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Volksrepublik China
Grenzübergang zwischen Vietnam und China, Seitdem ist es zu massiver Binnenmigration aus den ländlichen Räumen in die Ballungszentren gekommen. Die Volkszä …
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Staat, Lage und Grunddaten
Die Volksrepublik China ist ein Staat in Ostasien. Sie wurde am 1. Oktober 1949 von Mao Zedong nach dem Sieg der Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg ausgerufen. Hauptstadt ist Peking, Amtssprache ist Chinesisch (Hochchinesisch); daneben sind Regionalsprachen anerkannt. Ende 2025 hatte das Land 1.404.890.000 Einwohner, eine Fläche von 9.596.961 km² und eine Bevölkerungsdichte von 146 Einwohnern je km². Damit ist China nach Indien das zweitbevölkerungsreichste Land und nach Gesamtfläche der viertgrößte Staat der Welt.
Die Verfassung bezeichnet China als sozialistischen Staat unter der „demokratischen Diktatur des Volkes“. Tatsächlich wird es autoritär bis totalitär von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) regiert. Staatspräsident, KPCh-Generalsekretär und oberster Befehlshaber der Armee ist seit 2012 Xi Jinping; Ministerpräsident ist Li Qiang. Die Währung heißt Renminbi (CNY), die einheitliche Zeitzone ist UTC+8.
China ist Atomwaffenstaat, ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und unter anderem Mitglied von WTO, Weltbank, APEC, BRICS, UNESCO, Interpol und G20. Es gilt je nach Quelle als aufstrebende oder bereits etablierte Supermacht neben den USA. Es ist weltgrößter Exporteur, zweitgrößter Importeur und besitzt die größte Industrieproduktion sowie das größte stehende Heer.
Naturraum, Klima und Umwelt
China erstreckt sich etwa 5.500 km von Norden nach Süden und 5.200 km von Westen nach Osten. Es grenzt an 14 Staaten und besitzt mit 22.133 km die längste Landgrenze aller Staaten; die Seegrenzen haben zusammen 14.500 km Küste. Die Landschaft fällt grundsätzlich von Westen nach Osten ab. Gebirge bedecken 33,3 %, Plateaus 26 %, Becken 18,8 %, Ebenen 12 % und Hügelland 9,9 % des Festlands.
Im Westen liegen Hochgebirge wie Himalaya, Tian Shan, Pamir und Altai sowie das Qinghai-Tibet-Plateau. Der Qomolangma (Mount Everest) an der Grenze zu Nepal ist mit 8.848,86 m der höchste Berg der Welt. Xinjiang und die Innere Mongolei sind sehr trocken; wichtige Wüsten sind Gobi und Taklamakan. Im Osten liegen große Schwemmebenen und Flussdeltas. Der Jangtse ist mit 6.300 km der längste Fluss Chinas und nach Nil und Amazonas der drittlängste der Welt; der Huang He ist 5.464 km lang. Der Poyang-See ist mit 3.583 km² der größte Süßwassersee, der Qinghai-See mit 4.583 km² der größte Salzsee. Der 1.801 km lange Kaiserkanal gilt als längster und ältester künstlicher Wasserweg der Welt.
Es gibt 18 Klimaregionen: vom kontinentalen Klima im Nordosten über Wüsten- und Gebirgsklima bis zu gemäßigtem Monsunklima im Osten sowie subtropischem und tropischem Klima im Süden. Die Niederschläge nehmen von Westen nach Osten und von Norden nach Süden zu: In zentralchinesischen Wüsten fallen kaum 100 Milliliter jährlich, im Südosten bis zu 3.000 mm. Fast der gesamte Niederschlag fällt im Sommer.
China besitzt eine besonders vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, obwohl natürliche Vegetation vielerorts verändert wurde. Es gibt über 7.000 Gehölzpflanzenarten und über 6.300 Wirbeltierarten. Zu seltenen oder endemischen Arten zählen Großer Panda, China-Alligator, Südchinesischer Tiger und Nipponibis. Anfang 2015 wurden 1.864 wild lebende Pandas gezählt, gegenüber 1.596 zehn Jahre zuvor. Über 2.700 Naturreservate bedecken zusammen 1,42 Millionen km² beziehungsweise rund 15 % des Landesterritoriums.
