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Liste der Kalifen

Der Kalif (arabisch خليفة Chalifa, DMG ḫalīfa ‚Nachfolger') ist nach dem islamischen Glauben der Nachfolger des Propheten Mohammed, der mit der religiösen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Einordnung
  2. 2. Die vier rechtgeleiteten Kalifen
  3. 3. Umayyaden und Abbasiden
  4. 4. Abbasiden von Kairo und Osmanen
  5. 5. Regionale Gegenkalifate

Begriff und Einordnung

Ein Kalif (arabisch خليفة, Chalifa, DMG ḫalīfa, „Nachfolger“) gilt nach islamischem Glauben als Nachfolger des Propheten Mohammed. Er ist mit der religiösen und politischen Führung der islamischen Gemeinde, der Umma, betraut.

Die traditionelle, kontinuierliche Reihe der von der großen Mehrheit der Sunniten anerkannten Kalifen reicht von 632 bis 1924. Daneben traten in verschiedenen Regionen Gegenkalifen auf, deren Anerkennung meist regional begrenzt blieb. Die Schiiten haben je nach Richtung eigene Reihen von Imam-Kalifen, die teilweise bis heute „herrschen“. Bei den wenigen verbliebenen Charidschiten übernehmen manche Imame ebenfalls die Rolle von Kalifen.

Die vier rechtgeleiteten Kalifen

Als die vier „Rechtgeleiteten Kalifen“ (al-chulafa ar-raschidun) gelten die ersten Nachfolger Mohammeds:

  • ʿAbdallāh Abu Bakr, Mohammeds Schwiegervater (632–634), bekannt als Abu Bakr.
  • ʿUmar ibn al-Chattāb, Mohammeds Schwiegervater (634–644), bekannt als Omar.
  • ʿUthmān ibn ʿAffān, Mohammeds Schwiegersohn (644–656), bekannt als Osman.
  • ʿAlī ibn Abī Tālib, Mohammeds Schwiegersohn und Vetter (656–661), bekannt als Ali.

Umayyaden und Abbasiden

Unter den Umayyaden von Damaskus wurde das Amt des Kalifen erblich. Sie herrschten von Damaskus aus über ein Weltreich. Die Reihe umfasst Muʿāwiya I. (661–680), Yazid I. (680–683), Muʿāwiya II. (683–684), Marwan I. (684–685), Abd al-Malik (685–705), al-Walid I. (705–715), Sulayman (715–717), Umar Ibn Abd al-Aziz (717–720), Yazid II. (720–724), Hischam (724–743), al-Walid II. (743–744), Yazid III. (744), Ibrahim (744) und Marwan II. (744–750).

Nach dem blutigen Sturz der Umayyaden gründeten die Abbasiden die zweite Kalifendynastie. Ihre Hauptstadt war zunächst lange Bagdad, die blühende Tigrismetropole. Zu den Abbasiden von Bagdad gehörten Abu l-Abbas as-Saffah (749–754), al-Mansur (754–775), al-Mahdi (775–785), al-Hadi (785–786), Harun ar-Raschid (786–809), al-Amin (809–813), al-Ma'mun (813–833), al-Mutasim (833–842), al-Wathiq (842–847), al-Mutawakkil (847–861), al-Muntasir (861–862), al-Mustain (862–866), al-Mutazz (866–869), al-Muhtadi (869–870), al-Mutamid (870–892), al-Mutadid (892–902), al-Muktafi (902–908), al-Muktadir (908–932), al-Qahir (932–934), ar-Radi (934–940), al-Muttaqi (940–944), al-Mustakfi (944–946), al-Muti (946–974), at-Tā'iʿ (974–991), al-Qadir (991–1031), al-Qaim (1031–1075), al-Muqtadi (1075–1094), al-Mustazhir (1094–1118), al-Mustarschid (1118–1135), al-Raschid (1135–1136), al-Muqtafi (1136–1160), al-Mustandschid (1160–1170), al-Mustadi (1170–1180), an-Nasir (1180–1225), az-Zahir (1225–1226), al-Mustansir I. (1226–1242) und al-Mustasim (1242–1258).

