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Chanukka

Die häufigste Bedeutung lautet „Einweihung“. · Die jüdischen Kämpfer ruhten – „chanu“ (die ersten drei Buchstaben des Wortes Chanukka) – von ihren Kämpfen gegen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Ursprung
  2. 2. Zeit und religiöse Einordnung
  3. 3. Chanukkia und Anzünden der Lichter
  4. 4. Bräuche und Talmud
  5. 5. Segenssprüche und heutige Bedeutung

Bedeutung und Ursprung

Chanukka, auch Lichterfest genannt, ist ein jährlich gefeiertes jüdisches Fest von acht Tagen. Es beginnt am 25. Kislew und erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr., nach rabbinischer Zeitrechnung 3597. Anlass war der erfolgreiche Makkabäeraufstand der Juden Judäas unter Judas Makkabäus gegen das Seleukidenreich und hellenisierte Juden. Die Makkabäer beendeten die seleukidische Herrschaft über Judäa, entfernten einen Zeus-Altar aus dem Tempel und führten den traditionellen jüdischen Tempeldienst wieder ein. Der Konflikt war daher zugleich ein Krieg gegen die Seleukiden und ein Bürgerkrieg zwischen hellenisierten und traditionsverbundenen Juden.

Chanukka ist kein biblisches Fest; auch die rabbinischen Schriften behandeln es nur begrenzt. Die Überlieferung verbindet die Wiedereinweihung mit einem Ölwunder: Nach der Entweihung des Tempels war nur ein Krug geweihtes Öl vorhanden, das für einen Tag reichte. Die Herstellung neuen Öls dauerte acht Tage, doch das Licht soll acht Tage gebrannt haben. Daran erinnern die acht Chanukkalichter. Der Tempeldienst bestand bis zur endgültigen Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70 n. Chr., nach jüdischer Zeitrechnung 3830.

Zeit und religiöse Einordnung

Der erste Festtag ist immer der 25. Kislew. Die Feier beginnt bereits mit dem Sonnenuntergang am Vorabend des entsprechenden gregorianischen Datums, denn im jüdischen Kalender reicht ein Tag vom Vorabend bis zum Abend. Dieser Beginn heißt Erev. Das Fest endet je nach Länge des Monats Kislew am 2. oder 3. Tevet. Da der jüdische Kalender nach dem Mond berechnet wird, wechseln die gregorianischen Termine.

Im Artikel werden folgende Zeiträume angegeben: 25 Kislev–2 Tevet 5787: Sonnenuntergang Freitag, 4. Dezember 2026, bis Abenddämmerung Samstag, 12. Dezember 2026; 5788: 24. Dezember 2027 bis 1. Januar 2028; 5789: 12. bis 20. Dezember 2028; 5790: 1. bis 9. Dezember 2029; 5791: 20. bis 28. Dezember 2030.

Chanukka hat keinen eigenen Festgottesdienst und keine ausdrücklich vorgeschriebene spezielle Toralesung. Es ist vor allem ein häusliches Fest. Dennoch wird an allen acht Tagen nach dem Amida-Gebet des Schacharit ein vollständiges Hallel, eine Folge von Lobpsalmen, gesprochen. Außerdem wird an jedem ChanukkTag aus der Tora gelesen. Die Lesungen schildern die Opfer der Stammesführer bei der Einweihung der Stiftshütte in Numeri 7, in der Parascha Nasso. Am achten Tag wird Numeri 7,54 bis zum Ende der Parascha gelesen. Fällt Chanukka auf einen Schabbat, werden zwei Torarollen verwendet; fällt der Schabbat zusätzlich auf den Neumond des Monats Tevet, sind es drei. Die besondere Haftara des zweiten Chanukka-Schabbats stammt aus dem 1. Buch der Könige und beschreibt den Tempelbau unter Salomo.

Chanukkia und Anzünden der Lichter

Die Chanukkia ist ein acht- beziehungsweise neunarmiger Leuchter und darf nicht mit der siebenarmigen Menora des Tempels verwechselt werden. Das neunte Licht heißt Schamasch oder Schammes, also „Diener“. Nur mit ihm werden die übrigen Lichter entzündet. Als Lichter dienen Kerzen oder Öllämpchen, häufig mit Olivenöl.

Nach der heute verbreiteten Regel der Schule Hillels wird am ersten Abend ein Licht angezündet und an jedem weiteren Abend eines mehr. Am achten Abend brennen daher acht Lichter. Für die acht Tage werden insgesamt 44 Kerzen benötigt: 1+2+3+4+5+6+7+8, zusätzlich acht Schamasch-Kerzen. Die Lichter werden nach dem Abendgebet angezündet, sobald die ersten Sterne sichtbar sind; am Erev Schabbat geschieht dies vor dem Anzünden der Schabbatkerzen. Sie müssen mindestens 30 Minuten brennen. Währenddessen ruht jede Arbeit.

