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Helene-Lange-Gymnasium (Hamburg)

Je nach Klassenstufe ist beispielsweise eine Belegung der Fächer Börse, Darstellendes Spiel, Mediation, Band, Wirtschaftspraxis und Informatik möglich. ... ↑ …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Bedeutung
  2. 2. Gebäude und Entwicklung bis 1945
  3. 3. Nachkriegszeit und heutiges Lernangebot
  4. 4. Berufsorientierung, Medien und Schulleben
  5. 5. UNESCO-Arbeit und internationale Zusammenarbeit

Profil und Bedeutung

Das Helene-Lange-Gymnasium (HLG) ist ein staatliches Gymnasium im Hamburger Stadtteil Harvestehude an der Grenze zu Eimsbüttel. Es wurde 1910 als staatliche höhere Mädchenschule gegründet, ist seit 1969 koedukativ und wird von der Freien und Hansestadt Hamburg getragen. Seit 2003 ist es eine Ganztagsschule. Im Schuljahr 2025/26 lernen dort 1014 Schülerinnen und Schüler; außerdem arbeiten dort etwa 75 Lehrkräfte. Andere Angaben des Artikels nennen ungefähr 900 Schüler sowie 25 Klassen in Unter- und Mittelstufe; in der Einleitung ist von 26 Klassenverbänden und weiteren Oberstufenkursen in neun Jahrgangsstufen die Rede.

Besondere Bedeutung hat die internationale Ausrichtung. Das HLG ist seit 1954 UNESCO-Projektschule und damit laut Artikel die älteste UNESCO-Projektschule Deutschlands. Es unterrichtet ab dem siebten Jahrgang mehrere Fächer teilweise auf Englisch, pflegt Partnerschaften mit Schulen unter anderem in Daressalam, Chicago, London und Osaka und ermöglicht jährlich bis zu 24 Schülerinnen und Schülern das International Baccalaureate (IB). Der Unterricht der Oberstufe findet überwiegend gemeinsam mit dem Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer im Eimsbüttler Modell statt.

Gebäude und Entwicklung bis 1945

Das Schulgebäude wurde von 1908 bis 1910 nach Plänen des Architekten Albert Erbe errichtet. Es orientierte sich an damaligen Realschulen für Jungen, hatte wegen kleinerer Klassen aber kleinere Unterrichtsräume. Zur Anlage gehören eine restaurierte Turnhalle, eine Aula sowie Fachräume für Musik und Naturwissenschaften. Das ehemalige Bismarckgymnasium dient als Oberstufengebäude. Wegen der begrenzten Gebäudegröße müssen Anmeldungen für die fünfte Klasse teilweise abgewiesen werden. Eine 50-minütige Mittagspause führte zum Umbau des Untergeschosses für 410.000 €; dort befinden sich heute ein Aufenthaltsbereich und eine Kantine mit warmen und kalten Speisen.

Am 1. April 1910 eröffnete die Schule als Staatliche höhere Mädchenschule an der Hansastraße. Nach mehreren Umbenennungen hieß sie 1926 zunächst Mädchen-Oberrealschule an der Hansastraße und noch im selben Jahr Helene-Lange-Oberrealschule. Am 2. Februar 1927 wurde Helene Lange, Frauenrechtlerin und Pädagogin, offiziell Namenspatin. Emmy Beckmann war 1926 die erste Frau an der Spitze einer höheren staatlichen Schule in Hamburg; nach ihrer Ernennung zur Oberschulrätin übernahm ihre Zwillingsschwester Hanna Beckmann die Schulleitung. 1929 wurde an der Schule jüdischer Religionsunterricht als Schulfach eingeführt.

1933 wurde Hanna Beckmann vom nationalsozialistischen Regime abgesetzt. Die Schule wurde 1935 in Hansa-Oberrealschule und 1938 in Hansa-Schule, Oberschule für Mädchen (sprachliche Form) umbenannt. Der Schulleiter beantragte wiederholt Maßnahmen gegen jüdische Schülerinnen und ordnete antisemitische Texte im Unterricht an. Bis 1933 besuchten annähernd 300 jüdische Schülerinnen die Schule; in den 1910er Jahren lag ihr Anteil bei ungefähr 15 Prozent, nach 1935 unter 0,5 Prozent. Im Januar 1933 gab es 40 „volljüdische“ und zehn „halbjüdische“ Schülerinnen. 1937 und 1938 war keine jüdische Schülerin mehr an der Schule. Zwischen 1933 und 1943 verließen 65 jüdische, „nicht-arische“ oder „mischblütige“ Mädchen die Schule, viele davon freiwillig oder durch Umschulung.

