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Formelsammlung Trigonometrie

Dieser Artikel ist eine Formelsammlung zum Thema Trigonometrie. Es werden mathematische Symbole verwendet, die im Artikel Liste mathematischer Symbole …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Trigonometrie im Dreieck
  2. 2. Fläche, Kreise und besondere Dreieckslinien
  3. 3. Grundregeln der Winkelfunktionen
  4. 4. Winkel umformen und Terme vereinfachen
  5. 5. Arkusfunktionen, Reihen und komplexe Darstellung

Trigonometrie im Dreieck

Die Formelsammlung verknüpft Seiten, Winkel und besondere Linien eines ebenen Dreiecks ABC. Dabei gelten a=BC, b=CA, c=AB; die gegenüberliegenden Winkel heißen α, β, γ. Der halbe Umfang ist s=(a+b+c)/2, der Flächeninhalt F. Der Umkreisradius heißt r, der Inkreisradius ρ und die Ankreisradien heißen ρₐ, ρᵦ, ρ𝚌. In anderen Bezeichnungsweisen stehen dafür oft R, r, rₐ, rᵦ, r𝚌.

Grundlage ist die Winkelsumme α+β+γ=180°. Der Sinussatz lautet a/sin α=b/sin β=c/sin γ=2r=abc/(2F). Für einen rechten Winkel liefert er beispielsweise bei γ=90°: sin α=a/c und sin β=b/c.

Der Kosinussatz lautet a²=b²+c²−2bc cos α und entsprechend zyklisch für b und c. Bei γ=90° wird daraus a²+b²=c², also der Satz des Pythagoras; außerdem gilt dann cos α=b/c und cos β=a/c. Der Projektionssatz ist a=b cos γ+c cos β, mit entsprechenden zyklischen Formeln.

Weitere Beziehungen sind die Mollweideschen Formeln, etwa (b+c)/a=cos((β−γ)/2)/sin(α/2), sowie der Tangenssatz (b+c)/(b−c)=tan((β+γ)/2)/tan((β−γ)/2)=cot(α/2)/tan((β−γ)/2). Im rechtwinkligen Dreieck gilt etwa bei γ=90°: tan α=a/b und tan β=b/a.

Fläche, Kreise und besondere Dreieckslinien

Der Flächeninhalt kann allein aus den Seiten mit der Heronschen Formel bestimmt werden: F=√(s(s−a)(s−b)(s−c)). Wichtige Alternativen sind F=½bc sin α=½ca sin β=½ab sin γ, F=½ahₐ=½bhᵦ=½ch𝚌, F=abc/(4r) und F=ρs. Damit folgt auch r=abc/(4F).

Halbwinkel lassen sich über s ausdrücken, zum Beispiel sin(α/2)=√(((s−b)(s−c))/(bc)), cos(α/2)=√(s(s−a)/(bc)) und tan(α/2)=√(((s−b)(s−c))/(s(s−a))). Außerdem ist s=4r cos(α/2) cos(β/2) cos(γ/2).

Für den Inkreisradius gelten ρ=F/s, ρ=4r sin(α/2) sin(β/2) sin(γ/2) und ρ=√(((s−a)(s−b)(s−c))/s). Die wichtige Ungleichung lautet 2ρ≤r; Gleichheit gilt nur beim gleichseitigen Dreieck. Für den Ankreis gegenüber A gilt beispielsweise ρₐ=F/(s−a)=s tan(α/2); analoge Formeln gelten für ρᵦ und ρ𝚌. Zudem ist 1/ρ=1/ρₐ+1/ρᵦ+1/ρ𝚌.

Die Höhen erfüllen hₐ=b sin γ=c sin β=2F/a; zyklische Varianten gelten für hᵦ und h𝚌. Bei γ=90° gilt h𝚌=ab/c, hₐ=b und hᵦ=a. Seitenhalbierende sind etwa sₐ=½√(2b²+2c²−a²). Für die Winkelhalbierende bei A gilt wα=2bc cos(α/2)/(b+c).

Grundregeln der Winkelfunktionen

Am Einheitskreis werden sin, cos, tan und cot verwendet; außerdem sind sec=1/cos und csc=1/sin. Die zentralen Umrechnungsregeln sind tan x=sin x/cos x und sin²x+cos²x=1. Daraus folgen 1+tan²x=sec²x und 1+cot²x=csc²x. Beim Umformen mit Quadratwurzeln muss das Vorzeichen zum Winkelbereich passen.

Sinus und Kosinus haben die Periode 2π, Tangens und Kotangens die Periode π: sin x=sin(x+2nπ), cos x=cos(x+2nπ), tan x=tan(x+nπ), cot x=cot(x+nπ), jeweils n∈ℤ. Symmetrien sind sin(−x)=−sin x, cos(−x)=cos x, tan(−x)=−tan x und cot(−x)=−cot x. Eine Verschiebung um π/2 verbindet die Funktionen, etwa sin(x+π/2)=cos x und cos(x+π/2)=−sin x.

