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Geographie Frankreichs
Das France métropolitaine, das Mutterland, liegt in Westeuropa, grenzt an den Golf von Biscaya und den Ärmelkanal, liegt zwischen Belgien im Norden und Spanien, …
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Lage, Fläche und Grenzen
Frankreich ist ein interkontinentaler Staat, dessen Gebiete auf mehreren Kontinenten liegen. Das europäische Mutterland, das France métropolitaine, befindet sich in Westeuropa. Es liegt am Golf von Biscaya, am Ärmelkanal und am Mittelmeer. Im Norden grenzt es an Belgien, im Süden an Spanien und Andorra sowie im Osten beziehungsweise Südosten an Luxemburg, Deutschland, die Schweiz und Italien. Das Vereinigte Königreich liegt nordwestlich auf der anderen Seite des Ärmelkanals. Zu Frankreich gehören außerdem Überseegebiete in Südamerika, im Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozean sowie das Adélieland in der Antarktis, dessen Gebietsanspruch ausgesetzt ist.
Die Flächenangaben für Frankreich unterscheiden sich je nach Quelle und berücksichtigten Gebieten. Für Frankreich in Europa einschließlich Korsikas und anderer europäischer Inseln, aber ohne die Überseegebiete, nennt das französische Statistikamt Insee gerundet 552.000 km². Die Addition der Regionen durch Insee ergibt dagegen rund 544.000 km². Das deutsche Auswärtige Amt nennt 543.965 km². Das Statistische Bundesamt gibt für das gesamte französische Staatsgebiet 643.801 km² an; nach Abzug von 88.000 km² für die Überseegebiete ergeben sich daraus rund 555.800 km² für Europa. Frankreich gilt als flächenmäßig größter Staat Westeuropas und einschließlich seiner Überseedepartements als zweitgrößter Staat Europas nach Russland.
Die längste französische Landesgrenze verläuft nicht in Europa: Die 673 km lange Grenze zwischen Brasilien und Französisch-Guayana ist länger als alle Grenzen des Mutterlandes. Innerhalb Europas ist die Grenze zu Spanien mit 623 km die längste. Weitere europäische Grenzen bestehen zu Belgien mit 620 km, zur Schweiz mit 573 km, zu Italien mit 488 km, zu Deutschland mit 451 km, zu Luxemburg mit 73 km, zu Andorra mit 56,6 km und zu Monaco mit 4,4 km. Außerhalb Europas grenzt Frankreich außerdem in Französisch-Guayana auf 510 km an Suriname und auf Saint-Martin auf 10 km an das Königreich der Niederlande.
Die Küstenlinie des France métropolitaine ist 3427 km lang. Hinzu kommen 378 km in Französisch-Guayana, 306 km auf Guadeloupe, 350 km auf Martinique und 207 km auf Réunion.
Flüsse und Einzugsgebiete
Die großen Flüsse verbinden das Landesinnere mit dem Atlantik, dem Ärmelkanal, der Nordsee oder dem Mittelmeer. Die Loire ist mit 1006 km vollständig französisch und mündet in den Atlantik. Auch die 775 km lange Seine ist ein fast ausschließlich französischer Fluss; lediglich eine kleine Fläche im Norden ihres Einzugsgebietes liegt in Belgien. Ein Einzugsgebiet umfasst die gesamte Fläche, aus der Wasser einem Fluss zufließt.
Die Garonne fließt zunächst 43 km durch Spanien, danach 529 km durch Frankreich und erreicht über die Gironde den Atlantik. Die Rhône entspringt in der Schweiz, durchquert den Genfersee, fließt rund 543 beziehungsweise laut Übersicht 545 km durch Frankreich und mündet bei Marseille ins Mittelmeer. Der Rhein bildet im Elsass auf 182 km die Grenze zu Deutschland; von seiner Gesamtlänge von 1233 km liegen nach der Übersicht 185 km an oder in Frankreich.
