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Limburg an der Lahn
Limburg an der Lahn (amtlich Limburg a. d. Lahn) ist die Kreisstadt des mittelhessischen Landkreises Limburg-Weilburg und mit 35.802 Einwohnern (31.
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Überblick und Lage
Limburg an der Lahn, amtlich Limburg a. d. Lahn, ist die Kreisstadt des mittelhessischen Landkreises Limburg-Weilburg und mit 35.802 Einwohnern am 31. Dezember 2025 dessen bevölkerungsreichste Stadt. Sie liegt in Hessen im Regierungsbezirk Gießen, umfasst 45,16 km² und gliedert sich in acht Stadtteile. Nach hessischer Landesplanung ist Limburg ein Mittelzentrum mit oberzentraler Teilfunktion. Zusammen mit der direkt angrenzenden rheinland-pfälzischen Stadt Diez bildet es ein länderübergreifendes Doppelzentrum mit rund 47.000 Einwohnern.
Die Stadt liegt an der Westgrenze Hessens zwischen Taunus und Westerwald zu beiden Seiten der Lahn. Das Limburger Becken besitzt fruchtbare Böden und ein günstiges Klima; es gehört zu den ertragreichsten Agrarlandschaften Hessens. Wichtig für die Stadtentwicklung waren der Lahnübergang an Handelsstraßen zwischen Rheinland und Rhein-Main-Raum und der auffällige Kalkfelsen über dem Lahntal, auf dem Dom und Burg entstanden. Die mittlere Höhenlage beträgt etwa 117 Meter. Ein Teil des Stadtteils Staffel bildet eine Exklave westlich des Stadtgebiets.
Überregional bekannt ist Limburg vor allem durch das Bistum Limburg, den spätromanischen Dom St. Georg, die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt und den Bahnhof Limburg Süd an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Stadtgliederung, Bevölkerung und Religion
Limburg besteht aus der Kernstadt und sieben ehemals selbstständigen Gemeinden, die während der hessischen Gebietsreform eingemeindet wurden: Dietkirchen kam am 1. Oktober 1971 hinzu, Ahlbach und Lindenholzhausen am 31. Dezember 1971, Eschhofen, Linter, Offheim und Staffel am 1. Juli 1974. Gleichzeitig wurde der amtliche Name in „Limburg a. d. Lahn“ geändert. Für die Kernstadt und alle früher eigenständigen Gemeinden bestehen Ortsbezirke. Die größten Stadtteile sind die Kernstadt mit 20.386 Einwohnern, Lindenholzhausen mit 3.431, Linter mit 3.146 und Eschhofen mit 3.119 Einwohnern.
Daneben gibt es informelle Siedlungsgebiete wie Blumenrod, die Brückenvorstadt, die Frankfurter Vorstadt, die Diezer Vorstadt, die Nordstadt, die Innen- und Altstadt sowie die seit 2002 entstandene ICE-Stadt Limburg. Blumenrod wurde ab 1967 neu angelegt; die Brückenvorstadt ist schon 1564 unter dem Namen Keuch erwähnt.
Beim Zensus am 9. Mai 2011 lebten 33.583 Menschen in Limburg. Darunter waren 4.271 Ausländer, also 12,7 %. Von den deutschen Einwohnern hatten 18,4 % einen Migrationshintergrund. Bis 2020 stieg die Ausländerquote auf 18,6 %. Die Einwohnerzahl wuchs langfristig stark, besonders durch Eingemeindungen: 1790 hatte Limburg 2.111 Einwohner, 1975 waren es 28.606, 2005 33.977 und 2024 36.506.
Religiös war Limburg lange stark katholisch geprägt. 2011 gehörten 48,6 % der Einwohner der katholischen Kirche und 22,6 % der evangelischen Kirche an. Limburg ist seit 1827 Sitz des Bistums Limburg. Die jüdische Gemeinde ist seit dem Mittelalter belegt, wurde mehrfach vertrieben und im Nationalsozialismus zerstört; seit 1998 existiert wieder eine jüdische Gemeinde, 2009 wurde eine neue Synagoge eingeweiht. Außerdem gibt es mehrere muslimische Gemeinden mit Moscheen, darunter die 2010 eröffnete DITIB-Moschee in der Blumenröder Straße und die 2021 fertiggestellte Sandzak-Moschee.
Historische Entwicklung
Die ältesten Spuren im Limburger Raum reichen weit zurück. 2012 wurden bei Grabungen eine jungsteinzeitliche Siedlung mit Keramik um ca. 5000 v. Chr. und zwei römische Militärlager aus der Zeit Julius Caesars entdeckt. Auf dem Domberg gab es wohl um 500 v. Chr. eine keltische Siedlung. Um 760 entstand dort eine merowingische Befestigung, vermutlich zur Kontrolle einer Lahnfurt.
