Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kommunismus

Kommunismus (lateinisch communis ‚gemeinsam') ist ein um 1840 in Frankreich entstandener politisch-ideologischer Begriff mit mehreren Bedeutungen:.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundidee
  2. 2. Vorläufer und marxistische Grundlagen
  3. 3. Strömungen und Abgrenzungen
  4. 4. Sowjetkommunismus und weltweite Varianten
  5. 5. Realsozialismus, Reformen und Befreiungsbewegungen
  6. 6. Kritik und Entwicklungen nach 1990

Begriff und Grundidee

Kommunismus bezeichnet mehrere miteinander verbundene Vorstellungen und Erscheinungen. Erstens sind damit Gesellschaftsentwürfe gemeint, die soziale Gleichheit und Freiheit, Gemeineigentum und gemeinschaftliche Problemlösung anstreben. Zweitens bezeichnet der Begriff vor allem auf Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Lenin gestützte Lehren, deren Ziel eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft ist. Drittens steht er für Bewegungen und Parteien, die solche Lehren umsetzen wollen. Viertens wird er als Fremdbezeichnung für Diktaturen unter der Vorherrschaft kommunistischer Parteien verwendet. Eine klare Abgrenzung zum Sozialismus ist nicht immer möglich.

Nach Marx und Engels stehen sich im Kapitalismus die Kapitalistenklasse und die lohnabhängige Arbeiterklasse, das Proletariat, im Klassenkampf gegenüber. Durch eine Revolution solle eine Übergangsgesellschaft entstehen, die Marx als Diktatur des Proletariats bezeichnete. In ihr werde das Privateigentum an den Produktionsmitteln aufgehoben und in Gemeineigentum überführt. Produktionsmittel sind beispielsweise Boden, Fabriken und Maschinen, mit denen Güter hergestellt werden. Mit dem Ende der Ausbeutung sollten die Klassengegensätze allmählich verschwinden. Der Staat werde dann nicht unmittelbar abgeschafft, sondern „sterbe ab“, weil er als Instrument der Klassenherrschaft nicht mehr gebraucht werde.

Marx legte die genaue Ordnung der zukünftigen Gesellschaft nicht fest. Sie sollte sich aus konkreten Entwicklungen und Widersprüchen ergeben. Den entwickelten Kommunismus verband er mit gesellschaftlichem Reichtum und dem Grundsatz: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“ Er bezeichnete ihn auch als Ende der Vorgeschichte der Menschheit, weil Menschen ihre Geschichte dann bewusst und selbstständig gestalten könnten.

Von kommunistischen Parteidiktaturen des Realsozialismus gingen schwere Massenverbrechen aus, darunter der Große Terror in der stalinistischen Sowjetunion der 1930er-Jahre, die maoistische Kulturrevolution in China während der 1960er- und 1970er-Jahre und die Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha. Die größte Ausdehnung erreichten kommunistisch geführte Systeme während des Kalten Krieges in der Sowjetunion und ihren Ostblockstaaten sowie in China. Der Zerfall der Sowjetunion um 1990 beendete die meisten realsozialistischen Staaten.

Vorläufer und marxistische Grundlagen

Als Urkommunismus wird eine vermutete, teilweise durch Überlieferungen belegte Gütergemeinschaft früher Gesellschaften bezeichnet. Marx und Engels nahmen an, dass die ersten menschlichen Gesellschaften bei geringer Arbeitsteilung gemeinschaftlich organisiert waren. Erst höhere Produktivität, Arbeitsteilung und technische Neuerungen hätten Überschüsse ermöglicht. Daraus seien die Aneignung fremder Arbeit, Privateigentum, Klassen und Staaten entstanden. Kommunismus sollte das Gemeineigentum auf einer höheren, durch industrielle Produktion ermöglichten Stufe wiederherstellen. Religiöse Ansätze gemeinschaftlichen Besitzes gab es unter anderem im Judentum und in der Jerusalemer Urgemeinde.

Der Konsumtions-Kommunismus, ein von Marx geprägter, aber abgelehnter Begriff, betrifft lediglich die gleiche Verteilung erzeugter Güter, unabhängig von ihrer Produktion und vom Eigentum an den Produktionsmitteln. Als Beispiel nennt der Artikel die Verteilung der Beute im Heer des Spartacus.

