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Liste jüdischer Feste
Bar Mizwa (( בר מיצוה für 13-jährige Jungen) bzw. Bat Mizwa ( בת מיצוה für 12-jährige Mädchen) Religionsmündigkeit); Rosch Chodesch ( ראש חודש monatlicher …
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Überblick und Kalenderregeln
Jüdische Feste heißen auch Jamim Towim, hebräisch für „Gute Tage“. Sie sind nach dem jüdischen Jahreskreis, nach besonderen Fast- und Halbfesttagen sowie nach neueren staatlich-israelischen Gedenk- und Feiertagen geordnet.
Ein jüdischer Festtag beginnt jeweils am Vorabend. Im jüdischen Kalender dauert ein Tag vom Vorabend bis zum Abend des folgenden Tages, nicht von 0 bis 24 Uhr. Begründet wird dies mit der Formulierung aus dem 1. Buch Mose: „und es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag“. Der Vorabend heißt Erev. So beginnt zum Beispiel Rosch ha-Schana 2026, das am 12. und 13. September liegt, bereits am Abend des 11. September; dieser Abend heißt Erev Rosch ha-Schana.
Der jüdische Kalender orientiert sich bei den Monaten am Mond. Weil zwölf Mondmonate kürzer sind als ein Sonnenjahr, wird dies durch einen zusätzlichen Schaltmonat, Adar II, ausgeglichen. Daher fallen jüdische Feiertage im gregorianischen Kalender jedes Jahr auf andere Daten. Die Verwendung des gregorianischen Kalenders ist in orthodoxen jüdischen Kreisen umstritten. Wenn er aus praktischen Gründen verwendet wird, kann die Schreibweise verändert werden: Die Jahreszahl wird nur mit den letzten beiden Ziffern geschrieben, und der Monat wird als Zahl angegeben, etwa 01/01/24 für den 1. Januar 2024.
Feste des jüdischen Jahres
Zu den zentralen Festen des Jahreskreises gehören Rosch ha-Schana, Jom Kippur, Sukkot, Pessach und Schawuot. Rosch ha-Schana bedeutet „Haupt des Jahres“ oder „Anfang des Jahres“ und ist das Neujahrsfest. Es erinnert auch an die Erschaffung des Menschen, Adams, und liegt am 1.–2. Tischri. Jom Kippur, der „Tag der Sühne“, ist der Versöhnungstag und steht für Befreiung von Sünden; er liegt am 10. Tischri.
Sukkot, das Laubhüttenfest, liegt am 15.–22. Tischri. Dazu gehören Hoschana Rabba am 21. Tischri, der siebte Festtag von Sukkot, Schmini Azeret am 22. Tischri als Schlussfest und Simchat Tora am 23. Tischri. Simchat Tora bedeutet „Torafreude“: Dabei wird der letzte Abschnitt des 5. Buches Mose gelesen und anschließend wieder mit dem ersten Abschnitt des 1. Buches Mose begonnen.
Weitere wichtige Feste sind Sigd, Chanukka, Tu biSchevat, Purim, Pessach, Lag baOmer, Schawuot, Tischa beAv und Tu B’Av. Sigd ist ein Feiertag der äthiopischen Juden, Beta Israel, und liegt 50 Tage nach Jom Kippur am 29. Cheschwan. Chanukka bedeutet „Einweihung“ und ist das Lichterfest zur Wiedereinweihung des zweiten Tempels; es dauert vom 25. Kislew bis zum 2. oder 3. Tevet. Tu biSchevat am 15. Schevat ist das Neujahrsfest der Bäume und Sträucher. Purim erinnert an die Errettung aus Persien und gilt als Freudenfest. Pessach, vom 15.–22. Nisan, in Israel bis zum 21. Nisan, erinnert an den Auszug aus Ägypten. Schawuot, das Wochenfest am 6.–7. Siwan, verbindet den erneuten Empfang der Zehn Gebote mit dem Erntedankfest. Tischa beAv am 9. Aw ist ein Trauertag wegen der Zerstörung des Jerusalemer Tempels.
Halbfesttage
Halbfesttage sind Tage mit festlichem Charakter, an denen aber keine vollständige Arbeitsruhe wie am Schabbat oder an einem Jom Tow vorgeschrieben ist. Sie stehen zwischen Alltag und Heiligem. Typisch sind besondere liturgische Elemente, also besondere Gebete und Lesungen. Arbeit ist meist erlaubt oder nur eingeschränkt verboten.
Chol HaMoed bedeutet „Werktage des Festes“ und bezeichnet die Zwischentage von Pessach und Sukkot. An ihnen bleiben viele Elemente des Festtagsgottesdienstes erhalten, zum Beispiel Musaf, Hallel und eine besondere Toravorlesung. Arbeit ist eingeschränkt erlaubt, etwa für den Lebensunterhalt oder zur Vorbereitung auf den Feiertag.
