Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Sklaverei innerhalb von Subsahara-Afrika

Sklaverei innerhalb von Subsahara-Afrika umfasst Sklaverei und Sklavenhandel innerhalb der Länder Subsahara-Afrikas und existierte bereits vor der Ankunft …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Umfang
  2. 2. Verbreitung und Beschaffung
  3. 3. Herkunft und Stellung der Sklaven
  4. 4. Bedeutung für den internationalen Sklavenhandel
  5. 5. Fortbestehen bis heute

Begriff und Umfang

Sklaverei innerhalb von Subsahara-Afrika bezeichnet Sklaverei und Sklavenhandel innerhalb der Länder südlich der Sahara. Sie bestand bereits vor der Ankunft arabischer und europäischer Sklavenhändler. Genaue Zahlen sind kaum zu ermitteln, weil im Gegensatz zum atlantischen Sklavenhandel nur wenige Aufzeichnungen und Statistiken vorhanden sind. Schätzungen zufolge waren etwa 10–15 Millionen Menschen betroffen. Nach der Darstellung des Artikels gab es innerhalb Afrikas wahrscheinlich mehr Sklaven als Menschen, die aus Afrika exportiert wurden. Die Angaben sind wegen der problematischen Quellenlage teilweise nur unzureichend belegt.

Verbreitung und Beschaffung

Seit etwa 500 n. Chr. war Afrika ein Zentrum von Sklaverei. Sklaven wurden in Karawanen auf dem Landweg und mit Schiffen auf dem Seeweg transportiert. Mit der islamischen Expansion nahm die Zwangsmigration innerhalb Afrikas durch Razzien arabisch-berberischer Gruppen eine neue Qualität an.

Sklaverei war laut Berichten arabischer Reisender und europäischer Beobachter in den westafrikanischen Reichen Ghana, Mali und Songhai, im Aschanti-Reich im heutigen Ghana, in Dahomey im heutigen Benin, bei Hausa und Yoruba im heutigen Nigeria sowie im Kongo-Gebiet weit verbreitet. In den äthiopischen Königreichen der Gibe-Region wurden jährlich etwa 7.000 Sklaven in das übrige Äthiopien und ins Ausland exportiert. Als Quelle dienten gegenseitige Überfälle und Angriffe auf benachbarte Stämme.

Herkunft und Stellung der Sklaven

Sklaven arbeiteten vor allem im Haushalt und in der Landwirtschaft. Außerdem wurden sie als gefügige Amtsträger in traditionelle Staatsapparate aufgenommen. Die meisten waren Kriegsgefangene, die in Kriegen oder gezielten Razzien gegen andere Stämme erbeutet wurden. Weitere Menschen wurden von tributpflichtigen Stämmen als Tribut gestellt. Auch Verschuldung konnte zur Versklavung innerhalb des eigenen Stammes führen. Vereinzelt verkauften Familien ihre Kinder in die Sklaverei. In seltenen Fällen trat Sklaverei im religiösen Zusammenhang auf, beispielsweise bei Trokosi.

Sklaven durften heiraten, Kinder aufziehen sowie Häuser und persönliche Habseligkeiten besitzen. Freilassungen kamen vor. Die genauen Formen der Sklaverei vor dem 19. Jahrhundert lassen sich jedoch wegen der schwierigen Quellenlage und der Größe sowie Verschiedenheit des betroffenen Gebiets nur schwer bestimmen.

Bedeutung für den internationalen Sklavenhandel

Für europäische Sklavenhändler, die vom 15. bis zum 19. Jahrhundert Menschen aus Afrika bezogen und sie in den Kolonien Amerikas einsetzen ließen, war der innerafrikanische Sklavenhandel eine wichtige Voraussetzung. Die Europäer gingen nur selten selbst auf Sklavenjagd. Stattdessen kauften sie Menschen bei afrikanischen und arabischen Sklavenhändlern sowie bei Herrschern.

Als Gegenleistung erhielten afrikanische Akteure aus Europa sogenannte Luxusgüter, darunter Feuerwaffen, Textilien und Alkohol, außerdem Kaurischnecken.

Auch der ältere und zahlenmäßig umfangreichere transsaharische und ostafrikanische Sklavenhandel beruhte auf afrikanischen Fangpraktiken. Dieser Handel wurde meistens von Arabern betrieben. In Westafrika betraf er ausschließlich Menschen, die von Afrikanern erbeutet worden waren. Im 19. Jahrhundert griffen Äthiopier und Araber im Sudan und in Innerostafrika massiv in die Sklavenbeschaffung ein. Äthiopier verkauften Sklaven auf Märkten gegen Maria-Theresien-Taler und Amoli, also Salzbarren.

Fortbestehen bis heute

Durch die europäische Kolonialisierung Afrikas wurde der innerafrikanische Sklavenhandel ebenso wie der Sklavenhandel der Araber allmählich zurückgedrängt. Er bestand jedoch noch lange verborgen fort. Traditionelle Formen der Sklaverei gibt es nach dem Artikel bis heute im Sudan und in Mauretanien sowie in Westafrika in Mali und im Niger. In Mali und Niger betrifft dies Iklan-Nachkommen unter den Tuareg.

Teilweise überschneiden sich diese traditionellen Formen mit modernem Kinderhandel. Laut UNICEF sind davon in Westafrika 200.000 Kinder betroffen. Auch die Angaben zu diesem Themenbereich sind im Artikel als teilweise unzureichend belegt gekennzeichnet.

Weiterlesen