Fast alle der fünfzig jüdischen Schülerinnen von 1933 konnten auswandern und überlebten den Holocaust. Marion Werner, die trotz protestantischer Konfession als „nicht-arisch“ eingestuft wurde, musste die Schule 1938 verlassen und wurde am 25. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert, wo sie starb. Eine 1991 angebrachte Gedenktafel erinnert an ihr Schicksal. Einige „nicht-arische“ und „mischblütige“ Schülerinnen blieben trotz Verbots bis 1940 beziehungsweise 1943 an der Schule, wobei Lehrer sie schützten.

Nachkriegszeit und heutiges Lernangebot

Am 7. November 1945 erhielt die Schule wieder den Namen Helene-Lange-Schule; seit 1957 heißt sie Helene-Lange-Gymnasium. Nach dem Krieg wurde sie zunächst von der Britischen Militärregierung kontrolliert. 1969 wurde die Koedukation eingeführt, 1970 begann der bilinguale Unterricht und im selben Zeitraum entstand das Eimsbüttler Modell. Seit 2003 kann das International Baccalaureate erworben werden.

Englisch ist ab Klasse fünf die erste Fremdsprache. Ab Klasse sechs wählen die Schülerinnen und Schüler Latein oder Französisch; Spanisch kann ab Klasse zehn als dritte Fremdsprache belegt werden. Im Wahlpflichtbereich gibt es je nach Jahrgang unter anderem Börse, Darstellendes Spiel, Mediation, Band, Wirtschaftspraxis und Informatik.

Das Eimsbüttler Modell war seit 1972 eine gemeinsame Oberstufe des HLG, des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer und des Bismarckgymnasiums. Nach der Schließung des Bismarckgymnasiums 1997 führten die beiden anderen Schulen das Modell fort. Mit über 600 Schülern ist es laut Artikel die größte Oberstufe Hamburgs. Das große gemeinsame System ermöglicht ein breiteres Kursangebot; seit der Einführung der Profiloberstufe 2009/2010 werden acht bis zehn Profile angeboten.

Das HLG war Hamburgs erste zweisprachige Schule. Der bilinguale Unterricht ist seit 1996 für alle verpflichtend. Ab Klasse fünf gibt es erweiterten Englischunterricht, ab Klasse sieben Geschichte auf Englisch, in den Klassen acht und neun zusätzlich Geographie und Biologie. Bei der Einführung eines neuen englischsprachigen Sachfachs gibt es im ersten Jahr eine zusätzliche Wochenstunde. Der Lehrplan entspricht dem einsprachiger Gymnasien; sprachliche Fehler werden in der Regel nicht benotet.

Das IB ist ein international anerkannter Hochschulzugang. Bewerber werden nach schulischen Leistungen, Sozialverhalten, Motivation und außerschulischen Aktivitäten ausgewählt. Die Fächer Geschichte, Englisch und Deutsch werden auf erhöhtem Niveau unterrichtet; eine freie Fächerwahl gibt es nicht. Zusätzlich zum IB müssen alle Teilnehmer das deutsche Abitur ablegen. Das Angebot ist seit 2009/2010 in das Profil International Baccalaureate integriert. Die jährlichen Kosten betragen 26.000 Euro, wobei die Schulbehörde den Großteil übernimmt; ein Förderverein kann Prüfungsgebühren für finanziell schwache Schüler übernehmen.

Berufsorientierung, Medien und Schulleben

Alle Schülerinnen und Schüler absolvieren in Klasse neun ein dreiwöchiges Berufspraktikum. In der Oberstufe gibt es Berufsorientierungstage. Das Fach Wirtschaft kann in Klasse zehn im dritten Wahlbereich und in der Oberstufe auf grundlegendem Niveau belegt werden.