Der Name Limburg erscheint erstmals 910 in einer Urkunde als „Lintpurc“. Konrad Kurzbold gründete auf dem Kalkfelsen ein Kanonikerstift St. Georg; aus dessen Kirche entwickelte sich der heutige Limburger Dom. Das Stift machte den Ort politisch und wirtschaftlich bedeutend. 1160 wurde eine hölzerne Brücke über die Lahn errichtet, die Teil der Fernstraße von Köln nach Frankfurt war. Für ihre Nutzung musste spätestens seit 1227 bis zum Ersten Weltkrieg Zoll gezahlt werden. 1214 erhielt Limburg Stadtrecht von König Friedrich II. Der Dom St. Georg wurde 1235 geweiht.
Im 13. und 14. Jahrhundert wuchs Limburg durch Handel, Handwerk und seine Lage an Verkehrswegen. Wollweberei und Tuchhandel waren im Mittelalter wichtige Wirtschaftszweige. Stadtbrände, Pest, Fehden und der Niedergang des Hauses Limburg schwächten die Stadt im 14. Jahrhundert. 1420 kam Limburg vollständig unter kurtrierische Herrschaft.
1525 kam es im Umfeld des Deutschen Bauernkriegs zu Unruhen. Die Reformation führte zu Konflikten, doch Limburg blieb wegen seiner Zugehörigkeit zu Kurtrier katholisch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1631 und 1635 geplündert und belagert. 1806 fiel Limburg an das Herzogtum Nassau; das Stift wurde aufgehoben und die Stiftskirche zur Pfarrkirche. 1827 wurde Limburg katholischer Bischofssitz. 1862 wurde die Stadt Eisenbahnknoten, 1866 kam sie zu Preußen und wurde 1886 Kreisstadt des neuen Kreises Limburg.
Im 20. Jahrhundert war Limburg nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise von den Folgen französischer Besatzungspolitik betroffen. In der NS-Zeit wurde 1938 die Synagoge angezündet und zerstört. Während des Zweiten Weltkriegs war Limburg elfmal Ziel von Luftangriffen, vor allem wegen des Bahnwerks; der schwerste Angriff am 25. März 1945 forderte 40 Todesopfer. Danach rückten amerikanische Truppen ein. Seit 1945 gehört Limburg zu Hessen. 2010 feierte die Stadt den 1100. Jahrestag ihrer ersten Erwähnung.
Politik, Wirtschaft und Verkehr
Die Stadtverordnetenversammlung hat 45 Sitze. Nach der Kommunalwahl vom 15. März 2026 entfielen 18 Sitze auf die CDU, 9 auf die SPD, 7 auf die Grünen, 6 auf die AfD, 2 auf die FDP sowie je 1 Sitz auf Die Linke, Volt und Freie Wähler. Bürgermeister ist seit dem 2. Dezember 2015 Marius Hahn (SPD), der 2021 wiedergewählt wurde. Limburg führt ein Wappen, ein Dienstsiegel und eine Flagge; das Wappen zeigt eine silberne Burg auf blauem Grund mit dem Wappen der Herren von Isenburg-Limburg.
Wirtschaftlich gehört Limburg zur Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Eine einzelne dominierende Branche gibt es nicht; stark vertreten sind Einzelhandel und mittelständische Unternehmen verschiedener Bereiche. 2012 arbeiteten 20.471 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Limburg, was 44 % der Arbeitsplätze im Landkreis Limburg-Weilburg entsprach. Es gab 16.063 Einpendler und 6.401 Auspendler. Zu den erwähnten Unternehmen gehören unter anderem die Blechwarenfabrik Limburg, MeierGuss Limburg, Glashütte Limburg, Hydrotechnik, Harmonic Drive, SodaStream und Schäfer Dein Bäcker.
Limburg ist ein wichtiger Verkehrsknoten. Schon im Mittelalter kreuzte hier die Via Publica die Lahn. Heute führen unter anderem die A 3, die B 8, B 49, B 54 und B 417 durch oder bei Limburg. Wegen starker Verkehrsbelastung zählt Limburg seit Jahren zu den hessischen Städten mit hoher Luftbelastung; seit dem 31. Januar 2018 gibt es eine Umweltzone in der Kernstadt.
Der Regionalbahnhof Limburg (Lahn) ist seit 1862 ein Bahnknoten mit Verbindungen über die Lahntalbahn, die Unter- und Oberwesterwaldbahn sowie die Main-Lahn-Bahn. Der Bahnhof Limburg Süd ist ein ICE-Fernbahnhof an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main mit Verbindungen unter anderem nach Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Nürnberg, München, Köln, Dortmund und Brüssel-Süd. Die Lahn ist Bundeswasserstraße, wird heute aber vor allem touristisch genutzt. Der nächste Verkehrsflughafen ist Frankfurt Main, 63 Kilometer entfernt; mit dem ICE dauert die Fahrt vom Fernbahnhof Limburg Süd zum Flughafen je nach Verbindung 18 bis 22 Minuten.
