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Evangelical Free Church of America

Die Evangelical Free Church of America (EFCA) ist eine evangelikale Kirchenvereinigung in den USA und in Kanada, die von pietistisch geprägten Christen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Glaubensgrundlagen
  4. 4. Aufbau und Aufgaben
  5. 5. Mitglieder und Verbreitung
  6. 6. Präsidenten

Überblick

Die Evangelical Free Church of America (EFCA) ist eine evangelikale Kirchenvereinigung in den USA und Kanada. Sie wurde von pietistisch geprägten Christen gegründet und entstand 1950 durch den Zusammenschluss der Swedish Evangelical Free Church und der Norwegian-Danish Evangelical Free Church Association. Sie gehört zur International Federation of Free Evangelical Churches.

Ihr Motto lautet: „We exist to glorify God by multiplying transformational churches among all people.“ Auf Deutsch bedeutet das: Die EFCA will Gott ehren, indem sie unter allen Menschen Kirchen gründet, die Veränderung bewirken und sich vervielfältigen. Der Verband ist vor allem in Nordamerika tätig, außerdem in der Mission in Asien und weiteren Weltregionen. Präsident ist seit 2015 Kevin Kompelien. Für 2025 werden etwa 350.000 Mitglieder in 1600 Kirchgemeinden genannt.

Entstehung und Entwicklung

Die schwedische evangelikale Freikirche wurde im Oktober 1884 in Boone, Iowa, unter dem Namen Swedish Evangelical Free Mission gegründet. Einige beteiligte Gemeinden kamen aus dem Swedish Evangelical Lutheran Ansgar Synod und dem Swedish Evangelical Lutheran Mission Synod; außerdem schlossen sich unabhängige Gemeinden an. Im selben Jahr entstanden zwei norwegisch-dänische Gruppen in Boston, Massachusetts, und Tacoma, Washington. Diese bildeten 1912 die Norwegian-Danish Evangelical Free Church Association.

Im Juni 1950 vereinigten sich die schwedische und die norwegisch-dänische Freikirche auf den Medicine Lake Conference Grounds bei Minneapolis in Minnesota. Der norwegisch-stämmige Pastor Arnold T. Olson spielte dabei eine wichtige Rolle. Zu Beginn gehörten 275 lokale Gemeinden zum neuen Verband. Die EFCA war anfangs eng mit der Swedish Evangelical Covenant Church verbunden, weil beide Kirchen auf die Mission Friends groups zurückgingen.

Seit 1943 gehört die EFCA zur National Association of Evangelicals, die 1942 gegründet wurde. Von Anfang an war für die Freikirche wichtig, sich an der Bibel zu orientieren und falsche, unbiblische Lehren zurückzuweisen. Das wurde mit der Frage „Where Stands it written?“ ausgedrückt, sinngemäß: „Wo steht das geschrieben?“

Im 21. Jahrhundert gab es innerhalb der EFCA zunehmend Diskussionen über theologische, ethische, soziale, gesellschaftliche und politische Fragen. Der Vorstand erklärte 2023, die Freikirche werde weder progressiv noch fundamentalistisch sein. Bei umstrittenen Themen wie sozialer Gerechtigkeit, sexuellen Beziehungen, Reich Gottes sowie Himmel und Hölle wolle man sich an Jesus Christus und an biblischen Wahrheiten orientieren. Vorrang haben nach dieser Darstellung die Verbreitung des Evangeliums und die Jüngerschaft, also die Nachfolge Christi.

Glaubensgrundlagen

Das Glaubensbekenntnis der EFCA heißt auf Englisch „Statement of faith“ und umfasst zehn Artikel. Es wurde zuletzt 2008 und 2019 geändert, vor allem sprachlich angepasst.

Die Artikel beginnen mit Gott als Schöpfer aller Dinge. Danach behandeln sie zentrale evangelikale Glaubenslehren: die Unfehlbarkeit der Bibel, die Beschaffenheit und Gefallenheit des Menschen, Jesus Christus und sein erlösendes Werk, den Heiligen Geist und die Dreieinigkeit. Die Dreieinigkeit bezeichnet die christliche Lehre, dass Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist verstanden wird.

Weitere Themen sind die Kirche, ihre Leitung und Selbstverwaltung, die Glaubenstaufe und das Abendmahl, das Leben als Christ, die Rückkehr Jesu Christi sowie die Antwort des Menschen und seine ewige Bestimmung. Die Glaubenstaufe meint eine Taufe, die mit dem persönlichen Glauben verbunden ist; das Abendmahl ist eine christliche Feier zur Erinnerung an Jesus Christus.

