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Kommunismus, Sozialismus und Bolschewismus | Geschichte
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 74 Zeilen
- . In diesem Video erkläre ich euch,
- was unter den Begriffen Kommunismus, Sozialismus und Bolschewismus zu verstehen ist.
- Ihr habt euch das gewünscht, deshalb mache ich das auch. Alles, was ihr dazu wissen müsst, kommt jetzt.
- Der Kommunismus ist eine Idealvorstellung von der menschlichen Gesellschaft.
- Das lateinische Wort communis bedeutet, gemeinsam. Der Kommunismus möchte, dass all die Dinge, die man braucht,
- um etwas zu produzieren, allen Menschen gemeinsam gehören. Der Acker und der Pflug und der Ackergaul,
- das Getreide, das geerntet wird, ebenso wie die Sense, mit der man das Getreide schneidet.
- Früher war das zumindest so. Die Fabrik, in der Autos hergestellt werden.
- Die Bergwerke, aus denen man das Erz für Stahl holt. Die Häuser, in denen man lebt, usw.
- Das, was hergestellt wird, wird gerecht verteilt. Solche Ansätze gab es praktisch, solange es Menschen gab.
- Meistens waren die Güter recht unterschiedlich verteilt. Mit der Industrialisierung konnte so viel produziert werden,
- wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Aber noch immer profitierten einige davon mehr als andere.
- Karl Marx und Friedrich Engels fordern deshalb in ihrem Buch "Das Kommunistische Manifest",
- die Errungenschaften des technischen Fortschritts allen zukommen zu lassen.
- Dazu soll das Privateigentum abgeschafft werden. Alle Menschen sollen gleichberechtigt über die Produktionsmittel verfügen.
- Und das, was produziert wird, soll allen gleichermaßen nützen. Jeder soll nach seinen Fähigkeiten arbeiten.
- Und nach seinen Bedürfnissen vom Vorhandenen nehmen. Karl Marx arbeitet eine wissenschaftliche Lehre aus,
- die nach ihm benannt wird. Marxismus. Wladimir Iljitsch Lenin
- entwickelt die Ideen von Marx und Engels weiter. Er ist der Anführer der russischen Oktoberrevolution.
- Er sorgt dafür, dass in Russland Staat und Gesellschaft entsprechend den marxistischen Ideen umgebaut werden.
- Ziel ist es, eine kommunistische Gesellschaft aufzubauen. Aber wie kommt man da hin?
- Marx hat das ganz genau ausgearbeitet. Er sagt, dass sich die Entwicklung der Gesellschaft
- in Umbrüchen vollzieht. Man nennt diese Lehre Historischer Materialismus.
- Am Anfang, also bei den Steinzeitmenschen, besteht eine ganz urtümliche Form von Kommunismus.
- Aber schon damals bilden sich herrschende Klassen heraus. Die die anderen ausbeuten.
- Dann kommt die Sklavenhaltergesellschaft. Bis diese zu Grunde geht.
- Und bis sich die Feudalgesellschaft des Mittelalters entwickelt. Da beuten Adlige die Bauern aus.
- Darauf folgt die kapitalistische Gesellschaft. In der die Lohnarbeiter ausgebeutet werden.
- Wenn die kapitalistische Gesellschaft in einer Revolution untergeht, dann entsteht der Sozialismus.
- Der Sozialismus ist nach Marx die Vorstufe zum Kommunismus. Im Sozialismus gibt es zum Beispiel
- kein Privateigentum an Produktionsmitteln mehr. D.h., der Staat plant zentral, was produziert wird.
- Damit soll verhindert werden, dass es wieder zu Ungleichheiten kommt. Die gesellschaftliche und materielle Situation
- der Arbeiter soll verbessert werden. Auf der anderen Seite soll es keine Kapitalisten mehr geben,
- die allein von den Einkünften aus ihrem Besitz leben. Also nicht arbeiten.
- Es gibt im Sozialismus zwar noch keine ganz und gar klassenlose Gesellschaft.