Rosch Chodesch bedeutet „Monatsbeginn“ und ist der erste, gegebenenfalls auch zweite, Tag eines neuen Monats im jüdischen Kalender. In der Liturgie werden Musaf, der Einschub Ja'ale WeJawo und ein verkürztes Hallel gesprochen. Es gibt kein Arbeitsverbot, aber einen erhöhten liturgischen Status.
Auch Chanukka und Purim werden in diesem Zusammenhang genannt. An Chanukka werden acht Tage lang Lichter entzündet; außerdem werden Hallel gesprochen und Al ha-Nissim in die Gebete eingefügt. An Purim wird die Megillat Esther gelesen. Außerdem gibt es Geschenke an Freunde, Mischloach Manot, und Spenden an Bedürftige, Matanot laEvjonim. Arbeit ist erlaubt, wird aber vielerorts vermieden. Isru Chag ist der Tag nach einem Wallfahrtsfest, also nach Pessach, Schawuot oder Sukkot. Er ist kein offizieller Feiertag, kann aber in manchen Gemeinden als festlicher Ausklang hervorgehoben werden.
Israelische Gedenk- und Feiertage
Neben den religiösen Festen gibt es neuere israelische Gedenk- und Feiertage. Auch sie beginnen jeweils am Vorabend. Jom haScho’a am 27. Nisan ist der Holocaustgedenktag. Jom haZikaron am 4. Ijjar ist der Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Opfer von Akten des Hasses und Terrorismus. Direkt darauf folgt Jom haAtzma’ut am 5. Ijjar, der israelische Unabhängigkeitstag.
Jom Jeruschalajim am 28. Ijjar ist die Feier zur Wiedervereinigung Jerusalems nach dem Sechstagekrieg 1967. Ein weiterer staatlicher Gedenktag liegt am 24. Tischri und erinnert an das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023. Offiziell heißt er „Gedenktag für die Ereignisse vom 7. Oktober 2023 und den Krieg der Eisernen Schwerter“.
Der Angriff vom 7. Oktober 2023 fiel auf den jüdischen Feiertag Simchat Tora am 22. Tischri. Da Simchat Tora ein fröhliches Fest ist und in Israel zusammen mit Schmini Azeret an einem Schabbat begangen wird, an dem öffentliche Trauer ruht, wurde der staatliche Gedenktag auf den 24. Tischri gelegt. Auch der Sonntag danach ist Isru Chag, ein Festnachklang, an dem keine Trauergebete gesagt werden. Umgangssprachlich wird der 7. Oktober 2023 „Ha-Schabbat ha-Schchora“, „Der Schwarze Schabbat“, genannt.
Fastentage und weitere Anlässe
Fasten bedeutet im Judentum, am Fasttag nichts zu essen und nichts zu trinken; auch Rauchen ist untersagt. Die langen Fasttage dauern vom Vorabend bis zum Abend des Tages, etwa 25 Stunden, aber nicht länger. Als lange Fasttage gelten Tischa beAv und Jom Kippur. Kurze Fasttage beginnen erst mit der Morgenröte und dauern bis zum Einbruch der Nacht.
Schwangere und Stillende müssen nicht fasten. Kranke fragen einen Rabbiner, ob Fasten mit ihrer Krankheit vereinbar ist. Mädchen sollen ab 12 Jahren und Knaben ab 13 Jahren fasten. Auch jüngere Kinder sollen an das Fasten herangeführt werden, zum Beispiel indem sie sich nicht satt essen oder auf Süßigkeiten verzichten. Brautpaare fasten am Hochzeitstag vom Morgengrauen bis nach der Hochzeitszeremonie und legen ein Sündenbekenntnis ab. Der Tag der Trauung gilt als persönlicher Versöhnungstag, als persönlicher Jom Kippur.
Zu den Fastentagen gehören Assara beTevet am 10. Tevet, Ta’anit Esther am 11. Adar, das Fasten der Erstgeborenen am 14. Nisan, Schiwa Assar beTammus am 17. Tammus, Tischa beAv am 9. Aw, Zom Gedalja am 3. Tischri, Jom Kippur am 10. Tischri und Sigd am 29. Cheschwan. Jom Kippur ist der einzige Fasttag, der auch an einem Schabbat begangen wird; andere Fasttage werden verschoben, wenn sie auf einen Schabbat fallen.
Als sonstige Festtage und religiöse Anlässe nennt der Artikel den Schabbat als wöchentlichen Ruhetag, Brit Mila als Beschneidung, Bar Mizwa für 13-jährige Jungen und Bat Mizwa für 12-jährige Mädchen als Religionsmündigkeit, Rosch Chodesch als monatlichen Tag der erscheinenden Mondsichel und Nachala als Jahrzeit.