Aufbau und Aufgaben

Das Wort Freikirche bedeutet bei der EFCA, dass jede lokale Gemeinde viel Selbstständigkeit und Selbstverwaltung besitzt und nicht staatlicher Kontrolle unterstellt ist. Die Leitung des Gemeindeverbands trifft sich jährlich mit Delegierten der Ortsgemeinden, Pastoren und Bibelschullehrern. Diese Konferenz wählt den Vorstand, der den Verband führt.

Der Präsident steht dem Vorstand vor und koordiniert die verschiedenen Dienste und deren Vorstände. Sein Büro ist für Ausbildung, Ordination, Leitung und Weiterbildung der Pastoren zuständig. Ordination bedeutet die kirchliche Beauftragung für den pastoralen Dienst. Außerdem unterstützt das Büro Schlichtung, Konfliktlösung und Versöhnungsbemühungen in lokalen Gemeinden.

In den USA ist die EFCA in 17 regionale Distrikte eingeteilt. Dort werden ebenfalls Ordination und Leitung von Pastoren und Kirchen organisiert. Das Hauptquartier liegt bei Minneapolis in Minnesota.

Zu den Arbeitszweigen gehören die Unterstützung der Trinity International University, der Trinity Law School in Santa Ana in Kalifornien und der Trinity Western University in Langley in British Columbia, Kanada. Außerdem unterstützt die EFCA die Pastorenausbildung an der Trinity Evangelical Divinity School in Deerfield, Illinois. Weitere Aufgaben sind Gemeindegründungen, weltweite Missionsarbeit, Jüngerschaftsprogramme, Leiterschaftstraining, Angebote für Kinder, Jugendliche und Studenten, Unterstützung von Seniorenwohnheimen und Publikationen.

Mitglieder und Verbreitung

Bei der Gründung 1950 hatte die EFCA 20.000 Mitglieder, 350 Pastoren und 289 Gemeinden. Bis in die 1980er Jahre wuchs sie auf 800 Gemeinden mit über 100.000 Mitgliedern. 2003 wurden 350.000 Mitglieder, 2733 Pastoren und 1420 lokale Gemeinden genannt. 2008 waren es 356.000 Mitglieder, 2.201 Pastoren und 1475 Gemeinden.

2014 zählte die EFCA 371.191 Personen in 1500 Kirchgemeinden. Davon waren 1314 eigentliche Gemeinden, 176 neu gegründete Gemeinden, 270 multiethnische Kirchen und 102 Gottesdienste in zwei oder mehr Sprachen. Die Evangelical Free Church of Canada hatte 2004 8400 Mitglieder in 140 Gemeinden; ihr Hauptquartier befindet sich in Langley, British Columbia.

Von 2014 bis 2025 stieg die Zahl der Gemeinden in den USA um etwa 100, während die Mitgliederzahl auf etwa 350.000 sank. Die meisten Gemeinden liegen im Mittleren Westen. Der Anteil an der Bevölkerung ist besonders hoch in North Dakota mit 7,93 %, Nebraska mit 7,79 %, Minnesota mit 6,92 %, Iowa mit 6,55 % und Wisconsin mit 5,25 %. In einzelnen kleineren Countys stellen EFCA-Mitglieder sogar eine Mehrheit, etwa in Phelps County, Nebraska, mit 88,7 % und Perkins County, Nebraska, mit 67,3 %. In Kearney County, Nebraska, mit 49,3 %, Polk County, Nebraska, mit 47,0 %, und Griggs County, North Dakota, mit 45,5 %, bilden sie eine große Minderheit. Gleichzeitig hat Kalifornien mit 175 die meisten EFCA-Gemeinden. 65 % aller Gemeinden arbeiten aktiv bei reachglobal mit, dem Missionswerk der EFCA. 550 Missionare waren in über 80 Ländern tätig.

Präsidenten

Seit der Gründung des vereinigten Gemeindeverbands 1950 hatte die EFCA mehrere Präsidenten. E. A. Halleen amtierte von 1950 bis 1951. Danach folgte Arnold T. Olson von 1951 bis 1976, der bereits beim Zusammenschluss eine wichtige Rolle gespielt hatte. Tom McDill war von 1976 bis 1990 Präsident, Paul Cedar von 1990 bis 1996. William Hamel leitete den Verband von 1996 bis 2015, wobei er 1996 zunächst Interimspräsident war. Seit 2015 ist Kevin Kompelien Präsident.

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