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Liste traditioneller chinesischer Musikinstrumente
Dieses ist eine alphabetische Liste traditioneller chinesischer Musikinstrumente. Sie enthält die chinesische Bezeichnung, die Pinyin-Schreibung (mit Tönen) …
Inhalt4 Abschnitte
Aufbau und Ordnung der Liste
Die Liste erfasst traditionelle chinesische Musikinstrumente in alphabetischer Reihenfolge. Zu jedem Eintrag werden, soweit angegeben, die chinesische Bezeichnung, die Pinyin-Schreibung mit Tonangaben, der Instrumententyp beziehungsweise die Art der Tonerzeugung, eine Kategorie der traditionellen Bayin-Lehre sowie weitere Zahlen und Fakten genannt. Bayin bedeutet „Acht Klänge“ und ordnet Instrumente nach dem verwendeten Material: Metall, Stein, Ton, Leder, Holz, Seide, Bambus und Flaschenkürbis. Bei Saiteninstrumenten wird trotz der traditionellen Kategorie „Seide“ heute überwiegend mit Metall- oder Nylonsaiten gearbeitet. Die Liste umfasst außerdem Instrumente chinesischer Minderheiten und regionale Varianten.
Die wichtigsten Gruppen sind Blas-, Streich-, Zupf- und Saiteninstrumente sowie Schlaginstrumente. Daneben erscheinen Lithophone und Metallophone. Manche Einträge sind alternative Namen oder Verweise auf ein anderes Instrument, zum Beispiel Hailuo auf Bei, Huaigu auf Diangu, Morin chuur auf Matouqin und Qixian Qin, Tangqin oder Wutong Qin auf Guqin.
Blas- und Saiteninstrumente
Zu den Blasinstrumenten gehören Flöten, Rohrblattinstrumente, Mundorgeln und Trompeten. Die Dizi ist eine Bambus-Querflöte mit Membran; die Xiao ist eine Bambus-Längsflöte und wird auch Dongxiao genannt. Die Paixiao ist eine chinesische Panflöte. Die Yue ist eine alte Kerbflöte mit drei Fingerlöchern, die in konfuzianischer Ritualmusik und bei Tänzen verwendet wurde. Die Xun ist eine Gefäßflöte aus Ton. Die Bawu ist eine hölzerne Querflöte mit durchschlagender Zunge.
Guan und Suona sind Doppelrohrblattinstrumente. Die Guan ist zylindrisch und besteht in Nordchina meist aus Hartholz, in Kanton aus Bambus. Ihre nördliche Form heißt auch Guanzi oder Bili, die kantonesische Form Houguan; nach der Größe werden Touguan, Zhongguan und Xiaoguan unterschieden. Die Suona ist eine konische Oboe mit metallener Schallkörper und wird auch Haidi genannt. Das Aizai ist eine kleine Suona aus Fujian, auch Nan'ai oder südliche Oboe genannt, und wird in der Südlichen Musik Fujian beziehungsweise Nanyin verwendet. Die Laba ist eine lange, gerade Trompete ohne Ventile.
Sheng, Yu, He, Hulusheng und Hulusi sind Mundorgeln mit durchschlagenden Zungen und Flaschenkürbis als wichtigem Material oder Korpus. Die Sheng besitzt unterschiedlich viele Bambusröhren, die in eine Flaschenkürbiskammer mit Fingerlöchern gesteckt werden. Die Yu ist gewöhnlich größer als die Sheng, die He gewöhnlich kleiner. Die Lusheng hat fünf oder sechs Pfeifen und wird von verschiedenen Nationalitäten in Südwestchina und angrenzenden Ländern gespielt. Die Hulusi besitzt drei Bambuspfeifen auf einem Flaschenkürbiswindkasten; eine Pfeife hat Fingerlöcher, zwei dienen als Bordunpfeifen. Weitere besondere Blasinstrumente sind das Schneckenhorn Bei beziehungsweise Hailuo, die Maultrommel Kouxian aus Bambus oder Metall, das Baumblatt Muye und die von den Li auf Hainan gespielte Lilie.