Die Vorzeichen folgen aus dem Quadranten: sin x ist zwischen 0° und 180° positiv, cos x in [0°,90°[ und ]270°,360°] positiv; tan x ist in ]0°,90°[ sowie ]180°,270°[ positiv. Wichtige Werte sind sin 30°=1/2, cos 30°=√3/2, sin 45°=cos 45°=√2/2, tan 45°=1, sin 60°=√3/2 und cos 60°=1/2. Dabei entsprechen 30°, 45°, 60° den Bogenmaßen π/6, π/4, π/3.

Winkel umformen und Terme vereinfachen

Die Additionstheoreme sind die wichtigsten Regeln für zusammengesetzte Winkel:

• sin(x±y)=sin x cos y±cos x sin y. • cos(x±y)=cos x cos y∓sin x sin y. • tan(x±y)=(tan x±tan y)/(1∓tan x tan y).

Setzt man x=y, entstehen Doppelwinkelformeln: sin(2x)=2 sin x cos x=2tan x/(1+tan²x), cos(2x)=cos²x−sin²x=1−2sin²x=2cos²x−1 und tan(2x)=2tan x/(1−tan²x). Umgekehrt liefern Halbwinkelformeln, beispielsweise sin(x/2)=√((1−cos x)/2) für x∈[0,2π] und cos(x/2)=√((1+cos x)/2) für x∈[−π,π]. Mit t=tan(x/2) gilt sin x=2t/(1+t²), cos x=(1−t²)/(1+t²) und tan x=2t/(1−t²).

Für Mehrfachwinkel stehen unter anderem sin(3x)=3sin x−4sin³x, cos(3x)=4cos³x−3cos x und tan(3x)=(3tan x−tan³x)/(1−3tan²x). Diese Formeln lassen sich über die Euler- und De-Moivre-Formel gewinnen.

Summen können als Produkte geschrieben werden: sin x+sin y=2sin((x+y)/2)cos((x−y)/2) und cos x+cos y=2cos((x+y)/2)cos((x−y)/2). Umgekehrt gilt sin x sin y=½(cos(x−y)−cos(x+y)), cos x cos y=½(cos(x−y)+cos(x+y)) und sin x cos y=½(sin(x−y)+sin(x+y)). Für Potenzen sind besonders gebräuchlich sin²x=½(1−cos(2x)), cos²x=½(1+cos(2x)) und tan²x=(1−cos(2x))/(1+cos(2x)).

Für Dreieckswinkel mit α+β+γ=180° gelten zusätzlich beispielsweise tan α+tan β+tan γ=tan α tan β tan γ sowie sin α+sin β+sin γ=4cos(α/2)cos(β/2)cos(γ/2).

Arkusfunktionen, Reihen und komplexe Darstellung

Arkusfunktionen liefern Winkel aus Funktionswerten. Bei ihren Additionsformeln sind Fallunterscheidungen nötig, weil die Hauptwerte beschränkt sind. Beispielsweise ist arctan x+arctan y=arctan((x+y)/(1−xy)) für xy<1; bei xy>1 muss abhängig vom Vorzeichen von x noch π addiert oder −π addiert werden. Außerdem gilt sin(arccos x)=cos(arcsin x)=√(1−x²) und sin(arctan x)=x/√(1+x²).

Trigonometrische Terme gleicher Frequenz können zu einer Sinusfunktion zusammengefasst werden: a sin α+b cos α=√(a²+b²) sin(α+arctan(b/a)) für a>0. Allgemeiner lautet a sin(x+α)+b sin(x+β)=√(a²+b²+2ab cos(α−β))·sin(x+δ), wobei δ=atan2(a sin α+b sin β,a cos α+b cos β).

In der Analysis werden Winkel in Reihen im Bogenmaß angegeben. Für alle reellen x gilt sin x=x−x³/3!+x⁵/5!−x⁷/7!±… und cos x=1−x²/2!+x⁴/4!−x⁶/6!±…. Die Tangensreihe beginnt mit tan x=x+⅓x³+2/15x⁵+17/315x⁷+… für |x|<π/2. Bestimmte Integrale von Potenzen von Sinus und Kosinus werden mithilfe der Betafunktion B ausgedrückt, etwa ∫₀^(π/2) cos^ν₁φ sin^ν₂φ dφ=½B((ν₁+1)/2,(ν₂+1)/2), wenn Re((νⱼ+1)/2)>0.

Die komplexe Eulerformel verbindet beide Funktionen: exp(±ix)=cos x±i sin x=e^(±ix). Folglich sind cos x=(exp(ix)+exp(−ix))/2 und sin x=(exp(ix)−exp(−ix))/(2i). Diese Darstellung ermöglicht besonders einfache Herleitungen von Additionstheoremen und Mehrfachwinkelformeln. Die sphärische Trigonometrie für Dreiecke auf einer Kugeloberfläche wird nur als eigenes, weiterführendes Kapitel erwähnt.

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