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Dänemark

Das Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem dänischen Abitur (Allgemeine Hochschulreife), dem sogenannten Studentereksamen.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Staat und Raum
  2. 2. Bevölkerung, Sprache und Bildung
  3. 3. Geschichte
  4. 4. Politik und Verwaltung
  5. 5. Wirtschaft, Energie und Verkehr
  6. 6. Natur, Kultur und Gesellschaft

Staat und Raum

Dänemark ist ein Land in Nordeuropa und bildet zusammen mit Grönland und den Färöern das Königreich Dänemark. Hauptstadt ist Kopenhagen, Amtssprache Dänisch und Währung die Dänische Krone (DKK). Das Land ist eine parlamentarische Monarchie mit König Frederik X. als Staatsoberhaupt, Ministerpräsidentin Mette Frederiksen als Regierungschefin und dem Folketing als Parlament. Am 1. Januar 2026 betrug die Einwohnerzahl 6.025.603. Dänemark gehört zu den zwölf Gründungsmitgliedern der NATO von 1949 und ist seit dem 1. Januar 1973 Mitglied der Europäischen Gemeinschaft beziehungsweise der Europäischen Union.

Das eigentliche Dänemark umfasst nach dem Artikel 43.094 km²; die Infobox nennt 42.921 km². Es besteht aus dem nördlichen Teil der Halbinsel Jütland und zahlreichen Inseln. Von 1419 Inseln mit mehr als 100 m² Fläche tragen 394 amtliche Namen; 2016 waren 74 bewohnt. Die größten Inseln sind Seeland mit 7031 km², Vendsyssel-Thy mit 4685 km² und Fünen mit 2985 km². Bedeutende Meeresstraßen sind der Große Belt, der Kleine Belt und der Öresund. Dänemark besitzt eine 67 km lange Landgrenze zu Deutschland; das Königreich hat seit 2022 außerdem eine etwa 1,2 km lange Grenze zu Kanada auf der Hans-Insel. Die Küstenlinie ist wegen der Inseln und Buchten 7314 km lang. Höchster natürlicher Punkt ist der Møllehøj mit 170,86 m.

Die Eiszeiten formten das überwiegend flache Land. Westjütland wird von nährstoffarmen Sanderflächen geprägt, Ostjütland stärker von Grundmoränen, Geschiebemergel und Hügeln. Bornholm besteht dagegen aus Granit, Schiefer und Sandstein. Die Nordseeküste Jütlands ist vergleichsweise geradlinig und von Dünen geprägt; die Ostseeküste besitzt tief ins Land reichende Förden. Der Limfjord wurde durch die Sturmflut von 1825 zu einem etwa 180 km langen Sund zwischen Nordsee und Kattegat.

Das Klima ist maritim und ausgeglichen. Im Westen fallen jährlich 700 bis 800 mm Niederschlag, im Osten 500 bis 600 mm. Die durchschnittlichen Julitemperaturen reichen von 16 °C an der Nordsee bis 18 °C im Osten Seelands; im Winter liegen die Temperaturen ungefähr am Gefrierpunkt. Die höchste seit 1874 gemessene Temperatur betrug 36,4 °C am 10. August 1975 in Holstebro, die niedrigste −31,2 °C am 8. Januar 1982 in Hørsted. Längster Fluss ist die 160 km lange Gudenå, größter See der etwa 40 km² große Arresø.

Bevölkerung, Sprache und Bildung

Die Bevölkerung wächst trotz eines Sterbeüberschusses durch Migration. Für 2022 nennt der Artikel 9,9 Geburten und 10,1 Todesfälle je 1000 Einwohner sowie durchschnittlich 1,6 Kinder je Frau. Die Lebenserwartung lag bei 81,3 Jahren, bei Frauen bei 83,2 und bei Männern bei 79,5 Jahren. 2023 waren 15,9 % der Bevölkerung jünger als 15 Jahre und 20,7 % älter als 64 Jahre. 89 % der Einwohner lebten 2023 in Städten. Etwa 40 % der Bevölkerung wohnen auf Seeland; die Region Groß-Kopenhagen hatte Anfang 2022 rund 1,3 Millionen Einwohner.