Abbasiden von Kairo und Osmanen

Nach der Eroberung Bagdads durch die Mongolen wurde das Abbasidenkalifat unter den ägyptischen Mamlukensultanen in Kairo wiederhergestellt. Die Kairoer Reihe begann mit Al-Mustansir II. (1261). Es folgten Al-Hakim I. (1262–1302), Al-Mustakfi I. (1302–1340), Al-Wathiq I. (1340–1341), Al-Hakim II. (1341–1352), Al-Mu'tadid I. (1352–1362), Al-Mutawakkil I. (1362–1377), Al-Mu'tasim (1377), erneut Al-Mutawakkil I. (1377–1383), Al-Wathiq II. (1383–1386), erneut Al-Mu'tasim (1386–1389), zum dritten Mal Al-Mutawakkil I. (1389–1406), Al-Musta'in (1406–1414), Al-Mu'tadid II. (1414–1441), Al-Mustakfi II. (1441–1451), Al-Qa'im (1451–1455), Al-Mustanjid (1455–1479), Al-Mutawakkil II. (1479–1497), Al-Mustamsik (1497–1508), Al-Mutawakkil III. (1509–1516), erneut Al-Mustamsik (1516–1517) und erneut Al-Mutawakkil III. (1517).

Bei den Osmanen nahm Selim I. nach der Eroberung Kairos 1517 den Kalifentitel an. Der Friede von Küçük Kaynarca „erinnerte“ Abdülhamid I. 1774 daran. Dadurch konnten die osmanischen Sultane formal weiterhin religiöses Oberhaupt der Muslime auf der Krim bleiben, während Russland Schutzmacht der orthodoxen Christen im Osmanischen Reich wurde. Die im Artikel aufgeführte osmanische Reihe beginnt mit Abdülhamid I. (1774–1789), Selim III. (1789–1807), Mustafa IV. (1807–1808), Mahmud II. (1808–1839), Abdülmecid I. (1839–1861), Abdülaziz (1861–1876), Murad V. (1876), Abdülhamid II. (1876–1909), Mehmed V. (Reşat) (1909–1918), Mehmed VI. (Vahdettin) (1918–1922) und Abdülmecid II. (1922–1924). Mehmed VI. war der letzte Kalif, der zugleich Sultan war.

Regionale Gegenkalifate

Das wohl erfolgreichste Gegenkalifat errichteten die ismailitischen Fatimiden. Es wurde zeitweilig von Marokko bis Mesopotamien anerkannt und kontrollierte auch Mekka und Medina. Die Reihe reicht von Ubaidallah al-Mahdi (909–934), al-Qa'im (934–946), al-Mansur (946–953), a-Mu'izz (953–975), al-ʿAzīz (975–995), al-Hakim (995–1021), az-Zahir (1021–1036), al-Mustansir (1036–1094), al-Mustali (1094–1101), al-Amir (1101–1130), al-Hafiz (1130–1149), az-Zafir (1149–1154), al-Faiz (1154–1160) und al-ʿĀdid (1160–1171).

Kurz nach den Fatimiden gründeten die von den Abbasiden gestürzten Umayyaden von Córdoba ein weiteres Gegenkalifat. Es wurde nur in al-Andalus und Teilen des Maghrebs anerkannt. Auf Abd ar-Rahman III. (912/929–961) folgten al-Hakam II. (961–976), Hischam II. (976–1009), Muhammad II. al-Mahdi (1009), Sulaiman al-Mustain (1009–1010), erneut Muhammad II. al-Mahdi (1010), erneut Hischam II. (1010–1013), erneut Sulaiman al-Mustain (1013–1016), Ali Ibn Hammud al-Nasir (1016–1018), Abd ar-Rahman IV. (1018), al-Qasim al-Mamun (1018–1021), Yahya al-Mutali (1021–1023), Abd ar-Rahman V. (1023–1024), Muhammad III. (1024–1025), erneut Yahya al-Mutali (1025–1026) und Hischam III. (1026–1031).

Das sunnitische Kalifat der berberischen Almohaden wurde im Maghreb und in Andalusien anerkannt. Genannt werden Abd al-Mumin (1130–1163), Abu Yaqub Yusuf I. (1163–1184), Yaʿqūb al-Mansūr (1184–1199), Muhammad an-Nasir (1199–1213), Yusuf II. al-Mustansir (1213–1224), Abdallah al-Adil (1224–1227), Idris I. al-Mamun (1227–1232), Abd al-Wahid II. ar-Rashid (1232–1242), Ali Abul-Hasan as-Said (1242–1248), Umar al-Mustafiq (1248–1266) und Abu Dabis (1266–1269).

Unter den Überschriften „Die Hafsiden“, „Die Kalifen von Sokoto“ und „Die Kalifen von Omdurman“ enthält der Artikel keine weiteren aufgeführten Herrscher.

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