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Gaius Iulius Caesar

Gaius Iulius Caesar (deutsch auch Gaius Julius Cäsar; * 13. Juli 100 v. Chr. in Rom; † 15. März 44 v. Chr. ebenda) war ein römischer Staatsmann, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Herkunft
  2. 2. Politischer Aufstieg und Bündnis
  3. 3. Eroberung Galliens
  4. 4. Bürgerkrieg, Alleinherrschaft und Tod
  5. 5. Folgen, Schriften und Wirkung

Bedeutung und Herkunft

Gaius Iulius Caesar (* 13. Juli 100 v. Chr. in Rom; † 15. März 44 v. Chr. ebenda) war römischer Staatsmann, Feldherr und Autor. Er trug maßgeblich dazu bei, dass die Römische Republik endete und später in den Prinzipat, das römische Kaiserreich, überging. Er stammte aus der patrizischen gens Iulia. Seine Familie führte ihre Abstammung der Sage nach auf Iulus, den Sohn des Aeneas und damit auf Venus zurück; 45 v. Chr. ließ Caesar Venus einen Tempel errichten.

Die Julier waren angesehen, aber nicht besonders reich und hatten über längere Zeit nur wenige hohe Ämter erreicht. Caesars Tante Iulia war mit Gaius Marius verheiratet, dem Anführer der Populares. Diese politische Richtung stand den Optimaten gegenüber, die unter Sulla die Macht hatten. Caesars Mutter hieß Aurelia; über seine Schwester Iulia Minor war er Großonkel des späteren Augustus.

Politischer Aufstieg und Bündnis

Caesar widersetzte sich 84 v. Chr. Sulla, als er sich nicht von seiner Frau Cornelia, der Tochter des Popularen Lucius Cornelius Cinna, scheiden lassen wollte. Er verließ Rom, diente als Offizier in Asia und Kilikien und erhielt bei der Eroberung von Mytilene die Corona civica, eine Bürgerkrone für die Rettung eines römischen Mitbürgers. Nach seiner Rückkehr begann er seine Ämterlaufbahn; 69 oder 68 v. Chr. wurde er Quästor und damit Senator.

Mit kostspieligen Spielen als Ädil gewann er 65 v. Chr. Beliebtheit, verschuldete sich aber stark. 63 v. Chr. wurde er, finanziell unterstützt von Marcus Licinius Crassus, zum Pontifex maximus gewählt. Als Prätor und später als Statthalter in Spanien gewann er militärischen Ruf und Geld. Um Konsul zu werden, verzichtete er auf einen Triumphzug. Im Jahr 59 v. Chr. erreichte er das Konsulat.

Mit Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus bildete er das informelle erste Triumvirat. Es vereinte Crassus’ Geld, Pompeius’ militärisches Ansehen und Caesars politischen Einfluss; Pompeius heiratete Caesars Tochter Iulia. Caesars Gesetzgebung regelte unter anderem Land für Pompeius’ Veteranen und Pompeius’ Anordnungen im Osten. Sein Vorgehen gegen Widerstand im Senat, auch gegen das Veto seines Kollegen Bibulus, war von Rechtsbrüchen und Gewalt geprägt. Eine fünfjährige, später verlängerte Statthalterschaft in Illyrien und Gallien schützte ihn zunächst vor einer Anklage.

Eroberung Galliens

Als Prokonsul konnte Caesar Truppen aufstellen, die ihm persönlich verpflichtet waren. Von 58 bis 51 v. Chr. eroberte er Gallien. Zunächst schlug er die Helvetier bei Bibracte zurück und bekämpfte die unter Ariovist eingedrungenen Sueben. Danach unterwarf er die Belger und gewann 56 v. Chr. durch den Sieg seines Offiziers Decimus Iunius Brutus Albinus über die Veneter die Kontrolle über große Teile Galliens.

55 v. Chr. ließ Caesar nach einem Zwischenfall während eines Waffenstillstands die Anführer der Usipeter und Tenkterer festnehmen und die führerlosen Germanen größtenteils töten. Caesar nannte 430.000 Tote bei keinen römischen Verlusten. Diese Angabe und das Vorgehen lösten schon in Rom Empörung aus; Cato beantragte Caesars Auslieferung. In der modernen Genozid-Forschung wird das Ereignis als frühes Beispiel eines Völkermords bewertet. Caesar überschritt zweimal den Rhein und führte zwei Expeditionen nach Britannien, eroberte beide Gebiete aber nicht dauerhaft.

