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Makkabäer
eine Erbherrschaft über die Juden. Das jüdische Chanukka-Fest geht auf die damaligen Ereignisse zurück. Der Makkabäeraufstand, Bildfeld an der großen Knesset- …
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Bedeutung und Einordnung
Die Makkabäer waren die Anführer eines jüdischen Aufstandes gegen das Seleukidenreich und gegen einheimische jüdische Gruppen, die von den Seleukiden unterstützt wurden. Nach ihrem Sieg begründeten sie die Dynastie der Hasmonäer, die königliche und hohepriesterliche Ämter miteinander verband. Ihre Erbherrschaft über die Juden bestand etwa ein Jahrhundert, von 165 v. Chr. bis zur Eroberung Jerusalems durch Pompeius 63 v. Chr. Das jüdische Chanukka-Fest erinnert an die damalige Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels.
Die wichtigsten Quellen sind die griechischsprachigen Makkabäerbücher und die Schriften des römisch-jüdischen Historikers Flavius Josephus. Sie beschreiben den Aufstieg der Makkabäer als jüdischen Freiheitskampf gegen eine makedonische Fremdherrschaft. Besonders die Ereignisse von 168 bis 164 v. Chr. können jedoch auch als innerjüdischer Bürgerkrieg verstanden werden. Die Quellen schildern das Geschehen aus der Sicht der späteren Sieger und gelten deshalb nur als bedingt zuverlässig.
Ursachen des Aufstandes
Seit der Eroberung Jerusalems 587/586 v. Chr. gab es keine jüdischen Könige mehr. Große politische Macht lag deshalb beim Hohepriester, dessen Amt erblich geworden war. Im 3. Jahrhundert v. Chr. kämpften das Seleukidenreich und das Ptolemäerreich um Judäa. Innerhalb des Judentums entstanden eine proseleukidische Partei unter den Oniaden und eine proptolemäische Partei unter den Tobiaden. Teile der jüdischen Elite übernahmen die griechische Lebensweise; traditionelle Priesterschulen bestanden gleichzeitig mit hellenistischen Einrichtungen wie Gymnasion und Ephebeion.
Um 200 v. Chr. besiegte Antiochos III. die Ptolemäer im fünften syrischen Krieg und brachte Koilesyrien sowie den jüdischen Priesterstaat unter seleukidische Herrschaft. Unter Antiochos IV. verschärften sich die innerjüdischen Machtkämpfe. Der hellenisierte Jude Jason verdrängte seinen Bruder Onias III. aus dem Hohepriesteramt, nachdem er dem König höhere jährliche Tribute versprochen hatte. Jason und seine Anhänger förderten die Hellenisierung Jerusalems. 172 v. Chr. erkaufte sich Menelaos, der nicht zur Hohepriesterfamilie der Oniaden gehörte, das Amt und vertrieb Jason. Er gestattete königlichen Amtsträgern mehrfach den Zugriff auf den Tempelschatz. Jerusalem wurde auf Wunsch führender Juden als griechische Polis, also als Stadtgemeinde griechischen Typs, reorganisiert.
Als 168 v. Chr. fälschlich der Tod Antiochos’ IV. gemeldet wurde, versuchte Jason gewaltsam zurückzukehren. Der Konflikt mit Menelaos führte zum Bürgerkrieg. Antiochos deutete die Unruhen als Aufstand, eroberte Jerusalem und ließ nach den Makkabäerbüchern die befestigte Militärsiedlung Akra errichten. Angeblich verbot er den traditionellen jüdischen Kult und machte den Tempel zu einem Zeus-Heiligtum. Im Rahmen einer Interpretatio Graeca, also der Deutung fremder Götter als griechische Gottheiten, wurde JHWH mit Zeus gleichgesetzt. Offenbar ersetzte eine westsemitische Kultpraxis mit einem heiligen Stein die bisherige Form der Verehrung.
Antiochos wollte wahrscheinlich das durch innere Konflikte unruhige Gebiet befrieden. Er stützte sich auf einheimische Eliten und verlangte vermutlich Loyalitätsopfer für die Königsfamilie. Die Opferung von Schweinefleisch war für viele Juden eine besondere Provokation. Es bleibt unklar, ob diese Maßnahmen unmittelbar von Antiochos oder von seinen Anhängern in Jerusalem ausgingen.
Mattatias und Judas Makkabäus
Das Religionsedikt Antiochos’ IV. verärgerte sowohl ausgeschlossene Eliten als auch die ländliche, vom Hellenismus wenig beeinflusste Bevölkerung, die zudem unter hohen Steuern litt. In Modiʿin sollte der Priester Mattatias aus dem Geschlecht der Hasmonäer für Antiochos opfern. Er erstach stattdessen einen Juden, der das Opfer vollziehen wollte, erschlug den seleukidischen Boten und floh mit seinen Söhnen und Anhängern in die Wüste. Damit begann der offene Aufstand.