Die Saiteninstrumente gliedern sich vor allem in Streich- und Zupfinstrumente. Die Huqin-Familie besteht aus vertikal gehaltenen, mit einem Bogen gespielten, meist zweisaitigen Instrumenten. Zur Familie oder zu verwandten Formen gehören Erhu, Jinghu, Jing'erhu, Gaohu, Zhonghu, Yehu, Banhu, Leiqin, Tiqin, Huihu, Jiaohu, Tuhu und verschiedene Dihu. Die Erhu wird als chinesische Geige bezeichnet. Die Xiaodihu ist eine Oktave tiefer als die Erhu gestimmt, die Zhongdihu eine Oktave tiefer als die Zhonghu; beim Dadihu nennt die Tabelle zwei Oktaven höher als bei der Erhu. Das Gehu besitzt vier Saiten und wird wie ein Cello gespielt und gestimmt, das Diyingehu vier Saiten und wird als Kontrabassinstrument wie ein Kontrabass gestimmt und gespielt. Weitere regionale Formen sind etwa das Huluhu der Zhuang in Guangxi, das Huluqin der Naxi in Yunnan, das Maguhu mit Resonanzkörper aus Pferdeknochen bei Zhuang und Bouyei sowie das Yehu mit Kokosnusskorpus in der Musik aus Chaozhou und Kanton.
Zu den Zupfinstrumenten gehören die siebensaitige Griffbrettzither Guqin, die Guzheng beziehungsweise Zheng mit beweglichen Stegen und 16–26 Saiten, die Pipa mit birnenförmigem Korpus und 4 oder 5 Saiten sowie die Yueqin mit vier paarweise gestimmten Saiten. Die Se besitzt 25 Saiten und bewegliche Stege; alte Quellen nennen 13, 25 oder 50 Saiten. Die Ruan hat einen runden Korpus und fünf Größen: Gaoyinruan, Xiaoruan, Zhongruan, Daruan und Diyinruan. Weitere Zupfinstrumente sind die viersaitige Liuqin, die dreisaitige Sanxian mit bundlosem Hals, die Harfe Konghou, die Qinqin und das Duxianqin als Monochord mit einer Saite. Das Yangqin ist ein chinesisches Hackbrett, dessen Saiten mit Bambusklöppeln angeschlagen werden; die Saitenzahl ist unterschiedlich. Das Yazheng und das Zhengni sind Zithern, die mit einem Streichbogen gespielt werden.
Schlaginstrumente und historische Instrumente
Die Schlaginstrumente bilden die umfangreichste Gruppe der Tabelle. Trommeln bestehen häufig aus Leder und werden mit Händen oder Schlegeln gespielt. Dazu gehören die große Dagu, die mittelgroße Fasstrommel Tanggu, die flache zweifellige Diangu beziehungsweise Huaigu, die Hüfttrommel Yaogu, die Kriegstrommel Zhangu, die Blumentopf-Trommel Huapengu und die flache Biangu. Die Bangu ist eine kleine, hochtönige einfellige Klappertrommel und dient als Takttrommel in der chinesischen Oper, unter anderem in der Pekingoper. Die Paigu ist ein Satz aus fünf bis sechs mit Schlegeln gespielten Trommeln. Die Bajiaogu ist ein achteckiges Tamburin, das hauptsächlich Sprechgesang in Nordostchina begleitet. Die Bolanggu, auch Tao oder Taogu genannt, ist eine handliche Rasseltrommel in mehreren Größen. Das Jiegu ist eine Sanduhrtrommel, die in der Tang-Dynastie gespielt wurde. Das Dalagu ist eine westasiatische Zylindertrommel, die dem Jiegu ähnelt.
Holzschlaginstrumente sind unter anderem Bangzi, eine Hartholzklapper beziehungsweise ein hochtöniger Holzblock, Guban, Paiban und Muyu. Das Guban besteht aus zwei flachen Holzstücken und wird im Shuochang, also im Sprechgesang, sowie in der Pekingoper verwendet. Das Paiban ist eine Klapper aus mehreren flachen Holzstücken. Der Muyu, „Holzfisch“, steht im Zusammenhang mit dem Buddhismus. Der Yu oder Schraptiger wird geschabt, der Zhu ist ein Schlagkasten für Ritualmusik. Das Bofu ist eine alte Holztrommel.