Knapp 90 % der Bevölkerung sind Dänen. Im Ausland geboren waren 2017 etwa 11,5 %. In Nordschleswig lebt eine deutsche Minderheit von ungefähr 15.000 bis 20.000 Menschen. Ihre Rechte und diejenigen der dänischen Minderheit in Deutschland wurden 1955 in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen geregelt. Dänisch gehört zum nordgermanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Deutsch ist in Nordschleswig als regionale Minderheitensprache anerkannt. Grönländische und färöische Abgeordnete dürfen seit 2023 im Parlament auch ihre eigenen Sprachen verwenden.

Religionsfreiheit ist garantiert. 2023 gehörten 72,1 % der Bevölkerung der evangelisch-lutherischen Dänischen Volkskirche an, die eng mit dem Staat verbunden ist. Zugleich ist die Gesellschaft stark säkularisiert; 2020 bezeichneten 53 % Religion als unwichtig. Muslime stellten 5,3 %, Katholiken 0,6 % der Bevölkerung.

Nach mindestens einem Kindergartenjahr besuchen Kinder die neunjährige Folkeskole, eine Gemeinschaftsschule ohne vorherige Aufteilung nach Leistung. Sie endet mit der Abschlussprüfung FSA. Ein freiwilliges zehntes Jahr führt zur FS10; viele Jugendliche verbringen es an einer Efterskole, einem Internat mit fachlichen und sozialen Schwerpunkten. Danach stehen Gymnasium (STX), Handelsgymnasium (HHX), technisches Gymnasium (HTX) oder eine berufliche Ausbildung offen. Das STX vermittelt die allgemeine Hochschulreife, HHX und HTX sind fachgebundener. Hochschulen umfassen Universitäten, Kunst- und Architekturhochschulen, Wirtschaftshochschulen, University Colleges und maritime Einrichtungen. Studienplätze werden zentral vergeben: im Kvote-1-Verfahren nach Noten und im Kvote-2-Verfahren teilweise nach sozialen Kriterien.

Geschichte

Mit der Jungsteinzeit um 5900 v. Chr. kamen Bauern anatolischer Abstammung in das Gebiet und ersetzten die dortigen Jäger und Sammler weitgehend. Etwa 1000 Jahre später folgte eine weitere Migrationswelle aus der osteuropäischen Steppe. Im 10. Jahrhundert vereinigte Gorm der Alte mehrere Kleinkönigreiche; sein Sohn Harald Blauzahn nahm um 960 das Christentum an. Bis 1035 beherrschten dänische Könige zeitweise Gebiete auf den britischen Inseln, in Norwegen und Schleswig. Dänen wirkten in der Wikingerzeit als Händler, Siedler und Krieger.

Nach mittelalterlichen Kämpfen um den Ostseeraum wurden Dänemark, Norwegen und Schweden 1397 unter dänischer Vorherrschaft in der Kalmarer Union verbunden. Schweden schied 1523 aus. Die Reformation wurde 1536 eingeführt. Nach Kriegen mit Schweden verlor Dänemark 1658 Schonen, Blekinge und Halland. 1660/61 wurde aus dem Wahlkönigtum eine Erbmonarchie. Der dänische Gesamtstaat umfasste später unter anderem Norwegen, Schleswig, Holstein, Island, Grönland und die Färöer. Reformen des 18. Jahrhunderts modernisierten das Land; besonders wichtig war die Bauernbefreiung von 1788.

Nach der Zusammenarbeit mit Frankreich verlor Dänemark im Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 Norwegen an Schweden und Helgoland an Großbritannien. 1849 erhielt es eine Verfassung und wurde konstitutionelle Monarchie. Im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 verlor es Schleswig und Holstein an Preußen und Österreich. Nach einer Volksabstimmung kam Nordschleswig 1920 wieder zu Dänemark; Südschleswig blieb deutsch. Seit dem Systemwechsel von 1901 gilt der negative Parlamentarismus: Eine Regierung kann amtieren, solange keine Parlamentsmehrheit gegen sie besteht.

Obwohl Dänemark neutral war, besetzte Deutschland das Land am 9. April 1940. Im Oktober 1943 wurde ein großer Teil der dänischen Juden gerettet. Gleichzeitig kämpften etwa 6000 Dänen in der Waffen-SS. Die Besatzung endete im Mai 1945. Danach wurde Dänemark Mitbegründer der UNO, der NATO und des Europarats. 1973 trat es der EG bei. Der Vertrag von Maastricht wurde 1992 zunächst abgelehnt und 1993 nach Ausnahmeregelungen angenommen; 2000 lehnte die Bevölkerung den Euro ab. Die 2005 veröffentlichten Mohammed-Karikaturen führten besonders in islamisch geprägten Staaten zu Protesten. 2023 wurde der Store bededag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft.

