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Maria Stuart

Maria Stuart (* 8. Dezember 1542 in Linlithgow Palace; † 8. Februar / 18. Februar 1587 in Fotheringhay Castle), englisch Mary Stuart, geboren als Mary Stewart, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Wer Maria Stuart war
  2. 2. Kindheit und Frankreich
  3. 3. Rückkehr nach Schottland und Konflikt mit England
  4. 4. Ehen, Sturz und Flucht
  5. 5. Gefangenschaft, Prozess und Hinrichtung
  6. 6. Persönlichkeit, Aussehen und Nachwirkung

Wer Maria Stuart war

Maria Stuart (* 8. Dezember 1542 in Linlithgow Palace; † 8. Februar 1587 julianisch / 18. Februar 1587 gregorianisch in Fotheringhay Castle), englisch Mary Stuart, geboren als Mary Stewart, war als Mary I. vom 14. Dezember 1542 bis zum 24. Juli 1567 Königin von Schottland. Durch ihre Ehe mit Franz II. war sie von 1559 bis 1560 auch Königin von Frankreich. Sie entstammte dem Haus Stuart.

Ihre Bedeutung liegt vor allem in ihrer Stellung zwischen Schottland, Frankreich und England. Über ihre Großmutter Margaret Tudor, die ältere Schwester Heinrichs VIII., hatte Maria einen Anspruch auf den englischen Thron. Dadurch wurde sie zur gefährlichen Rivalin Elisabeths I. von England, besonders für englische Katholiken, die Elisabeth als illegitim betrachteten. Marias Leben war geprägt von religiösen Gegensätzen zwischen Katholiken und Protestanten, von Adelskonflikten in Schottland und vom Streit um die englische Thronfolge.

Kindheit und Frankreich

Maria war die Tochter König Jakobs V. von Schottland und Marie de Guise. Als ihr Vater kurz nach ihrer Geburt starb, wurde sie mit nur sechs Tagen Königin von Schottland. Am 9. September 1543 wurde sie im Stirling Castle gekrönt. Zunächst sollte sie später den englischen Thronfolger Eduard VI. heiraten, doch das schottische Parlament löste den Vertrag Ende 1543 wieder auf. Darauf folgte der Krieg zwischen England und Schottland, der später „Rough Wooing“ genannt wurde.

Nach schweren Angriffen Englands und der schottischen Niederlage bei Pinkie Cleugh wurde Maria nach Frankreich gebracht. Am 7. Juli 1548 wurde die Heiratsvereinbarung mit dem französischen Thronfolger Franz unterzeichnet, am 7. August 1548 verließ die fünfjährige Königin Schottland.

Am französischen Hof erhielt Maria eine hervorragende Erziehung. Sie lernte unter anderem Scots, Latein, Spanisch, Italienisch und möglicherweise Griechisch; Französisch wurde ihre wichtigste Sprache. Sie lernte auch Musik, Reiten, Falknerei und Nadelarbeiten. Am 24. April 1558 heiratete sie in Notre-Dame de Paris den Dauphin Franz. Nach dem Tod Heinrichs II. 1559 wurde Franz als Franz II. König von Frankreich, und Maria wurde Königin von Frankreich. Politisch lag die Macht stark bei Marias Verwandten, der Familie Guise. Franz II. starb am 5. Dezember 1560. Maria wurde mit 17 Jahren Witwe und kehrte 1561 nach Schottland zurück.

Rückkehr nach Schottland und Konflikt mit England

Maria betrat am 19. August 1561 in Leith wieder schottischen Boden. Sie war katholisch, während die Reformation Schottland bereits stark verändert hatte. Viele Untertanen und auch Elisabeth I. begegneten ihr mit Misstrauen. Der Reformator John Knox griff sie öffentlich an. Maria versuchte dennoch, die protestantische Mehrheit zu tolerieren, und machte ihren protestantischen Halbbruder James Stewart, 1. Earl of Moray, zu einem wichtigen Berater.

Die Beziehung zu Elisabeth I. blieb angespannt. Aus katholischer Sicht war Elisabeth wegen der umstrittenen Ehe Heinrichs VIII. mit Anne Boleyn nicht rechtmäßige Erbin. Deshalb galt Maria Stuart vielen Katholiken als legitime Nachfolgerin auf dem englischen Thron. Nach dem Tod Maria I. von England 1558 ließ Heinrich II. von Frankreich Maria Stuart sogar zur Königin von England ausrufen. Maria gab ihren Anspruch später nicht auf und weigerte sich, den Vertrag von Edinburgh zu unterschreiben, der Elisabeths Herrschaft über England anerkannte.

Maria bemühte sich wiederholt um eine Annäherung an Elisabeth, unter anderem durch Briefe, ein Porträt und den Wunsch nach einem Treffen. Elisabeth wich einer persönlichen Begegnung jedoch aus. Auch der Vorschlag, Maria solle Robert Dudley, 1. Earl of Leicester, heiraten, scheiterte.

Ehen, Sturz und Flucht

1565 heiratete Maria ihren Cousin Henry Stuart, Lord Darnley. Er war katholisch und hatte selbst königliches Blut, was die Ehe politisch brisant machte. Ein gemeinsames Kind hätte Anspruch auf den schottischen und englischen Thron gehabt. Die Ehe löste Widerstand protestantischer Adliger aus; Marias Halbbruder Moray rebellierte, wurde aber besiegt und floh ins Exil.

