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Jacobi-Matrix

Genutzt wird die Jacobi-Matrix zum Beispiel zur annähernden Berechnung (Approximation) oder Minimierung mehrdimensionaler Funktionen in der Mathematik.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Definition
  2. 2. Beispielrechnung
  3. 3. Wichtige Anwendungen
  4. 4. Jacobi-Determinante
  5. 5. Holomorphe Funktionen

Kernidee und Definition

Die Jacobi-Matrix einer differenzierbaren Funktion f: R^n -> R^m ist die m x n-Matrix aller ersten partiellen Ableitungen. Partielle Ableitung bedeutet: Man leitet nach einer Koordinate ab und hält die anderen Koordinaten fest. Bei totaler Differenzierbarkeit stellt die Jacobi-Matrix die erste Ableitung von f als lineare Abbildung dar, bezogen auf die Standardbasen von R^n und R^m.

Sei f: U subset R^n -> R^m eine Funktion mit Komponentenfunktionen f_1, ..., f_m, und alle partiellen Ableitungen sollen existieren. Für einen Punkt a in U ist die Jacobi-Matrix definiert durch J_f(a) := (partial f_i / partial x_j (a)) fuer i=1,...,m und j=1,...,n. Ausgeschrieben stehen in Zeile i die Ableitungen der Komponentenfunktion f_i nach x_1, ..., x_n.

In den Zeilen der Jacobi-Matrix stehen also die transponierten Gradienten der Komponentenfunktionen f_1, ..., f_m. Andere übliche Schreibweisen für J_f(a) sind Df(a), partial f / partial x (a) und partial(f_1,...,f_m) / partial(x_1,...,x_n)(a).

Beispielrechnung

Für die Funktion f: R^3 -> R^2 mit f(x,y,z) = (x^2 + y^2 + z sin x, z^2 + z sin y)^T werden die partiellen Ableitungen nach x, y und z gebildet.

Es gilt: partial f / partial x = (2x + z cos x, 0)^T, partial f / partial y = (2y, z cos y)^T und partial f / partial z = (sin x, 2z + sin y)^T.

Daraus entsteht die Jacobi-Matrix J_f(x,y,z) = ((2x + z cos x, 2y, sin x), (0, z cos y, 2z + sin y)). Sie hat zwei Zeilen, weil f zwei Komponenten besitzt, und drei Spalten, weil der Definitionsraum drei Koordinaten x, y, z hat.

Wichtige Anwendungen

Ist f: U subset R^n -> R^m total differenzierbar, dann ist ihr totales Differential Df_a an der Stelle a = (a_1,...,a_n) eine lineare Abbildung Df_a: R^n -> R^m mit Df_a(h) = J_f(a) · h. Die Jacobi-Matrix an der Stelle a ist also die Abbildungsmatrix dieses totalen Differentials.

Für m = 1 entspricht die Jacobi-Matrix dem transponierten Gradienten von f. Der Gradient ist der Vektor der ersten partiellen Ableitungen einer reellwertigen Funktion. Wenn der Gradient als Zeilenvektor definiert wird, sind Gradient und Jacobi-Matrix gleich.

Die Jacobi-Matrix kann zur Näherung von Funktionswerten in der Nähe eines Punktes a verwendet werden: f(x) ≈ f(a) + J_f(a) · (x - a). Diese affine Abbildung ist die Taylor-Approximation erster Ordnung, auch Linearisierung genannt.

Auch bei der Fortpflanzung von Messfehlern tritt die Jacobi-Matrix auf. Für Kovarianzmatrizen gilt die Formel V_f = J · V_x · J^T.

Jacobi-Determinante

Wenn m = n gilt, betrachtet man eine differenzierbare Funktion f: U subset R^n -> R^n. Dann ist J_f(a) eine quadratische n x n-Matrix. Nur in diesem Fall kann man ihre Determinante bilden: det(J_f(a)). Diese Determinante heißt Jacobi-Determinante oder Funktionaldeterminante.

Ist die Jacobi-Determinante im Punkt a ungleich null, dann ist die Funktion f in einer Umgebung von a invertierbar. Das ist die Aussage des Satzes von der Umkehrabbildung. Außerdem ist die Jacobi-Determinante wichtig beim Transformationssatz für Integrale.

Wenn m ungleich n ist, ist die Jacobi-Matrix nicht quadratisch. Dann kann definitionsgemäß keine Determinante der m x n-Jacobi-Matrix gebildet werden. Ein ähnliches Konzept in diesem Fall heißt Gramsche Determinante.

Holomorphe Funktionen

Neben Funktionen zwischen reellen Räumen kann man auch Funktionen h: V subset C^n -> C^m auf komplexe Differenzierbarkeit untersuchen. Komplex differenzierbare Funktionen heißen holomorph. Für eine holomorphe Funktion h = (h_1,...,h_m) gibt es zwei Arten von Jacobi-Matrizen.

Die erste Variante ist eine m x n-Matrix mit komplexwertigen Einträgen. Für z = (z_1,...,z_n) ist sie definiert durch J_h^C(z) = (partial h_i(z) / partial z_j) fuer i=1,...,m und j=1,...,n.

Die zweite Variante ist eine 2m x 2n-Matrix mit reellwertigen Einträgen. Dazu schreibt man jede komplexwertige Funktion als h = u + iv, wobei u und v reellwertige Funktionen nach R^m sind. Setzt man z_j = x_j + i y_j, dann ordnet J_h^R(z) die partiellen Ableitungen der Komponenten von u und v nach x_1,...,x_n,y_1,...,y_n an.

Wenn m = n gilt, kann man bei beiden Matrizen Determinanten betrachten. Zwischen ihnen besteht die Beziehung det(J_h^R(z)) = |det(J_h^C(z))|^2.

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