken wie ihre unauflösbare Einheit. Die großen westlichen und östlichen Kirchen vertreten sie seit dem Ende des 4. Jahrhunderts; auch der Ökumenische Rat der Kirchen und die evangelikale Bewegung setzen das Bekenntnis zur Trinität voraus. Antitrinitarier und Unitarier lehnen sie ab und bilden heute eine Minderheit.
Im Kirchenjahr ist der erste Sonntag nach Pfingsten, Trinitatis, dem Gedenken an die Dreieinigkeit gewidmet. Das Dreifaltigkeitsfest wurde 1334 durch Papst Johannes XXII. für die ganze Westkirche verbindlich; in der Ostkirche gilt Pfingsten selbst als Dreifaltigkeitsfest.
Biblische Grundlagen
Eine ausgearbeitete Trinitätslehre steht weder im Alten noch im Neuen Testament. Nach christlicher Interpretation enthalten beide aber Motive, aus denen sie später entwickelt wurde. Im Alten Testament gehören dazu Aussagen über Gottes Wort, Geist, Weisheit und Gegenwart sowie als Vorausbilder gedeutete Stellen wie Gen 1,26, Gen 11,7, Jes 6,3 und Gen 18,1–3. Die jüdische Theologie weist diese christologische und trinitarische Auslegung der hebräischen Bibel zurück.
Im Neuen Testament stehen Vater, Sohn und Geist in frühen Formeln nebeneinander, etwa 1 Kor 12,4–6, 2 Kor 13,13 und Mt 28,19: getauft wird „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Diese Formeln bestimmen ihr Verhältnis noch nicht genauer. „Gott“ (theos) meint dort vor allem den Vater; Vater und Sohn bleiben unterschieden, etwa wenn Gott den Sohn sendet oder Jesus zur Rechten Gottes steht.
Für die Göttlichkeit Jesu wurden besonders Joh 1,1, Joh 20,28, 1 Joh 5,20, Hebr 1,10–12 und Aussagen wie „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30) wichtig. Phil 2,6–7 bezeichnet Christus als Gott gleich; Kol 1,16–17 und Joh 17,5 sprechen von seiner Präexistenz, also seinem Sein vor der Schöpfung. Das Neue Testament bezeugt zudem seine gottgleiche Verehrung, etwa in Phil 2,9–11 und Offb 5,12–13. Einzelne Stellen sind strittig: Röm 9,5, Tit 2,13 und 2 Petr 1,1 können Jesus als „Gott und Retter“ bezeichnen, nach anderen Lesarten aber Gott und Jesus als Retter unterscheiden.
Der Heilige Geist erscheint in triadischen Formeln gleichrangig mit Vater und Sohn. Er wird „Herr“ genannt (2 Kor 3,17), hat eigenen Willen (1 Kor 12,11), spricht, leitet die Mission und tritt für Gläubige ein. Damit beschreibt das Neue Testament ihn stärker als eigenständige, personale Wirklichkeit als das Alte Testament, in dem Gottes Geist meist als Kraft Gottes erscheint.
Entstehung des Dogmas
Die Trinitätslehre entstand zwischen dem 2. und 7. Jahrhundert aus biblischer Überlieferung sowie Tauf-, Gebets- und Eucharistiepraxis. Frühe Taufbekenntnisse und die regula fidei des Irenäus waren dreigliedrig. Dabei stritt man darüber, wie Gottes Einheit und die Verschiedenheit von Vater, Sohn und Geist zusammenzudenken sind. Abgelehnt wurden unter anderem Adoptianismus, Doketismus, modalistischer Monarchianismus, Subordinatianismus und Tritheismus.
Tertullian prägte im Westen die Formel einer substantia und drei personae; im Osten wurde die Formel „mia ousia, treis hypostaseis“ maßgeblich: eine Wesenheit, drei Hypostasen. Die Kappadokischen Väter Basilius der Große, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz unterschieden damit die eine göttliche ousia von den drei Hypostasen.
Im arianischen Streit lehrte Arius, der Sohn sei geschaffen und dem Vater untergeordnet. Das Erste Konzil von Nicäa (325) verwarf dies und bekannte die Wesensgleichheit, Homousie, von Vater und Sohn. Die Auseinandersetzungen dauerten dennoch Jahrzehnte an. Das Erste Konzil von Konstantinopel (381) erweiterte das Nicäno-Konstantinopolitanum besonders über den Heiligen Geist: Er sei „Herr“ und „Lebendigmacher“, gehe aus dem Vater hervor und werde mit Vater und Sohn angebetet und verherrlicht. Dieses Bekenntnis gilt als erstes wesentlich verbindliches Trinitätsbekenntnis und wird von westlichen sowie orthodoxen Kirchen anerkannt.
Das Konzil von Ephesos verurteilte 431 den Nestorianismus. Chalcedon (451) präzisierte die Christologie: Die göttliche und menschliche Natur Christi seien „unvermischt und ungewandelt, ungetrennt und ungesondert“. Die 11. Synode von Toledo formulierte die Lehre 675 als katholisches Dogma; das 4. Laterankonzil bestätigte sie 1215. Das im 6. Jahrhundert entstandene, nicht von Athanasius verfasste Athanasische Glaubensbekenntnis betont: ein Gott in Dreifaltigkeit und Dreifaltigkeit in Einheit, ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit.
