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Liste von Musikinstrumenten

Fadno, einziges traditionelles Blasinstrument der Samen, aus dem grünen Stängel der Arznei-Engelwurz herausgeschnitten · Fagott, Holzblasinstrument mit …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Aufbau der Liste
  2. 2. Grundlegende Arten der Tonerzeugung
  3. 3. Wichtige Instrumentenfamilien und Bauformen
  4. 4. Regionale Vielfalt und musikalische Funktionen
  5. 5. Typische Beispiele und besondere Entwicklungen

Gegenstand und Aufbau der Liste

Die Liste erfasst Musikinstrumente: Gegenstände, die eigens zur musikalischen Tonerzeugung hergestellt wurden oder regelmäßig in einer Nebenfunktion zum Musikmachen dienen. Nicht aufgenommen werden einzelne Instrumententeile und die Kategorien, nach denen Instrumente systematisch eingeteilt werden. Als am weitesten verbreitete Klassifikation wird die 1914 erstmals veröffentlichte Hornbostel-Sachs-Systematik genannt; daneben existieren zahlreiche weitere Klassifikationen.

Die Einträge sind alphabetisch geordnet und umfassen Instrumente aus vielen Zeiten, Regionen und Musikkulturen. Unterschiedliche Stimmungen oder Bauformen eines Instruments erscheinen nur dann als eigene Einträge, wenn sie entsprechend verbreitet sind. Teilweise werden auch ganze Instrumentengattungen aufgenommen, sofern sie in einem bestimmten regionalen oder kulturellen Zusammenhang stehen. Viele Einträge verweisen auf alternative Schreibweisen, regionale Bezeichnungen oder eng verwandte Instrumente.

Grundlegende Arten der Tonerzeugung

Die Instrumente lassen sich nach ihrer Tonerzeugung unterscheiden. Bei Saiteninstrumenten schwingen eine oder mehrere Saiten. Sie werden gezupft, gestrichen oder angeschlagen. Beispiele sind die Gitarre als gezupfte Kastenhalslaute, die Violine als Streichinstrument, das Hackbrett mit angeschlagenen Saiten und das Klavier, dessen Saiten durch eine Hammermechanik angeschlagen werden. Eine Harfe besitzt Saiten, die senkrecht von der Resonanzdecke abgehen; bei einer Zither verlaufen sie parallel dazu. Die Leier hat Saiten, die parallel zur Decke bis zu einer entfernten Querstange, dem Joch, führen.

Bei Blasinstrumenten wird Luft zum Schwingen gebracht. Flöten können längs oder quer angeblasen werden; eine Panflöte verbindet mehrere nebeneinanderliegende Pfeifen. Klarinettenartige Instrumente verwenden ein Einfachrohrblatt, Oboen und Fagotte ein Doppelrohrblatt. Mundharmonika, Akkordeon, Harmonium und asiatische Mundorgeln wie Sheng, Khaen und Shō arbeiten mit durchschlagenden Zungen. Naturtrompeten besitzen keine Ventile und erzeugen Naturtöne. Sackpfeifen beziehungsweise Dudelsäcke sind Rohrblattinstrumente mit Luftsack.

Schlaginstrumente umfassen Trommeln mit Membran sowie Instrumente, deren eigener Körper klingt. Zu Letzteren gehören Glocken, Gongs, Becken, Xylophone, Klanghölzer und Rasseln. Ein Xylophon besitzt klingende Holzplatten, ein Glockenspiel Metallplatten. Bei Reibtrommeln wird die Membran durch einen Stab, eine Schnur oder die Hand in Schwingung versetzt. Elektronische Instrumente erzeugen oder verändern Klänge elektrisch, darunter Synthesizer, elektronische Orgeln, E-Gitarren und das berührungslos gespielte Theremin.

Wichtige Instrumentenfamilien und Bauformen

Bei den Saiteninstrumenten treten zahlreiche Lauten, Zithern, Harfen und Streichinstrumente auf. Lauten besitzen einen an den Korpus angesetzten Hals; Beispiele sind Oud, Saz beziehungsweise Bağlama, Sitar, Pipa und Mandoline. Zu den Zithern gehören die chinesische Guzheng, die japanische Koto, die koreanische Gayageum und die alpenländische Zither. Die westafrikanische Kora ist eine Stegharfe beziehungsweise Harfenlaute. Die Viola da gamba bezeichnet eine Familie historischer Streichinstrumente von der Diskant- bis zur Basslage, die zwischen den Beinen gehalten werden. Violine, Bratsche, Violoncello und Kontrabass bilden unterschiedlich hohe und tiefe Streichinstrumente.

