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KiK

Für diese Kampagne nutzt KiK verschiedene Werbemittel, darunter die Social-Media-Kanäle, Influencer-Kooperationen und Fernseh- und Radiowerbung. Ziel der …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung und Unternehmensstruktur
  3. 3. Standorte, Produktion und Beschäftigte
  4. 4. Sortiment, Werbung und Sponsoring
  5. 5. Nachhaltigkeit und soziales Engagement
  6. 6. Kritik, Image und Auszeichnungen

Überblick und Bedeutung

KiK Textilien und Non-Food GmbH ist ein deutscher Textil- und Non-Food-Discounter mit Sitz in Bönen. Das Unternehmen wurde im April 1994 von Stefan Heinig zusammen mit der Unternehmensgruppe Tengelmann gegründet. Der Name KiK ist ein Akronym für „Kunde ist König“. KiK verkauft vor allem Kleidung, Wohntextilien, Dekorationsartikel und Haushaltsprodukte zu niedrigen Preisen.

Mit 2400 Filialen ist KiK die größte Textil- und Non-Food-Kette in Deutschland. Insgesamt betreibt das Unternehmen mehr als 4200 Filialen in Deutschland, Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Polen, den Niederlanden, Italien, Rumänien, Bulgarien, Spanien und Portugal. 2025 beschäftigte KiK rund 32.000 Mitarbeiter, davon über 19.000 in Deutschland. Der Umsatz lag 2023 bei 2,4 Milliarden Euro. Im deutschen Textilhandel gehört KiK zu den zehn größten Anbietern.

Entwicklung und Unternehmensstruktur

Die erste KiK-Filiale öffnete 1994 in Düsseldorf-Gerresheim in einem ehemaligen Blumenladen. Bis 1996 entstanden 228 Geschäfte in Deutschland. 1998 begann die internationale Expansion mit Filialen in Österreich. Ein Versuch, ab 2000 in Dänemark Fuß zu fassen, scheiterte; die bis dahin 17 Filialen wurden 2002 wieder geschlossen.

Ab 2007 expandierte KiK verstärkt nach Osteuropa, zunächst nach Slowenien und Tschechien, 2008 nach Ungarn und in die Slowakei. 2010 wurde in Berlin die dreitausendste Filiale eröffnet. 2011 folgte Kroatien, 2012 Polen. Seit April 2013 betreibt KiK einen Online-Shop. Später kamen unter anderem die Niederlande, Italien, Bulgarien, Spanien und Portugal hinzu. Pläne für eine Expansion in die USA im Jahr 2019 wurden verworfen.

Im Dezember 2020 übernahm die Tengelmann-Gruppe die restlichen Anteile des Gründers Stefan Heinig. Diese Anteile lagen zuvor über die H. H. Unternehmensgruppe bei 15,2 Prozent. KiK gehört zur Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH.

Zur Geschäftsführung gehören laut Artikel Ulrich Hanfeld als Vorsitzender der Geschäftsführung, Christian Kümmel und Agnieszka Jaworska. Christian Kümmel übernahm zum 1. August 2025 das Amt des Finanzvorstands (CFO), Agnieszka Jaworska wurde zum 1. November 2025 Geschäftsführerin (CCO), Ulrich Hanfeld komplettiert seit dem 1. Juni 2026 als CEO die Geschäftsführung.

Am 24. März 2026 gab KiK bekannt, Hunderte Filialen in Europa zu schließen, darunter 135 in Deutschland. Bis Ende 2026 soll die Zahl der Geschäfte europaweit um etwa 225 auf rund 4.000 sinken. In Deutschland sollen rund 2200 Filialen verbleiben. KiK erklärte, die Maßnahme diene der strategischen Bereinigung des Filialnetzes und der Steigerung der Profitabilität; Kündigungen seien nicht geplant.

Standorte, Produktion und Beschäftigte

KiK ist neben Deutschland in 13 weiteren europäischen Ländern vertreten. Die Filialen liegen häufig in der Nähe anderer Discounter oder in Fachmarktzentren. Neben den Filialen verfügt KiK über Lager in Bönen, Holzwickede sowie in Polen und der Slowakei.

KiK besitzt keine eigenen Produktionsstätten. Die Ware wird vor allem in Asien hergestellt, besonders in China und Bangladesch. Das Unternehmen arbeitet mit rund 800 Direktlieferanten. 2006 entwickelte KiK einen Code of Conduct, also einen Verhaltenskodex. Darin sind grundlegende Arbeitsrichtlinien und Sozialstandards beschrieben, die bei der Herstellung beachtet werden sollen. KiK verzichtet nach eigenen Angaben auf Zwischenhandel und importiert die Waren zu 98 Prozent direkt über den Seeweg.