Unterschiedliche theologische Deutungen
Die Ostkirche betont eher die drei Hypostasen, die westliche Tradition unter Einfluss Augustins eher die Einheit. Augustinus begründete die Trinität auch mit der Liebe: Liebe brauche ein Gegenüber; im dreieinigen Gott sei dieses Gegenüber von Ewigkeit her vorhanden. Thomas von Aquin verstand Sohn und Geist als ewigen Akt des göttlichen Intellekts beziehungsweise Willens. Die Trinität sei eine Glaubenswahrheit: Sie setze Offenbarung voraus, sei nicht mit natürlicher Vernunft beweisbar, widerspreche ihr aber nicht.
Der Filioque-Streit betrifft den Ursprung des Heiligen Geistes. Im ursprünglichen Bekenntnis geht er „aus dem Vater“ hervor. Die westliche Kirche setzte ab dem 9. Jahrhundert die Ergänzung durch, dass er aus Vater und Sohn hervorgehe; orthodoxe Kirchen lehnen dies als einseitige Veränderung und als widersprüchlich zu ihrer Deutung ab. Der Streit war eine wesentliche Ursache des Morgenländischen Schismas von 1054 und ist nicht beigelegt.
Analytische Theologie versucht, die Lehre logisch widerspruchsfrei zu formulieren. „Vater“, „Sohn“ und „Heiliger Geist“ dürfen weder einfach identisch sein, denn dann verschwände ihre personale Verschiedenheit, noch drei voneinander getrennte Götter bezeichnen. Die relative Identität unterscheidet daher: Vater, Sohn und Geist sind hinsichtlich ihres Gottseins mit Gott identisch, hinsichtlich ihres Personseins aber voneinander verschieden.
Soziale Trinitätslehren betonen die gleichursprünglichen drei Personen und ihre Gemeinschaft als Grundlage der Einheit Gottes. Karl Rahner fasste dies im Satz zusammen: „Die ‚ökonomische‘ Trinität ist die ‚immanente‘ Trinität und umgekehrt.“ Damit ist Gottes Handeln in der Heilsgeschichte und Gottes inneres Sein gemeint, ohne dass letzteres vollständig aus dem Handeln abgeleitet werden könnte. Peter Knauer deutet Vater, Sohn und Geist als drei verschieden vermittelte Selbstpräsenzen der einen ungeteilten Wirklichkeit Gottes.
Abgrenzungen zu anderen Religionen
Judentum und Islam lehnen die Trinität als Gefährdung des Monotheismus ab. Der jüdische Glaube hält am Schma Jisrael fest: Gott ist einer und in einer „Form“ vorhanden. Der ruach ist Gottes Lebensatem; der erwartete Messias ist ein Mensch, nicht eine göttliche Person. Jesus gilt dort nicht als Teil einer Trinität.
Die klassische islamische Theologie versteht die Trinität als unvereinbar mit Tauhīd, der Einheit Gottes, und als Schirk, also Beigesellung anderer zu Gott. Der Koran weist das Sagen „Drei“ ausdrücklich zurück (Sure 4:171) und sagt: „Ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‚Gott ist einer von dreien‘“ (Sure 5:73). Manche gegenwärtige islamische Intellektuelle deuten die Kritik als Zurückweisung eines Dreigötterglaubens. Jüngere Islamforschung erklärt die koranische Nennung von Gott, Jesus und Maria teilweise als rhetorische Warnung vor übermäßiger Verehrung Jesu oder Marias, nicht zwingend als Beschreibung eines christlichen Glaubensbekenntnisses.
Andere Religionen kennen Triaden, etwa Osiris, Isis und Horus oder die hinduistische Trimurti Brahma, Vishnu und Shiva. Ein Einfluss solcher vorchristlichen Vorstellungen auf die christliche Trinitätslehre ist umstritten. Die Trimurti ist nach dem Artikel kein zentrales Konzept des Hinduismus. Im Zen-Buddhismus bezeichnet Trikaya drei Buddha-Leiber: Dharma-kāya, Saṃbhoga-kāya und Nirmāna-kāya; dies ist keine christliche Trinitätslehre.
Symbole und bildliche Darstellungen
Analogien sollen die Trinität nur unvollkommen veranschaulichen. Genannt werden bei Kirchenvätern unter anderem Baum mit Wurzeln, Stamm und Zweigen, Quelle, Bach und Fluss, drei Kerzen mit einer Flamme sowie Körper, Seele und Geist. Das Kleeblatt wird legendarisch dem heiligen Patrick zugeschrieben.
Das bekannteste Zeichen ist das gleichseitige Dreieck; eine Weiterentwicklung ist der Schild der Dreifaltigkeit. Beim Dreipass bilden drei Kreise ein gleichseitiges Dreieck und betonen die Einheit; das Dreiblatt betont eher die Unterscheidbarkeit der drei Aspekte. Im heutigen Sprachgebrauch werden Dreieinigkeit und Dreifaltigkeit meist nicht unterschieden.
Die älteste erhaltene Bilddarstellung zeigt die drei Männer bei Abraham und stammt aus dem 4. Jahrhundert; Andrei Rubljows Ikone aus dem 15. Jahrhundert gilt als Höhepunkt dieses Bildtyps. Weitere Formen zeigen die Taufe Jesu, gemeinsam thronenden Vater und Sohn mit der Taube als Geist oder den Gnadenstuhl: Der Vater hält das Kreuz mit dem gekreuzigten Sohn. Dreiköpfige oder dreigesichtige Figuren wurden kirchlich abgelehnt; Papst Urban VIII. verbot den Tricephalus 1628. In der Architektur können drei Schiffe, Fenster oder Apsiden die Trinität symbolisieren; die Dreifaltigkeitskirche Kappl besitzt drei Türme und drei Dachreiter.