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Tu biSchevat
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Überblick und Bedeutung
Tu biSchevat (ט״ו בשבט), auch Rosch haSchana laIllanot („Neujahr der Bäume“) oder Chag haIllanot („Fest der Bäume“), ist ein kleiner jüdischer Feiertag im Februar. Er fällt auf den 15. Tag des Monats Schevat.
Das Fest geht auf die Mischna zurück. Nach ihr bestimmte das Haus Hillels bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. den 15. Schevat als Neujahrsfest der Bäume. Der Termin markiert in Israel das Ende der Regenzeit und damit den Beginn der idealen Pflanzperiode.
Wichtig ist der Tag besonders für die Orla-Vorschriften: Sie regeln die Altersbestimmung von Bäumen. Früchte neu gepflanzter Bäume dürfen in den ersten drei Jahren nicht genossen werden. Im vierten Jahr sollen sie im Tempel dargebracht werden; erst im fünften Jahr darf man sie essen. Tu biSchevat steht außerdem für das Ende des Winters, das Blühen Israels, seine Besiedlung, die Schönheit der Natur und die guten Früchte des Landes.
Datum und Name
Der Name erklärt sich aus den Zahlenwerten hebräischer Buchstaben. Tet hat den Wert 9, Waw den Wert 6; zusammen ergeben sie 15. Die Buchstabenkombination wird „tu“ ausgesprochen, während „bi“ „im“ bedeutet. Tu biSchevat bezeichnet somit den 15. Schevat.
Ein jüdischer Festtag beginnt bereits am Vorabend und endet am Abend des Feiertags; der jüdische Tag dauert also nicht von 0 bis 24 Uhr. Der Abend heißt auf Hebräisch ʿErev.
Nach gregorianischem Kalender liegen die genannten Termine bei: 5786 am 2. Februar 2026, 5787 am 23. Januar 2027, 5788 am 12. Februar 2028, 5789 am 13. Januar 2029 und 5790 am 19. Januar 2030.
Bräuche rund um Früchte und Bäume
An Tu biSchevat werden Früchte oder Fruchtsalat gegessen. Besonders üblich ist es, eine Frucht zu essen, die man in diesem Jahr noch nicht verzehrt hat. Über eine solche neue Frucht kann der Segensspruch Schehechejanu („der uns am Leben erhalten hat“) gesprochen werden.
In der Diaspora versucht man, fünfzehn Früchte zusammenzustellen und zu essen, die an das Land Israel erinnern. Manche Juden essen bis zu fünfzig verschiedene Fruchtarten. Der Tisch wird auch heute mit den schönsten Früchten aus dem Land Israel gedeckt, besonders mit den „sieben Arten“, mit denen das Land gesegnet war. Die Tradition wurde im Buch Chemdat haJamin festgehalten und später im Buch Pri Etz Hadar, der Aggada des 15. Schevat, weitergeführt.
Fasten und Trauerreden sind an diesem Tag verboten. In moderner Zeit pflanzt man Bäume. Sofern kein Sabbatjahr beziehungsweise Brachjahr ist, in dem jede Feldarbeit verboten ist, fährt man ins Grüne und pflanzt oft neue Bäume.
Grundlage und Ereignis 1949
Als Grundlage des Feiertags wird eine Anordnung der Tora genannt: „Wenn ihr in das Land kommt, sollt ihr allerlei Bäume pflanzen!“ (3 Mos 19,23 EU).
An Tu biSchevat des Jahres 1949, das am 14. Februar begangen wurde, trat in Jerusalem erstmals die verfassunggebende Versammlung des Staates Israel zusammen. Zwei Tage später gab sie sich den Namen Knesset.