Von den rund 32.000 Beschäftigten arbeiten 93 Prozent im Filialbereich. Die Frauenquote liegt bei 91 Prozent, Führungspositionen sind zu 58 Prozent mit Frauen besetzt. KiK bietet verschiedene Ausbildungswege an, darunter Ausbildungen im Einzelhandel, Bürobereich, in der Personaldienstleistung und im Bauzeichnen sowie duale Studiengänge wie Bachelor of Arts – Wirtschaft und Management oder Bachelor of Science Bekleidungstechnik. 2024 stellte KiK 520 Auszubildende ein.

Das Unternehmen startete 2011 eine Imagekampagne als Arbeitgeber, nachdem es wegen seines Rufs in der Kritik stand. Dabei warben eigene Beschäftigte mit Aussagen wie „Die Arbeit macht hier richtig Spaß“ für KiK. Anfang 2025 folgte eine weitere Arbeitgeberkampagne mit Plakaten, Postkarten, digitalen Formaten und Erfahrungsberichten von über 120 Mitarbeitern. In der Studie „Working in Fashion“ der Textilwirtschaft erreichte KiK 2019 unter 40 Modeunternehmen den 10. Platz im Arbeitgeber-Ranking.

Sortiment, Werbung und Sponsoring

KiK verkauft Bekleidung, Wohntextilien, Dekorationsprodukte und Haushaltsprodukte. Etwa die Hälfte des Angebots besteht aus Kleidung für Damen, Herren und Kinder. Dazu gehören Alltagsmode, Freizeitbekleidung, saisonale Artikel wie Winterjacken oder Sommermode sowie Nacht- und Sportbekleidung. Die übrigen Produkte sind Non-Food-Artikel, also Waren, die keine Lebensmittel sind.

Im Bereich Wohnen und Dekoration bietet KiK unter anderem Vorhänge, Kissen, Bettwäsche, Tischdecken, saisonale Dekorationen, kleinere preisgünstige Möbelstücke, Wanddekorationen, Kerzen und Vasen an. Im Haushaltsbereich gehören Küchenutensilien, Reinigungsprodukte und Aufbewahrungsprodukte zum Sortiment.

KiK sieht sich selbst als Nahversorger und achtet auf schnelle und einfache Erreichbarkeit der Filialen. Seit einer Erneuerung des Ladendesigns werden im Eingangsbereich vor allem saisonale, monatlich wechselnde Waren und Angebote präsentiert. Der Non-Food-Bereich liegt im hinteren Teil der Ladenfläche. Das neue Ladendesign soll bis 2028 europaweit umgesetzt werden.

Für Werbung nutzt KiK Anzeigen, Prospekte, Rundfunk, Fernsehen, Social Media und Influencer-Kooperationen. 2023 startete die internationale Kampagne „KiK – Mehr als du denkst“, die auch das Non-Food-Angebot bekannter machen sollte. Im Sport war KiK unter anderem Hauptsponsor von Arminia Bielefeld, Werder Bremen, Hansa Rostock und dem VfL Bochum sowie Premiumpartner des 1. FC Köln. Im Entertainment arbeitete KiK unter anderem mit Verona Pooth und Anni Friesinger-Postma zusammen und trat als Sponsor des RTL-II-Formats Curvy Supermodel auf.

Nachhaltigkeit und soziales Engagement

KiK beschreibt verschiedene Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement. Dazu gehören Produkte aus Bio-Baumwolle, stromsparende LED-Beleuchtung und das Ziel, bis 2030 den CO2-Ausstoß zu senken sowie energieeffizientere Logistikprozesse einzuführen. Am 1. Juni 2015 trat KiK dem Bündnis für nachhaltige Textilien bei, das 2014 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gegründet worden war.

Seit dem 1. Oktober 2015 verkauft KiK keine Plastiktüten mehr. Dadurch sollen jährlich 33 Millionen Plastiktüten eingespart werden. Außerdem reduziert KiK nach eigenen Angaben Abfall, indem Waren über mehrere Saisons hinweg angeboten werden, statt sie zu vernichten.