Metallinstrumente umfassen Gongs, Glocken, Becken und gestimmte Klangkörper. Luo bedeutet Gong; der Daluo ist ein großer, dünner und flacher Gong, der Xiaoluo ein kleiner Gong. Das Fengluo oder Shenluo wird als „Windgong“ bezeichnet. Das Shimianluo besteht aus 10 gestimmten Gongs in einem Rahmen, das Yunluo aus 10 oder mehr kleinen gestimmten Gongs. Bo ist ein Becken, Nao bezeichnet alte Becken, aber auch eine alte Glocke; diese Glockenform heißt Shangnao und wird der Shang-Dynastie zugeordnet. Pengling besteht aus zwei kleinen, schalenförmigen Zymbeln oder Glocken, die mit einer Schnur verbunden und gegeneinandergeschlagen werden. Zhong ist eine Glocke, Niuzhong eine Glocke mit Aufhängung. Das Bianzhong ist ein chinesisches Glockenspiel, das aus einem Glockentyp oder aus mehreren Glocken zusammengesetzt sein kann. Die Yong-Glocken gehören zum Bianzhong.
Bianqing und Qing verwenden Stein: Beim Bianqing hängen Platten in einem Holzrahmen und werden mit Holzhämmerchen angeschlagen; Qing bezeichnet einen einzelnen Klangstein. Das Fangxiang ist ein Metallophon aus 16 gestimmten Eisenplatten in einem Rahmen. Das Waqin ist ein Xylophon aus „Dachziegeln“ oder einer entsprechenden Substanz. Fou ist ein amphorenförmiges Gefäß aus gebranntem Ton, das als Gong verwendet wird. Die Bronzetrommel beziehungsweise der Kesselgong Dong-Son-Trommel besteht aus Metall.
Regionale Bezüge und typische Beispiele
Viele Instrumente sind mit bestimmten Regionen, Bevölkerungsgruppen, Musikformen oder religiösen und rituellen Zusammenhängen verbunden. In Xinjiang werden unter anderem das viersaitige Streichinstrument Aijieke, das dem Kamantsche ähnlich ist, sowie die langhalsige gestrichene Laute Satar und die Zupflaute Rawap genannt. Die Matouqin, die mongolische Pferdekopfgeige, gehört ebenfalls zu den regional geprägten Saiteninstrumenten.
In Südwestchina und Yunnan erscheinen mehrere Instrumente der dort lebenden Nationalitäten, darunter Lusheng, Hulusi und Hulusheng. Das Jiaohu wird den Gelao in Guangxi sowie auch Miao und Dong zugeschrieben; Niutuiqin oder Niubatui gehört zur Musik der Dong in Guizhou. Die Huluhu ist mit den Zhuang in Guangxi verbunden, das Maguhu mit Zhuang und Bouyei in Südchina. Die Dongdi ist eine Längsflöte der Dong in Südchina. Das Daguangxian wird überwiegend bei den Hakka sowie in Taiwan und Fujian verwendet.
Als historische oder archäologisch belegte Beispiele nennt die Tabelle das Bianqing und Bianzhong im Zusammenhang mit dem Grab des Markgrafen Yi von Zeng. Die Yong-Glocken werden außerdem mit den Glockenspielen im Grab des Markgrafen Yi von Zeng und im Grab des Markgrafen von Cai in Shouxian verbunden. Die Guqin erscheint in mehreren Varianten und Bezeichnungen: Tangqin bezeichnet eine Guqin aus der Tang-Dynastie, Wutong Qin eine Guqin aus dem Holz des Wutong-Baumes, und Qixian Qin bedeutet „siebensaitige Qin“. Diese Beispiele zeigen, dass die Liste neben Bauformen auch regionale Verwendung, historische Einordnung und alternative Namen dokumentiert.