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Angola
Klima · An der Küste und im Norden des Landes ist es tropisch, das heißt, es gibt das ganze Jahr hohe Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 · Das Hochland im …
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Staat und Naturraum
Angola ist ein Staat im Südwesten Afrikas mit der Hauptstadt Luanda. Es ist eine präsidentielle Republik; Staatsoberhaupt und Regierungschef ist Präsident João Lourenço. Die Amtssprache ist Portugiesisch. Angola wurde am 11. November 1975 von Portugal unabhängig; dieser Tag ist Nationalfeiertag. Die Fläche beträgt 1.246.700 km², die Einwohnerzahl wurde für 2022 auf 33,09 Millionen geschätzt.
Angola grenzt an Namibia, Sambia, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo und den Atlantik. Die Exklave Cabinda, also ein vom übrigen Staatsgebiet abgetrennter Landesteil, liegt im Norden zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo am Atlantik. Das Land umfasst eine Küstenniederung, die Große Randstufe und zentrale Hochlandebenen. Der höchste Berg ist der Môco mit 2619 m. Das Hochland von Bié nimmt einen großen Teil des Landes ein.
Es gibt drei Klimazonen: An Küste und im Norden ist das Klima tropisch, mit 25 bis 30 °C am Tag und einer Regenzeit von November bis April. Der kühle Benguelastrom begünstigt Nebel; im Süden der Küste fallen kaum 100 mm Niederschlag jährlich. Im Hochland ist es gemäßigt-tropisch, mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht und etwa 1000 mm Regen im Jahr. Der Südosten ist überwiegend heiß und trocken; die Niederschläge liegen dort bei etwa 250 mm jährlich.
Das Hochland von Bié ist der „Wasserturm“ des Landes. Die größten Einzugsgebiete sind Kongo und Sambesi; zusammen entwässern sie über 40 % der Landesfläche. Etwa 12 % fließen über den Okavango ab, ebenfalls etwa 12 % über den Cuanza und knapp 8 % über den Cunene. Knapp 20 % entfallen auf Küstenflüsse. Die Wasserressourcen im Süden sind auch für Botswana und Namibia wichtig.
Die Vegetation reicht von tropischem Regenwald im Norden und in Cabinda über Baumsavannen bis zu trockenen Grassavannen. An der Südwestküste liegt ein Wüstenstreifen. Zu den Wildtieren zählen Elefanten, Flusspferde, Geparde, Gnus, Krokodile, Strauße, Nashörner und Zebras. Landwirtschaft, Bürgerkriegsschäden und Elfenbeinhandel gefährden viele Arten. 13 Naturschutzgebiete bedecken 162.642 km² beziehungsweise 12,6 % des Staatsgebiets.
Bevölkerung, Sprachen und Lebensverhältnisse
Angolas Bevölkerung wächst sehr schnell: 2021 lag das Bevölkerungswachstum bei 3,2 %, 2022 bei statistisch 5,2 Geburten pro Frau. Das Medianalter lag 2021 bei 16,2 Jahren. 2023 waren 44,8 % der Bevölkerung jünger als 15 Jahre und nur 2,6 % älter als 64 Jahre. 69 % der Einwohner lebten 2023 in Städten. Mit 6.759.313 Einwohnern beim Zensus 2014 war Luanda mit großem Abstand die größte Stadt; danach folgten Lubango, Huambo, Benguela, Cabinda und Malanje.
Die meisten Angolaner gehören zu Bantu-Volksgruppen. Mehr als ein Drittel sind Ovimbundu, knapp ein Viertel Ambundu und 10 bis 15 % Bakongo. Daneben gibt es unter anderem Ganguela, Nyaneka-Nkhumbi, Ovambo, Herero, Tshokwe einschließlich Lunda sowie Khoisan-Gruppen. Etwa 2 % der Bevölkerung sind mestiços, Menschen mit afrikanischer und europäischer Herkunft. Der Bürgerkrieg führte zu Flucht, Landflucht und einer starken Konzentration der Wirtschaft im Küstenstreifen; ein massiver Rückfluss ins Binnenland blieb nach dem Frieden aus.
