Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Atlantischer Ozean
Der Atlantische Ozean, auch Atlantik genannt, ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean der Erde. Als Grenzen gelten die Polarkreise und die Meridiane …
Inhalt6 Abschnitte
Was ist der Atlantik?
Der Atlantische Ozean, auch Atlantik genannt, ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean der Erde. Als Grenzen gelten die Polarkreise sowie die Meridiane durch Kap Agulhas im Osten und Kap Hoorn im Westen. Seine Fläche beträgt 79.776.350 km², mit den Nebenmeeren 89.757.830 km² und zusammen mit dem Arktischen Ozean 106,2 Millionen km² – insgesamt etwa ein Fünftel der Erdoberfläche. Die durchschnittliche Wassertiefe (mit allen Nebenmeeren) liegt bei 3.293 Metern. Der Name geht auf das altgriechische Atlantìs thálassa zurück, was „Meer des Atlas“ bedeutet. Der Atlantik ist das verkehrsreichste Weltmeer, weil viele Schiffe auf seinen Nebenmeeren (z. B. Mittelmeer, Nord- und Ostsee) und zwischen Europa und Nordamerika verkehren.
Geographie: Entstehung, Lage und Ausmaße
Der Atlantik entstand im Mesozoikum durch die Teilung der Urkontinente Laurasia (Norden) und Gondwana (Süden). Heute trennt er Europa und Afrika vom amerikanischen Kontinent. Der Mittelatlantische Rücken, eine Gebirgskette am Meeresboden, überragt den Tiefseeboden um bis zu 3.000 Meter und trennt die west- von der ostatlantischen Senke. Der Ozean liegt fast vollständig auf der Westhalbkugel. Im Norden grenzt er an die Arktis bzw. den Arktischen Ozean, im Osten an Europa, Afrika und den Indischen Ozean, im Süden an die Antarktis bzw. den Südlichen Ozean und im Westen an Süd- und Nordamerika. Entlang des Äquators wird er in Nord- und Südatlantik geteilt, gelegentlich auch entlang der Wendekreise in Nord-, Zentral- und Südatlantik. Sein Wasservolumen beträgt rund 354,7 Millionen km³. Die größte Breite ist 9.000 km (zwischen Senegal und Golf von Mexiko), die geringste 1.500 km (zwischen Norwegen und Grönland). Die größte Tiefe liegt mit etwa 8.400 Metern im Milwaukeetief, einem Teil des Puerto-Rico-Grabens. Der Golfstrom, der aus der Karibik quer über den Atlantik bis nach Grönland zieht, sorgt für das relativ milde Klima an den nordeuropäischen Küsten.
Nebenmeere
Zum Atlantik gehören bedeutende Mittel-, Rand- und Binnenmeere, darunter mit Fläche und mittlerer Tiefe: Europäisches Mittelmeer (Binnenmeer, 2.500.000 km², 1.430 m), Amerikanisches Mittelmeer (Mittelmeer, 4.354.000 km², 2.216 m), Sargassosee (Randmeer, 5.300.000 km², 5.000 m), Europäisches Nordmeer (Randmeer, 1.380.000 km², ~1.750 m), Labradorsee (841.000 km², 1.898 m), Baffin Bay (689.000 km², 861 m), Scotiasee (900.000 km²), Nordsee (575.000 km², 94 m), Ostsee (Binnenmeer, 413.000 km², 52 m), Keltische See (300.000 km², < 100 m), Biskaya (223.000 km², 1.744 m), Sankt-Lorenz-Golf (240.000 km²), Irmingersee (800.000 km², 2.800 m), Irische See (104.000 km², < 175 m), Ärmelkanal (75.000 km², 63 m), Golf von Maine (93.000 km²), Kattegat (22.000 km², 80 m), Schottische See (43.940 km², < 260 m) sowie Golf von Guinea.
