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Isle of Man

Die Insel Man ist als Steueroase und Sitz von Offshoreunternehmen sowie für das Motorradrennen Isle of Man TT bekannt. Insel Man. Isle of Man (englisch) Ellan …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und staatliche Stellung
  2. 2. Naturraum, Lage und Klima
  3. 3. Geschichte, Bevölkerung und Sprache
  4. 4. Politik und Verwaltung
  5. 5. Verkehr, Wirtschaft und Besonderheiten

Überblick und staatliche Stellung

Die Isle of Man (deutsch Insel Man; manx-gälisch Ellan Vannin oder Mannin) ist eine 572 km² große Insel in der Irischen See. Sie ist ein autonomer britischer Kronbesitz (Crown dependency): Sie untersteht direkt der britischen Krone, gehört aber weder zum Vereinigten Königreich noch zu den Britischen Überseegebieten. Sie ist ein eigenes Rechtssubjekt und war nie Mitglied der Europäischen Union.

Hauptstadt ist Douglas. Die Amtssprachen sind Englisch und Manx. Im Jahr 2024 hatte die Insel 84.523 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 146,97 Einwohnern je km². Als Währung dienen das Isle-of-Man-Pfund (IMP) und das Pfund Sterling (GBP); das Inselpfund ist im Verhältnis 1:1 an das Pfund Sterling gekoppelt. Bekannt ist die Insel unter anderem als Standort von Offshoreunternehmen und durch das Motorradrennen Isle of Man TT.

Staatsoberhaupt ist der britische Monarch mit dem traditionellen Titel Lord of Mann, derzeit Charles III. Er wird auf der Insel durch Lieutenant Governor John Lorimer vertreten. Regierungschef ist Chief Minister Alfred Cannan. Der Wahlspruch lautet Quocunque Jeceris, Stabit („Wohin du es auch wirfst, es wird stehen“).

Naturraum, Lage und Klima

Die Isle of Man liegt als Teil der Britischen Inseln in der Irischen See: 29 km von Schottland, 48 km von England, 52 km von Nordirland, 71 km von Wales und 85 km von der Republik Irland entfernt. Die Insel ist 52 km lang, bis zu 22 km breit und hat 160 km Küste.

Sie ist überwiegend hügelig. Die höchste Erhebung ist der 621 m hohe Snaefell, der mit der Snaefell Mountain Railway erreichbar ist. Der äußerste Norden ist dagegen sehr flach und durch Sedimentablagerungen entstanden. Der längste Fluss ist der 17 km lange Sulby. Das Sulby Glen, ein vom River Sulby nach Norden durchflossenes Tal, ist drei Kilometer lang sowie höchstens 300 m und stellenweise weniger als 50 m breit. Weniger als 500 m vor der Südwestspitze liegt, durch den Calf Sound getrennt, die Nebeninsel Calf of Man mit kleineren Inseln und Felsen; dazu gehört Chicken Rock Lighthouse.

Das Klima ist feucht und gemäßigt, mit milden Wintern und kühlen Sommern; die Insel ist schneeärmer als Helgoland. Die mittlere Tageshöchsttemperatur reicht von 7,4 °C im Februar bis 17,7 °C im Juli und August, die mittlere Tagesmindesttemperatur von 2,9 °C im Februar bis 11,9 °C im August. Der Jahresniederschlag beträgt 864,5 mm bei 188,5 Regentagen.

Geschichte, Bevölkerung und Sprache

Die ersten Bewohner waren Jäger und Sammler, die im 6. Jahrtausend v. Chr. wegen der Fisch- und Wasserfauna auf die Insel kamen. Mit den Ackerbauern begann die Jungsteinzeit; aus ihr stammen Megalithanlagen wie Ballafayle, Cashtal yn Ard, Cloven Stones, King Orry’s Grave, Mull Hill und The Braaid. Später entstanden unter anderem Corvalley Cairn sowie Ogham- und Runensteine.

Ab dem 8. Jahrhundert war Man ein Außenposten der Wikinger und bis zum 13. Jahrhundert Teil des norwegischen Königreichs der Inseln. Aus dieser Zeit stammen unter anderem Schiffsgräber und Keeills. Auch der Tynwald geht auf diese Phase zurück. Im Frieden von Perth trat der norwegische König Magnus VI. die Insel 1266 an Schottland ab; der englische König Eduard I. erwarb sie später. Von 1405 bis 1765 herrschten die Earls of Derby und die Earls of Atholl. 1765 nahm Georg III. die Lordschaft wegen zunehmenden Schmuggels wieder selbst an: Die parlamentarische Autonomie blieb erhalten, Steuer- und Zolleinnahmen gingen jedoch an das britische Finanzministerium.

1881 wurde ein beschränktes Frauenwahlrecht beschlossen: Die königliche Zustimmung galt nur für alleinstehende Frauen und Witwen mit Grundeigentum. 1892 wurde es auf Frauen mit gepachtetem Land, 1918 auf Absolventinnen über 30 Jahre erweitert. Erst 1919 kamen das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht. Während beider Weltkriege wurden als Sicherheitsrisiko betrachtete „Feindstaatenausländer“ interniert; 1940 auch jüdische Emigranten aus Deutschland. Es gab insgesamt sechs Lager, darunter das durch Intellektuelle und Künstler bekannte Hutchinson Internment Camp.

