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Maafa
... Geschichte der Sklaverei einschließlich des ostafrikanischen Sklavenhandels und des atlantischen Sklavenhandels. Geschichte und Terminologie. Bearbeiten. Die …
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Gegenstand und Bedeutung
Maafa, auch „Afrikanischer Holocaust“, „Holocaust der Versklavung“ oder „Schwarzer Holocaust“ genannt, bezeichnet politische Neologismen. Sie beschreiben die Geschichte der Gräueltaten, die Afrikanern von Nicht-Afrikanern zugefügt wurden, insbesondere von Europäern und Arabern, sowie deren bis heute anhaltende Auswirkungen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Geschichte der Sklaverei und der ostafrikanische sowie der atlantische Sklavenhandel. Die Begriffe wurden seit etwa 1988 zunehmend popularisiert.
Entstehung und Verwendung des Begriffs Maafa
Der Swahili-Begriff „Maafa“ bedeutet wörtlich „Großes Unglück“. Er wurde in Marimba Anis 1988 erschienenem Buch Let the Circle Be Unbroken: The Implications of African Spirituality in the Diaspora eingeführt. Das Wort leitet sich aus einem Swahili-Begriff für „Unglück, schreckliches Vorkommnis oder große Tragödie“ ab und wurde in den 1990er Jahren popularisiert.
Maafa und „afrikanischer Holocaust“ beziehen sich auf denselben historischen Gegenstand. Welche Bezeichnung verwendet wird, ist jedoch Teil einer anhaltenden Debatte. Einige Theoretiker des Afrozentrismus bevorzugen Maafa, weil sie die indigene afrikanische Terminologie für eine wahrheitsgetreuere Darstellung halten. Der Begriff könne außerdem eine kulturell und psychologisch vergleichbare Funktion erfüllen wie „Holocaust“ für die kulturell spezifische jüdische Erfahrung des Genozids unter dem deutschen Nationalsozialismus.
Debatte über „afrikanischer Holocaust“ und „Maafa“
Maulana Karenga bevorzugt den Ausdruck „afrikanischer Holocaust“, weil dieser eine Absicht impliziere. Er kritisiert, dass Maafa auch als „Unfall“ übersetzt werden kann; nach Ansicht einiger Wissenschaftler sei der Holocaust der Versklavung jedoch kein bloßer Unfall gewesen.
Ali Mazrui bezeichnet die Verwendung des Wortes „Holocaust“ als „doppeltes Plagiat“. Er verweist darauf, dass der Begriff aus dem Altgriechischen stammt und trotz seiner Verbindung mit dem Genozid an den Juden niemand ein Monopol auf ihn haben könne. Das Übernehmen eines solchen Begriffs ohne Zuschreibung sei zwar ein „doppeltes Plagiat“, aber zu verteidigen, weil Begriffe für Gräuel wie Genozid und Versklavung keinen urheberrechtlichen Beschränkungen unterliegen sollten.
Weldon Williams hält „Holocaust“ in diesem Zusammenhang dagegen für inadäquat. Durch die Verbindung mit einem anderen historischen Zusammenhang könne der Begriff ein falsches Symbol setzen. Andere Kritiker, die Maafa bevorzugen, betonen, dass die Leugnung der Gültigkeit des Menschseins afrikanischer Menschen ein jahrhundertelanges, kontinuierliches, konstantes, komplettes und umfassendes System der menschlichen Negierung und Annullierung gewesen sei.
Kritik an der Bezeichnung „Sklavenhandel“ und langfristige Folgen
Die Historikerin Sylviane Diouf kritisiert die Bezeichnungen „Transatlantischer Sklavenhandel“, „Atlantischer Sklavenhandel“ und „Sklavenhandel“ als zutiefst problematisch. Sie könnten als Euphemismen für intensive Gewalt und Massenmord dienen. Die Bezeichnung als „Handel“ stelle die anhaltende Verfolgung und das Leiden als kommerzielles Dilemma statt als moralische Gräueltat dar. Dadurch werde die umfassendere Tragödie zu einem bloßen Kollateralschaden eines kommerziellen Unternehmens und somit zweitrangig. Andere sehen im Vermeiden des Begriffs „Handel“ jedoch einen apologetischen Akt im Namen des Kapitalismus, der kapitalistische Strukturen von ihrer Verwicklung in menschliche Katastrophen entlasten könnte.
Maulana Karenga ordnet die Sklaverei 2001 in den breiteren Zusammenhang der Maafa ein. Ihre Folgen gingen über körperliche Verfolgung und rechtliche Entmündigung hinaus. Die „Zerstörung menschlicher Möglichkeiten“ habe bedeutet, die afrikanische Menschheit gegenüber der Welt neu zu definieren, vergangene, gegenwärtige und zukünftige Beziehungen zu anderen zu vergiften und dadurch wahrhaft menschliche Beziehungen zwischen den Völkern zu schädigen.