Der schwerste Aufstand begann 52 v. Chr. unter Vercingetorix. Caesar verlor bei Gergovia, siegte jedoch nach der Belagerung von Alesia gegen ein zahlenmäßig überlegenes gallisches Entsatzheer. Vercingetorix ergab sich und wurde nach Caesars Triumph 46 v. Chr. hingerichtet. Weitere Aufstände unterdrückte Caesar hart; in Uxellodunum wurden Gefangenen die Hände abgeschnitten. Plutarch nennt eine Million tote Gallier und eine weitere Million Versklavte. Caesar rechtfertigte seine Kriege in den Commentarii de bello Gallico.

Bürgerkrieg, Alleinherrschaft und Tod

Nach Crassus’ Tod 53 v. Chr. und dem Tod von Caesars Tochter Iulia 54 v. Chr. zerbrach das Bündnis mit Pompeius. Der Senat verlangte die Auflösung von Caesars zehn Legionen. Caesar verlangte im Gegenzug, dass auch Pompeius sein Heer auflöse. Am 10. Januar 49 v. Chr. überschritt Caesar mit der etwa 5.000 Mann starken Legio XIII Gemina den Rubikon und begann den Bürgerkrieg. Der Ausspruch „alea iacta est“ („Der Würfel ist gefallen“, wörtlich: „Der Würfel ist geworfen“) wird damit verbunden.

Pompeius wich nach Griechenland aus. Caesar besiegte zunächst pompeianische Truppen in Spanien und schlug Pompeius am 9. August 48 v. Chr. bei Pharsalos. Pompeius floh nach Ägypten und wurde dort ermordet. Caesar unterstützte in Alexandria Kleopatra gegen Ptolemaios XIII.; nach dem Alexandrinischen Krieg wurde ihre Herrschaft bestätigt. Ihr gemeinsames Kind hieß Ptolemaios Kaisarion. Gegen Pharnakes II. siegte Caesar nach einem fünftägigen Feldzug; darauf bezog sich „veni vidi vici“ („Ich kam, ich sah, ich siegte“). Die letzten Gegner besiegte er 46 v. Chr. bei Thapsus und 45 v. Chr. bei Munda.

Caesar reformierte den Staat mit den Leges Iuliae, plante unter anderem Gesetzesüberarbeitung, Bauten und eine Bibliothek und führte 46 v. Chr. den julianischen Kalender ein. Seit 46 v. Chr. war er Diktator auf zehn Jahre, zwischen dem 9. und 15. Februar 44 v. Chr. dictator perpetuo, Diktator auf Lebenszeit. Ob er den Königstitel anstrebte, ist in der Forschung umstritten. Am 15. März 44 v. Chr. ermordeten ihn über 60 Senatoren um Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus in einer Senatssitzung im Theater des Pompeius.

Folgen, Schriften und Wirkung

Nach Caesars Tod wurden seine Vorhaben vom Senat anerkannt und die Attentäter amnestiert. Sein Testament bestimmte Gaius Octavius, seinen Großneffen, zum Haupterben und posthumen Adoptivsohn. Die Bestattung am 20. März 44 v. Chr. löste Unruhen aus: Die Bevölkerung verbrannte Caesars Leichnam auf dem Forum und griff Häuser der Verschwörer an. Im folgenden Bürgerkrieg bildeten Octavian, Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus das zweite Triumvirat. Antonius und Octavian besiegten Brutus und Cassius bei Philippi. Octavian setzte sich später gegen Antonius durch, wurde ab 31 v. Chr. Alleinherrscher und begründete als Augustus den Prinzipat. Caesar wurde als Divus Iulius vergöttlicht.

Caesars wichtigste erhaltene Werke sind die Commentarii de bello Gallico und die Commentarii de bello civili. Beide sind auch Rechtfertigungsschriften für sein Handeln. Das Gallienwerk umfasst sieben Bücher; Buch 8 schrieb sein Offizier Aulus Hirtius. Es gilt wegen seiner klaren, einfachen Sprache mit einem Wortschatz von etwa 1300 Wörtern als Standardlektüre im Lateinunterricht. Der Anfang lautet: „Gallia est omnis divisa in partes tres“ – Gallien sei in drei Teile geteilt, bewohnt von Belgiern, Aquitanern und den Kelten beziehungsweise Galliern.

Der Name Caesar wurde seit Augustus Teil der Herrschertitulatur. Seit Hadrian bezeichnete Caesar den designierten Nachfolger eines Augustus. Davon leiten sich „Kaiser“ und „Zar“ ab. Die Caesarchiffre ersetzt jeden Buchstaben eines Klartexts durch den Buchstaben drei Stellen später im Alphabet; sie ist eine symmetrische monoalphabetische Substitutionschiffre. Caesars julianischer Kalender ersetzte 46 v. Chr. den römischen Mondkalender; sein Geburtsmonat mensis Quintilis wurde in mensis Iulius, Juli, umbenannt.

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