Portugiesisch wird zu Hause von 85 % der Stadtbevölkerung und 49 % der Landbevölkerung gesprochen. Wichtige Bantu-Sprachen sind Umbundu (23 %), Kikongo (8,24 %), Kimbundu (7,82 %) und Chokwe (6,54 %). Insgesamt werden etwa 40 Sprachen oder Dialekte gesprochen.
Nach dem Zensus 2014 sind 41,1 % römisch-katholisch und 38,1 % gehören protestantischen Kirchen an; 12,3 % gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Muslime, fast alle sunnitisch, machten 0,4 % aus. Traditionelle religiöse Vorstellungen bestehen teilweise innerhalb christlicher Gruppen fort.
Die medizinische Versorgung ist unzureichend: Rund 30 % der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung und 40 % zu ausreichend reinem Trinkwasser. Verbreitet sind unter anderem Durchfallerkrankungen, Atemwegsentzündungen, Malaria, Meningitis, Tuberkulose und Wurmbefall. Die HIV-Infektionsrate wird auf 2 % geschätzt. Die Lebenserwartung lag 2022 bei 61,9 Jahren, bei Frauen bei 64,5 und bei Männern bei 59,4 Jahren. Beim schweren Cholera-Ausbruch von 2006 bis 2007 wurden 82.204 Fälle und 3092 Todesfälle gemeldet.
Das Bildungswesen wurde durch Kolonialzeit und Bürgerkrieg stark beeinträchtigt. Weniger als zwei Drittel der schulpflichtigen Kinder besuchen eine Schule. In der Grundschule wiederholen 54 % eine oder mehrere Klassen; bis zur fünften Klasse erreichen nur 6 % ihrer Altersgruppe die Schule. Die Alphabetisierungsrate Erwachsener betrug 2015 71,1 %; bei Frauen 60,2 %, bei Männern 82,0 %. Hochschulen wurden ausgebaut und regional dezentralisiert, haben aber weiterhin qualitative und organisatorische Probleme.
Geschichte und politisches System
Die ersten Bewohner des heutigen Angola waren Khoisan, die ab dem 13. Jahrhundert weitgehend von Bantu-Gruppen verdrängt wurden. Ab 1483 errichtete Portugal Handelsposten an der Küste. Die systematische Eroberung des heutigen Territoriums begann erst Anfang des 19. Jahrhunderts und war Mitte der 1920er Jahre abgeschlossen. Danach herrschte ein portugiesisches Kolonialsystem.
Nationalistischer Widerstand führte 1961 zum bewaffneten Unabhängigkeitskampf. Nach der Nelkenrevolution in Portugal am 25. April 1974 begann die Entkolonisierung. Die Befreiungsbewegungen FNLA, MPLA und UNITA kämpften zugleich gegeneinander. USA, Zaire und Südafrika unterstützten FNLA und UNITA; Sowjetunion und Kuba unterstützten die MPLA. Die MPLA rief 1975 in Luanda die Unabhängigkeit aus, FNLA und UNITA gleichzeitig in Huambo.
Es folgte ein Bürgerkrieg, den die UNITA bis zum Tod ihres Anführers Jonas Savimbi 2002 fortsetzte. Savimbi wurde am 22. Februar 2002 von der Armee erschossen; danach beendete die UNITA den Kampf und wurde Oppositionspartei. Der 27 Jahre dauernde Krieg zerstörte Infrastruktur und gesellschaftliche Einrichtungen. Die UN vermutete 1,8 Millionen Flüchtlinge, mehrere Millionen Menschen waren direkt von Kriegshandlungen betroffen. Seit 2002 läuft der Wiederaufbau, doch die Folgen sind weiterhin sichtbar.
