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Französische Fußballnationalmannschaft der Frauen
Die französische Fußballnationalmannschaft der Frauen (französisch Équipe de France de football féminin oder nur Équipe de France féminine A) ist die …
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Aufgabe, Bilanz und Bedeutung
Die französische Fußballnationalmannschaft der Frauen ist die Auswahl der Fédération Française de Football (FFF) für internationale Spiele. Sie heißt auch Les Bleues („Die Blauen“), gehört zur UEFA und trägt ihre Heimspiele in wechselnden Stadien aus. Cheftrainer ist seit August 2024 Laurent Bonadei.
Das erste heute von der FIFA anerkannte Frauenländerspiel weltweit gewann Frankreich am 17. April 1971 in Hazebrouck mit 4:0 gegen die Niederlande. Die Begegnungen französischer Auswahlteams in den 1920er und 1930er Jahren gelten dagegen nicht als offizielle Länderspiele. Den höchsten Sieg erzielte Frankreich 1998 gegen Algerien und 2013 gegen Bulgarien, jeweils mit 14:0; die höchste Niederlage war ein 0:7 gegen Deutschland 1992.
Frankreich zählt seit den 2000er Jahren zur Weltspitze. Am 16. Juni 2026 stand das Team mit 1983,8 Punkten auf Platz 6 der FIFA-Weltrangliste. Rekordspielerin und Rekordtorschützin ist Eugénie Le Sommer mit 200 Einsätzen und 94 Toren.
Von den Anfängen zur Anerkennung
Schon nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Frankreich Frauenfußball, der außerhalb des Männerverbands organisiert wurde. 1924 gewann eine französische Auswahl in Brüssel mit 2:1 gegen Belgien. Als der Frauenfußball Anfang der 1930er Jahre zurückging, endeten diese inoffiziellen Länderspiele; die FFF erkennt sie bis heute nicht an.
Am 29. März 1970 legalisierte die FFF den Frauenfußball. Damals gab es knapp 2.200 Vereinsspielerinnen. Pierre Geoffroy stellte die erste Auswahl zusammen und trainierte sie. Nach dem 4:0 gegen die Niederlande 1971 nahm Frankreich an der damals inoffiziellen Weltmeisterschaft in Mexiko teil: Niederlagen gegen Dänemark (0:3) und Italien (0:1), danach ein 3:2 gegen England und Platz fünf.
In den 1970er und frühen 1980er Jahren fehlten Förderung, regelmäßige Lehrgänge und eine landesweite Liga. Von 1980 bis 1986 lautete die Bilanz nur sechs Siege, sieben Remis und 13 Niederlagen; bei der ersten Europameisterschaft 1982–1984 schied Frankreich in der ersten Runde aus. Eine landesweite erste Liga entstand erst 1992.
Sportlicher Aufschwung bis 2013
Unter Aimé Mignot (1987–1997) wurden mehr Länderspiele, gemeinsame Lehrgänge sowie taktisches und technisches Training eingeführt. Frankreich qualifizierte sich 1997 erstmals für eine EM-Endrunde und verpasste dort das Halbfinale nur wegen des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Spanien.
Élisabeth Loisel führte das Team von 1997 bis 2006. Sie nutzte Clairefontaine systematisch, setzte auf Nachwuchs und forderte Professionalisierung im Vereinsfußball. Frankreich erreichte 2001 wieder die EM und 2003 erstmals eine offizielle WM-Endrunde, schied jeweils in der Gruppenphase aus. 2003 gewann Frankreich erstmals gegen Deutschland; 1998 gelang unter Loisel das 14:0 gegen Algerien.
Unter Bruno Bini erreichten die Bleues 2009 erstmals ein EM-Viertelfinale. Bei der WM 2011 wurden sie Vierte und qualifizierten sich dadurch erstmals für Olympische Spiele; auch 2012 belegten sie Rang vier. Bei der EM 2013 folgte wieder das Viertelfinal-Aus. Binis Bilanz betrug 69 Siege, 16 Unentschieden und 14 Niederlagen in 99 Spielen.
Große Turniere und Trainerwechsel seit 2013
Unter Philippe Bergeroo schied Frankreich bei der WM 2015 nach Elfmeterschießen gegen Deutschland sowie bei den Olympischen Spielen 2016 jeweils im Viertelfinale aus. Olivier Echouafni gewann 2017 den SheBelieves Cup, doch auch die EM 2017 endete im Viertelfinale.