Die Meuse, auf Deutsch Maas, entspringt in Frankreich. Nach 486 km und damit nach mehr als der Hälfte ihres Laufs erreicht sie Belgien, fließt anschließend durch die Niederlande und mündet dort in das Rhein-Maas-Delta. Die Übersicht gibt 550 km in Frankreich und 925 km Gesamtlänge an. Die Mosel entspringt in den Vogesen und legt mehr als die Hälfte ihres Verlaufs in Frankreich zurück. Später bildet sie auf 26,5 km die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg, durchquert Rheinland-Pfalz und mündet in Koblenz in den Mittelrhein. Die Escaut beziehungsweise Schelde fließt von ihrer Quelle 106 km durch Frankreich, überquert danach die französisch-belgische Grenze und mündet in die Nordsee; die Übersicht nennt 104 km in Frankreich und 360 km insgesamt.
Zu den langen Nebenflüssen gehören unter anderem Marne, Lot, Dordogne, Saône, Doubs, Allier, Tarn und Durance. In Französisch-Guayana sind die Mana mit 462 km, der Oyapock mit 370 km und der Maroni mit 182 km bedeutend.
Klimaräume
Das wegen seiner sechseckigen Form auch Hexagone genannte europäische Mutterland liegt überwiegend in der gemäßigten Klimazone. Der Südosten besitzt Mittelmeerklima. Insgesamt ist das Klima fast überall relativ mild, wird aber deutlich von Lage, Meeresnähe und Relief beeinflusst. Die Jahresdurchschnittstemperatur reicht von etwa 10 °C im Norden, in Lothringen und im Jura bis zu 16 °C an der Mittelmeerküste; in den Alpen liegt sie teilweise darunter, auf Korsika teilweise darüber.
Im Pariser Becken und an einigen Küstenabschnitten des Mittelmeeres fallen weniger als 600 mm Niederschlag pro Jahr. Colmar im Elsass gilt mit unter 600 mm als trockenster Ort. In den meisten anderen Gebieten sind es 700 bis 1000 mm. An den Luvseiten, also den dem Wind zugewandten Seiten, der Alpen, Cevennen, des Juras und der Vogesen werden teilweise mehr als 1500 mm erreicht. Auch die Zahl der Regentage unterscheidet sich stark: Im Rhonedelta sind es weniger als 60, in der Orne in der Normandie mehr als 200. Die meisten Sonnenstunden gibt es im Mittelmeerraum, gefolgt von der Atlantikküste. Ein breiter Streifen von der Bretagne bis zu den nördlichen Vogesen erhält die wenigsten Sonnenstunden; auch Paris hat viele trübe Tage.
Der Nordwesten mit Normandie und Bretagne ist ozeanisch bis sehr ozeanisch geprägt. Häufig fallen mindestens 1000 mm Niederschlag, besonders an der Küste und an den Wetterseiten der Hügelländer. Westwinde, milde und oft schneefreie Winter sowie relativ kühle, feuchte Sommer sind typisch.
Der Nordosten zeigt stärkere kontinentale Einflüsse. In Lothringen und den Vogesen können die Winter sehr kalt werden, besonders auf Hochflächen wie der Hochebene von Langres. Die Täler von Rhein und Mosel sind dagegen bereits für Weinbau geeignet.
Zentralfrankreich mit Pariser Becken und Loiretal ist relativ niederschlagsarm und liegt bei Sonnenscheindauer und Durchschnittstemperatur im mittleren Bereich. Extreme Wetterlagen sind dennoch möglich. Während der europäischen Hitzewelle 2003 fehlte über dem weiten, ebenen Land die mäßigende Wirkung von Wind oder Wasser. In Auxerre lag die Tageshöchsttemperatur acht Tage lang über 40 °C. Das Zentralmassiv, das bis auf 1800 m ansteigt, ist deutlich kühler und feuchter.
Im Südwesten herrscht überwiegend feuchtes, aber relativ warmes und sonniges Atlantikklima. Besonders nahe den Pyrenäen treten hohe Niederschläge auf. An der Atlantikküste liegt nach Ernst Neefs Klassifikation ein „maritimes Westseitenklima“ der gemäßigten Zone vor. Durch den Einfluss des Azorenhochs sind die Sommer vergleichsweise trocken; am meisten Niederschlag fällt im Herbst oder Winter.