Die MPLA beherrscht das Land seit der Unabhängigkeit autoritär. 1992 gewann sie die Parlamentswahl mit 53,74 % der Stimmen und 129 von 220 Sitzen. Die Verfassung von 2010 stärkte die Macht des Präsidenten: Es gibt keine direkte Präsidentschaftswahl mehr. Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der bei Parlamentswahlen stärksten Partei werden automatisch Präsident und Vizepräsident. Der Präsident ernennt die Gouverneure der 21 Provinzen und kontrolliert die Staatsorgane; eine Gewaltenteilung besteht laut Artikel nicht. Die Wahl von 2022 gewann die MPLA laut Wahlkommission mit rund 51 %, die UNITA erhielt rund 44 %; die UNITA zweifelte das Ergebnis an.
Seit João Lourenço 2017 Präsident wurde, verbesserten sich laut Artikel Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit teilweise. Zugleich werden weiterhin Verfolgung von Oppositionellen, schwache rechtsstaatliche Standards und gewaltgeprägte Lebensumstände beschrieben. Homosexualität ist seit 2018 nicht strafbar; Diskriminierung wegen sexueller Orientierung ist verboten. Angola ist Mitglied der UN, WTO, SADC, AU und CPLP. Es verließ die OPEC zum 1. Januar 2024. Die Streitkräfte FAA umfassen etwa 107.000 Angehörige.
Angola ist in 21 Provinzen, 326 Municípios, 378 Kommunen und 27.641 Örtlichkeiten gegliedert. Neue Provinzen entstanden beziehungsweise wurden zum 5. September 2024 geteilt, weshalb für einige noch keine Bevölkerungsdaten vorlagen.
Rohstoffwirtschaft und soziale Ungleichheit
Angola hatte 2024 ein nominales Bruttoinlandsprodukt von 115 Milliarden US-Dollar und war damit nach Südafrika, Nigeria und Äthiopien die viertgrößte Volkswirtschaft Subsahara-Afrikas. Das BIP pro Kopf betrug nominal 3.034 US-Dollar und nach Kaufkraftparität 10.112 US-Dollar. Trotz großer Bodenschätze lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Armut. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 24,2 %; etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Im Jahr 2008 galten auf dem Land rund 58 %, in Städten 19 % und insgesamt 37 % als arm.
Die Wirtschaft ist stark von Erdöl und Diamanten abhängig. 2017 entfielen etwa 95 % der Exporte und 45 % des BIP auf Erdöl. 2016 war Angola mit 87,9 Millionen Tonnen nach Nigeria Afrikas zweitgrößter Erdölproduzent und -exporteur. Der Rückgang der Ölförderung um 40 % von 2015 bis 2023 wird vor allem mit alten Ölfeldern und früher ungünstigen Bedingungen für ausländische Investitionen erklärt. Auch Diamanten sind wichtig; Rohdiamanten werden jährlich für rund eine Milliarde Euro verkauft. Die Regierung versucht deshalb, die Wirtschaft zu diversifizieren.
Etwa 85 % der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Kaffee ist das wichtigste Agrarprodukt für den Export, danach Zuckerrohr; weitere Produkte sind Mais, Kokosöl, Kartoffeln, Reis und Kakao. Landminen und Kriegsschäden begrenzen den Anbau, daher muss Angola Lebensmittel importieren. Die Industrie ist schwach entwickelt; bedeutend sind die Verarbeitung von Agrarprodukten und die Erdölraffinierung.
Korruption und regionale Ungleichheit prägen die Wirtschaft. In den ersten fünf Jahren des 21. Jahrhunderts sollen Öleinnahmen von vier Milliarden US-Dollar versickert sein. João Lourenço ging seit 2017 gegen Korruption und Vetternwirtschaft vor, unter anderem gegen Isabel dos Santos und José Filomeno dos Santos. Rund ein Drittel der wirtschaftlichen Tätigkeit konzentriert sich auf Luanda und Bengo. 2007 fanden 75,1 % aller geschäftlichen Transaktionen und 64,3 % der Arbeitsplätze in Wirtschaftsunternehmen in Luanda statt.
Der Staat gründete Ende 2018 die Privatisierungsbehörde IGAPE, um 195 staatliche Unternehmen ganz oder teilweise zu privatisieren. Betroffen sind unter anderem Sonangol, Telekommunikation, Banken, Versicherungen, TAAG, Tourismus, verarbeitendes Gewerbe und Landwirtschaft. Der Staatshaushalt wies 2016 bei Ausgaben von 33,50 Milliarden und Einnahmen von 27,27 Milliarden US-Dollar ein Defizit von 6,5 % des BIP auf. Seit Oktober 2019 gilt eine Mehrwertsteuer von 14 %.