Bildung, Gesundheit und öffentliche Einrichtungen
Limburg ist ein regionales Zentrum für Bildung und Verwaltung. Neben Grundschulen gibt es drei Haupt- und Realschulen sowie fünf weiterführende Schulen, die auch das Abitur anbieten. Zu den wichtigen Schulen zählen die Marienschule, ein privates Gymnasium in Trägerschaft der St.-Hildegard-Schulgesellschaft des Bistums Limburg, die Tilemannschule als Gymnasium mit Schwerpunkten Sprache, Sport und Musik, die Peter-Paul-Cahensly-Schule als berufliches Gymnasium und Fachschule sowie die Friedrich-Dessauer-Schule als berufliche Schule für technische Fachrichtungen. Außerdem gibt es Förderangebote wie die Astrid-Lindgren-Schule und die Albert-Schweitzer-Schule. Seit dem Wintersemester 2016/2017 betreibt StudiumPlus der Technischen Hochschule Mittelhessen eine Außenstelle in Limburg mit dualen Studiengängen, unter anderem in BWL, Architektur, Elektrotechnik, Maschinenbau und Technischer Informatik.
Das St. Vincenz-Krankenhaus auf dem Schafsberg ist ein Schwerpunktkrankenhaus mit 16 Fachabteilungen und über 500 Betten. 2013 wurden dort erstmals über 20.000 Patienten behandelt und knapp 1.000 Kinder geboren. Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz ist mit rund 1.500 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Region. Limburg ist außerdem Sitz wichtiger Einrichtungen wie der IHK Limburg, der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, des Amtsgerichts Limburg, des Landgerichts Limburg, der Staatsanwaltschaft, der Justizvollzugsanstalt Limburg, der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, der Kreisverwaltung, der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar und des Finanzamts Limburg-Weilburg.
Für Gefahrenabwehr bestehen Freiwillige Feuerwehren in der Kernstadt und in den Stadtteilen sowie ein Ortsverband des Technischen Hilfswerks. Im sozialen Bereich werden unter anderem die Jugendfreizeitstätte Limburg, das Mütterzentrum Limburg und das Projekt Notinsel genannt.
Kultur, Sehenswürdigkeiten und Tourismus
Limburg besitzt eine der bedeutendsten mittelalterlichen Altstädte Deutschlands. Gründe dafür sind die frühere Bedeutung als Handels- und Produktionsort an wichtigen Altstraßen, die wirtschaftliche Stagnation seit dem späten 14. Jahrhundert, die größere Umbauten verhinderte, und die Tatsache, dass die Altstadt den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt überstand. Der Stadtkern zwischen St.-Georg-Dom, Grabenstraße und der etwa 700 Jahre alten Lahnbrücke steht mit der Frankfurter Vorstadt als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Seit Beginn der Altstadtsanierung 1972 wurden viele historische Gebäude restauriert.
Das wichtigste Bauwerk ist der Limburger Dom, die ehemalige Stifts- und Pfarrkirche St. Georg und Nikolaus. Er wurde um 1190 bis 1235 erbaut und ist seit 1827 Dom- und Pfarrkirche der Diözese Limburg. Bedeutend ist er auch wegen einer der besterhaltenen Innenraumfassungen des 13. Jahrhunderts in Deutschland. Weitere wichtige Sakralbauten sind die katholische Stadtkirche, die Hospitalkirche St. Anna, die evangelische Kirche und die Pallottinerklosterkirche St. Marien. Zu den öffentlichen Bauten gehören Burg Limburg, die Alte Lahnbrücke von 1315, das Neue Rathaus von 1898/99 und Reste der Stadtmauer. In der Altstadt stehen zahlreiche Fachwerkhäuser vom 13. bis 19. Jahrhundert, darunter Römer 2-4-6, das Werner-Senger-Haus, das Haus der sieben Laster und das Haus Kleine Rütsche 4 an der schmalsten Stelle des historischen Handelswegs zwischen Frankfurt und Köln.
Kulturell wichtig sind die Josef-Kohlmaier-Halle als Veranstaltungsort, die Kleinkunstbühne „Thing“, die Limburger Domsingknaben und mehrere Museen: Kunstsammlungen der Stadt Limburg, Diözesanmuseum, Marine-Museum und Missionsmuseum der Pallottiner. Sportlich sind unter anderem der Limburger Club für Wassersport, der Limburger Hockey Club, Fußball-, Tischtennis- und Schachvereine sowie Schwimmbäder von Bedeutung.
Der Tourismus stützt sich besonders auf Dom, Altstadt, Lahn und die gute Verkehrslage. 2022 wurden 101.000 ankommende Gäste und 174.300 Übernachtungen registriert; die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 1,7 Übernachtungen. Limburg liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und der Lahn-Ferien-Straße sowie an Rad- und Wanderwegen wie dem Lahntalradweg, dem Lahnwanderweg und dem Lahn-Camino. Regelmäßige Veranstaltungen sind unter anderem Whisky-Fair, Altstadtfest, Rheingauer Weintage, Sommernachtslauf, Summer Games, Limburger Flohmarkt, Oktoberfest und Weihnachtsmärkte.