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Krio (Sprache)

Interrogativpronomen. Bearbeiten. Die nachstehenden Interrogativpronomen werden genutzt: udat, Wer? wetin, Was? ustem, Wann? usay, Wo? wetin mek, Warum? Zudem …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Verbreitung
  2. 2. Entstehung
  3. 3. Nomen und Verbformen
  4. 4. Fragen und Pronomen
  5. 5. Schrift und Sprachbeispiele

Überblick und Verbreitung

Krio ist eine in Sierra Leone verbreitete, englischbasierte Kreolsprache. Kreolsprachen sind eigenständige Sprachen, die sich unter anderem aus Sprachkontakt entwickelt haben. Krio ist eine Tonsprache: Die relative Tonhöhe einer Silbe kann die Bedeutung unterscheiden. Es gibt drei Toneme, also bedeutungsunterscheidende Tonverläufe: steigend, fallend und steigend-fallend.

Etwa 18 Prozent der Bevölkerung haben Krio als Muttersprache. Im Jahr 2015 sprachen circa 1,265 Millionen Menschen die Sprache als Hauptsprache, obwohl dem gleichnamigen Volk nur etwa 90.000 Menschen angehören. Krio ist in Sierra Leone Nationalsprache sowie Verkehrs- und Verständigungssprache (Lingua franca) für einen großen Teil der Bevölkerung, besonders in Politik und Handel. Auch in Gambia, Guinea und Senegal gibt es Sprecher. Der ISO-639-3-Code lautet „kri“, der ISO-639-2-Code „cpe“.

Entstehung

Die Ursprünge der Sprachentwicklung sollen im Sklavenhandel des 17. und 18. Jahrhunderts liegen. Damals entstand das Westafrikanische Pidgin-Englisch als Handelssprache. Ein Pidgin ist eine vereinfachte Kontaktsprache zwischen Gruppen mit unterschiedlichen Erstsprachen.

Später wurde diese Sprache auch zur Verkehrssprache zwischen westafrikanischen Staaten. Nach der Gründung von Freetown vermischte sie sich zwischen 1787 und 1886 mit den Sprachen zahlreicher heimkehrender Sklaven.

Nomen und Verbformen

Krio hat kein grammatisches Geschlecht. Genitivformen der Nomen werden mit Endungen gebildet: „-im“ im Singular und „-dem“ im Plural.

Verben werden nicht konjugiert, also nicht je nach Person verändert. Zeit und Aspekt werden durch vorangestellte Wörter angezeigt: „bin“ bezeichnet Vergangenheit, „go“ Zukunft und das Fehlen beider Formen Präsens. „dòn“ bildet das Perfekt, „de“ den Imperfekt beziehungsweise die Verlaufsform; „fòr“ kennzeichnet den Infinitiv.

Am Verb „go“ („gehen“) zeigt sich das Muster: „fòr go“ ist der Infinitiv, „go“ Gegenwart und „de go“ Gegenwart in Verlaufsform. „dòn go“ bedeutet Perfekt, „dòn de go“ Perfekt in Verlaufsform. Zukunftsformen sind „go go“, „go de go“, „go dòn go“ und „go dòn de go“. Vergangenheitsformen sind entsprechend „bin go“, „bin de go“, „bin dòn go“ und „bin dòn de go“. Der Konjunktiv wird mit „bin go“ eingeleitet, etwa „bin go go“ oder „bin go dòn de go“.

Fragen und Pronomen

Fragen können im Krio allein durch die Intonation gebildet werden. Wichtige Interrogativpronomen sind „udat“ („Wer?“), „wetin“ („Was?“), „ustem“ („Wann?“), „usay“ („Wo?“) und „wetin mek“ („Warum?“).

Bei den Pronomen gibt es laut Artikel keine Unterscheidung zwischen maskulin und feminin. Die Übersicht nennt dennoch getrennte Formen für „er“ und „sie“: „i, am, im“ für „he, him, his“ sowie „she, her, her“ für „she, her, her“. Weitere Formen sind „a, mi, mi“ für „ich, mir/mich, mein“, „yu“ für die Anrede im Singular, „wi“ für „wir, uns, unser“, „una“ für die Anrede im Plural und „dhèm“ für „sie, ihnen/sie, ihr“.