In Klasse fünf erwerben alle Schüler grundlegende Computerkenntnisse. Informatik wird in der Oberstufe gemeinsam mit dem Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer als Wahlpflichtfach angeboten; Inhalte sind Java-Programmierung, Kryptologie, Simulation und Robotik. Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften decken naturwissenschaftliche, künstlerische, mathematische, sportliche, sprachliche und gesellschaftliche Bereiche ab. Schüler nehmen unter anderem an der Mathematik-Olympiade, Jugend forscht und Jugend debattiert sowie an Fremdsprachenwettbewerben teil. In den letzten Jahren wurden bei Fremdsprachenwettbewerben und Jugend debattiert Landessiege erreicht.

Die 1997 gegründete Chorschule umfasst vier Stufenchöre für mehr als 200 Schüler: Chor 5, Chor 6, Mittelstufenchor und Oberstufenchor. Begabte Schüler können Stimmbildung erhalten und im CANTiLENE-Kinderchor außerhalb der Schule auftreten. In Klasse zehn und der Oberstufe kann Chor als Kursfach gewählt werden. Mediation wird im dritten freien Wahlpflichtbereich angeboten. Ausgebildete Schüler vermitteln in einem eigenen Raum kleinere Konflikte zwischen Mitschülern.

Das 1920 gegründete Schullandheim in Wenningstedt auf Sylt wird vom HLG gemeinsam mit dem Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer geführt. Das Grundstück ist 20.000 m² groß und wird für Klassen- und Sommerreisen genutzt. Ein Schulverein unterstützt finanziell schwache Schüler bei kostenpflichtigen Veranstaltungen. Außerdem gibt es Schulkleidung, das vierteljährliche Informationsblatt „Spotlight“, das jährliche „Year Book“ und seit 2020 die Schülerzeitung „Die Helene“.

UNESCO-Arbeit und internationale Zusammenarbeit

Das HLG arbeitet seit 1954 im internationalen UNESCO-Schulprojekt mit. Der Artikel bezeichnet es als erste deutsche und zweite weltweit beteiligte Schule; das Netzwerk umfasst inzwischen 200 Schulen. Die UNESCO-Arbeit vermittelt ökologische, ökonomische, soziale, politische und kulturelle Themen und bezieht Lehrkräfte, Eltern und Schüler ein. Schwerpunkte sind Kinderrechte, Kinderarmut, Tierschutz und der Abbau rassistischer Vorurteile. Seit 2012 ist die Schule „Schule ohne Rassismus“.

Für verschiedene Altersstufen gibt es zwei UNESCO-Arbeitsgemeinschaften. Sie informieren zunächst sich selbst und anschließend die gesamte Schülerschaft, organisieren Aktionen und beteiligen sich an Wettbewerben humanitärer Organisationen. Ältere Schüler können an internationalen UNESCO-Schülerseminaren teilnehmen. Alle zwei Jahre finden Internationale Projekttage statt, außerdem wirkt die Schule an einer Feier in der St.-Michaelis-Kirche mit. Durch Benefizveranstaltungen, insbesondere einen jährlichen Weihnachtsbasar mit Erlösen im vierstelligen Bereich, wurden bereits Schulen in Kuba, Brasilien, Gambia, Sri Lanka und Tansania unterstützt.

Eine wichtige Partnerschaft besteht mit der Kiluvya Secondary School in Daressalam. Nach einem ersten Treffen im Herbst 2006 findet seit 2007 jährlich ein Austausch statt; 2008 unterzeichneten die Schulleiterinnen eine offizielle Partnerschaft. Die Zusammenarbeit wurde auch durch die Städtepartnerschaft Hamburg–Daressalam unterstützt. Weitere Schulpartnerschaften und Austausche bestehen mit Schulen in Chicago, London, Sevenoaks und Osaka. Mit der City of London School ist für Schüler des Jahrgangs 11 außerdem ein kurzes Betriebspraktikum verbunden.

Das schulische Niveau gilt als hoch. Als Gründe nennt der Artikel den bilingualen Unterricht und sehr gute Ergebnisse beim 2001 eingeführten Zentralabitur; Abiturienten des HLG erreichten wiederholt den besten Notendurchschnitt Hamburgs.

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