Verbindungen zu anderen Ozeanen
Im Nordatlantik verbinden die Dänemarkstraße (zwischen Grönland und Island) und die Davisstraße mit der Baffin Bay (zwischen Kanada und Grönland) den Atlantik mit dem Arktischen Ozean. Östlich von Island geht das Europäische Nordmeer in den Arktischen Ozean über, der wiederum mit der Beringsee und damit dem Nordpazifik verbunden ist. Da der zentrale Arktische Ozean für die normale Seefahrt unzugänglich ist, sind vor allem die Routen entlang der Nordküsten von Eurasien und Nordamerika wichtig. Im Südatlantik liegt die größte zusammenhängende Verbindung zu den übrigen Ozeanen südlich von Kap Agulhas (Südafrika); der Meridian durch dieses Kap trennt Atlantik und Indischen Ozean. Der 60. Breitengrad bildet die durch den Antarktisvertrag willkürlich gezogene Grenze zum Südpolarmeer. Natürliche Verbindungen zum Pazifik sind die Magellanstraße, der Beagle-Kanal und die Drakestraße um Kap Hoorn. Künstliche Verbindungen sind der Panamakanal (seit 1914) zum Pazifik und der Sueskanal (seit 1869) vom Europäischen Mittelmeer zum Indischen Ozean; beide trennen kontinentale Landmassen voneinander.
Anrainerstaaten: Ostfeste und Westfeste
Am Atlantik und seinen Nebenmeeren liegen zahlreiche Staaten. Die östlichen Anrainer werden zur Ostfeste, die westlichen zur Westfeste gezählt; über das Mittelmeer hat der Atlantik auch Zugang zum asiatischen Kontinent – er hat damit Anrainerstaaten auf fünf der sieben Kontinente, so viele wie kein anderes Weltmeer. Zur Ostfeste (Europa, Asien, Afrika) gehören u. a.: in Europa Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, die baltischen Staaten, Polen, Deutschland, Dänemark, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Irland, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal sowie am Mittelmeer u. a. Italien, Griechenland, die Türkei, Kroatien, Albanien, Malta und Zypern; in Asien Syrien, Libanon, Israel und Palästina; in Nordafrika Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko; in West- und Zentralafrika u. a. Mauretanien, Senegal, Guinea, Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Nigeria, Kamerun, São Tomé und Príncipe, Äquatorialguinea, Gabun, Republik Kongo, Angola, Namibia sowie Südafrika. Zur Westfeste (Amerika) gehören Kanada, die Vereinigten Staaten, Mexiko, viele Inselstaaten der Karibik (u. a. Bahamas, Kuba, Jamaika, Haiti, Dominikanische Republik, Barbados, Trinidad und Tobago), mittelamerikanische Staaten wie Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama sowie in Südamerika Kolumbien, Venezuela, Guyana, Suriname, Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile. Viele Länder Amerikas haben gleichzeitig Zugang zum Atlantik (Osten) und Pazifik (Westen).
Meeresboden, Wasser und Salzgehalt
Die auffälligste Struktur des Meeresbodens ist der Mittelatlantische Rücken, eine zerklüftete Erhebung auf einer divergierenden Plattengrenze, die den Atlantik von Nord nach Süd durchzieht. Dort steigt beständig Lava auf, schiebt die beiden ozeanischen Platten auseinander, verbreitert so den Atlantik und treibt die Kontinente weiter auseinander. Dies ist durch Datierung der Ozeanboden-Gesteine nachgewiesen: Je weiter sie vom Rücken entfernt sind, desto älter sind sie. Am Boden gibt es außerdem Tiefseebecken, Tiefseerinnen, Meerestiefs und niedrigere Schwellen. Der Puerto-Rico-Graben enthält das Milwaukeetief, das 9.219 m unter dem Meeresspiegel liegt – die tiefste Stelle des ganzen Atlantiks. In den Atlantik fließen zahlreiche Flüsse, u. a. von der Ostküste der USA und Kanadas, aus Mittel- und Südamerika, von der Westküste Afrikas und aus Europa (soweit sie nicht ins Mittelmeer, die Ostsee oder das Nordmeer fließen). Sie transportieren auch Schadstoffe und Nährstoffe ins Meer. Der Salzgehalt des Atlantiks beträgt im Durchschnitt etwa 3,54 % (Pazifik: 3,45 %, Indischer Ozean: 3,48 %). In der Nordsee liegt er bei 3,2–3,5 %, nahe Flussmündungen bei 1,5–2,5 % und in der fast von Land umgebenen Ostsee nur noch bei 0,2–2,0 %.