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Griechischer Bürgerkrieg

... Truman-Doktrin militärisch unterstützt wurde. Griechischer Bürgerkrieg. Teil von: Kalter Krieg. Datum, 31. März 1946 bis 30. August 1949. Ort, Griechenland.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Ursachen und politische Zuspitzung
  3. 3. Vom Guerillakrieg zum Wendepunkt
  4. 4. Niederlage und Folgen
  5. 5. Späterer Umgang mit den Akten

Überblick und Bedeutung

Der Griechische Bürgerkrieg war ein bewaffneter Konflikt zwischen der konservativen Regierung des Königreichs Griechenland und der kommunistisch geprägten Linken. Aufseiten der Linken kämpfte vor allem die Demokratische Armee Griechenlands (DSE), die eng mit der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) verbunden war. Die Regierung setzte Polizei, Nationalgarde und später hauptsächlich das reguläre Heer ein.

Als Beginn gilt meist der Angriff der DSE auf die Polizeistation von Litochoro Ende März 1946. Beim Enddatum nennt der Artikel unterschiedliche Angaben: In der Übersicht steht der 30. August 1949; nach den entscheidenden Kämpfen stellte das Zentralkomitee der KKE am 9. Oktober 1949 die Kampfhandlungen zunächst „vorübergehend“, tatsächlich aber endgültig ein.

Der Krieg endete mit dem Sieg der konservativen Regierung. Er war zugleich Teil des beginnenden Kalten Krieges: Großbritannien unterstützte die Regierung bis 1947, die USA übernahmen diese Rolle ab März 1947 im Rahmen der Truman-Doktrin. Die DSE erhielt logistische Hilfe aus Albanien und Jugoslawien. Nach vorherrschender Auffassung war der Krieg die Fortsetzung und Eskalation eines seit 1943 bestehenden Konflikts zwischen Linken sowie Konservativen und Monarchisten. In einer Einteilung der Jahre 1942 bis 1949 gilt er als „Dritte Runde“ dieser Auseinandersetzungen.

Ursachen und politische Zuspitzung

Die Gegensätze entstanden bereits während der deutschen Besetzung Griechenlands von April 1941 bis Ende Oktober 1944. Im Widerstand standen sich verschiedene Gruppen gegenüber: die kommunistische ELAS, die teils republikanische, teils monarchistische EDES, die von der Regierung in Athen gebildeten Sicherheitsbataillone und nationalistische bis rechtsextreme Organisationen wie die „Organisation X“. Zwischen diesen Kräften kam es zu bewaffneten Kämpfen, Standgerichten, Übergriffen und Massakern; auch unbeteiligte Zivilisten wurden Opfer. Die ELAS gewann besonders in Makedonien und Zentralgriechenland die Vorherrschaft.

Nach dem deutschen Rückzug verschärfte sich der Gegensatz zwischen der ELAS und den rechtsgerichteten Kräften in Regierung und Militär. Großbritannien unterstützte die griechische Regierung mit Truppen sowie Wirtschafts- und Militärhilfe. Eine geheime Vereinbarung zwischen Winston Churchill und Josef Stalin ordnete Griechenland der britischen Einflusssphäre auf dem Balkan zu.

Am 3. Dezember 1944 eskalierte der Konflikt in der Dekemvriana, der „Schlacht um Athen“. ELAS-Einheiten kämpften gegen griechische Regierungstruppen und britische Verbände. Mitte Dezember behielten Regierung und Briten die Oberhand und vertrieben die ELAS aus Athen und Umgebung.

Das Abkommen von Varkiza vom Februar 1945 sollte den Konflikt entschärfen. Es sah die Entwaffnung der ELAS und die Entfernung rechtsradikaler Personen und Organisationen aus Armee und Polizei vor. Beide Bestimmungen wurden nicht vollständig umgesetzt: Die ELAS versteckte einen erheblichen Teil ihrer Waffen, während Rechtsradikale in Polizei und Armee verblieben.

Die Kommunisten boykottierten die Parlamentswahl vom 31. März 1946. Das konservative Bündnis Inomeni Parataxis Ethnikofronon erhielt 55,1 % der Stimmen; Konstantinos Tsaldaris bildete eine konservative Regierung. Auch die Volksbefragung über Monarchie oder Republik am 1. September 1946 wurde von den Kommunisten boykottiert. Für die Monarchie stimmten 1.136.289 Menschen, dagegen 524.771. Unter Einbeziehung von 256.940 Enthaltungen und 3860 ungültigen Stimmen entsprach dies 59,1 % Ja, 27,3 % Nein, 13,4 % Enthaltung und 0,2 % ungültigen Stimmen. Die Wiedereinführung der konstitutionellen Monarchie verschärfte die Polarisierung.

Weitere Streitpunkte waren die Anwesenheit britischer Truppen und die Haltung der Kommunisten zur Region Makedonien. Ihre Forderung nach Selbstbestimmung wurde von Gegnern als Unterstützung bulgarischer und jugoslawischer Gebietsansprüche verstanden und schadete ihrem Ansehen. Der beginnende Kalte Krieg verstärkte insgesamt den Gegensatz zwischen links und rechts.

