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Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2026
Die Wahl zum 19. Landtag von Rheinland-Pfalz fand am 22. März 2026 statt. Gewählt wurden 105 Abgeordnete aus vier Parteien. Sitzverteilung.
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Wahl und Wahlsystem
Die Wahl zum 19. Landtag von Rheinland-Pfalz fand am 22. März 2026 statt. Gewählt wurden zunächst 101 Sitze; tatsächlich umfasste der Landtag wegen Überhang- und Ausgleichsmandaten 105 Abgeordnete. Die Wahlbeteiligung betrug 68,4 % und lag damit 4,1 Prozentpunkte über dem Wert von 2021.
Jeder Wähler hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme, der sogenannten Wahlkreisstimme, wird ein Direktkandidat gewählt. Mit der Zweitstimme, der Landesstimme, wird eine Partei oder Wählervereinigung gewählt. Die Landesstimme ist entscheidend für die proportionale Verteilung der Sitze.
Bei der Sitzzuteilung werden nur Parteien und Wählervereinigungen berücksichtigt, die mindestens 5 % der Landesstimmen erhalten. Eine Grundmandatsklausel gibt es nicht. Insgesamt werden 52 Direktmandate vergeben. Parteien können eine landesweit gültige Landesliste oder Bezirkslisten für die vier Bezirke aufstellen. Für die Verteilung der Listenmandate gilt das Divisorverfahren mit Standardrundung nach Sainte-Laguë/Schepers.
Erhält eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach dem Verhältnis der Landesstimmen zustehen, entstehen Überhangmandate. Die anderen Parteien erhalten dann Ausgleichsmandate. 2026 erhielt die CDU zwei Überhangmandate; je ein Ausgleichsmandat ging an SPD und AfD. Dadurch stieg die Gesamtzahl der Sitze von 101 auf 105. Der Wahltermin wurde im März 2025 festgelegt und musste nach Artikel 84 der Landesverfassung zwischen 57 und 60 Monaten nach dem Zusammentritt des vorherigen Landtags liegen.
Ausgangslage und Parteien
Bei der Landtagswahl 2021 war die SPD unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit 35,7 % stärkste Partei. Es folgten CDU mit 27,7 %, Grüne mit 9,3 %, AfD mit 8,3 %, FDP mit 5,5 % und Freie Wähler mit 5,4 %. SPD, Grüne und FDP setzten ihre Ampelkoalition fort. Malu Dreyer wurde am 18. Mai 2021 erneut zur Ministerpräsidentin gewählt.
Dreyer kündigte am 19. Juni 2024 ihren Rücktritt an. Am 10. Juli 2024 wählte der Landtag Sozialminister Alexander Schweitzer zum Ministerpräsidenten. Er bildete das Kabinett Schweitzer; Dörte Schall übernahm das Arbeits- und Sozialministerium, während die übrigen Minister aus dem Kabinett Dreyer III im Amt blieben. Schweitzer wollte die Ampelkoalition auch nach der Wahl fortsetzen.
Zur Wahl wurden Landeslisten von zwölf Parteien zugelassen: SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, AfD, FDP, Freie Wähler, Die Linke, Partei Mensch Umwelt Tierschutz, Volt, ÖDP, Bündnis Sahra Wagenknecht und Partei der Humanisten. Für Bündnis C, Team Freiheit und WerteUnion konnten die erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Die Basisdemokratische Partei Deutschland erreichte die notwendige Zahl von 2080 Unterstützungsunterschriften nicht.
Umfragen und politische Stimmung
Die Sonntagsfragen zeigten im Wahlkampf meist einen Vorsprung der CDU vor der SPD. In der letzten ausgewiesenen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom 18. bis 19. März 2026 lagen CDU und SPD bei 29 % beziehungsweise 27 %. Die AfD kam auf 19 %, die Grünen auf 9 %, Freie Wähler auf 4,5 % und Die Linke auf 5 %.
Die Direktwahlfragen zum Ministerpräsidenten ergaben einen deutlichen Vorsprung für Alexander Schweitzer gegenüber Gordon Schnieder. Am 22. März 2026 erreichte Schweitzer je nach Institut 39 beziehungsweise 40 %, Schnieder 30 beziehungsweise 31 %. In einer Umfrage vom 19. März lagen die Werte bei 40 % für Schweitzer, 25 % für Schnieder und 10 % für Jan Bollinger; 18 % wussten es nicht oder machten keine Angabe. Eine gesonderte Umfrage in der Pfalz, Schweitzers Heimatregion, sah ihn am 10. März bei 31 %, Schnieder bei 19 % und Bollinger bei 14 %.
Prognosen zu den 52 Direktmandaten erwarteten zuletzt überwiegend einen Vorteil der CDU. Die Wahlprognose von election.de vom 20. März sagte 34 Direktmandate für die CDU, 17 für die SPD und eines für die Grünen voraus.
Wahlergebnis und regionale Unterschiede
Die CDU wurde mit 31,0 % der Landesstimmen erstmals seit 1987 wieder stärkste Partei. Die SPD verlor 9,8 Prozentpunkte und erzielte mit 25,9 % ihr schlechtestes Ergebnis in Rheinland-Pfalz. Die AfD gewann 11,2 Prozentpunkte, mehr als doppelte damit ihr Vorwahlergebnis und erreichte 19,5 %. Die Grünen blieben mit 7,9 % im Landtag vertreten.
Die Linke kam auf 4,4 %, die Freien Wähler auf 4,2 % und die FDP auf 2,1 %. Damit verfehlten alle drei Parteien die Fünf-Prozent-Hürde. BSW erhielt 1,9 %, die Tierschutzpartei 1,6 %, Volt 1,1 % und die ÖDP 0,5 %.
Aus den Landesstimmen ergab sich folgende Sitzverteilung: CDU 39, SPD 32, AfD 24 und Grüne 10. CDU und SPD bildeten damit zusammen eine Mehrheit von 71 der 105 Sitze; 34 Sitze entfielen auf die Opposition. Bei den Wahlkreisstimmen war die CDU mit 33,4 % ebenfalls stärkste Partei und gewann 39 Direktmandate. Die SPD erhielt 27,1 % und 13 Direktmandate; AfD und Grüne gewannen keine Direktmandate.
Regional lag die CDU bei den Wahlkreisstimmen in allen vier Bezirken vorn: mit 36,7 % in Bezirk 1, 36,8 % in Bezirk 2, 29,3 % in Bezirk 3 und 30,7 % in Bezirk 4. Die SPD war in Bezirk 3 mit 28,2 % und in Bezirk 4 mit 28,1 % besonders konkurrenzfähig. Die AfD erzielte ihr bestes Bezirksresultat bei den Landesstimmen in Bezirk 4 mit 23,1 %; die Grünen waren bei den Landesstimmen in Bezirk 3 mit 10,6 % am stärksten.
Folgen der Wahl
Nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde kündigte FDP-Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende Daniela Schmitt an, bei der Neuwahl des Parteivorstands am 9. Mai 2026 nicht erneut anzutreten.
CDU und SPD stellten am 8. April 2026 die Ergebnisse ihrer Sondierungsgespräche vor und begannen Koalitionsverhandlungen. Am 30. April präsentierten sie den Koalitionsvertrag. Gordon Schnieder wurde am 18. Mai 2026 zum Ministerpräsidenten gewählt. Danach wurden die Ministerinnen und Minister der neuen schwarz-roten Landesregierung vereidigt.