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Konferenz von Jalta

Die Konferenz von Jalta (auch Krim-Konferenz) war ein diplomatisches Treffen der alliierten Regierungs- bzw. Staatschefs Franklin D. Roosevelt (USA), Winston …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Ziele der Konferenz
  2. 2. Vereinte Nationen und Vetorecht
  3. 3. Deutschland, Besatzung und Reparationen
  4. 4. Polen, Grenzen und weitere Absprachen
  5. 5. Umstrittene Folgen und Erinnerung

Einordnung und Ziele der Konferenz

Die Konferenz von Jalta, auch Krim-Konferenz, war ein Treffen der Staats- und Regierungschefs Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Vereinigtes Königreich) und Josef Stalin (UdSSR). Sie tagte vom 4. bis 11. Februar 1945 im Liwadija-Palast in Jalta auf der Krim. Als zweites von drei Gipfeltreffen der „Großen Drei“ im beziehungsweise nach dem Zweiten Weltkrieg war sie wichtig für die Nachkriegsordnung in Europa und für die weitere Kriegsführung gegen Japan.

Im Mittelpunkt standen die geplanten Vereinten Nationen, Deutschland nach dem Krieg, Polen, Einfluss und Sicherheit in Europa sowie der Krieg gegen das Japanische Kaiserreich. Die militärische Lage prägte die Verhandlungen: Deutschland war wegen des Vormarschs westalliierter Truppen im Westen und der Roten Armee im Osten fast besiegt. Zugleich rechneten Roosevelt und Churchill mit einem längeren Krieg gegen Japan und gingen daher auf Forderungen Stalins teilweise kompromissbereit ein.

Die Vereinbarungen wirkten auf dem Papier zunächst weitreichend: Für Polen waren freie Wahlen und eine breiter zusammengesetzte Regierung vorgesehen; die Erklärung über das befreite Europa sollte den Wiederaufbau freier und demokratischer Staaten in Osteuropa leiten. Die Sowjetunion akzeptierte diese Grundsätze, legte sie später aber anders aus.

Vereinte Nationen und Vetorecht

Auf Grundlage eines 1944 in Dumbarton Oaks erarbeiteten Entwurfs regelten die drei Mächte offene Fragen zur Gründung der Vereinten Nationen. Die Organisation sollte Frieden sichern und internationale Zusammenarbeit fördern. Eine Gründungskonferenz sollte in San Francisco stattfinden; eingeladen werden sollten nur die „Vereinten Nationen“, also die Gegner der Achsenmächte.

Entscheidend war die Einigung über den Sicherheitsrat, das mächtigste Gremium der künftigen Organisation. China, Frankreich, die Sowjetunion, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten sollten ständige Mitglieder werden und in allen wichtigen Fragen ein Vetorecht erhalten. Ein Vetorecht bedeutet, dass ein ständiges Mitglied einen Beschluss verhindern kann. Es sollte verhindern, dass die Souveränität dieser Großmächte eingeschränkt würde; ohne dieses sowjetisch geforderte Zugeständnis wäre keine Einigung zustande gekommen.

Die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik und die belarussische Volksrepublik sollten stimmberechtigte Mitglieder werden. Die Sowjetunion hatte ursprünglich sechs Teilrepubliken mit Stimmrecht gefordert. Den USA wurden zunächst ebenfalls drei Mitgliedschaften zugesichert, die sie später jedoch nicht nutzten. Außerdem wurden Fragen zu Mandatsgebieten geklärt, die für Kolonialmächte bedeutsam waren.

Deutschland, Besatzung und Reparationen

Die Teilnehmer berieten über eine mögliche Zerstückelung Deutschlands, auch Dismembration genannt. Stalin verlangte eine genauere Festlegung, legte aber keinen eigenen Plan vor. Roosevelt hatte schon in Teheran eine Aufgliederung Deutschlands, dort in fünf Teilstaaten, befürwortet. Churchill, Außenminister Anthony Eden und der amerikanische Außenminister Stettinius setzten jedoch eine bewusst auslegbare Formulierung in der Kapitulationsurkunde durch: Sie schloss eine Aufteilung nicht aus, konnte aber auch nur Dezentralisierung bedeuten. Deshalb kam kein gemeinsamer Beschluss zustande; die Europäische Beratende Kommission sollte einen Vorschlag ausarbeiten. Im März 1945 erklärte Stalin, nicht länger am Grundsatz der Aufteilung Deutschlands festzuhalten.

Aus den britischen und amerikanischen Besatzungszonen sollte eine französische Zone gebildet werden. Frankreich sollte über deren Größe konsultiert werden; entscheiden sollten USA und Großbritannien. Die provisorische französische Regierung sollte Mitglied des Alliierten Kontrollrats für Deutschland werden.