Utopische Sozialisten entwarfen gerechte Gesellschaften, ohne sie aus einer systematischen Analyse der Wirtschafts- und Klassenverhältnisse abzuleiten. Thomas Morus beschrieb 1516 in „Utopia“ eine Gesellschaft, in der alle arbeiten, Grund und Boden gemeinsam besitzen und ihren Glauben frei wählen dürfen. Marx und Engels teilten mit solchen Entwürfen das Ziel weitgehender Gleichheit, grenzten ihren „wissenschaftlichen Sozialismus“ aber von ihnen ab: Entscheidend seien die geschichtliche Entwicklung, der Gegensatz der Klassen und die Bedingungen einer erfolgreichen Revolution.

Das von Marx und Engels verfasste „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1848 gilt als Gründungsurkunde des modernen Kommunismus. Es beschreibt den internationalen Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie, also der besitzenden Kapitalistenklasse. Kommunisten sollten den entschiedensten und theoretisch klarsten Teil der Arbeiterbewegung bilden, jedoch keine von ihr getrennte Partei. Als unmittelbare Ziele nennt das Manifest die Bildung des Proletariats zur Klasse, den Sturz der Bourgeoisherrschaft und die Eroberung der politischen Macht. Es erklärt den gewaltsamen Umsturz der bisherigen Gesellschaftsordnungen für notwendig und endet mit dem Aufruf: „Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“

In „Das Kapital“ untersuchte Marx die politische Ökonomie des Kapitalismus. Kapital entsteht demnach, wenn Geld zur Warenproduktion eingesetzt wird, um durch den Verkauf mehr Geld, den Mehrwert, zu erzielen. Arbeitskraft wird dabei selbst zur Ware. Die Arbeiter erhalten weniger Lohn, als durch den Warenverkauf erwirtschaftet wird; die Differenz bildet die Grundlage des Profits. Konkurrenz zwinge Kapitalisten zur Ausbeutung der Arbeit, zur Senkung der Kosten und zu technischen Investitionen. Sie führe außerdem zu Kapitalkonzentration, Krisen und Kriegen. Marx verstand die Revolution deshalb nicht nur als moralische Forderung, sondern als Möglichkeit, die aus den Widersprüchen des Kapitalismus selbst hervorgehe. Band I erschien 1867; Engels veröffentlichte nach Marx’ Tod Band II 1885 und Band III 1895.

Strömungen und Abgrenzungen

Der Kommunismus entwickelte verschiedene Richtungen. Der Rätekommunismus strebt die Selbstorganisation der Arbeiter in Räten an und lehnt den Führungsanspruch einer kommunistischen Partei ab. Der Leninismus versteht die Diktatur des Proletariats dagegen als Herrschaft einer revolutionären Kaderpartei, die den Staat erobert, den Sozialismus verwaltet und eine Konterrevolution verhindern soll. Stalinismus bezeichnet die zentralistische Einparteienherrschaft, Zwangsindustrialisierung und den internationalen Führungsanspruch der sowjetischen KPdSU. Der Trotzkismus vertritt die permanente Revolution: Sozialismus könne nicht dauerhaft in einem Land, sondern nur durch eine Weltrevolution bestehen. Maoismus verbindet Marxismus-Leninismus mit chinesischen Traditionen. Titoismus bezeichnet den jugoslawischen Weg mit Arbeiterselbstverwaltung, föderalem Nationalitätenausgleich und Blockfreiheit. Eurokommunismus und Reformkommunismus suchen parlamentarische Wege und Mischformen von privatem und staatlichem Eigentum.

Marxismus und Anarchismus kritisieren beide kapitalistische Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse, unterscheiden sich aber beim Weg zur neuen Gesellschaft. Pierre-Joseph Proudhon erklärte 1840: „Eigentum ist Diebstahl!“ Marx betrachtete jedoch nicht jedes Eigentum, sondern besonders das Privateigentum an Produktionsmitteln als Grundproblem. Michail Bakunin lehnte sowohl eine revolutionäre Kaderpartei als auch eine Übergangsdiktatur ab. Der Staat solle nicht erst nach einer sozialistischen Übergangsphase absterben, sondern sofort abgeschafft werden. Kommunistische Anarchisten wie Pjotr Alexejewitsch Kropotkin wollen Staat, Geld und Kapitalismus unmittelbar durch Arbeiterräte, Kommunen und gemeinschaftliche Ressourcen ersetzen. Diese parteilose Selbstverwaltung wird auch libertärer Kommunismus genannt.

