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Notensystem (Musik)

Ein Notensystem (auch Notenlinien oder Notenzeile) ist eine Gruppe von waagerechten, gleichabständigen und parallelen Linien, die in der westlichen Notation …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundaufbau und Funktion
  2. 2. Entwicklung und andere Liniensysteme
  3. 3. Abweichende Systeme
  4. 4. Akkolade und gemeinsames Musizieren
  5. 5. Geschweifte und eckige Klammern

Grundaufbau und Funktion

Ein Notensystem, auch Notenlinien oder Notenzeile, ist eine Gruppe waagerechter, gleichabständiger und paralleler Linien. In der westlichen Musiknotation bildet es ein Raster, mit dem Tonhöhen notiert werden. Üblicherweise besteht ein Notensystem aus fünf Linien.

Notenzeichen werden entweder auf einer Linie oder in einem Linienzwischenraum gesetzt. Ein Notenschlüssel ordnet jeder Linie und jedem Zwischenraum eine bestimmte Tonstufe zu. Dadurch lässt sich ablesen, welche Tonhöhe ein Zeichen meint. Töne außerhalb des eigentlichen Systems können mit Hilfslinien notiert werden.

Linien und Zwischenräume werden von unten nach oben gezählt: Die erste Linie ist die unterste.

Entwicklung und andere Liniensysteme

Notenlinien werden in der abendländischen Musik seit dem 10. Jahrhundert verwendet. Sie ermöglichten es, bei zuvor adi­astematischen Neumen die Tonhöhe genau zu erfassen. Adiastematische Neumen gaben also keine genau erkennbare Tonhöhe an; diastematische Neumen machen sie erkennbar.

Zunächst waren eine oder zwei Linien gebräuchlich. Nach Guido von Arezzos Erweiterung auf drei und vier Linien im Terzabstand um 1025 setzte sich allmählich das heute übliche System mit fünf Linien durch. Die seit dem 12. Jahrhundert für einstimmige Melodien verwendete Choralnotation mit vier Linien wird gelegentlich noch heute eingesetzt.

Für Saiteninstrumente sind seit dem 14. Jahrhundert Tabulaturen, also Griffschriften, gebräuchlich. Bei ihnen entspricht die Zahl der Linien der Zahl der Saiten; auf den Linien wird der Ort für die Greifhand notiert.

Abweichende Systeme

In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden weitere Liniensysteme. Klavarskribo orientiert sich an der Lage der schwarzen und weißen Klaviertasten. Andere Systeme versuchen, ein kontinuierliches Tonhöhensystem darzustellen. Diese Ansätze wurden jedoch kein allgemeiner Standard.

Zeitgenössische Partituren verwenden je nach Bedarf auch Systeme, die vom fünflinigen System abweichen. Für Schlag- und Rhythmusinstrumente sind ein- bis vierlinige Systeme gebräuchlich. Selbst bei einem einlinigen System kann oberhalb und unterhalb der Linie notiert werden. In Verbindung mit verschiedenen Notenköpfen reicht dies für einige Zwecke aus.

Akkolade und gemeinsames Musizieren

Bei mehrstimmiger Musik können mehrere übereinander stehende Notensysteme am linken Rand durch eine geschweifte oder eckige Klammer als zusammengehörig gekennzeichnet werden. Eine solche Gruppe heißt Akkolade, nach der französischen Bezeichnung für die geschweifte Klammer, oder ebenfalls System. Die einzelnen Fünflinien-Systeme innerhalb dieses Systems heißen dann Zeilen.

Noten für Töne, die gleichzeitig erklingen sollen, stehen in den verbundenen Systemen genau übereinander. Welche Klammer verwendet wird, hängt davon ab, ob die Systeme zu einem einzelnen Instrument oder zu einer Gruppe verschiedener Instrumente gehören.

Geschweifte und eckige Klammern

Eine geschweifte Klammer verbindet mehrere Systeme, die ein einzelnes Instrument spielen soll, zum Beispiel Klavier, Harfe oder Akkordeon. Bei der Orgel verbindet sie die beiden Systeme für die Klaviatur, die Manuale, häufig jedoch nicht auch das System für das Pedal. Auch gleiche Instrumente einer Gruppe, etwa Horn I bis IV in einer Orchesterpartitur, werden mit einer geschweiften Klammer verbunden. Diese steht dann links von der eckigen Klammer, welche die gesamte Instrumentengruppe zusammenfasst. Verbundene Systeme erhalten durchgehende Taktstriche.

Eine eckige Klammer verbindet die Systeme einer Instrumentengruppe, etwa Streicher, Blechbläser, Holzbläser oder Schlagwerk. Vom obersten bis zum untersten System der Gruppe verlaufen dabei durchgezogene Taktstriche. Auch Chorstimmen werden mit einer eckigen Klammer verbunden. Weil unter beziehungsweise zwischen ihren Systemen Text notiert wird, erhalten sie aber keine durchgehenden Taktstriche.

Die eckige Klammer heißt auch Chorklammer oder Balkenklammer. Die zweite Bezeichnung erklärt sich daraus, dass Notenstecher sie mit dem auch für Balken verwendeten Stichel stachen. Deshalb hat sie traditionell dieselbe Strichstärke wie Balken.

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