Unter den Blasinstrumenten finden sich Flöten wie Blockflöte, Querflöte, Nay, Shakuhachi und Quena. Oboenartige Doppelrohrblattinstrumente sind etwa Duduk, Shehnai, Suona und Zurna. Klarinette, Arghul und Pungi arbeiten mit Einfachrohrblättern. Trompete, Horn, Posaune, Euphonium und Tuba gehören zu den Blechblasinstrumenten; die Tuba ist das am tiefsten klingende Blechblasinstrument. Beim Saxophon reichen die genannten Bauformen vom Sopranino bis zum seltenen Subkontrabass.

Die Schlaginstrumente umfassen unter anderem Rahmentrommeln, Röhren-, Fass-, Kessel-, Becher- und Sanduhrtrommeln. Beispiele sind Tamburin, Djembé, Tabla, Pauke, Dhol, Taiko und Janggu. Gongs und Metallophone spielen besonders in südostasiatischen Ensembles eine wichtige Rolle: Zum javanischen oder balinesischen Gamelan gehören etwa Gong ageng, Bonang, Kenong, Saron, Gendèr und Gangsa. Lamellophone besitzen elastische Zungen oder Lamellen; Beispiele sind Kalimba, Mbira und Likembe.

Regionale Vielfalt und musikalische Funktionen

Die Liste zeigt eine große geografische Vielfalt. Aus Afrika stammen unter anderem das westafrikanische Balafon mit Kalebassenresonatoren, die ugandischen Xylophone Akadinda und Amadinda, die äthiopische Leier Krar, die marokkanische Langhalslaute Gimbri und zahlreiche Musikbögen, Trommeln und Lamellophone. Aus Indien und angrenzenden Regionen werden unter anderem Tabla, Sitar, Sarangi, Vina, Tanpura, Nadaswaram und Pungi genannt. Ost- und Südostasien sind beispielsweise durch Guqin, Guzheng, Sheng, Erhu, Koto, Shamisen, Gayageum, Kulintang und verschiedene Gamelan-Instrumente vertreten.

Auch die Funktionen reichen weit über Konzertmusik hinaus. Signalinstrumente sind etwa Posthorn, Trillerpfeife, Hillebille und Nachrichtentrommel. Instrumente können in religiösen Ritualen verwendet werden, beispielsweise die tibetischen Naturtrompeten Dung, die Handzimbel Tingsha, das japanische Tempelinstrument Dobachi oder die äthiopische Handklapper Tsanatsel. Andere begleiten Tänze, Prozessionen, Theaterformen oder Volksfeste. Die Teufelsgeige dient als Schlag- und Geräuschinstrument bei Fastnachtsumzügen; der Apito markiert im Samba als Signalinstrument den Rhythmus. Manche Alltagsgegenstände werden musikalisch genutzt, darunter Amboss, Flaschen, Löffel, Waschbrett und der indonesische Reisstampftrog Lesung.

Typische Beispiele und besondere Entwicklungen

Mehrere Einträge verdeutlichen, wie Instrumente kombiniert oder technisch weiterentwickelt wurden. Das Arpeggione wurde 1823 erfunden und verbindet Eigenschaften von Cello und Gitarre; es wird gestrichen und ist wie eine Gitarre gestimmt. Das Theremin wurde 1919 von Leon Theremin erfunden und wird elektronisch sowie berührungslos gespielt. Die Ondes Martenot stammen von 1928, das Trautonium wurde 1930 entwickelt. Melochord, Clavioline, Ondioline und Subharchord werden als frühe elektronische Instrumente oder Vorläufer des Synthesizers aufgeführt.

Mechanische Instrumente sind etwa Drehorgel, Walzenklavier, Player Piano, Orchestrion und Panharmonicon. Ein Orchestrion kann ein vollständiges Orchester imitieren; das Panharmonicon bringt im 19. Jahrhundert eingebaute Blasinstrumente über eine zentrale Windzufuhr zum Klingen. Beim Taishōgoto, einer japanischen Kastenzither, werden die Saiten durch eine schreibmaschinenähnliche Tastatur verkürzt.

Ungewöhnliche Verfahren nutzen andere Materialien oder Naturkräfte: Bei der Aeolsharfe und dem Anemochord versetzt Luft die Saiten in Schwingung. Das Hydraulophon erzeugt Töne durch Wasser; bei manchen Ausführungen ersetzt eine Wasserströmung die bewegte Luft eines Holzblasinstruments. Glasharfe, Glasharmonika, Verillon und Verrophon verwenden Glas, das angeschlagen oder mit den Fingern gerieben wird. Ein Lithophon besitzt Klangkörper aus Stein. Die Ozeantrommel, die auf Olivier Messiaen (1974) zurückgeht, ist eine Rasseltrommel, deren Geräusch an Meeresbrandung erinnert.

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