Im späten 19. Jahrhundert entstand außerdem der Gegensatz zwischen Revolution und Reform. Eduard Bernstein verlangte in der SPD den Verzicht auf die proletarische Revolution, weil parlamentarische Beteiligung und soziale Verbesserungen innerhalb des Kapitalismus möglich erschienen. Obwohl die Partei dies zunächst ablehnte, setzte sich der Reformismus bis zum Ersten Weltkrieg praktisch durch. Die Zustimmung der SPD-Reichstagsfraktion zu den Kriegskrediten schwächte den von Marx geforderten Internationalismus. Die Zweite Internationale zerbrach; revolutionäre Gruppen trennten sich von sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien und gründeten kommunistische Parteien.

Sowjetkommunismus und weltweite Varianten

Nach der Oktoberrevolution von 1917 errichteten die Bolschewiki unter Lenin erstmals ein Regime, das den Kommunismus verwirklichen wollte. Lenin unterschied eine niedere Phase, den Sozialismus mit vergesellschafteten Produktionsmitteln und Entlohnung nach Leistung, von der höheren kommunistischen Phase mit klassenloser Ordnung und Bedürfnisprinzip. 1922 entstand die Sowjetunion. Während des Bürgerkriegs führten Hungersnöte und Aufstände zur Entmachtung der Sowjets, also der Arbeiter- und Soldatenräte. 1921 wurde der Kronstädter Matrosenaufstand niedergeschlagen. Lenins Neue Ökonomische Politik von 1922 erlaubte zeitweise bäuerliche Eigeninitiative und Marktstrukturen unter staatlicher Aufsicht.

Josef Stalin baute die Parteiherrschaft ab 1924 zur persönlichen Diktatur aus. Terror, Zwangsumsiedlungen, Gulags, Säuberungen und Personenkult sicherten seine Macht. Die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft finanzierte durch staatlich angeeignete und exportierte Erträge die Industrialisierung, verursachte aber schwere Hungersnöte und lieferte Zwangsarbeiter. 1928 wurden die Zentralverwaltungswirtschaft und der erste Fünfjahresplan eingeführt. Im Großen Terror von 1936 bis 1938 wurden Hunderttausende Menschen erschossen oder in Straflagern inhaftiert. Nach 1945 errichtete die Sowjetunion in Osteuropa stalinistische Regime. Nikita Chruschtschow begann nach Stalins Tod 1953 die Entstalinisierung; Leonid Breschnew stoppte viele Reformen. Michail Gorbatschows Glasnost und Perestroika leiteten ab 1985 einen grundlegenden Wandel ein. Die Revolutionen von 1989 beschleunigten den Zerfall; 1991 wurde die Sowjetunion aufgelöst.

Leo Trotzki erklärte, die isolierte Sowjetunion werde ohne internationale Revolution zum Kapitalismus zurückfallen. Er deutete ihre Entwicklung als Bürokratisierung eines „degenerierten Arbeiterstaates“. In China entstand nach der Revolution von 1949 unter Mao Zedong eine eigene Richtung. Der Konflikt mit Chruschtschow führte zum chinesisch-sowjetischen Bruch. Der „Große Sprung nach vorn“ sollte China rasch industrialisieren, scheiterte jedoch und führte zu einer Hungersnot mit 20 bis 40 Millionen Toten. Die Roten Khmer in Kambodscha beriefen sich zeitweise auf den Maoismus; ihrer Herrschaft von 1975 bis 1979 fielen bis zu zwei Millionen Menschen zum Opfer. China ließ später kapitalistische Produktionsweisen zu und verankerte am 14. März 2004 den Schutz des Privateigentums in seiner Verfassung.

