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Kleinbürger
Kleinbürger hießen ursprünglich jene Angehörigen des Bürgertums, die dessen unterster Schicht angehörten, wie Handwerker, kleine Kaufleute, Volksschullehrer …
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Bedeutung des Begriffs
Kleinbürger bezeichnete ursprünglich Angehörige der untersten Schicht des Bürgertums. Dazu zählten beispielsweise Handwerker, kleine Kaufleute und Volksschullehrer; der Gegenbegriff war das Großbürgertum. Nach dem Duden bedeutet das Wort heute entweder „Angehöriger des unteren Mittelstandes“ oder, abwertend, „Spießbürger“.
„Kleinbürgerlich“ bekam neben der sozialen Einordnung eine negative moralische Bedeutung. Gemeint war damit eine als beschränkt dargestellte Sichtweise, die nur auf die eigene kleine Welt bezogen sei. Diese Abwertung wird als Folge der negativen Verwendung des älteren Begriffs „Spießbürger“ beschrieben.
Kleinbürger im Marxismus
In der marxistisch-leninistischen Terminologie sind Kleinbürger Nichtproletarier, die keinen festen Klassenstandpunkt hätten und sich der jeweils herrschenden Klasse anpassten. „Kleinbürgerlich“ kann dort auch ideologisches Abweichen bezeichnen, selbst wenn es bei Proletariern vorkommt.
Ökonomisch stehen Kleinbürger zwischen Lohnarbeitern und Kapitalisten. Mit Lohnarbeitern verbindet sie, dass sie von ihrer eigenen Arbeit leben müssen. Mit Kapitalisten verbindet sie, dass sie eigene Produktionsmittel benutzen und ihr Arbeitsprodukt als eigene Ware verkaufen. Produktionsmittel sind die Mittel, mit denen etwas hergestellt wird. Meist handelt es sich um Einzelarbeiter. Deshalb ist die Abgrenzung besonders gegenüber Bauern schwierig, vor allem gegenüber dem in leninistischer Terminologie genannten „Mittelbauern“.
Marxistische Autoren kritisierten die Abgrenzung der Kleinbürger vom Proletariat und ihre fehlende Solidarisierung mit kommunistischen Bestrebungen, weil sie darin ein Hindernis für eine Revolution sahen. Karl Marx schrieb 1848 im Kommunistischen Manifest: „In Deutschland bildet das […] Kleinbürgertum die eigentliche Grundlage der bestehenden Zustände.“ Max Horkheimer notierte um 1960, Arbeiter in Industriestaaten würden größtenteils „miese Kleinbürger“, während Klassengegensätze weiter bestünden. Metz/Seesslen schrieben später, der Kapitalismus vernichte mit der Abschaffung von Privilegien für untere und mittlere Teile des Kleinbürgertums soziale Grundlagen der Demokratie; das Kleinbürgertum könne „zur Gefahr für alles und jedes“ werden.
Die Frage des Kleinbürgertums nimmt nach dem Artikel einen wichtigen Platz in der Geschichte der kapitalistischen Gesellschaft und des Klassenkampfes ein.