Schrift und Sprachbeispiele

Krio verwendet das lateinische Alphabet, aber nicht Qq und Xx. Zusätzlich kommen Ɛɛ als offenes E, Ŋŋ und Ɔɔ als offenes O aus dem afrikanischen Referenzalphabet vor. Für Töne sind theoretisch Akzentzeichen vorgesehen: Gravis für niedrige, Akut für hohe und Zirkumflex für fallende Töne. In der Praxis werden diese Kennzeichnungen meist nicht verwendet. Häufige Buchstabengruppen sind etwa „aw“, „ch“, „gb“, „kp“, „ny“, „sh“, „ɔy“ und „zh“.

Typische Wörter sind „Kushe“ oder „Kusheh“ für „Hallo“, „padi“ für „Freund“, „titi“ für „Mädchen“, „pickin“ für „Kind“, „wakka“ für „laufen“ und „sabi“ für „wissen“. „Aw Di bodi?“ bedeutet „Wie geht es dir?“ und heißt wörtlich „Wie ist dein Körper?“. „Wetin na yu nem?“ bedeutet „Wie ist dein Name?“, „Mi nem Jemz.“ „Mein Name ist James.“ und „Usai yu kɔmɔt?“ „Wo kommst du her?“. Die Antwort „A kɔmɔt Estinz.“ lautet „Ich komme aus Hastings.“.

Weiterlesen

Sierra Leone Wirtschaft ; BIP pro Kopf in USD (Kaufkraftparität), 2.053, 2.375 ; BIP-Wachstum (real), 10,1 %, −3,1 % ; Inflation (in Prozent), 7,2 %, 6,7 % ; Staatsverschuldung Englische Sprache Die englische Sprache (Eigenbezeichnung: [ˈɪŋɡlɪʃ]) ist eine ursprünglich in England beheimatete germanische Sprache, die zum westgermanischen Zweig gehört. Kreolsprache Im Gegensatz zu Pidgins haben Kreolsprachen einen weit umfangreicheren Wortschatz, eine regelbasierte Aussprache und eine ausgebaute Grammatik. ... Französisch … Silbe Beispielsweise erlaubt das Deutsche in unbetonten Silben auch „klingende“ (sonore) Konsonanten wie Nasale oder Liquiden, etwa in Laden in der Aussprache … Sklavenhandel Sklavenhandel bezeichnet den Handel mit Sklaven, das heißt den Kauf und Verkauf von Menschen als Ware. Verkürzend sind oft die Versklavung von … Genus Im Deutschen und anderen Sprachen gibt es Genera, die die Namen der natürlichen Geschlechter (Sexus) „männlich/maskulin“ oder „weiblich/feminin“ tragen. Es … Nomen Nomen im engeren Sinn als gleichbedeutend mit Substantiv (der Herkunft nach ein Anglizismus zu noun; heute so in weiten Teilen der Sprachwissenschaft und auch … Genitiv Substantivgruppen, die von einem anderen Substantiv abhängen. Beispiele im Standarddeutschen sind: „das Haus des Nachbarn“, „der Klang einer fernen Glocke“. Singular ... Numerus (Zahlform). Am häufigsten wird der Singular benutzt, um einzelne Exemplare von Lebewesen oder Sachlichem zu bezeichnen; die Pluralform bezeichnet in … Plural Der englische Plural auf -(e)s ist eine Weiterentwicklung dieses skandinavischen Plurals. Vergleiche hierzu das Wort für den „Arm“: Niederländisch: arm … Konjugation (Grammatik) Als Konjugation (von lateinisch coniugatio ‚Verbindung') bezeichnet man in der Grammatik die Bildung der Wortformen eines Verbs (Zeitworts), also die … Futur Deutsch · „Marion wird morgen gegen 16:30 Uhr eintreffen.“ (Futur I, futurum simplex, einfache Zukunft) · „Egon wird morgen vor dem Abendessen eingetroffen sein.“ …