Jugoslawien entwickelte unter Josip Broz Tito eine autoritäre, aber gegenüber dem Ostblock liberalere Sonderform. Sie verband Arbeiterselbstverwaltung, sechs weitgehend selbstständige Teilrepubliken, Autonomie für Kosovo und Vojvodina sowie Blockfreiheit. 1961 gründete Tito mit Nasser, Nehru und Sukarno die Bewegung der blockfreien Staaten. Weitere Sonderwege waren Albaniens Wechsel von Jugoslawien zur Sowjetunion, dann zum maoistischen China und schließlich zu einer isolationistischen, autarken Politik sowie Nordkoreas Chuch’e-Ideologie. Diese ersetzte 1977 den Marxismus-Leninismus, betonte Nation und Loyalität zu einem einzelnen „Arbeiterführer“ und wurde 2009 durch die militärzentrierte Sŏn’gun-Ideologie ergänzt; zugleich verschwanden direkte Kommunismusbezüge aus der Verfassung.

Realsozialismus, Reformen und Befreiungsbewegungen

„Real existierender Sozialismus“ war die Eigenbezeichnung meist marxistisch-leninistischer Einparteiensysteme, besonders der Staaten des Warschauer Paktes und des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe. Kritisch verwendet weist der Ausdruck auf die Lücke zwischen kommunistischer Theorie und politischer Wirklichkeit hin. Lenins nach dem demokratischen Zentralismus aufgebaute „Partei neuen Typs“ sollte die Macht erobern und bewahren. Tatsächlich wurden die Staaten des Ostblocks von der Sowjetunion beherrscht und besaßen nur begrenzte Autonomie. Der Gegensatz zwischen diesem Block und den von den USA geführten marktwirtschaftlichen Staaten prägte den Kalten Krieg.

Reformkommunistische Bewegungen wollten den Staatssozialismus demokratisieren und wirtschaftlich öffnen. Dazu gehörten der Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, der Ungarische Volksaufstand von 1956 und der Prager Frühling von 1968. Sie verbanden teilweise Räte und Genossenschaften mit wirtschaftlicher Liberalisierung und privaten Unternehmen. Die Sowjetunion griff militärisch ein, sobald eine Loslösung vom Warschauer Pakt möglich erschien. In Polen vereinte die Solidarność zunächst auch reformkommunistische Ansätze. Nach den August-Streiks 1980 verhängte General Wojciech Jaruzelski im Dezember 1981 das bis 1983 geltende Kriegsrecht. In Westeuropa entwickelte sich der Eurokommunismus, besonders in Italien und Frankreich. Er grenzte sich vom Stalinismus ab und setzte auf parlamentarische Mehrheiten für wirtschaftliche und soziale Reformen.

Die realsozialistischen Regime brachen Ende der 1980er-Jahre unter anderem wegen innerer Opposition, wirtschaftlicher Not, ineffizienter Planwirtschaft und der Konkurrenz erfolgreicher erscheinender westlicher Sozialstaatsmodelle zusammen. In der DDR kam 1989 die Massenflucht in die Bundesrepublik hinzu.

Kommunistische Ideen wirkten auch in antikolonialen Befreiungsbewegungen. Besonders nach Fidel Castros erfolgreicher Revolution in Kuba 1958 übernahmen zahlreiche Bewegungen in Afrika, Asien und Lateinamerika den Marxismus-Leninismus und entwickelten ihn als Antiimperialismus weiter. Heute berufen sich insbesondere Kuba, Vietnam und Laos noch offiziell auf den Marxismus-Leninismus.

Kritik und Entwicklungen nach 1990

Die Kritik am Realsozialismus richtet sich besonders gegen die Einparteienherrschaft. Rosa Luxemburg sah durch Partei- und Fraktionsverbote die demokratische Beteiligung und Eigeninitiative der Arbeiter gefährdet. Leo Trotzki erklärte, eine neue Bürokratie habe in der isolierten Sowjetunion die Macht an sich gerissen. Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek formulierten das Berechnungsproblem: Ohne freie Preisbildung fehle einer Planwirtschaft eine verlässliche Grundlage, um Leistungen, Güter und unterschiedliche Interessen zu koordinieren. Weitere Kritik betrifft den Zentralismus, ideologische Manipulation, sowjetische Hegemonie und die Unterdrückung persönlicher Freiheit.

Die Totalitarismustheorie vergleicht seit den 1920er-Jahren Faschismus und Marxismus-Leninismus beziehungsweise Stalinismus anhand struktureller und inhaltlicher Ähnlichkeiten. Kritiker werfen ihr besonders in Deutschland vor, dadurch die Einmaligkeit des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen zu verharmlosen. Das ukrainische Verfassungsgericht hielt 2019 dagegen das Verbot nationalsozialistischer und kommunistischer Symbole wegen der gleichartigen totalitären und willkürlichen Kontrolle beider Regime für verfassungsgemäß.