Politik und Verwaltung

Dänemark ist eine parlamentarische und konstitutionelle Monarchie. Der König erfüllt fast ausschließlich repräsentative und staatsnotarielle Aufgaben. Formal ernennt und entlässt er den Regierungschef und die Minister, löst auf Antrag des Regierungschefs das Parlament auf und unterzeichnet Gesetze. Die tatsächliche Exekutive liegt beim Kabinett unter Leitung des Ministerpräsidenten. Der negative Parlamentarismus verlangt nicht zwingend eine eigene Mehrheit der Regierung, sondern nur, dass keine erkennbare Mehrheit gegen sie besteht.

Das einkammerige Folketing beschließt Gesetze, wählt beziehungsweise kontrolliert die Regierung und besitzt 179 Sitze. Je zwei Abgeordnete kommen von Grönland und den Färöern. Gewählt wird für höchstens vier Jahre nach dem Verhältniswahlrecht; aktives und passives Wahlrecht gilt ab 18 Jahren. Ein Drittel der Abgeordneten kann ein beschlossenes Gesetz einer Volksabstimmung unterwerfen. Zu seiner Ablehnung müssen die Nein-Stimmen die einfache Mehrheit und mindestens 30 % aller Wahlberechtigten erreichen. Frauen erhielten 1915 das Wahlrecht und übten es bei der Folketingswahl 1918 erstmals aus.

Oberste gerichtliche Instanz ist das Højesteret für Zivil- und Strafsachen. Üblicherweise entscheidet zunächst ein Amtsgericht; Berufungen gehen an eines der beiden Landgerichte. Eine eigene Verwaltungsgerichtsbarkeit besteht nicht. § 64 der Verfassung vom 5. Juni 1953 garantiert die Unabhängigkeit der Richter.

Seit 2007 ist Dänemark in fünf Regionen und 98 Kommunen gegliedert: Nordjylland, Midtjylland, Syddanmark, Hovedstaden und Sjælland. Internationale Indizes bewerten das Land als stabile vollständige Demokratie mit hoher Freiheit, Pressefreiheit und sehr geringer wahrgenommener Korruption.

Dänemark ist in EU- und NATO-Strukturen eingebunden, behielt bei der europäischen Integration aber zeitweise mehrere Opt-outs. Die Streitkräfte bestehen aus Heer, Marine und Luftwaffe sowie einer großen freiwilligen Heimwehr. Zu ihren Aufgaben gehören neben der Landes- und Bündnisverteidigung auch internationale Einsätze sowie die Überwachung der Gewässer um Grönland und die Färöer.

Wirtschaft, Energie und Verkehr

Dänemark besitzt eine hoch entwickelte, wettbewerbsfähige Volkswirtschaft. Das nominale Bruttoinlandsprodukt betrug 2024 425 Milliarden US-Dollar, kaufkraftbereinigt 488 Milliarden US-Dollar. Das kaufkraftbereinigte BIP je Einwohner lag bei 81.806 US-Dollar. Kennzeichnend ist die „Flexicurity“: ein flexibler Arbeitsmarkt mit geringem Kündigungsschutz wird mit hoher sozialer Absicherung und aktiver Qualifizierung Arbeitsloser verbunden. 2015 waren 68 % der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es nicht; Mindestentgelte werden meist durch Tarifverträge festgelegt. Die Mehrwertsteuer beträgt 25 %.

Der Dienstleistungssektor erwirtschaftete 2016 etwa 79 % des BIP und beschäftigte 2017 rund 76 % der Arbeitnehmer. Die Industrie stellte 2017 etwa 23 % des BIP und 18,3 % der Beschäftigten. Bedeutende Branchen sind Lebensmittelverarbeitung, Metallverarbeitung, Maschinenbau, Elektronik, Schiffsdieselmotoren, Arzneimittel, Möbel und Brauereien. Mehr als drei Viertel der Exporte sind Industriegüter oder Maschinen. Die Handelsbilanz ist positiv; Deutschland ist der wichtigste Handelspartner. Die Landwirtschaft ist hochmechanisiert, nutzt mehr als die Hälfte der Landesfläche, trägt aber nur ungefähr 2,3 % zum BIP bei. Wichtig sind Getreide, Milch- und Fleischwirtschaft, besonders Schweinefleisch, sowie Fischerei. Genossenschaften prägen die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte.