Vom Guerillakrieg zum Wendepunkt

1946 und 1947 führte die DSE einen wirksamen Guerillakrieg, also einen beweglichen Kampf kleinerer Einheiten gegen einen militärisch stärkeren Gegner. Ihre Schwerpunkte lagen in Nordwest-Makedonien, Epirus sowie Zentral- und Mittelgriechenland. Sie griff Polizeistationen, Armeeposten, Infrastruktur und politische Gegner an und beherrschte zeitweise größere Gebiete. Albanien und Jugoslawien stellten Rückzugs- und Ausbildungsräume bereit. Begrenzte politische Verhandlungen zwischen der KKE und der Regierung scheiterten.

Die DSE wollte eine Stadt als Sitz einer provisorischen Regierung erobern. Nachdem 1947/1948 eine solche Regierung ausgerufen worden war, ersetzte KKE-Generalsekretär Nikolaos Zachariadis den Guerillataktiker Markos Vafiadis an der militärischen Spitze. Zachariadis ging zu konventioneller Kriegsführung mit offenen Schlachten über. Konitsa, Florina, Karditsa, Grevena und Karpenissi wurden wiederholt angegriffen. Nur Karpenissi blieb knapp drei Wochen besetzt. Die provisorische Regierung erhielt weder einen dauerhaften Sitz noch internationale Anerkennung. Der letzte besonders verlustreiche Stadtangriff richtete sich vom 12. bis 15. Februar 1949 gegen Florina.

Die Regierung hatte zunächst vor allem Polizei und Nationalgarde eingesetzt. Nach Erfolgen der DSE wurde die reguläre Armee zum wichtigsten Kampfmittel. Großbritannien lieferte militärische und technische Hilfe, setzte zwischen 1946 und 1949 aber keine eigenen Kampftruppen ein. Weil Großbritannien die Unterstützung nicht länger tragen konnte, engagierten sich die USA ab dem 12. März 1947 mit Geld, Waffen und Wirtschaftshilfe. Sie entsandten ebenfalls keine Kampftruppen. 1948 entstand jedoch ein gemeinsamer griechisch-amerikanischer Führungsstab unter Alexandros Papagos und General James A. Van Fleet.

Der Herbst 1948 brachte die Wende. Neben der nun wirksamen amerikanischen Unterstützung war der Bruch zwischen Josip Broz Tito und Stalin entscheidend. Jugoslawien stellte seine Hilfe ein, weil die DSE von Tito unterstützt worden war, die KKE aber der sowjetisch ausgerichteten Kominform folgte. Die Einbindung der überwiegend slawisch-mazedonischen Widerstandsgruppe NOF und die Forderung nach einem unabhängigen oder weitgehend autonomen Mazedonien belasteten die Kommunisten zusätzlich. Ende 1948 blieb zunächst nur Albanien als Unterstützer; auch dessen aktive Hilfe endete 1949. Dadurch verlor die DSE ihre militärische Basis.

Niederlage und Folgen

In der Schlacht um den Berg Gramos im August 1949 erlitt die DSE die entscheidende Niederlage. Ihre Kämpfer konnten nach Albanien ausweichen, sich dort aber nicht mehr neu bewaffnen und organisieren. Die DSE wurde vollständig besiegt; die KKE-Führung floh über Ungarn nach Moskau.

Die menschlichen Verluste werden im Artikel mit stark voneinander abweichenden Zahlen angegeben: Für die Toten beider Bürgerkriege reichen die Schätzungen von 44.000 bis 158.000, für die Flüchtlinge von 80.000 bis 703.000. Zehntausende linksgerichtete Griechen kamen in Umerziehungslager oder gingen ins Exil. Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei nahmen mehrere zehntausend Flüchtlinge auf. In Ungarn wurde für sie die Ortschaft Beloiannisz gegründet.

Die Bevölkerung litt unter Zerstörung, Vertreibung und Entvölkerung. Die griechische Armee räumte ganze Dörfer und Regionen, um der DSE Operationsmöglichkeiten zu nehmen. Das führte für viele Landbewohner zu einer wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe. Nach dem Zweiten Weltkrieg sowie den beiden Bürgerkriegsphasen waren große Teile Griechenlands verwüstet und die Wirtschaft schwer geschädigt.

Ab 1947 brachte die Regierung Kinder mutmaßlicher Guerillakämpfer in Indoktrinationslager auf der Gefängnisinsel Leros. DSE-Einheiten holten ihrerseits zahlreiche Kinder aus Kampfgebieten und schickten sie ins Ausland. Rund 1300 dieser „Griechenlandkinder“ kamen in die Sowjetische Besatzungszone beziehungsweise die spätere DDR; auch die Tschechoslowakei nahm Waisenkinder auf. Die Regierungsseite nannte die Aktionen der DSE „Paidomazoma“, also Kinder- oder Knabenlese. Eine UN-Untersuchung von 1948 stellte fest, dass viele Eltern der Evakuierung zustimmten, manche Kinder aber gegen den Willen ihrer Eltern fortgebracht wurden.

Späterer Umgang mit den Akten

Im August 1989 ließ die Regierung von Ministerpräsident Tzannis Tzannetakis 17 Millionen Polizeiakten aus der Bürgerkriegszeit in der Feuerung eines Stahlwerks bei Athen verbrennen. Darunter waren Spitzelberichte, Verhörprotokolle und Geständnisse. Nur ungefähr 2000 Akten blieben erhalten.

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