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Akronym
Akronyme, die aus Initialen zusammengesetzt sind und ausbuchstabiert werden und mit Endbetonung ausgesprochen werden, wie WM · Akronyme, die aus Initialen …
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Begriff und Definitionen
Ein Akronym ist ein Sonderfall der Abkürzung: Es entsteht, indem Anfangsbestandteile von Wörtern oder Wortgruppen zusammengefügt werden. Für den Begriff gibt es zwei konkurrierende Definitionen.
Nach großen deutschen Wörterbüchern wie Duden und Wahrig besteht ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter. Beispiele sind EDV für „elektronische Datenverarbeitung“, ADAC, PC und TÜV. Abkürzungen wie „Abk.“, „lt.“, „Betr.“ oder „kpl.“ gehören danach nicht dazu.
Sprachwissenschaftliche Fachlexika fassen den Begriff weiter: Ein Akronym wird aus Anfangsbuchstaben oder Anfangssilben einer Wortgruppe oder eines Kompositums gebildet und als Wort verwendet. Hadumod Bußmann berücksichtigt daher auch gekürzte Anfangssilben. Der Artikel weist darauf hin, dass die dort verwendete Einteilung überarbeitungsbedürftig sein könnte.
Bildungsformen
Initialwörter bestehen nur aus Initialen, also den Anfangsbuchstaben der zugrunde liegenden Wörter. LASER steht beispielsweise für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“. SPQR für „Senatus Populusque Romanus“ ist seit etwa 80 v. Chr. in Gebrauch.
Silbenkurzwörter oder Silbenwörter werden aus gekürzten Anfangssilben gebildet. Dazu gehören Kripo (Kriminalpolizei), Trafo (Transformator), Elko (Elektrolytkondensator) und Stasi (Staatssicherheit). Verwandt sind Kopfwörter wie Auto, Antifa und Akku sowie Schwanzwörter wie Bus aus Omnibus. Kunstwörter wie Haribo, Adidas und Unimog setzen ebenfalls Anfänge mehrerer Wörter zu gut sprechbaren Formen zusammen.
Mischformen verbinden Initial- und Silbenbildung, zum Beispiel Azubi, BAföG und Bufdi. Nach Bußmann können Akronyme aus Initialen bestehen und buchstabiert werden, wie WM, ein phonetisches Wort bilden, wie AIDS, oder Buchstaben mit silbischem Wert enthalten, wie NATO.
Spezielle und ähnliche Formen
Ein Apronym ergibt zugleich ein bereits vorhandenes Wort und hat meist einen beabsichtigten Bezug zur bezeichneten Sache. Beispiele sind BIOS („Basic Input Output System“), ELSTER („ELektronische STeuer-ERklärung“) und TRUDE („Tief Runter Unter Die Elbe“). Wenn die Anfangsbuchstaben nicht ausreichen, können auch Buchstaben aus Wortmitten verwendet werden, etwa bei BADGER.
Ein Backronym ist ein Wort, das erst nachträglich eine oft scherzhafte Bedeutung als Abkürzung erhält, etwa „Team“ als „Toll, ein anderer macht’s“. Mehrschichtige Akronyme sind verschachtelt: BDSM umfasst B&D, D&S und S&M, also „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Rekursive Akronyme enthalten in ihrer Auflösung sich selbst, etwa GNU für „GNU’s Not UNIX“ oder PHP für „PHP: Hypertext Preprocessor“.
Ähnlich, aber nach den genannten Definitionen kein Akronym, ist ein Buchstabenwort oder Buchstabenkurzwort aus beliebigen Buchstaben der Vollform. DAX steht für „Deutscher Aktienindex“; dabei wird beim Ausgangswort „Index“ der letzte Buchstabe verwendet.
Schreibung und Fachverwendungen
Im Deutschen richtet sich die Schreibung meist nach Groß- und Kleinschreibung der Vollform, im Englischen werden meist Großbuchstaben verwendet. Bei Akronymen, die wie ein Wort gesprochen werden, sind auch substantivähnliche Schreibweisen üblich: Radar, Laser, Aids, Nato oder NATO sowie Unicef oder UNICEF. Da Akronyme ohne Punkte geschrieben werden, ist ihre Herkunft als Kunstwort dann oft weder an Aussprache noch Schriftbild erkennbar.
In der Astronomie heißen Kürzel für astronomische Kataloge Akronyme. Ein Katalogeintrag kombiniert das Kürzel mit weiteren Zeichen: HD 124897 bezeichnet den Eintrag für Arktur im Henry-Draper-Katalog; „HR“ steht für Harvard Revised gemäß Bright-Star-Katalog.
In der Medizin wurde A. I. D. S. in den 1980er Jahren zum Akronym AIDS; es steht für „acquired immune deficiency syndrome“. Im Internet drücken meist englische Chat-Akronyme Handlungen oder Stimmungen aus: LOL („Laughing Out Loud“), ROFL („Rolling On [the] Floor Laughing“), AFK („Away From Keyboard“), IMHO und AFAIK. „cu“ und „l8r“ sind dagegen homophone Abkürzungen, keine Akronyme.
Gebrauch, Barrierefreiheit und Redundanz
Kurzwörter und ihre Vollformen sind grundsätzlich bedeutungsgleich. Pluralformen können jedoch auf „-s“ enden, und es sind neue Ableitungen möglich, etwa SPDler. Ist die Vollform nicht mehr bekannt, kann sich die Bedeutung verändern und das Wort lexikalisieren: BAföG wird meist als finanzielle Leistung statt als Bundesausbildungsförderungsgesetz verstanden. SMS bedeutet eigentlich „Short Message Services“ und bezeichnet den Dienst zum Versenden von Kurzmitteilungen, wird aber üblich auch für die Nachricht selbst verwendet.
Als redundant gelten für manche Kritiker Verbindungen, in denen ein Wortteil der Vollform nochmals erscheint, etwa LCD-Display, HIV-Virus, IGeL-Leistung, ABM-Maßnahme oder ASCII-Code. Im Englischen heißt dies selbstreferenziell „RAS-Syndrom“: Redundantes-Akronym-Syndrom-Syndrom. Solche Wiederholungen können als Tautologie oder Pleonasmus gelten. „DIN-Norm“ wird oft fälschlich dafür gehalten, weil DIN früher „Deutsche Industrie-Norm“ bedeutete.
Auf Webseiten können die HTML-Elemente abbr und acronym Abkürzungen kennzeichnen und mit dem title-Attribut ihre Bedeutung angeben. Screenreader können dadurch passend vorlesen: HTML als „Haa Tee Emm El“, NASA bei Auszeichnung als acronym als „Nasa“. Das World Wide Web Consortium empfiehlt vorrangig abbr; laut Artikel kann dies die Barrierefreiheit beeinträchtigen, weil als Wort zu sprechende Akronyme dann nicht mehr als solche erkannt werden.