Die Ausfuhr betrug 2021 33,7 Milliarden US-Dollar, die Einfuhr 11,4 Milliarden US-Dollar; der Handelsüberschuss lag bei 22,3 Milliarden US-Dollar. China ist ein besonders wichtiger Partner und Kreditgeber. Die im Artikel beschriebenen chinesischen Infrastrukturprojekte weisen jedoch teilweise erhebliche Qualitätsmängel auf.
Infrastruktur und Kommunikation
Der Schienenverkehr besteht aus drei nicht miteinander verbundenen, auf Häfen ausgerichteten Netzen. Die Streckenlänge betrug 2010 insgesamt 2764 km; Betreiber ist die staatliche Caminhos de Ferro de Angola. Fernbusse verbinden Luanda mit großen Städten, teilweise auch mit Windhoek und Kinshasa. Der wichtigste Flughafen ist der 2023 eröffnete Flughafen Luanda; die internationale Fluggesellschaft ist TAAG. Eine Schnellfähre verbindet Luanda mit Cabinda.
Die Stromversorgung ist unzuverlässig, regelmäßige Ausfälle werden oft durch Generatoren überbrückt. Bis 2014 waren nur 30 bis 40 % der Bevölkerung ans Stromnetz angeschlossen. 2014 betrug die installierte Leistung 1.848 MW, davon 888 MW in Wärme- und 960 MW in Wasserkraftwerken. Angola plante umfangreiche Investitionen in Kraftwerke, Netze und ländliche Elektrifizierung. Das geschätzte Wasserkraftpotenzial beträgt 18.000 MW. Im April 2015 bestanden getrennte regionale Netze für Norden, Zentrum und Süden sowie isolierte Lösungen; ein nationales Verbundnetz gab es nicht.
Es gibt 14 Millionen Mobiltelefonbenutzer, entsprechend 46 % der Bevölkerung. Unitel besitzt 82 % und Movicel 18 % dieses Markts. Einen Internetzugang haben 20 % der Einwohner; für 2022 nennt der Artikel eine Internetnutzung von 39 %. Das Festnetz wird von 0,6 % genutzt. AngoSat-1, der erste angolanische Kommunikationssatellit, wurde am 26. Dezember 2017 gestartet, erreichte aber die geplante Umlaufbahn nicht und wurde später aufgegeben. Das 6165 km lange South Atlantic Cable System verbindet Angola seit 2018 mit Brasilien.
Kultur und Sport
Angolas Musik umfasst viele regionale Stile und beeinflusste über deportierte Sklaven besonders die afroamerikanische und brasilianische Musik. Kizomba und Kuduro sind angolanische Musik- und Tanzstile, die sich international verbreiteten. Gleichzeitig beeinflussen US-amerikanische und brasilianische Musikmärkte die Jugendkultur Luandas. Die 1160 Manuskripte der Arquivos dos Dembos / Ndembu Archives aus dem 17. bis frühen 20. Jahrhundert gehören zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Die Pressefreiheit wird als problematisch beschrieben. Es gibt staatliche und private Fernseh-, Radio- und Printmedien; die staatliche Nachrichtenagentur heißt Agência Angola Press (ANGOP).
Im Sport ist Fußball besonders bedeutend. Die Nationalmannschaft qualifizierte sich 2005 erstmals für eine Weltmeisterschaft und schied 2006 nach der Vorrunde aus. Im Basketball gewann die Herren-Nationalmannschaft elf der letzten dreizehn Afrikameisterschaften und gilt damit als erfolgreichste Mannschaft der Wettbewerbsgeschichte. Die Frauen-Handballnationalmannschaft gewann elfmal die Afrikameisterschaft. Angola gewann 2019 die erste Afrikanische Meisterschaft im Rollschuh-Hockey. Surfen wird vor allem in Cabo Ledo zunehmend betrieben.