- Aber immerhin werden Konflikte jetzt demokratisch ausgetragen. Nach der reinen Lehre wandelt sich der Sozialismus
- international zum Kommunismus. Die Staaten lösen sich auf, weil es sie nicht mehr braucht.
- Die Menschen kämpfen auch nicht mehr miteinander. Sie teilen solidarisch alles.
- Jeder bringt das ein, was er leisten kann. Und darf das nehmen, was er braucht.
- Fertig. Paradies auf Erden. Hier kommt jetzt wieder Lenin ins Spiel.
- Denn man kann auf die nach Marx naturgesetzliche Entwicklung zum Kommunismus warten, das ist aber nicht so schön.
- Denn dazu muss man lange warten. Ich sage jetzt mal ein bisschen flapsig,
- Lenin und seine politischen Freunde haben wenig Geduld. Anfang des 20. Jahrhunderts
- ist Russland eine absolutistische Monarchie. In der der Zar regiert.
- Die politische Opposition ist vor der zaristischen Polizei ins Ausland geflohen.
- Auch die Anhänger von Marx und Engels. Im Jahr 1903 kommt es unter den Mitgliedern
- der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands zum Streit.
- Alle wollen zwar den Kommunismus in Russland haben, aber wie schafft man das?
- Russland ist ein sehr rückständiges Land. Extrem von der Landwirtschaft geprägt.
- Zum Teil noch mit feudalistischen Strukturen aus dem Mittelalter. Aber Marx hat gelehrt, dass vor Sozialismus und Kommunismus
- der Kapitalismus entstehen und zu Grunde gehen muss. Muss es deshalb in Russland
- erst einmal eine bürgerliche Revolution geben? Damit der Absolutismus fällt?
- Eine kapitalistische Gesellschaft mit Industrieproletariat entstehen kann?
- Oder kann man diese Entwicklungsstufe überspringen? Und gleich in den Sozialismus gelangen?
- Genau das wollen Lenin und seine Anhänger. Es wird abgestimmt, und tatsächlich setzen die sich durch.
- Sie nennen sich ab sofort Bolschewiki. D.h. Mehrheitler.
- Eben weil sie die Mehrheit bei der Abstimmung haben. Die Minderheitler, die Menschewiki,
- die gehen den sozialdemokratischen Weg. Streben eine parlamentarische Demokratie an.
- Die Bolschewiki baut Lenin zu einer Kaderpartei aus. Also eine Partei von besonders geschulten und ausgebildeten Kräften,
- von Berufsrevolutionären. Sie leben für die Revolution in Russland.
- Die im Jahr 1917 dann auch gelingt. Lenin ist klar,
- dass er den Sozialismus nur mit Gewalt durchsetzen kann. Deshalb arbeitet er mit Terror.
- Und diese Terrorherrschaft erreicht unter Stalin ihren Höhepunkt. Mio. Menschen sterben für die Idee einer klassenlosen Gesellschaft.
- Der real existierende Sozialismus ist auch in der DDR weit von dem Idealbild entfernt,
- das Marx und Engels vielleicht einmal hatten. Auch in der DDR wird durch die Staatssicherheit Terror ausgeübt.
- Die Bürger werden von ihrer Führung sogar hinter der Mauer eingesperrt. Heute ist der Kommunismus als politische Idee,
- aber auch als Lehre nicht mehr wirklich bedeutend. Noch mal kurz zusammengefasst.
- Der Kommunismus ist eine Vorstellung und politische Ideologie von einer klassenlosen Gesellschaft.
- Der Sozialismus ist die Vorstufe zum Kommunismus, in der der Staat Wirtschaft und Gesellschaft zentral lenkt.
- Der Bolschewismus ist die radikalere Weiterentwicklung der Ideen vom Marxismus zum Marxismus-Leninismus.
- So, das war eine ganz kurze Begriffserklärung. Wenn ihr euch für andere historische Ereignisse interessiert,
- dann auf jeden Fall noch hier auf dem Kanal bleiben. Es gibt jede Menge andere Videos, schaut euch einfach mal um.
- Wenn ihr Fragen habt, einfach rein damit in die Kommentare. Danke euch fürs Zuschauen.
- Und bis zum nächsten Mal.
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