Der Mittelmeerraum im Südosten besitzt ein Winterregenklima mit milden, regenreichen Wintern und heißen, trockenen Sommern. Typisch sind Garrigue und sommertrockener Wald. Im Sommer können Dürren und Waldbrände auftreten. Der Mistral, ein gelegentlich starker, kalter und trockener nordnordwestlicher Wind, bringt besonders im Einzugsgebiet der Rhône Abkühlung, kann aber auch Waldbrände anfachen. In den höheren Lagen der Alpen und Pyrenäen herrscht Hochgebirgsklima.
Relief, Ressourcen und Landnutzung
Das Relief, also die Form der Erdoberfläche, besteht im Norden und Westen Frankreichs überwiegend aus flachen Ebenen und sanften Hügeln. Die gebirgigen Räume konzentrieren sich vor allem auf die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der tiefste Punkt liegt bei Les Moëres nahe Dunkerque auf −4 m. Der höchste Punkt ist der Mont Blanc mit 4805 m, Stand 2023.
Als natürliche Ressourcen werden Kohle, Eisenerz, Bauxit, Zink, Kaliumkarbonat und Nickel genannt.
Nach den Daten von CORINE Land Cover aus dem Jahr 2006 entfallen 56,4 % der Fläche auf landwirtschaftliche Nutzung und 27,7 % auf Wälder. Naturschutzgebiete und nicht genutzte Flächen machen 7,8 % aus, Siedlungs- und Verkehrsflächen 8,1 %. Der Großraum Paris hebt sich als besonders stark besiedeltes Gebiet deutlich ab. Die bewässerte Landfläche wurde 1995 auf 16.300 km² geschätzt.
Umweltprobleme
Die Angaben dieses Themenbereichs sind im Ausgangsartikel als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet. Als eines der wichtigsten Probleme wird die Wasserverschmutzung genannt. Urbane Abwässer tragen dazu in geringerem Maß bei; einen wesentlich größeren Anteil hat demnach die Überdüngung in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Besonders Nitrat belastet dort die Gewässer. In der Bretagne und an einzelnen Messstellen im Elsass wurden erhöhte Nitratwerte festgestellt, die teilweise den EU-Grenzwert von 50 mg/l überschreiten. Ähnliche Probleme treten in Gebieten mit geringer Wasserverfügbarkeit auf, etwa im südlichen Zentralmassiv. Daneben ist der Küstenschutz wegen der Küstenerosion ein wichtiges Thema.
Weitere Belastungen entstehen durch Industrie und Verkehr. Bei starkem Sonnenschein kann die Ozonbelastung steigen. Einige Wälder wurden durch sauren Regen geschädigt, allerdings weniger stark als in Mittel- oder Nordeuropa.
Wegen des hohen Kernenergieanteils an der französischen Stromproduktion sind die Folgen anderer Emissionen der Energiegewinnung weniger deutlich. Dafür bestehen die Probleme der schwer erfassbaren Folgen von Niedrigstrahlung und der ungelösten Endlagerung radioaktiver Abfälle. Frankreich ist zudem ein europäisches Zentrum der Atomindustrie. Als besonders deutliches Beispiel nennt der Artikel die Anlage zur Aufbereitung von Kernbrennstäben in La Hague in der Normandie.
Umweltdebatten entzündeten sich wiederholt an Großprojekten. Dazu gehörten in den 1970er Jahren der Brutreaktor in Creys-Malville, in den 1980er Jahren das gestoppte Stauseeprojekt Serre de la Fare an der oberen Loire sowie in den 1990er Jahren der Tunnel du Somport im Vallée d’Aspe und ein geplanter großer Kanal zwischen Rhein und Rhone. Im neuen Jahrtausend kam die Erforschung einer Endlagerstätte für Atommüll in Tiefengestein bei Bure in Südlothringen hinzu.