Der Leuchter soll öffentlich sichtbar sein, etwa am Fenster oder in Israel links neben dem Hauseingang, gegenüber der rechts angebrachten Mesusa. Die Lichter dürfen keinem anderen Zweck dienen: Sie sollen weder zur Raumbeleuchtung noch zum Erwärmen der Hände oder zum Anzünden einer Zigarette verwendet werden, sondern nur betrachtet werden. In Zeiten von Verfolgung erlaubt der Talmud, sie im Haus aufzustellen. Für das Aufstellen und Anzünden gibt es verschiedene regionale Traditionen, unter anderem den aschkenasischen Minhag von links nach rechts, den Minhag Austrich beziehungsweise Minhag Polin und den Minhag Ari, bei dem jeweils die am weitesten links stehende Kerze zuerst angezündet wird.

Bräuche und Talmud

Chanukka wird hauptsächlich zu Hause und im Kreis der Familie gefeiert; auch Gemeindefeiern und öffentliche Feiern sind üblich. Kinder erhalten Geschenke, Süßigkeiten oder Münzen und werden zur Zedaka, also zu wohltätigem Spenden, ermutigt. Typische Speisen werden in Öl gebacken, darunter Sufganiyot, Levivot oder Latkes und bei sephardischen Juden Buñuelos. Nach dem Anzünden werden Gebete und Lieder wie Maos Zur gesungen, die Chanukka-Geschichte wird erzählt, und häufig wird mit dem Dreidel gespielt. Außerhalb Israels stehen dessen Buchstaben für „Nes Gadol Haja Scham“ – „Ein großes Wunder geschah dort“; in Israel lautet der Satz „Nes Gadol Haja Po“ – „Ein großes Wunder geschah hier“.

Der Babylonische Talmud behandelt Chanukka vor allem in Schabbat 21b. Dort werden drei Stufen des Anzündens genannt: eine Kerze für jeden Haushalt, eine Kerze für jedes Familienmitglied oder die besonders eifrige Regel der Schulen Schammai und Hillel. Schammai wollte am ersten Tag acht Kerzen und danach täglich eine weniger; Hillel bestimmte am ersten Tag eine und danach täglich eine mehr. Die heute verbreitete Regel folgt Hillel. Der Talmud verlangt außerdem, die Lichter möglichst am Hauseingang oder im Fenster zur Straße aufzustellen, damit das Wunder öffentlich bekannt wird. Als Ursprung nennt er ein Gefäß mit Öl, das nur für einen Tag reichte, durch ein Wunder jedoch acht Tage lang brannte. Diese Tage wurden im folgenden Jahr als Festtage des Lobes und Dankes festgelegt.

Segenssprüche und heutige Bedeutung

Vor dem Anzünden sprechen die Rabbiner eingeführte Segenssprüche. Am ersten Abend werden drei gesprochen, an den folgenden Abenden nur die ersten beiden. Der erste lautet sinngemäß: „Gepriesen seist Du, Herr unser Gott, König der Welt, der Du uns geheiligt durch deine Gebote und uns geboten, das Chanukkahlicht anzuzünden.“ Der zweite lautet: „Gepriesen seist Du, Herr unser Gott, König der Welt, der Du Wunder erwiesen unseren Vorfahren in jenen Tagen zu dieser Zeit.“ Der dritte, Schehechejanu, lautet: „Gepriesen seist Du, Herr unser Gott, König der Welt, der Du uns hast Leben und Erhaltung gegeben und uns hast diese Zeit erreichen lassen.“ Am Freitagabend werden die Chanukkalichter vor den Schabbatlichtern entzündet. Nach dem Anzünden rezitieren sephardische Juden Psalm 30, während Aschkenasim Maos Zur singen.

Im Reformjudentum stehen weniger Gewalt und legendäre übernatürliche Wunder im Mittelpunkt. Betont wird vielmehr, dass religiöse Freiheit wertvoll und ein notwendiger Bestandteil des Lebens ist und dass Menschen dafür nötigenfalls kämpfen können, ohne ihren Glauben auch in schwierigen Zeiten zu verlieren. Öffentliche Chanukka-Feiern werden zunehmend veranstaltet. Zugleich war und ist das Fest Anlass antisemitischer Angriffe, etwa auf Leuchter und Feiernde; genannt werden Vorfälle in Mülheim an der Ruhr 2017, Berlin 2021 und 2024, New York 2019, im polnischen Parlament 2023 sowie ein Terroranschlag am Bondi Beach in Sydney 2025 mit 15 Todesopfern und Dutzenden Verletzten.

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