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Insourcing

Insourcing und Outsourcing sind die möglichen Auswirkungen einer Entscheidung für Eigenfertigung oder Fremdbezug. Durch Insourcing wird die Eigenfertigung …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Einordnung
  2. 2. Prüfung des Bedarfs
  3. 3. Formen des Insourcing
  4. 4. Wirtschaftliche Wirkungen
  5. 5. Ziele und gesamtwirtschaftlicher Zusammenhang

Grundidee und Einordnung

Insourcing bedeutet in der Betriebswirtschaftslehre die erstmalige oder erneute Einbringung einzelner Organisationseinheiten oder Unternehmensprozesse in ein Unternehmen. Auf Deutsch heißt es „Eingliederung“. Das Gegenstück dazu ist Outsourcing, also die Auslagerung von Aufgaben oder Prozessen.

Insourcing gehört zu den Beschaffungsstrategien, also zu den grundlegenden Entscheidungen darüber, wie ein Unternehmen Leistungen, Teile oder Prozesse beschafft. In diesem Zusammenhang werden auch Outsourcing, Local Sourcing, Global Sourcing, Single Sourcing, Double Sourcing, Modular Sourcing, Backsourcing und System Sourcing genannt. Backsourcing ist eine Unterart des Insourcing: Es setzt voraus, dass vorher etwas ausgelagert wurde und diese ausgelagerten Teile später wieder in das Unternehmen zurückgeholt werden.

Prüfung des Bedarfs

Bevor ein Unternehmen Insourcing durchführt, kann es prüfen, ob dafür überhaupt ein Bedarf besteht. Dazu werden zum Beispiel eine Schwachstellenanalyse oder die STOQ-K-Methode eingesetzt.

Die STOQ-K-Methode untersucht fünf Erfolgstreiber: Strategie, Technik, Organisation, Qualität und Kostenstruktur. Sie soll zeigen, ob für ein Unternehmen in seiner aktuellen Ertragslage eher Insourcing oder Outsourcing geeignet ist.

Formen des Insourcing

Die Formen des Insourcing unterscheiden sich nach dem Integrationsgrad. Damit ist gemeint, wie stark Lieferanten, Zulieferer oder bestimmte Funktionen in den Unternehmensprozess eines Herstellers eingebunden werden.

Eine einfache Form liegt vor, wenn Lieferanten oder Zulieferer auf dem Betriebsgelände des Herstellers auf eigene Rechnung produzieren oder dort Dienstleistungen erbringen. Eine weitere Variante besteht darin, dass Arbeitskräfte, deren Stellen durch Rationalisierung weggefallen sind, weiterbeschäftigt werden, indem zuvor externe Teile der Produktion in das Unternehmen zurückgeholt werden. Auch die Rückverlagerung von Unternehmensbereichen an den heimischen Standort, wenn diese zuvor ins Ausland ausgelagert waren, zählt zum Insourcing.

Der Insourcing-Gedanke zeigt sich außerdem bei Industrieparks: Einige Lieferanten oder Zulieferer verlagern ihre Produktion in die Nähe der Produktionsstätte ihres Abnehmers. Die folgenreichste Form ist die Übernahme von Lieferanten oder Zulieferern durch Unternehmenskauf. Das heißt vertikale Integration. Dabei verlieren die übernommenen Unternehmen mindestens ihre wirtschaftliche Selbständigkeit; bei einer Fusion verlieren sie auch ihre rechtliche Selbständigkeit.

Eine besondere Variante im Aktienrecht ist die Eingliederung nach den §§ 319 ff. AktG.

Wirtschaftliche Wirkungen

Insourcing und Outsourcing sind mögliche Folgen einer Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug. Eigenfertigung bedeutet, dass ein Unternehmen Leistungen selbst herstellt oder erbringt; Fremdbezug bedeutet, dass es sie von außen bezieht.

Durch Insourcing steigt die Eigenfertigung und damit die Fertigungstiefe. Fertigungstiefe beschreibt, wie viele Stufen der Wertschöpfung ein Unternehmen selbst übernimmt. Dadurch erhält das Unternehmen mehr Kontrolle über einen zusätzlichen Teil der Wertschöpfungskette.

Insourcing kann Transportwege und Transportzeiten verkürzen. Dadurch können Transportrisiken, Transportkosten und mögliche Staukosten sinken. Auch Risiken innerhalb von Transport- und Lieferketten, etwa durch Verkehrsstaus oder Streiks, werden minimiert. Ob die gesamten Kosten tatsächlich sinken, hängt aber davon ab, wie stark sich durch das Insourcing die Herstellungskosten erhöhen.

Ziele und gesamtwirtschaftlicher Zusammenhang

Insourcing zielt darauf, die Kernkompetenzen eines Unternehmens zu stärken. Kernkompetenzen sind zentrale Fähigkeiten, durch die ein Unternehmen funktionale Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz schaffen kann.

Außerdem kann Insourcing die Marktmacht von Lieferanten oder Zulieferern verringern, weil das Unternehmen weniger abhängig von ihnen wird. Zugleich kann das Know-how des Herstellers steigen, weil mehr Wissen und Erfahrung im eigenen Unternehmen aufgebaut werden.

In der volkswirtschaftlichen Theorie gilt tendenziell eine höhere Inflation als förderlich für Insourcing. Der Grund ist, dass Unternehmen bei hoher Inflation zurückhaltender werden, wenn es um vertragliche Verpflichtungen gegenüber anderen Unternehmen geht.

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