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Geographie Afrikas
Die Geographie Afrikas ist die Beschreibung der physischen Beschaffenheit des Kontinents Afrika sowie die hierdurch bedingte Wechselwirkung zwischen diesem …
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Afrika als Natur- und Lebensraum
Die Geographie Afrikas beschreibt die physische Beschaffenheit des Kontinents und die dadurch bedingte Wechselwirkung zwischen Lebensraum und Bewohnern. Afrika ist mit 30,3 Millionen km² beziehungsweise 22 % der gesamten Landfläche der Erde nach Asien der zweitgrößte Kontinent und ungefähr dreimal so groß wie Europa. Wegen seiner kompakten Form hat es unter allen Kontinenten das niedrigste Verhältnis von Küstenlänge zur Fläche.
Die UN-Statistikbehörde UNSD gliedert Afrika in Nord-, West-, Zentral-, Ost- und Südliches Afrika; gelegentlich werden andere Einteilungen verwendet. Auf der Höhe Zentralafrikas verläuft der Äquator, durch Nordafrika der nördliche Wendekreis und durch das Südliche Afrika der südliche Wendekreis.
Großlandschaften und Gewässer
Nordafrika umfasst Maghreb, Sahara, Niltal und weitere Teile des Nilsystems. Im etwa 2300 Kilometer breiten Atlas-Gebirge liegt mit dem 4165 Meter hohen Toubkal im Süden Marokkos der höchste Gipfel. Die Sahara reicht vom Atlantik bis zum Roten Meer. Zu ihr gehören unter anderem die Libysche Wüste westlich des Nils sowie Arabische und Nubische Wüste östlich des Nils; im Süden liegt die Wüste Ténéré und südlich anschließend die Sahelzone. Bedeutende Gebirge sind Ahaggar, Aïr, Tibesti, Ennedi-Massiv und der erloschene Vulkan Marra. Der Emi Koussi im Tibesti erreicht 3415 Meter. Der Nil durchquert die Sahara und bildet am Mittelmeer das etwa 24.000 km² große Nildelta aus abgelagerten Lockersedimenten.
Westafrika umfasst westliche Teile von Sahel und Sudan sowie die Regenwälder Oberguineas. Es hat flache Küstengebiete, die Oberguineaschwelle, das Hochland von Adamaua und den Kamerunberg. Der Volta-Stausee ist der größte See; Niger, Senegal und Gambia sind die größten Flüsse.
Zentralafrika liegt zwischen Westafrika und dem Großen Afrikanischen Grabenbruch und wird vom Kongo, dem wasserreichsten Strom Afrikas, geprägt. Wichtige Landschaften sind Niederguineaschwelle, Nordäquatorialschwelle, Kongobecken, Lundaschwelle und Zentralafrikanische Schwelle. Im Kongobecken liegt das zweitgrößte tropische Urwaldgebiet der Erde. Tanganjikasee und Mwerusee liegen nahe der Zentralafrikanischen Schwelle. Der Tschadsee am Südrand der Sahara war vor einigen zehntausend Jahren mehr als zehnmal so groß wie heute. Zum Kongo-System gehören beispielsweise Lualaba, Kasai und Aruwimi.
Ostafrika liegt östlich des Nils beziehungsweise des Ostafrikanischen Grabenbruchs und umfasst die Wüstenregion Danakil-Somalia. Zum Hochland von Abessinien und zum Ostafrikanischen Seenhochland gehören unter anderem Kilimandscharo- und Mount-Kenya-Massiv. Große Seen sind Viktoria-, Turkana-, Tana- und Malawisee; wichtige Flüsse Sambesi, Juba, Shabelle und Blauer Nil. Madagaskar zählt zu Ostafrika, ist wegen seiner isolierten Lage jedoch recht eigenständig.
Das Südliche Afrika wird von der Großen Randstufe und dem von ihr eingefassten Binnenhochland beherrscht. Bedeutende Gebirge sind Drakensberge und Brandbergmassiv. Neben Wäldern und Grasland gibt es die Namib und die Savanne Kalahari. Große Flüsse sind Limpopo und Oranje.
Plattentektonik, Wetter und Vegetation
Afrika liegt auf der Afrikanischen Lithosphärenplatte, die sich während der letzten 100 Millionen Jahre mit wenigen Zentimetern pro Jahr nach Norden bewegte. Der Große Afrikanische Grabenbruch durchzieht Ostafrika und wird zur Abspaltung des Horns von Afrika führen. Der dabei entstehende Vulkanismus bildete hohe ostafrikanische Gebirge. Das Atlas-Gebirge faltete sich auf, als die Landmassen Europas und Afrikas von vor 65 Mio. Jahren bis etwa 1,8 Mio. Jahren am südlichen Ende der Iberischen Halbinsel gegeneinander drückten.