Nach Mattatias’ Tod ein Jahr später übernahm sein Sohn Judas die Führung. Sein Beiname Makkabäus wird vom aramäischen Makkaba, „der Hammer“, hergeleitet. Mit Guerillataktiken schlug Judas mehrere kleinere seleukidische Armeen, während Antiochos IV. im Osten seines Reiches Krieg führte. Die Makkabäer stellten sich als besonders gesetzestreue Juden dar und nahmen in großem Umfang Zwangsbeschneidungen vor. Zugleich kämpfte Judas auch am Schabbat, wenn dies militärische Vorteile brachte.
Judas eroberte Jerusalem und ließ den als entweiht angesehenen Tempel reinigen. An dieses Ereignis erinnert Chanukka. Nach dem Tod Antiochos’ IV. im Jahr 164 v. Chr. stritten dessen Generäle um die Vormundschaft für Antiochos V. Demetrios I., ein Neffe Antiochos’ IV., kehrte jedoch aus Rom zurück, ließ seinen jungen Cousin töten und bestieg selbst den Thron. Er setzte den Krieg fort und unterstützte die jüdischen Gegner der Makkabäer. 160 v. Chr. fiel Judas im Kampf gegen Demetrios’ General Bakchides.
Jonatan, Simon und der Sieg
Nach Judas wurde sein Bruder Jonatan Anführer. Die Thronkämpfe im Seleukidenreich stärkten seine Position: Demetrios I. und der Gegenkönig Alexander I. Balas warben beide mit Zugeständnissen um seine Unterstützung. Alexander ernannte Jonatan sogar zum Hohepriester. Nach Alexanders Niederlage setzte sich der Thronstreit zwischen Demetrios II. und dem General Diodotos Tryphon fort. Tryphon nahm Jonatan durch Verrat in Akko gefangen und ließ ihn töten.
Daraufhin übernahm Simon, der letzte noch lebende Sohn des Mattatias, die Führung und das Hohepriesteramt. Er beseitigte mit der Einnahme der Akra das letzte sichtbare Zeichen seleukidischer Herrschaft in Judäa. 141 v. Chr. verlieh ihm eine Volksversammlung die Ämter des Hohepriesters und Ethnarchen, also des politischen Führers Judäas; diese wurden unter seinen Nachkommen erblich. Unter Simons Sohn Johannes Hyrkanos I. kam es nochmals zu Kämpfen mit Antiochos VII., die 134 v. Chr. durch einen Friedensschluss endeten. Bald waren die Seleukiden zu schwach, außerhalb Syriens aktiv einzugreifen. Ohne ihre Unterstützung brach auch der innerjüdische Widerstand gegen die Makkabäer zusammen.
Die hasmonäische Herrschaft
Nach Johannes Hyrkanos I. führte sein Sohn Aristobulos I. die Dynastie fort. Er nahm als Erster zusätzlich zum Hohepriesteramt den Königstitel an. Das hasmonäische Königtum übernahm deutliche Merkmale einer hellenistischen Monarchie und verband sie mit theokratischen Elementen, also mit einer religiös begründeten Herrschaft. Damit öffneten sich die Sieger Einflüssen, die sie während des Aufstandes noch als unjüdisch bekämpft hatten.
Das Hasmonäerreich betrieb eine aktive Eroberungspolitik. Diese schloss anscheinend auch Zwangskonvertierungen benachbarter Bevölkerungsgruppen zum Judentum ein. Bis 63 v. Chr. blieb das Reich unabhängig; dann eroberte der römische Feldherr Pompeius Jerusalem. Anschließend durfte die Dynastie nur noch die Hohepriester stellen. Ihr Ende kam 37 v. Chr., als der Idumäer Herodes Jerusalem einnahm. Herodes gehörte der Familie nur durch Heirat an.
Makkabäer und Hasmonäer
Als Makkabäer bezeichnet man meist die Angehörigen der Familie während des Aufstandes. Der Name geht auf den Beinamen des Judas Makkabäus zurück. Hasmonäer nennt man dagegen gewöhnlich die von ihnen begründete Herrscherdynastie. Dieser Name wird von einem Vorfahren des Mattatias namens ᾿Ασαμωναίος abgeleitet.
Die Dynastie begann mit Simon, dessen Ämter 141 v. Chr. erblich wurden. Sein Enkel Aristobulos I. nahm später den Königstitel an, den allerdings nicht alle Nachkommen führten. Von der Herrscherdynastie sind die übrigen Nachkommen einzelner Makkabäer zu unterscheiden; Flavius Josephus führte seine eigene Abstammung beispielsweise auf den Makkabäer und Hohepriester Jonatan zurück.