Nach der Ölkrise von 1973 verringerte Dänemark seine Abhängigkeit von Erdöl. 1985 entschied das Parlament gegen Kernenergie. Bis 2050 soll die gesamte Versorgung mit Strom, Wärme und Verkehrsenergie auf erneuerbare Quellen umgestellt und die Öl- und Gasförderung beendet werden. Windenergie ist zentral: Ihr Anteil an der Stromerzeugung lag 2022 bei 55 % und 2023 sowie 2024 bei etwa 56 %. Ende 2025 waren Windkraftanlagen mit 7,51 GW Nennleistung installiert. Bis 2030 strebt Dänemark eine Emissionsminderung von 70 % an.

Das Straßennetz umfasst 71.347 km, darunter 1010 km Schnellstraßen. Die Storebælt-Brücke verbindet seit 1998 wichtige Landesteile; die Öresundverbindung verbindet seit 2000 Straße und Schiene zwischen Kopenhagen und Malmö. Das Schienennetz war 2000 etwa 2875 km lang. Der Fehmarnbelttunnel soll eine neue Verbindung nach Deutschland schaffen. Dänemark besitzt fünf internationale Flughäfen; Kopenhagen-Kastrup ist der größte. Im Straßenverkehr gelten grundsätzlich 50 km/h innerorts, 80 km/h außerorts und 130 km/h auf Autobahnen sowie eine Alkoholgrenze von 0,5 ‰.

Natur, Kultur und Gesellschaft

Etwa 12 % Dänemarks sind bewaldet, überwiegend mit Laubwald aus Buchen und Eichen. Dünen, Heiden und einzelne Hochmoore prägen weitere Landschaften. Zu den Wildtieren zählen Rothirsche, Rehe, Füchse, Dachse und fast 400 Vogelarten. Wölfe wandern seit einigen Jahren wieder aus Deutschland ein; Elche und Wisente werden in Projekten wiederangesiedelt. An den Küsten leben Seehunde und Kegelrobben. Nach Jahrhunderten von Abholzung und Eingriffen in Feuchtgebiete ist die Natur ökologisch belastet; sechs Nationalparks schützen Teile der biologischen Vielfalt.

Typische Speisen sind Smørrebrød, reich belegte Vollkornbrotscheiben, Hotdogs mit roten Würstchen und Flæskesteg, langsam gegarter Schweinebraten mit Schwarte, Kartoffeln und brauner Soße. Zu Weihnachten wird Ris à l’amande aus Vanillemilchreis, Sahne und Mandeln mit Kirschsoße serviert. Bier, Aquavit und Glögg gehören zur Getränkekultur.

Dänische Architektur reicht von mittelalterlicher Backsteingotik über Renaissancebauten wie Schloss Kronborg und Barockbauten wie Schloss Amalienborg bis zur Moderne. Arne Jacobsen, Jørn Utzon und Johan Otto von Spreckelsen gehören zu ihren international bekannten Vertretern. Das funktionalistische Design ist unter anderem mit Georg Jensen, Poul Henningsen, Hans J. Wegner und Arne Jacobsen verbunden. Zum literarischen Erbe gehören die Märchen Hans Christian Andersens, die philosophischen Schriften Søren Kierkegaards sowie Werke von Karen Blixen. Carl Nielsen gilt als bedeutendster Komponist des Landes. Im Film wurden Carl Theodor Dreyer sowie später Lars von Trier und das Programm Dogma 95 international bekannt.

Zu den Weltkulturerbestätten gehören der Dom zu Roskilde, Schloss Kronborg, die Runensteine mit Grabhügel und Kirche von Jelling, Christiansfeld und die Parforce-Jagdlandschaft Nordseeland. Medien- und Meinungsfreiheit sind seit der Verfassung von 1849 geschützt; 2023 nutzten 98,8 % der Bevölkerung das Internet.

Fußball und Handball gehören zu den wichtigsten Sportarten. Die Männer-Fußballnationalmannschaft gewann 1992 die Europameisterschaft. Die Frauen-Handballnationalmannschaft gewann die Weltmeisterschaft 1997 und dreimal olympisches Gold; die Männer wurden 2019, 2021, 2023 und 2025 Weltmeister. Dänemark führte 1989 als erstes Land weltweit zivilrechtliche Partnerschaften für homosexuelle Paare ein; Homosexualität ist gesetzlich und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert.

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