Die Ehe mit Darnley verschlechterte sich schnell. Darnley verlangte Machtbefugnisse, die Maria ihm nicht geben wollte. Seine Eifersucht richtete sich gegen Marias Privatsekretär David Rizzio. Am 9. März 1566 drangen Darnley und Mitverschwörer in Marias Räume im Holyrood Palace ein und ermordeten Rizzio vor den Augen der schwangeren Königin. Am 19. Juni 1566 wurde Marias Sohn Jakob geboren, der spätere Jakob VI. von Schottland.

Am 10. Februar 1567 wurde Darnley nach einer Explosion bei Kirk o’Field tot im Garten gefunden. Es wird angenommen, dass er erdrosselt wurde. Der Hauptverdächtige war James Hepburn, 4. Earl of Bothwell. Marias mögliche Mitwisserschaft an Plänen gegen Darnley ist umstritten, wird im Artikel aber als kaum ernsthaft zu bezweifeln dargestellt. Bothwell wurde in einem Scheinprozess freigesprochen.

Kurz darauf ließ Maria sich offenbar von Bothwell entführen, vergab ihm öffentlich und heiratete ihn am 15. Mai 1567, nur drei Monate nach Darnleys Tod. Viele Adlige sahen darin einen schweren Fehler und forderten ihre Abdankung. Am 15. Juni 1567 musste sie sich bei Carberry ergeben. Sie wurde im Loch Leven Castle gefangen gehalten und unterzeichnete am 24. Juli 1567 ihre Abdankung zugunsten ihres Sohnes. Jakob VI. wurde fünf Tage später gekrönt.

Am 2. Mai 1568 floh Maria aus Loch Leven Castle. Ihre Armee von etwa 6000 Getreuen wurde am 13. Mai 1568 bei Langside geschlagen. Maria floh nach England und bat Elisabeth um Hilfe.

Gefangenschaft, Prozess und Hinrichtung

In England wurde Maria nicht als freie Verbündete behandelt, sondern blieb etwa 18 Jahre in Haft, unter anderem in Bolton Castle, Chatsworth House, Sheffield, Buxton, Tutbury Castle, Chartley und zuletzt Fotheringhay. Elisabeth ließ zunächst untersuchen, ob Maria wegen der Ermordung Darnleys belastet werden könne. Dabei wurden die sogenannten Kassettenbriefe vorgelegt, angebliche Briefe Marias an Bothwell. Die Kommission stellte fest, dass sie den Mord an Darnley nicht bewiesen. Die Echtheit dieser Briefe ist bis heute unter Historikern umstritten, da die Originale 1584 vernichtet wurden und nur unvollständige Kopien oder Übersetzungen erhalten sind.

Maria blieb für Elisabeth politisch gefährlich, weil sie in katholischen Kreisen als mögliche englische Königin galt. In die Ridolfi-Verschwörung, einen Plan zur Ermordung Elisabeths und zur Einsetzung Marias mit spanischer Hilfe, war Maria eindeutig verwickelt. Später wurde sie auch mit der Babington-Verschwörung in Verbindung gebracht, einem geplanten Anschlag auf Elisabeths Leben. Eine Kommission aus 40 Adeligen tagte vom 15. bis 16. Oktober 1586. Am 25. Oktober 1586 wurde Maria wegen Hochverrats schuldig gesprochen.

Elisabeth unterzeichnete am 1. Februar 1587 die Hinrichtungsurkunde. Am 7. Februar erfuhr Maria vom Urteil und vom Termin. Am 8. Februar 1587 julianisch, nach heutigem Gregorianischem Kalender am 18. Februar, wurde sie um 10 Uhr in der Großen Halle von Fotheringhay Castle enthauptet. Die Hinrichtung verlief brutal: Der Scharfrichter benötigte drei Axthiebe. Maria wurde zunächst am 31. Juli 1587 in der Kathedrale von Peterborough beigesetzt. Im September 1612 ließ ihr Sohn Jakob, der inzwischen als Jakob I. auch über England herrschte, ihren Leichnam in die Westminster Abbey überführen.

Persönlichkeit, Aussehen und Nachwirkung

Maria Stuart wurde als lebhaft, frühreif und fleißig beschrieben. Am französischen Hof galt sie als gebildet und höfisch sicher. Zugleich stellt der Artikel dar, dass sie zu schnell vertraute und oft den falschen Menschen glaubte. Nach ihrer Rückkehr nach Schottland zeigte sie Interesse an ihren Untertanen, auch an den Highlandern.

Zu ihrem Aussehen berichtet der Artikel, sie habe ebene Gesichtszüge gehabt und sei etwa 1,80 Meter groß gewesen, während Frauen in Frankreich durchschnittlich etwa 1,62 Meter maßen. In ihrer Kindheit hatte sie Windpocken, die keine sichtbaren Narben hinterließen. Gesundheitlich war sie meist stabil, litt aber mit 13 Jahren mehrere Monate an einer Krankheit mit Fieber, Kälteschauern und stechenden Kopfschmerzen, damals „sweat“ genannt. Der Artikel nennt außerdem periodische Porphyrie, Stimmungsschwankungen und depressive Phasen.

Maria Stuarts Leben wurde nach ihrem Tod häufig künstlerisch verarbeitet, besonders ihr Konflikt mit Elisabeth I. Frühe Werke stellten sie aus katholischer Sicht oft als Märtyrerin dar. Bedeutende Bearbeitungen sind Friedrich Schillers Tragödie „Maria Stuart“ von 1800 und Stefan Zweigs Biographie von 1935. Auch in Oper, Lied, Film und Fernsehen wurde ihr Leben vielfach dargestellt, etwa in Donizettis Oper „Maria Stuarda“ von 1835 und in mehreren Filmen über Maria Stuart.

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