Corinne Diacre trainierte von 2017 bis 2023. Sie verjüngte den Kader stark, erreichte bei der Heim-WM 2019 jedoch nur das Viertelfinale. Bei der EM 2022 gelang erstmals seit 2009 wieder der Einzug über das Viertelfinale hinaus, bevor Frankreich im Halbfinale ausschied. Nach öffentlicher Kritik mehrerer Spielerinnen, darunter Wendie Renard, Kadidiatou Diani und Marie-Antoinette Katoto, entließ die FFF Diacre 2023. Ihre Bilanz von 57 Siegen, sieben Remis und acht Niederlagen war dennoch die beste aller französischen Trainer bis dahin.
Hervé Renard führte Frankreich bei der WM 2023 und den Olympischen Spielen 2024 jeweils ins Viertelfinale. In der Nations League 2023/24 erreichte Frankreich erstmals das Endspiel eines großen offiziellen Wettbewerbs, verlor dort aber gegen Spanien. Unter Laurent Bonadei gewann das Team 2025 alle Gruppenspiele der Nations League gegen Norwegen, Island und die Schweiz, wurde später Dritter. Bei der EM 2025 endete der Weg erneut im Viertelfinale. Für die WM 2027 in Brasilien qualifizierte sich Frankreich als Sieger der Gruppe A2 gegen die Niederlande, Polen und Irland.
Turnierbilanz und prägende Spielerinnen
Frankreich nahm fünfmal an einer WM-Endrunde teil: 2003, 2011, 2015, 2019 und 2023. Das beste Ergebnis ist Platz vier 2011. Bei Europameisterschaften nahm die Auswahl erstmals 1984 teil und erreichte von 1997 bis 2025 acht Endrunden in Folge; das beste Ergebnis ist das Halbfinale 2022. Bei den Olympischen Spielen spielte Frankreich 2012, 2016 und 2024, jeweils ohne Medaille.
Eugénie Le Sommer führt sowohl die Einsatz- als auch die Torliste an: 200 Länderspiele und 94 Tore. Dahinter folgen bei den Einsätzen Sandrine Soubeyrand (198), Élise Bussaglia (192), Laura Georges (188) und Camille Abily (183). Erfolgreichste Torschützinnen hinter Le Sommer sind Marinette Pichon mit 81 und Marie-Laure Delie mit 65 Treffern. Marie-Antoinette Katoto erzielte 43 Tore in 66 Einsätzen.
Die erste Torschützin der offiziellen Länderspielgeschichte war Jocelyne Ratignier: Sie erzielte 1971 beim 4:0 gegen die Niederlande einen Hattrick. Frankreichs 1.000. Tor schoss Kenza Dali im Oktober 2021 beim 11:0 gegen Estland.
Spielorte, Wahrnehmung und Nachwuchs
Die Bleues haben kein festes Heimstadion. Heimspiele finden im ganzen Land statt; besonders häufig spielten sie in Le Mans (9-mal), Paris, Le Havre und Lyon (je 8-mal). Das zuschauerstärkste Spiel war das olympische Halbfinale 2012 gegen Japan im Wembley-Stadion mit 61.482 Besuchern. Den französischen Heimrekord setzte das WM-Viertelfinale 2019 gegen die USA im Pariser Parc des Princes mit 45.595 Zuschauern.
Lange waren Zuschauerinteresse und Medienberichterstattung gering. Bis in die 1990er Jahre lag der höchste Heimspielbesuch bei 3.000. Mit den Erfolgen ab 2011 stiegen Zuschauer- und TV-Zahlen deutlich; das WM-Viertelfinale 2015 sahen im Durchschnitt 4,2 Millionen Menschen, in der Spitze 5,3 Millionen. Die öffentliche Wahrnehmung hielt laut Artikel dennoch nicht vollständig mit dem sportlichen Aufstieg Schritt.
Die FFF förderte den Frauenfußball verstärkt: Die Zahl der Vereinsspielerinnen stieg von rund 86.000 im Jahr 2011 auf knapp 139.000 im März 2019. Daneben bestehen eine B- beziehungsweise U-23-Auswahl, eine U-20 sowie Jugendnationalteams. Die U-19 wurde fünfmal Europameisterin (2003, 2010, 2013, 2016 und 2019); die U-17 gewann die WM 2012 und die EM 2023.