Dürren, Überschwemmungen, Taifune, Erdrutsche und Erdbeben sind häufig. Besonders schwere Fluten ereigneten sich 1998 und 2016. Erdbeben verursachen die größten menschlichen und wirtschaftlichen Schäden; jährlich treten im Durchschnitt etwa 20 Beben der Stärke 5,0 bis 5,9 auf. Der Wirtschaftsaufschwung brachte starke Umweltprobleme: 2018 lag China beim Environmental Performance Index auf Rang 120 von 180. 2018 emittierte es 11,2 Milliarden Tonnen CO₂. Die Führung will die Emissionen spätestens ab 2030 senken und bis 2060 Klimaneutralität erreichen.
Bevölkerung, Gesellschaft und Bildung
Die Bevölkerung wuchs nach 1949 zunächst rasch, weil die Säuglingssterblichkeit sank und die Lebenserwartung stieg. Die Ein-Kind-Politik wurde 1979 offiziell eingeführt und regional unterschiedlich, teils mit Zwang, durchgesetzt. Sie führte unter anderem zu nicht registrierten Geburten, selektiven Abtreibungen weiblicher Föten und einem unausgewogenen Geschlechterverhältnis: Seit 1997 kamen 1.200 Jungen auf 1.000 Mädchen. In besonders streng kontrollierten Regionen fehlen in den Jahrgängen 1980 bis 2010 rund 27 Millionen Mädchen.
Die Bevölkerungszahl erreichte 2021 mit 1,412 Milliarden ihren Höchststand und sinkt seitdem. Die Zwei-Kind-Politik ersetzte die Ein-Kind-Politik 2016, die Drei-Kind-Politik folgte 2021, doch die Geburtenzahl ging weiter zurück. 2023 gab es 6,39 Geburten je 1.000 Einwohner und 9,02 Millionen Geburten. 2025 sank die Einwohnerzahl um 3,4 Millionen; die Fertilitätsrate lag bei 0,98 Kindern je Frau.
Die Bevölkerung konzentriert sich im Osten: Östlich der Heihe-Tengchong-Linie lagen 1982 auf 43 % des Staatsgebiets etwa 94 % der Gesamtbevölkerung. Die Urbanisierung stieg von 17,9 % im Jahr 1978 auf 53,7 % beziehungsweise etwa 730 Millionen Stadtbewohner im Jahr 2013. Wichtige Ballungsräume sind das Jangtse-Delta, das Perlflussdelta sowie die Region Peking–Tianjin. Binnenmigration aus ländlichen Räumen in Städte ist sehr groß; die Volkszählung 2010 schätzte die Wanderbevölkerung auf 275 Millionen. Das Hukou-System, die Registrierung nach Herkunftsort, benachteiligt insbesondere Landbewohner beim Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.
91,51 % der Bevölkerung sind Han. Daneben sind 55 nationale Minderheiten anerkannt, darunter Zhuang, Uiguren, Hui, Mandschu, Miao, Yi, Tibeter und Mongolen. Minderheiten haben formal besondere Rechte, etwa Unterricht in eigener Sprache. Der Artikel beschreibt jedoch eine zunehmende Aushöhlung dieser Rechte sowie schwere Verfolgung und Assimilationspolitik gegenüber Uiguren und anderen muslimischen Minderheiten in Xinjiang.
Die Lebenserwartung stieg von 43,8 Jahren 1950 auf 78,6 Jahre 2023. Das soziale Sicherungssystem umfasst Versicherungen gegen Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit, Unfall und Mutterschaft, ist aber lokal unterschiedlich ausgestaltet und vor allem auf Arbeitnehmer ausgerichtet. 2017 gab es rund 28.000 Krankenhäuser. Bildung wird zentral geleitet, aber von Provinzen ausgestaltet. Die Schulzeit umfasst Grundschule und Sekundarschule; das Gao Kao ist die Abschlussprüfung nach zwölf Schuljahren und entscheidet über den Hochschulzugang. 2017 studierten 38 Millionen Menschen an Universitäten. Die Alphabetisierungsrate betrug 2001 98 %.
Historische Entwicklung
Im 19. Jahrhundert geriet das Qing-Kaiserreich durch Aufstände, Kriege und den Druck ausländischer Mächte in eine Krise. Nach dem Ersten und Zweiten Opiumkrieg sowie weiteren Niederlagen zwangen Ungleiche Verträge China zu Gebietsabtretungen, Zahlungen und Fremdbestimmung. Die Xinhai-Revolution von 1911 beendete die Qing-Dynastie; Sun Yat-sen wurde Übergangspräsident der Republik China. Yuan Shikai löste 1914 das Parlament auf und regierte diktatorisch.