Auch innerhalb des Kommunismus entstand Kritik. Linkskommunisten wie Amadeo Bordiga lehnten Stalinismus und Trotzkismus ab und deuteten die Sowjetunion als besondere kapitalistische Entwicklung. Rätekommunisten wie Anton Pannekoek und Otto Rühle forderten eine unmittelbare Räteherrschaft des Proletariats. Die Kritische Theorie der Frankfurter Schule wandte sich sowohl gegen Faschismus als auch gegen orthodoxen Staatskommunismus.

Kommunistische Vorstellungen von Gleichheit erfassten Frauen zunächst nicht vollständig; frühe Entwürfe setzten meist die traditionelle Familie voraus. Marx und Engels erwarteten, dass das Ende der Klassengesellschaft auch die Unterdrückung der Frau beenden werde. In realsozialistischen Staaten erhielten Frauen in der Produktion meist gleiche Rechte, Löhne und Aufstiegschancen. Die DDR förderte besonders die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In Privathaushalten bestanden patriarchale Strukturen jedoch teilweise fort.

Nach dem Ende des Realsozialismus änderten viele frühere Staatsparteien Namen und Programme. Statt Diktatur des Proletariats und Einparteienführung vertraten sie nun Basisdemokratie und demokratischen Sozialismus. Postmarxistische Ansätze kritisieren unter anderem Arbeitsfetisch, Antisemitismus, Antiamerikanismus und die Personalisierung abstrakter gesellschaftlicher Verhältnisse. Sie lehnen das Proletariat als festgelegtes revolutionäres Subjekt und die positive Bewertung der Arbeit ab. Den Realsozialismus deuten sie als Entwicklungsdiktatur, die unter sozialistischem Anspruch vor allem eine nachholende Industrialisierung innerhalb einer weiterhin warenproduzierenden Gesellschaft durchsetzte.

Lernvideos zu Kommunismus

Weiterlesen

Französische Revolution Die Französische Revolution (1789–1799) gehört zu den folgenreichsten Ereignissen der neuzeitlichen europäischen Geschichte. Frankreich Die Französische Republik wird in ihrer Verfassung als unteilbar, laizistisch, demokratisch und sozial erklärt. Ihr Grundsatz lautet: „Regierung des Volkes … Karl Marx Mit Friedrich Engels begründete er den „historischen Materialismus“ und wurde zum einflussreichsten Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus, deren Grundzüge … Friedrich Engels Er entwickelte gemeinsam mit Karl Marx die heute als Marxismus bezeichnete Gesellschafts- und Wirtschaftstheorie. Darüber hinaus war er ein erfolgreicher … Wladimir Iljitsch Lenin 1905 brach eine Russische Revolution aus, während das Land sich im Krieg mit Japan befand. Für Lenin stand nicht der innenpolitische Kampf gegen die … Politische Partei Politische Parteien in einem Mehrparteiensystem konkurrieren untereinander um die Besetzung der politischen Entscheidungspositionen; sie tragen zur politischen … Diktatur Die Diktatur (von lateinisch dictatura) ist eine Herrschaftsform, die sich durch eine einzelne regierende Person, den Diktator, oder eine regierende Gruppe … Ostblock Der Begriff Ostblock ist ein im Westen geprägtes politisches Schlagwort aus der Zeit des Ost-West-Konflikts für die Sowjetunion (UdSSR) und ihre … Volksrepublik China Grenzübergang zwischen Vietnam und China, Seitdem ist es zu massiver Binnenmigration aus den ländlichen Räumen in die Ballungszentren gekommen. Die Volkszä … Kalter Krieg Als Dauer des Kalten Krieges gilt im Allgemeinen die Nachkriegszeit von 1945 bis zum Zerfall der Sowjetunion 1991. Michail Gorbatschow bezeichnet in seinen … Rote Khmer Die kommunistische Partei wollte die Gesellschaft mit Gewalt in eine Art Agrarkommunismus überführen. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige … Kambodscha Französisch war wegen der französischen Kolonialvergangenheit über ein Jahrhundert lang die beliebteste Fremdsprache und wurde bis 1975 auch in gebildeten …