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Exposition (Musik)

Die Exposition der klassischen Sonatensatzform besteht üblicherweise aus dem „Hauptsatz“ (mit dem ersten Thema), dem Seitensatz (mit dem zweiten Thema) und der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Exposition in der Sonatensatzform
  3. 3. Weiterentwicklung im 19. Jahrhundert
  4. 4. Beispiele für Regelabweichungen

Begriff und Funktion

Eine Exposition ist der Teil einer Komposition, in dem die Themen erstmals präsentiert werden. Der Begriff bezeichnet damit die thematische Vorstellung am Anfang eines musikalischen Abschnitts oder eines ganzen Werkteils.

In der Fuge bedeutet Exposition, dass das Thema vorgestellt und anschließend durch alle Stimmen geführt wird.

Exposition in der Sonatensatzform

Die Exposition der klassischen Sonatensatzform besteht üblicherweise aus drei Teilen:

  • Im Hauptsatz wird das erste Thema vorgestellt. Nach den Regeln der Wiener Klassik ist es dynamisch und steht in der Tonart der Tonika, also der Grundtonart.
  • Im Seitensatz erscheint das zweite Thema. Es ist meist lyrisch und steht in einer kontrastierenden Tonart: Bei Dur-Tonarten gewöhnlich in der Dominanttonart, bei Moll-Tonarten in der Paralleltonart.
  • Die Schlussgruppe ist ein thematisch strukturiertes Passagenwerk und beendet häufig die Exposition.

Nach der Vorstellung des ersten Themas findet eine Modulation statt, also ein Tonartwechsel. Dieser Übergang bereitet das zweite Thema in der neuen Tonart vor. Manchmal wird die Exposition wiederholt. Vor ihr kann eine langsamere Einleitung stehen. Auf die Exposition folgen Durchführung, Reprise und manchmal eine Coda.

Weiterentwicklung im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Sonatenhauptsatz weiter. Die Komponisten entfernten sich zunehmend von den strengen Regeln des Aufbaus und durchbrachen auch die zwingende Gegenüberstellung eines dynamischen ersten und eines lyrischen zweiten Themas.

Dadurch konnten Themen ähnlich charakterisiert sein, zusätzliche Einleitungsthemen eine wichtige Rolle spielen oder mehr als zwei Themen auftreten. Auch die Behandlung der Themen in der Durchführung konnte von den üblichen Erwartungen abweichen.

Beispiele für Regelabweichungen

  • In der achten Sinfonie in h-Moll (Die Unvollendete) von Franz Schubert werden beide Themen der Exposition entgegen der üblichen Regel im piano vorgestellt. Außerdem ähneln sie sich in ihrem Charakter stark.

  • Im Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowski nimmt am Anfang des Werks ein Einleitungsthema in Des-Dur breiten Raum ein, nicht das erste Thema.

  • Im Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll von Frédéric Chopin werden im ersten Satz gleich drei Themen vorgestellt: Einleitung und erstes Thema stehen in e-Moll, das zweite Thema in G-Dur. In der Durchführung wird nur das Einleitungsthema behandelt.

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