Nach Yuans Tod zerfiel China in Gebiete rivalisierender Kriegsherren. Die KPCh wurde 1921 gegründet und arbeitete zunächst mit der Kuomintang zusammen. 1927 zerbrach diese Einheitsfront, nachdem Chiang Kai-shek Kommunisten verfolgen ließ. Mao Zedong baute auf dem Land kommunistische Stützpunkte auf und setzte sich während des Langen Marsches 1934/35 als Parteiführer durch. Der Krieg gegen Japan schwächte die Kuomintang. 1948/49 eroberte die Volksbefreiungsarmee Mandschurei, Nanjing und Shanghai; die Kuomintang floh nach Taiwan.
Unter Mao Zedong wurden ab 1949 Bodenreformen durchgeführt und Großgrundbesitzer enteignet. Der „Große Sprung nach vorn“ organisierte die Landbevölkerung ab 1958 in 26.000 Volkskommunen. Planungsfehler, Chaos und Naturkatastrophen führten laut Artikel von 1960 bis 1962 zu etwa 30 Millionen Hungertoten; in der Einleitung wird die Zahl der Opfer der dadurch ausgelösten Hungersnot auf schätzungsweise 45 Millionen beziffert. Die Kulturrevolution begann 1966. Rote Garden verfolgten Funktionäre und Intellektuelle, Schulen und Universitäten blieben teils jahrelang geschlossen. Nach Maos Tod im September 1976 endete sie mit der Verhaftung der „Viererbande“.
Deng Xiaoping setzte ab 1978 Reform und Öffnung durch: Die Planwirtschaft wurde schrittweise durch marktwirtschaftliche Elemente ergänzt, Sonderwirtschaftszonen geschaffen und ausländische Investitionen zugelassen. Politische Freiheiten wurden dagegen nicht entsprechend erweitert. Demonstrationen auf dem Tian’anmen-Platz wurden Anfang Juni 1989 gewaltsam beendet. Das Wirtschaftswachstum senkte laut Artikel die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze von 250 Millionen 1979 auf 45 Millionen 1999.
Von 2000 bis 2019 wuchs die Wirtschaft jährlich durchschnittlich um 8,9 %, das BIP versechsfachte sich. Seit Xi Jinpings Machtübernahme 2012 werden laut Artikel politische Kontrolle, Ideologie, Überwachung und internationale Durchsetzung nationaler Interessen verstärkt. Die strikte Null-Covid-Politik wurde nach Protesten abrupt beendet; internationale Experten schätzten rund zwei Millionen Todesfälle in der folgenden Infektionswelle.
Herrschaft, Rechte und Außenpolitik
China ist ein zentralistischer Einparteienstaat. Das Prinzip des „demokratischen Zentralismus“ bedeutet, dass politische Entscheidungen zuerst in der KPCh getroffen und anschließend durch den Staatsapparat umgesetzt werden. Eine Gewaltenteilung gibt es nicht. Der Nationale Volkskongress ist formal das höchste Staatsorgan, hat etwa 3.000 Abgeordnete und tritt meist jährlich zusammen; sein Ständiger Ausschuss verabschiedet die meisten Gesetze. Die KPCh verfügt jedoch über parallele Parteistrukturen in allen staatlichen Organen und trifft die maßgeblichen Entscheidungen.
Das Machtzentrum der KPCh ist der siebenköpfige Ständige Ausschuss des Politbüros. Xi Jinping vereint die Ämter des Generalsekretärs, Staatspräsidenten und Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission. 2018 wurde die Begrenzung der Präsidentschaft auf zwei Amtszeiten aus der Verfassung gestrichen. Die Verwaltung umfasst unterhalb der Nationalebene Provinzen, autonome Regionen, regierungsunmittelbare Städte, Sonderverwaltungszonen, Bezirke, Kreise, Gemeinden und Dörfer. Taiwan wird in der offiziellen Darstellung als 23. Provinz betrachtet.
Der Artikel berichtet über zunehmende Repressionen, Zensur und Überwachung. Menschenrechtsorganisationen werfen China schwere Menschenrechtsverletzungen vor, etwa gegenüber Uiguren und Tibetern. Die Zahl der Hinrichtungen ist Staatsgeheimnis; China gilt aber als Land mit den meisten vollstreckten Todesstrafen. Schätzungen zufolge gab es 2017 176 Millionen Überwachungskameras, bis 2020 zwischen 567 und 600 Millionen. Ein landesweites Sozialkreditsystem für Bürger war bis 2023 nicht eingeführt und wurde vorwiegend auf Unternehmen angewendet. Im Demokratieindex 2024 erreichte China 2,11 von 10 Punkten und Rang 145 von 167; beim Freedom in the World Index 2024 9 von 100 Punkten.
