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Klassische Musik
Neue Musik, Moderne und Postmoderne. Impressionismus (ca. 1890 bis 1920); Expressionismus (ca. 1906 bis 1930); Atonale Musik (ca. ab 1906); Neoklassizismus …
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Bedeutung und Abgrenzung
„Klassische Musik“ hat im deutschen Sprachraum je nach Zusammenhang verschiedene Bedeutungen. Im musikwissenschaftlich engen Sinn bezeichnet der Begriff die europäische Kunstmusik der Epoche „Klassik“, die etwa von 1730 bis 1830 dauerte. Im umgangssprachlichen Sinn kann damit die gesamte Tradition der europäischen Kunstmusik über mehrere Epochen hinweg gemeint sein. Außerdem wird „populäre Klassik“ für neuere Unterhaltungsmusik verwendet, die im Stil klassischer Werke komponiert ist.
Das Wort „klassisch“ wird auch auf außereuropäische Musiktraditionen mit einem historisch etablierten Repertoirekanon angewendet, etwa auf klassische indische Musik. Ebenso können populäre Traditionen mit einem solchen Kanon als klassisch bezeichnet werden, zum Beispiel klassischer Jazz.
Zentrale Merkmale
Typisch für die westliche klassische Musikausübung ist die Trennung verschiedener Rollen: Dem Komponisten wird ein besonderes Maß an Inspiration zugeschrieben, der Aufführende gilt als vergleichsweise handwerklich tätig, und das Publikum wird als gesitteter Zuhörer verstanden. Im Mittelpunkt stehen meist notierte musikalische Werke. Sie bilden die Grundlage einer Musikgeschichte, die nach Epochen und Gattungen gegliedert ist.
Wegen der großen stilistischen Bandbreite lassen sich jedoch kaum Merkmale nennen, die für jede klassische Musik gelten. Dazu gehören beispielsweise der mittelalterliche Gregorianische Choral, romantische Symphonien des 18. und 19. Jahrhunderts sowie avantgardistische atonale Kompositionen des 20. Jahrhunderts.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der europäischen Kunstmusik ist das Notensystem, das etwa seit dem 11. Jahrhundert verwendet wird. Katholische Mönche entwickelten frühe Formen der modernen europäischen Notation, um die Liturgie in der gesamten Kirche zu vereinheitlichen. Für die seit dem späten 13. Jahrhundert entstandene klassische Musik war die unveränderliche Anwendung einer standardisierten, präzisen Mensuralnotation und deren genaue Aufführung grundsätzlich kennzeichnend. Seit dem 20. Jahrhundert wird auf diese feste Notations- und Aufführungspraxis teilweise wieder verzichtet.
Ab dem 12. Jahrhundert entwickelte die europäische Kunstmusik die Polyphonie. Darunter versteht man Mehrstimmigkeit, bei der mehrere Stimmen gleichzeitig erklingen und dennoch eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Für außereuropäische Musik wird der Begriff Polyphonie von Musikethnologen häufig vermieden. „Klassische Musik“ kann deshalb auch als Bezeichnung für mehrstimmige Kunstmusik verstanden werden, wie sie vor etwa 1000 Jahren im Mittelalter entstand.
Im Unterschied zu vielen populären Musikstilen, die vor allem die strophische Liedform oder deren Ableitungen verwenden, entwickelte die klassische Musik eigenständige Formen der Instrumentalmusik. Dazu gehören Symphonie, Konzert, Fuge und Sonate. Zu den gemischten vokal-instrumentalen Formen zählen Oper, Kantate und Messe. Die ersten Sinfonien entstanden ab Mitte des 18. Jahrhunderts während der Epoche der eigentlichen Klassik; das Sinfonie-Ensemble und die Sinfonie wurden zu herausragenden Merkmalen. Klassische Musik wird außerdem in der Regel einer gebildeten sozialen Gruppe zugerechnet.
Instrumente und Gesang
Die in der klassischen Musik verwendeten Instrumente wurden überwiegend vor der Mitte des 19. Jahrhunderts, häufig schon deutlich früher, erfunden und im 18. und 19. Jahrhundert systematisiert. Eine zentrale Besetzung ist das Sinfonieorchester. Es umfasst Instrumente aus vier Familien: Streichinstrumente, Holzblasinstrumente, Blechblasinstrumente und Schlaginstrumente.
Daneben werden Soloinstrumente wie Klavier, Cembalo und Orgel eingesetzt. Aus einzelnen Instrumentengruppen oder Instrumenten können kleinere Klangkörper gebildet werden, etwa ein Kammerorchester, ein Harmonieorchester oder ein anderes Ensemble. Besonders in der Alten Musik kommen auch nicht-sinfonische Instrumente wie Theorben oder Gamben vor.
Auch die Gesangspraxis veränderte sich im Lauf der Zeit. Im Mittelalter stand der einzeilige, monophone Gregorianische Gesang der Mönche. In der Renaissance und in späteren Epochen entstanden dagegen komplexe, polyphone Chorwerke, in denen mehrere selbstständige Gesangsmelodien gleichzeitig erklingen.
Weitere Verwendungen des Begriffs
Bei Musikkulturen außerhalb der eigenen Kultur wird ebenfalls von klassischer Musik gesprochen, wenn ältere Traditionen von moderner Popularmusik abgegrenzt werden sollen. Beispiele sind klassische arabische, türkische, indische und chinesische Musik.
„Klassisch“ kann außerdem im Gegensatz zu elektronisch verstärkter Popmusik das klassische Instrumentarium bezeichnen. In diesem weiteren Sinn können auch populäre Formen wie Tanzmusik, Blasmusik, Sinfonik in der Filmmusik oder gehobene Unterhaltungsmusik zur klassischen Musik gerechnet werden.
Schließlich werden auch andere, etwa populäre Musikstile als klassisch bezeichnet, wenn sie sich an den Ursprüngen einer bestimmten Tradition orientieren. Beispiele sind klassischer Rock ’n’ Roll und klassischer New-Orleans-Jazz.