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Ludwig Hohlwein

Ludwig Fritz Karl Emil Heinrich Hohlwein (* 26. Juli 1874 in Wiesbaden; † 14. September 1949 in Berchtesgaden) war ein deutscher Plakatkünstler, Grafiker, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und künstlerischer Ansatz
  2. 2. Leben, Ausbildung und politische Einordnung
  3. 3. Beispiele und Umfang des Werkes
  4. 4. Ausgewählte Plakate und Themenfelder

Bedeutung und künstlerischer Ansatz

Ludwig Fritz Karl Emil Heinrich Hohlwein (26. Juli 1874–14. September 1949) war ein deutscher Plakatkünstler, Grafiker, Architekt und Maler. Er gehörte neben Lucian Bernhard, Ernst Deutsch-Dryden, Hans Rudi Erdt und Julius Klinger zu den prominentesten und stilbildenden Vertretern der Reklamekunst. Seine Arbeiten prägten die deutsche Werbung und während des Nationalsozialismus auch das visuelle Erscheinungsbild des Dritten Reiches.

Hohlwein entwickelte parallel zum sogenannten Sachplakat einen eigenen, leicht wiedererkennbaren Stil. Ein Sachplakat stellt den beworbenen Gegenstand stark vereinfacht und unmittelbar dar. Hohlweins wichtigste Themen waren Tiere, Jagd, Technik und Landschaft. Typisch sind dramatische Hell-Dunkel- sowie Vordergrund-Hintergrund-Kontraste. Gegenstände werden auf farbige Flächen und Punkte reduziert. Erst durch die Darstellung der gesamten Grundfläche erhält der Körper wieder seine Gestalt. Der Doornkaat-Zecher gilt im Artikel als Beispiel für diese Technik. Viele seiner Plakate gehören zu den Klassikern deutscher Werbung und werden bei Auftraggebern teilweise noch heute nahezu unverändert verwendet.

Leben, Ausbildung und politische Einordnung

Hohlwein wurde in Wiesbaden als jüngster Sohn des Schlossermeisters und Herdfabrikanten Jakob Hohlwein und Hermine Hohlwein geboren. Während seines Architekturstudiums an der Technischen Hochschule München fertigte er erste Illustrationen für Zeitungen des Akademischen Architektenvereins an. Nach Studien in München und Dresden sowie Studienreisen nach London und Paris ließ er sich in München als Architekt nieder. Er gestaltete unter anderem Innenräume von Privathäusern, Bereiche des Grand Hotel Continental in München und Ausstattungen für Ozeandampfer. Am 18. Mai 1901 heiratete er Léonie Jeannette Dörr; das Paar hatte zwei Kinder.

Ab 1904 stellte Hohlwein regelmäßig Grafiken, Aquarelle und Temperagemälde im Münchner Glaspalast aus. 1905 nahm er mit Tierbildern an der Großen Berliner Kunstausstellung teil und wurde beim Wettbewerb um Reklameentwürfe für eine Gemeinschaftswerbung von Ludwig Stollwerck und Otto Henkell dritter Preisträger. Später entwarf er unter anderem Plakate für Jagdausstellungen.

Hohlwein arbeitete bereits vor der nationalsozialistischen Machtübernahme für die NSDAP und trat ihr am 1. Mai 1933 bei (Mitgliedsnummer 2.945.937). Er gestaltete unter anderem politische Plakate, Werke für die Olympischen Spiele 1936 und 1937 eine Briefmarke zum Thema „Luftschutz“. 1942 entwarf er eine Briefmarke zum Reitsportwettbewerb um das „Blaue Band“. Von 1937 bis 1944 war er – außer 1943 – auf allen Großen Deutschen Kunstausstellungen in München vertreten. Hitler, Goebbels, Göring und Adolf Wagner erwarben dort Bilder von ihm. 1944 stand Hohlwein auf der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde er im Zuge der Entnazifizierung als Vorteilsnehmer des Regimes beziehungsweise als „politisch Belasteter“ eingestuft und 1945 mit einem mehrmonatigen Berufsverbot belegt. Ab Februar 1946 arbeitete er bis zu seinem Tod wieder als Gebrauchsgrafiker in einem kleinen Atelier in Berchtesgaden. Er starb am 14. September 1949 im Alter von 75 Jahren im Berchtesgadener Kreiskrankenhaus; seine Grabstätte liegt auf dem Alten Friedhof in Berchtesgaden.

Beispiele und Umfang des Werkes

Besonders in Süddeutschland begegnen Hohlweins Arbeiten im Alltag. Das 1935 entstandene Bild eines Franziskanermönches ist noch heute der wichtigste Werbeträger der Franziskaner-Brauerei. 1980 wurde die Grafik nur geringfügig verändert: Die Mundwinkel des Mönches wurden nach oben gezogen, damit er freundlicher wirkt. Bereits 1907 hatte Hohlwein eine Zeichnung für die Bierbrauerei Salmenbräu in Rheinfelden geschaffen.

Für den Münchner Tierpark Hellabrunn entwarf er mehrere Plakate. Ein bekanntes Motiv zeigt einen sitzenden Leoparden, hinter dem ein schwarzer Panther mit grünen Augen schleicht. Dieses Plakat besteht in dieser Form bereits seit 1912 und wird vom Zoo regelmäßig erneut als Werbemittel verwendet. Bekannt ist außerdem sein Plakat zur Weltausstellung in Brüssel von 1910.

Der Artikel gibt an, dass Hohlweins künstlerisches Schaffen schon 1924 angeblich 3.000 Titel umfasst habe. Zugleich seien diese Arbeiten bis heute nicht vollständig erfasst. Zu seinen Auftraggebern gehörten zahlreiche Unternehmen, darunter Audi, Bahlsen, BMW, Daimler-Benz, Erdal, Kaffee Hag, Lufthansa, Märklin, Pelikan, Persil, Pfaff, Reemtsma und Zeiss.

Ausgewählte Plakate und Themenfelder

Die Auswahl zeigt, dass Hohlwein für kulturelle Veranstaltungen, Unternehmen, technische Einrichtungen, Ausstellungen, politische Organisationen und staatliche Kampagnen arbeitete. Frühe Beispiele sind die Werbepostkarte für das Walhalla-Theater Wiesbaden von 1900, das Plakat für die Zigarettenfabrik Jasmatzi von 1908, die Werbung für die Herrsching Keramischen Werkstätten von 1910 und das Tierparkplakat von 1912. Hinzu kommen eine Werbepostkarte für die „Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen“ von 1916, ein Plakat für das Strumpfhaus Poulet aus der Zeit vor 1924 sowie eine Reklamemarke zum Deutschen Rundflug, B.Z.-Preis der Lüfte, von 1925.

Zu seinen späteren Plakaten gehören unter anderem die „Internationale Einfuhr-Messe“ in Frankfurt am Main von 1919, Werbung für die Lech Elektrizitäts Werke AG um 1920, das Motiv „Der Stahlhelm, Reichsfrontsoldatentag“ von 1929 und das NSDAP-Wahlplakat „Arbeit – Brot – Drum Liste 1“ zur Reichstagswahl 1932. Für die Zeit des Nationalsozialismus nennt der Artikel außerdem Plakate für den Bund Deutscher Mädel, die NSV, das Winterhilfswerk, den Münchener Festsommer, die „Nacht der Amazonen“, die Ausstellung „Das Pferd in der Kunst“ und „Die Straßen Adolf Hitlers in der Kunst“, überwiegend aus den Jahren 1933 bis 1936. Nach 1945 entstand unter anderem ein Porträt eines US-Soldaten.

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