Außenpolitisch will China seine Stellung als Weltmacht ausbauen, Ressourcen und Handelswege sichern und nationale Interessen durchsetzen. Die seit 2013 verfolgte Neue Seidenstraßen-Initiative („One Belt, One Road“) verbindet Handels-, Infrastruktur- und Einflussprojekte. Gegenüber Taiwan gilt die Ein-China-Doktrin: Staaten mit Beziehungen zu Peking sollen Taiwan nicht als eigenständigen Staat anerkennen. Taiwan war nie Teil der Volksrepublik, doch Peking strebt eine Vereinigung unter „Ein Land, zwei Systeme“ an und schließt Gewalt unter bestimmten Voraussetzungen nicht aus. Konflikte bestehen besonders mit den USA, im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer, mit Indien sowie im Verhältnis zu Japan; zugleich sind die Beziehungen zu Russland und Pakistan eng.
Wirtschaft, Forschung und Infrastruktur
China gehörte 1949 mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 54 US-Dollar zu den ärmsten Staaten. Die Weltbank zählt es seit 2016 zu Ländern mit Einkommensniveau im oberen Mittelfeld. Für 2024 nennt der Artikel ein nominales BIP von 19 Billionen US-Dollar und ein BIP nach Kaufkraftparität von 38 Billionen US-Dollar. 2018 entfielen 52 % des BIP auf Dienstleistungen, über 40 % auf Industrie und 7 % auf Landwirtschaft. Die Einkommensungleichheit ist hoch: Der Gini-Koeffizient lag je nach Berechnung zwischen 42,2 % und 61 %.
Die staatliche Strategie Made in China 2025 soll Schlüsselindustrien wie künstliche Intelligenz, Telekommunikation, Luftfahrt, Elektrofahrzeuge und Halbleiter fördern und die technologische Abhängigkeit vom Ausland verringern. China ist bei Elektrobatterien seit 2017 Weltmarktführer mit über 50 % Marktanteil. Zugleich ist es bei modernen Computerchips vom Ausland abhängig; die USA verhängten im Oktober 2022 Ausfuhrbeschränkungen für Hightech-Chips und Herstellungsmaschinen. Forschungsausgaben betrugen 2017 2,17 % des BIP; 2023 überholte China die USA im Nature Index.
Die Landwirtschaft verfügt über 10 % der weltweiten Ackerfläche, soll aber 22 % der Weltbevölkerung ernähren. Sie beschäftigte über 300 Millionen Landwirte und erbrachte 2019 etwa 7 % des BIP. Wichtige Erzeugnisse sind Reis, Weizen, Kartoffeln, Tee, Mais, Sojabohnen und Schweinefleisch. Der Dienstleistungssektor wuchs besonders durch Handel, Tourismus und E-Commerce; 2018 wurden 40 % des weltweiten Online-Handels in China abgewickelt.
Der Staat investierte stark in Infrastruktur. China besitzt seit 2008 bis 2018 mit 29.000 km das weltweit größte Hochgeschwindigkeitsschienennetz. 2016 gab es über vier Millionen km Straßen. Mehr als 20 Tiefwasserhäfen liegen an der Küste; der Hafen von Shanghai ist seit 2009 nach Güterumschlag der größte der Welt. Ende 2015 umfasste der allgemeine Luftfahrtsektor mehr als 300 Flughäfen.
China ist weltweit größter Energieverbraucher; Kohle ist weiterhin zentral und verursacht starke Luftverschmutzung. Gleichzeitig baut das Land Kernkraft sowie erneuerbare Energien massiv aus. 2021 lag die installierte Windkraftleistung bei 338,31 GW. In den ersten beiden Quartalen 2024 wurden pro Woche durchschnittlich 5 GWp Solar- und Windenergie installiert; damit erreichte China sein Ausbauziel für erneuerbare Energien bis 2030 bereits 6,5 Jahre früher. In der Raumfahrt landete Chang’e 4 am 3. Januar 2019 erstmals auf der Rückseite des Mondes, Zhurong am 14. Mai 2021 auf dem Mars; die erste Ausbauphase der Chinesischen Raumstation war am 3. November 2022 abgeschlossen.