Die Einwohner bezeichnen sich als Manx. Die Einwohnerzahl stieg langfristig von 55.253 im Jahr 1951 auf 85.952 im Jahr 2011, lag 2016 bei 84.599 und 2021 bei 84.640. Größter Ort ist Douglas mit 26.667 Einwohnern, gefolgt von Onchan mit 8.600 und Ramsey mit 6.900 Einwohnern. Die Bevölkerung ist überwiegend anglikanisch; außerdem gibt es römisch-katholische, methodistische, baptistische, presbyterianische und Zeugen Jehovas.

Heute wird vor allem Englisch gesprochen. Manx (Gaelg Vanninagh) ist die ursprüngliche keltische Sprache der Insel. Der damalige letzte Manx-Sprecher Ned Maddrell starb 1974. Seitdem wird die Sprache wiederbelebt: 1991 sprachen rund 0,8 % der Bevölkerung Manx, es gab wieder 28 Muttersprachler, und 2001 gaben 2,2 % Manx-Sprachkenntnisse an. Manx wird teilweise an Schulen unterrichtet. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 81,4 Jahre, die Kindersterblichkeit 0,4 % und das Bevölkerungswachstum 0,65 %.

Politik und Verwaltung

Die Insel ist innenpolitisch autonom, während das Vereinigte Königreich ihre Außen- und Sicherheitspolitik weltweit vertritt. Nach dem Artikel gelten bei dieser inneren Autonomie auch Gesetze des British Law, die für alle Teile des Vereinigten Königreichs gelten. Während der EU-Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs galten auf Man Teile des EU-Rechts und das Zollrecht der Europäischen Zollunion.

Der Lieutenant Governor erteilt Gesetzesbeschlüssen den Royal Assent, also die königliche Legitimation. Eine mögliche Vetofunktion liegt beim britischen Monarchen oder beim Privy Council. Das Parlament, der 979 gegründete Tynwald oder Tynwald Court, gilt als ältestes durchgängig bestehendes Parlament der Welt. Es hat zwei Kammern: Das direkt gewählte House of Keys mit 24 Abgeordneten und den vom House of Keys gewählten oder kraft Amtes besetzten Legislative Council. Seit 2006 dürfen alle Inselbewohner ab 16 Jahren für das House of Keys wählen. Der Ministerrat besteht aus neun Abgeordneten des House of Keys und wird vom Chief Minister geführt.

Es gibt 21 lokale Verwaltungen: vier Stadtverwaltungen, zwei Bezirksverwaltungen, zwei Dorfverwaltungen und 13 Parishes. Historisch ist die Insel in sechs Sheadings gegliedert: Ayre, Garff, Michael, Glenfaba, Middle und Rushen. Sie dienen weiterhin zur Bildung parlamentarischer Wahlkreise. Nationalfeiertag ist der Tynwald Day am 5. Juli. Dann tagt der Tynwald in einer Zeremonie unter freiem Himmel auf dem Tynwald Hill bei St. John’s.

Verkehr, Wirtschaft und Besonderheiten

Das Straßennetz ist ungefähr 800 km lang; auf vielen Straßen gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Das touristisch geprägte Eisenbahnnetz ist 68,5 km lang, davon 43,5 km elektrifiziert. Es umfasst Isle of Man Railway, Manx Electric Railway, Snaefell Mountain Railway, Douglas Bay Horse Tramway und Groudle Glen Railway. Die drei zuerst genannten Linien betreibt Isle of Man Transport. Der internationale Flughafen liegt in Ronaldsway bei Castletown und verzeichnet etwa 700.000 Passagiere im Jahr. Fähren und Schnellschiffe der Isle of Man Steam Packet Company verbinden die Insel mit Belfast, Dublin, Heysham und Liverpool. Seit 1999 verbessert ein 105 km langes Drehstromseekabel nach Großbritannien die Stromversorgung; es wird als längstes Drehstromseekabel der Welt bezeichnet.

Wirtschaftlich wichtig sind Offshore Residencies, also nominelle Sitze von Briefkastenfirmen ohne realen Geschäftsbetrieb, sowie Offshore Banking. Daneben spielen verarbeitende Industrie und Tourismus eine Rolle; früher waren Land- und Fischereiwirtschaft die wichtigsten Arbeitgeber. Die Einkommensteuer für natürliche Personen liegt zwischen 10 und 20 %, die Körperschaftsteuer für Gesellschaften aller Art bei 0 %. Deutschland verständigte sich 2009 mit der Isle of Man auf mehr Transparenz. Der Artikel nennt außerdem Berichte zu über die Insel abgewickelten Importen von 231 Privatjets seit 2011, bei denen laut Süddeutscher Zeitung schätzungsweise 900 Millionen Euro Mehrwertsteuer entgangen sein sollen.

Zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten zählen Peel Castle mit St. German’s Cathedral aus dem 13. Jahrhundert, Castle Rushen, Tynwald Hill, das Great Laxey Wheel als Europas größtes Wasserrad, historische Bahnen und das Vogelschutzgebiet Calf of Man. Die Isle of Man TT wird seit 1907 ausgetragen und findet seit 1911 auf dem 60,7 km langen Snaefell Mountain Course auf abgesperrten öffentlichen Straßen statt. Der Manx Grand Prix besteht seit 1923.

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