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Indischer Ozean
Der Indische Ozean liegt zum größten Teil auf der Südhalbkugel. Er grenzt an die Kontinente Afrika, Asien und Australien sowie an den Atlantischen Ozean …
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Lage, Größe und Bedeutung
Der Indische Ozean ist mit 74,9 Millionen km² Fläche, etwa 14,7 % der Erdoberfläche, der drittgrößte Ozean der Erde. Mit Temperaturen zwischen 22 °C und 28 °C ist er zugleich der wärmste Ozean. Sein Volumen beträgt etwa 291,9 Mio. km³; die maximale Meerestiefe liegt bei 7290 m. Der Ozean liegt überwiegend auf der Südhalbkugel.
Er grenzt an Afrika, Asien und Australien. Außerdem besteht eine Verbindung zum Atlantischen Ozean, zum Pazifischen Ozean und entlang des südlichen 60°-Breitenkreises zum Antarktischen Ozean. Die Kurzbezeichnung „Indik“ wird selten verwendet. Die Javasee wird normalerweise nicht zum Indischen Ozean gerechnet.
Der Indische Ozean ist für den internationalen Fernhandel und für das geostrategische Gleichgewicht besonders wichtig. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt dabei vor allem der Transport von Erdöl aus den Quellen am Persischen Golf eine große Rolle.
Meeresboden und tiefste Stelle
Der Meeresboden des Indischen Ozeans weist niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs auf. Ein wichtiger langgestreckter mittelozeanischer Rücken ist der Zentralindische Rücken. Er verläuft ungefähr in der Mitte des Ozeans von Norden nach Süden.
Seit Untersuchungen einer Expedition im Jahr 2019 mit dem Tauchboot Limiting Factor, einem Lander und einem Fächerecholot der Kongsberggruppe wird ein 7290 m tiefes Meerestief im Sundagraben als tiefste Stelle angenommen. Zuvor galt teilweise das Diamantinatief mit mehr als 8000 m als tiefster Punkt. Die Messungen identifizierten dort jedoch das Dordrechttief mit nur 7100 m als tiefsten Punkt der Diamantina Fracture Zone.
Den größten Anteil am Meeresboden haben die Afrikanische Platte im Westen, die Australische Platte im Osten und die Antarktische Platte im Süden. Im Norden kommen Teile der Arabischen, der Indischen und der Eurasischen Platte hinzu.
Randmeere, Küstenstaaten und Inseln
Zum Indischen Ozean gehören zahlreiche Randmeere, Golfe und Meerengen. Dazu zählen im Westen und Norden die Straße von Mosambik, das Arabische Meer, der Golf von Aden, Bab al-Mandab, das Rote Meer, der Golf von Oman, die Straße von Hormus und der Persische Golf. Im Bereich Indiens und Sri Lankas liegen die Lakkadivensee, der Golf von Mannar und die Palkstraße. Weiter östlich folgen der Golf von Bengalen, die Andamanensee, die Straße von Malakka und die Timorsee; südlich von Australien liegt die Große Australische Bucht. Zu den im Artikel angegebenen Flächen und mittleren Tiefen gehören: Arabisches Meer 3.862.000 km², Rotes Meer 438.000 km² und 538 m, Golf von Aden 530.000 km², Golf von Oman 181.000 km², Persischer Golf 235.000 km², Lakkadivensee 786.000 km² und 1929 m, Golf von Bengalen 2.171.000 km² und 2600 m sowie Andamanensee 797.700 km² und 870 m.
Afrikanische Anrainerstaaten sind von Süden nach Norden Südafrika, Mosambik, Tansania, Kenia, Somalia, Dschibuti, Eritrea, Sudan und Ägypten. Dschibuti, Eritrea, Sudan und Ägypten sind über das Rote Meer indirekt mit dem Ozean verbunden. In Asien liegen am Indischen Ozean Saudi-Arabien, Jemen, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait, Irak, Iran, Pakistan, Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Malaysia, Indonesien und Osttimor. Israel und Jordanien können wegen ihrer Küstenabschnitte am Golf von Akaba ebenfalls als indirekte Anrainerstaaten gelten. Australien ist der weitere kontinentale Anrainer.
Politisch eigenständige Inselstaaten im Indischen Ozean sind Indonesien, Madagaskar und Sri Lanka. Eigenständige Inselgruppen sind die Komoren einschließlich Mayotte, die Seychellen und die Malediven. Zum Inselstaat Mauritius gehören unter anderem die Hauptinsel, Rodrigues, die Agalega-Inseln und die unbewohnten Cargados-Carajos-Inseln. Die Maskarenen umfassen die meisten Inseln von Mauritius sowie La Réunion, nicht aber die Agalegas.
Weitere Inselgruppen und Inseln sind Sokotra, der Sansibar-Archipel, die Andamanen und Nikobaren, Lakshadweep mit Lakkadiven, Amindiven und Minicoy, der Chagos-Archipel mit Diego Garcia, Ko Phuket, die Weihnachtsinsel, die Kokosinseln, Heard und die McDonaldinseln, die Ashmore- und Cartier-Inseln, die Kerguelen sowie die Prinz-Edward-Inseln. Die Umweltpolitik der Küstenstaaten beeinflusst die Ökologie des Meeres; in vielen Anrainerstaaten hat sie keine hohe Priorität. Als Beispiel für die Umweltbelastung wird angespülter und nicht beseitigter Müll an einem Strand in Daressalam genannt.
Handel und historische Entwicklung
Zu Beginn der europäischen Expansion wurde der Indische Ozean weitgehend von arabischen, persischen und indischen Kaufleuten kontrolliert. Im 16. Jahrhundert übernahm Portugal vorübergehend die Seeherrschaft. Die Eröffnung des Suezkanals im Jahr 1869 steigerte die Bedeutung des Ozeans für den internationalen Fernhandel. Im Ersten Weltkrieg führte der deutsche Kreuzer Emden dort einen zweimonatigen Handelskrieg.
Wichtige Seehäfen und Hafenstädte liegen in Asien, Australien und Afrika. Beispiele in Asien sind Aden, Bandar Abbas, Chennai, Colombo, Karatschi, Kolkata, Mumbai, Rangun und Salala. In Australien gehören Adelaide, Melbourne und Perth zu den genannten Hafenstädten. In Afrika liegen wichtige Häfen unter anderem in Durban, Maputo, Mombasa, Daressalam, Mogadischu, Dschibuti, Massaua, Sues, Beira und Richards Bay.
Das Seebeben und der Tsunami von 2004
Am 26. Dezember 2004 ereignete sich vor der Küste Sumatras ein massives Seebeben. Es hatte eine Stärke von 9,1 auf der Momenten-Magnituden-Skala und gehörte damit zu den stärksten jemals weltweit aufgezeichneten Erdbeben. Das Epizentrum lag etwa 85 km vor der Küste Sumatras in Indonesien.
Das Beben löste einen verheerenden Tsunami aus. Besonders betroffen waren Indonesien, Thailand, Indien und Sri Lanka. Die Tsunamiwellen erreichten sogar Somalia, das 5200 km entfernt lag. Die genaue Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt; Schätzungen gehen von mehr als 227.000 Toten aus. Außerdem wurden Infrastruktur und Besitz massiv zerstört, und Millionen Menschen verloren ihre Unterkunft. Das Seebeben gilt als eine der größten Naturkatastrophen des 21. Jahrhunderts.