Im sozialen Bereich nennt KiK besonders die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Produktionsländern. Nach dem Fabrikeinsturz von Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013 trat KiK dem Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh bei. Dieses verbindliche Abkommen sollte Brandschutz- und Sicherheitsstandards verbessern. KiK unterstützt außerdem unabhängige Fabrikprüfungen, Schulungen zur Arbeitssicherheit und Arbeitnehmerrechten. 2022 unterzeichnete KiK als erstes deutsches Unternehmen den Accord Pakistan.

KiK unterstützt Bildungsprojekte in Produktionsländern wie Bangladesch und Pakistan. In Bangladesch finanziert das Unternehmen gemeinsam mit dem gemeinnützigen Träger UCEP vier Schulen mit insgesamt 2000 Kindern. In Deutschland spendet KiK an lokale gemeinnützige Organisationen. Außerdem unterstützt KiK die Stiftung Help and Hope und ist Mitglied bei Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V.

Kritik, Image und Auszeichnungen

KiK stand mehrfach in der Kritik. In Österreich scheiterte 2007 eine Betriebsratswahl. Der Kandidat Andreas Fillei wurde nicht zugelassen, kurz darauf fristlos entlassen und erhielt Hausverbot. Das Arbeits- und Sozialgericht Wien erklärte die Entlassung für rechtswidrig und hob das Hausverbot auf. Gewerkschafter und Beschäftigte warfen dem Unternehmen außerdem vor, Abschlussarbeiten trotz niedriger Gehälter nicht auszuzahlen.

Auch Arbeitsbedingungen und Löhne in Deutschland wurden kritisiert. Eine Reportage berichtete über abgeschlossene Notausgänge in Filialen. 2009 ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz, weil KiK seit Januar 2008 regelmäßig Beschäftigte bei Creditreform überprüft hatte; insgesamt gab es über 49.000 Anfragen. Das Verfahren wurde eingestellt, weil keine systematische Aussiebung nachweisbar war. 2007 zeigte ver.di KiK wegen Lohndumping an, das Verfahren wurde mangels strafrechtlicher Hinweise eingestellt. 2010 kündigte KiK einen Mindestlohn von 7,50 Euro ab dem 1. Oktober 2010 an. Seit dem 1. Januar 2015 zahlt KiK flächendeckend den Mindestlohn.

Besonders stark wurde KiK wegen Arbeitsbedingungen in Zulieferländern kritisiert. 2012 starben bei einem Brand in der pakistanischen Fabrik Ali Enterprises, die KiK belieferte, 255 Menschen. KiK zahlte den Angehörigen und Hinterbliebenen freiwillig insgesamt 6,15 Millionen US-Dollar. Eine Klage auf Schmerzensgeld gegen KiK wurde 2018 vom Landgericht Dortmund wegen Verjährung abgewiesen; das Oberlandesgericht Hamm bestätigte das Urteil. Beim Einsturz von Rana Plaza in Bangladesch 2013 starben über 1000 Menschen. Laut Artikel wurde zum Zeitpunkt des Unglücks dort nicht für KiK produziert, ein KiK-Importeur hatte aber bis kurz vor dem Einsturz in der Fabrik produzieren lassen. KiK zahlte eine Million US-Dollar in den Entschädigungsfonds.

Zwischen 2019 und 2023 wurde im europäischen Schnellwarnsystem RAPEX und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mehrfach vor gefährlichen Produkten aus dem KiK-Sortiment gewarnt, unter anderem wegen erhöhtem Bleigehalt, verbotenen Azofarbstoffen, Formaldehyd und Biozid. Als Mitglied im Textilbündnis schloss sich KiK 2016 einer Entscheidung an, 100 problematische Chemikalien in der Textilproduktion schrittweise zu ersetzen oder nur in sehr niedrigen Konzentrationen zu verwenden.

Das Image bei Kunden ist gemischt. KiK hat laut German Brand Awards in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von 98 Prozent. Viele Kunden schätzen niedrige Preise und die Nähe der Filialen, zugleich wirken frühere Vorfälle in den Zulieferländern kritisch auf das Bild des Unternehmens. 2011 lagen KiK und Schlecker in einer CSR-Tracker-Studie des IFH Köln am Ende von 46 untersuchten Handelsunternehmen. 2018 belegte KiK im Ranking der umsatzstärksten Textilunternehmen Deutschlands Platz 5. 2024 erhielt KiK den German Brand Award für die Kampagne „KiK – Mehr als du denkst“ in den Kategorien „Brand Communication – 360° Campaign“ und „Brand Strategy of the Year“.

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