Unstrittig waren die bedingungslose Kapitulation, Entnazifizierung und Entmilitarisierung Deutschlands. Für Reparationen wurden drei Formen festgelegt: die Entnahme von Maschinen, Instrumenten und Patenten, Lieferungen aus laufender Produktion sowie die Nutzung der Arbeitskraft deutscher Spezialisten. Die drei Staaten wollten Hauptkriegsverbrecher unbedingt bestrafen; dabei handelt es sich um Personen, deren länderübergreifende Verbrechen keinem einzelnen Staat zur Bestrafung zugeordnet werden konnten. Die Außenminister sollten dazu einen Vorschlag erarbeiten.

Polen, Grenzen und weitere Absprachen

Die Provisorische Polnische Regierung sollte durch eine „Regierung der Nationalen Einheit“ ersetzt werden. Diese sollte auf einer breiteren Grundlage stehen, auch demokratische Führungskräfte der Polnischen Exilregierung aufnehmen und freie Wahlen nach allgemeinem Wahlrecht und geheimer Abstimmung durchführen. USA, Vereinigtes Königreich und UdSSR verpflichteten sich, diplomatische Beziehungen zu dieser Regierung aufzunehmen und Botschafter auszutauschen.

Polens Ostgrenze sollte mit kleineren Abweichungen der Curzon-Linie folgen. Über einen Gebietsgewinn Polens im Norden und Westen sollte die neue polnische Regierung später befragt werden; die endgültige Westgrenze sollte eine Friedenskonferenz festlegen. Stalin verlangte bereits die Oder-Neiße-Linie als deutsche Ostgrenze, setzte sich damit aber nicht durch. Es blieb bei einer grundsätzlichen Westverschiebung Polens. Verabredet war allenfalls, dass Polen im Norden und Westen deutsche Gebiete erhalten sollte, nach Vorstellungen der USA und Großbritanniens jedoch keine Gebiete westlich der Oder. Regelungen über die Vertreibung von Millionen Deutschen sollten erst auf der Potsdamer Konferenz folgen.

In einer Geheimabsprache sagte die Sowjetunion zu, zwei bis drei Monate nach der deutschen Kapitulation Japan den Krieg zu erklären und ein Bündnis mit China einzugehen. Dafür erhielt sie Zugeständnisse bei den Kurilen und Südsachalin, politische Vorrechte in der Mandschurei, Besatzungsrechte in Korea und die Autonomie der Äußeren Mongolei. Ein weiteres nicht veröffentlichtes Abkommen sah die Repatriierung sowjetischer Displaced Persons aus westalliierter Obhut vor, darunter Zwangsarbeiter sowie ehemalige Rotarmisten in deutscher Uniform.

Die Absprachen über Einfluss in Südosteuropa waren schon im Oktober 1944 informell zwischen Churchill und Stalin festgehalten worden: Rumänien sollte zu 90 % sowjetisch beeinflusst werden, Griechenland zu 90 % britisch; Jugoslawien und Ungarn je zu 50 %; Bulgarien zu 75 % sowjetisch. Die USA weigerten sich, dieses Dokument zur Kenntnis zu nehmen.

Umstrittene Folgen und Erinnerung

Die Folgen von Jalta werden unterschiedlich beurteilt. Einige Historiker sprechen von einem „Mythos der Teilung Europas“, andere sehen bereits eine faktische Aufteilung Europas in Interessensphären und weitgehend freie Hand Stalins in sowjetisch besetzten Ländern. In dieser Sicht wären Begriffe wie „freie Wahlen“ und „demokratisch“ in der Erklärung über das befreite Europa absichtlich unpräzise gewesen. Wilfried Loth sowie postrevisionistische US-Historiker wie Daniel Yergin und Serhii Plokhy beurteilen Roosevelt dabei eher als Realisten, der unter den Umständen das Mögliche erreicht habe.

Andere Historiker, darunter Rolf Steininger, nehmen die Erklärung ernster und sehen in Jalta noch keine endgültigen Interessensphären. Nach dieser Deutung fiel Roosevelt auf Stalin herein. Besonders Polen und Exilrussen beschrieben die Beschlüsse als „Verrat“ Osteuropas durch die Westalliierten, vor allem wegen Polens, der baltischen Staaten und der Überstellung sowjetischer Soldaten, Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter an die Sowjetunion. Laut Artikel endete dies für viele in Sibirien oder mit dem Tod.

Eine 2004 gegossene Bronze von Surab Zereteli sollte ab 2005 an die Konferenz erinnern, wurde damals aber von der ukrainischen Regierung nicht aufgestellt. Nach der Annexion der Krim durch Russland wurde die Plastik im Februar 2015 eingeweiht.

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