Der Westafrikanische Monsun dauert von Juni bis September. Er entsteht durch die Temperaturdifferenz zwischen dem kälteren Atlantik und dem heißeren Kontinent. In der westlichen und zentralen Sahelzone fällt dann fast der gesamte Jahresregen; die höchsten Werte betragen etwa 2000 mm pro Jahr. In Zentralafrika bringt Zenitalniederschlag täglich Regen, wenn die Sonne je nach Jahreszeit genau im Zenit steht. Vor der Westküste des Südlichen Afrikas führt der kalte Benguelastrom aus der Antarktis zusammen mit stetigem Wind in der Westwindzone zur Kondensation an der Küste. Beim Erwärmen sinkt die relative Luftfeuchtigkeit; dadurch entsteht die Namib.
Tropischer Regenwald wächst in Oberguinea und im Kongobecken. Er geht über in Feuchtsavanne mit 1000–1500 mm, Trockensavanne mit 500–1000 mm und Dornenstrauchsavanne mit 250–500 mm Regen pro Jahr. Savannen sind offenes Grasland mit einzeln stehenden Bäumen; die Höhe des Bewuchses hängt von der Regenmenge ab. Weil die Niederschlagsgebiete jahreszeitlich wandern, müssen Pflanzen die Trockenzeit überstehen und Tiere dem Regen folgen. Dornenstrauchsavanne kommt in der Sahelzone, in Ostafrika und im Südlichen Afrika vor.
In Wüsten konzentrieren sich Pflanzen wegen des seltenen Regens oft auf Oasen, an denen unterirdisches Wasser austritt, oder sie erreichen es mit tiefen Wurzeln. Manche wachsen erst nach Regen, sodass die Wüste gelegentlich „erblüht“. In der Sahara wird unterirdisches Wasser etwa durch das Great-Man-Made-River-Projekt großtechnisch abgepumpt, um nahe Bevölkerungszentren Landwirtschaft zu ermöglichen; dabei droht Bodenversalzung. Das etwa 12.000 Quadratkilometer große Okavangodelta ist ein von jährlicher Flut abhängiges Feuchtgebiet in der semi-ariden Kalahari. Da die Flut dort am Ende der Trockenzeit ankommt, sammeln sich große Mengen an Tieren. In der geologisch sehr alten Namib leben an Trockenheit angepasste Tiere wie der Nebeltrinker-Käfer.
Bevölkerung, Verkehr und Sprachen
Die neun Trans-African Highways sind transkontinentale Straßenprojekte zur verkehrlichen Erschließung Afrikas. Ihre Gesamtlänge beträgt 56.683 Kilometer.
Für 2008 werden insgesamt vermutlich 967 Millionen Einwohner Afrikas genannt. In Nordafrika leben 197 Millionen Menschen; besonders dicht besiedelt ist das Gebiet am Nil. Westafrika hat 291 Millionen Einwohner, davon allein 110 Millionen am Niger. Zentralafrika hat 122 Millionen Einwohner und ist in großen Teilen dünn besiedelt. In Ostafrika leben etwa 301 Millionen Menschen; hohe Bevölkerungsdichten finden sich östlich der Zentralafrikanischen Schwelle besonders in Burundi, Ruanda und Uganda sowie am Malawisee. Uganda liegt teilweise rund 1.000 m über dem Meeresspiegel und hat deshalb am Äquator ein angenehm temperiertes Klima; Ruanda und Burundi liegen auf Hochplateaus von durchschnittlich etwa 1500 m Höhe. Im Südlichen Afrika leben 55 Millionen Menschen bei eher geringer Bevölkerungsdichte.
Zu den Sprachfamilien zählen afroasiatische Sprachen mit etwa 350 Mio. Sprechern in Nordafrika und im nördlichen Ostafrika, Niger-Kongo-Sprachen mit etwa 370 Mio. Sprechern in West-, Zentral-, südlichem Ost- und Südlichem Afrika sowie nilosaharanische Sprachen mit etwa 35 Mio. Sprechern vom Sudan bis Mali. Khoisan-Sprachen haben 355 Tsd. Sprecher, vor allem im westlichen Südlichen Afrika. Auf Madagaskar werden austronesische Sprachen mit 19 Mio. Sprechern gesprochen.
Dokumentarfilm
Genannt wird der Dokumentarfilm „Afrika von oben – Wasser“ von ZDF / Terra X aus dem Jahr 2023 mit einer Länge von 43 Minuten.