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Europäische Kolonisierung Amerikas
Die dauerhafte Kolonisierung Amerikas durch moderne Europäer beginnt mit der Ozeanüberquerung von Christoph Kolumbus im Jahr 1492. Schon um das Jahr 1000 n.
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Beginn und Grundzüge der Kolonisierung
Die dauerhafte Kolonisierung Amerikas durch moderne Europäer begann mit der Ozeanüberquerung Christoph Kolumbus’ im Jahr 1492. Bereits um das Jahr 1000 n. Chr. hatten Skandinavier eine Besiedlung begonnen, diese aber später abgebrochen. Die erste Besiedlung Amerikas wird vermutlich auf vor 10.000 bis 15.000 Jahren datiert. Umstritten ist, ob die prähistorische Clovis-Kultur ebenfalls europäischen Ursprungs war.
Die europäische Kolonisierung veränderte die politischen Herrschaftsverhältnisse, die Religion, die Bevölkerung und die Wirtschaftsbeziehungen Amerikas grundlegend. Verschiedene Gruppen kamen aus unterschiedlichen Gründen: zur Eroberung und Suche nach Reichtum, wegen religiöser Verfolgung, für Arbeit und Land oder als versklavte Menschen gegen ihren Willen.
Eroberungen und erste europäische Siedlungen
Kolumbus wurde von den katholischen Königen Kastiliens und Aragons, dem späteren Spanien, unterstützt. Sie suchten einen wirtschaftlich interessanten Seeweg nach Indien und wussten nicht, dass der amerikanische Doppelkontinent existierte. Von ersten karibischen Kolonien als Ausgangsbasen aus eroberten weitgehend privat handelnde Konquistadoren, also spanische Eroberer, das Reich der Azteken in Mittelamerika und das Reich der Inka in Südamerika. Diese Erfolge begründeten das spanische Imperium.
Weitere Entdecker waren Giovanni Caboto mit Unterstützung Englands sowie Giovanni da Verrazzano mit Unterstützung Frankreichs. Nach einigen deutschen Quellen sollen auch Didrik Pining und der möglicherweise mythische Pole Johannes Scolvus, unterstützt von Dänemark, beteiligt gewesen sein.
Englische Siedler erwarteten nach den spanischen Erfolgen vergleichbare Reichtümer und gründeten Jamestown in Virginia. Sie hofften auf Gold oder auf eine Passage durch Amerika nach Indien. John Smith überzeugte die Kolonisten davon, dass Arbeit lebensnotwendig war; sein Grundsatz lautete: „der, der nicht arbeite, auch nicht essen solle.“ Der erhoffte Reichtum blieb meist aus. Dennoch führten die Goldsuche und die beginnende Verfolgung von Katholiken nach der Einführung des Protestantismus als Staatsreligion zu den ersten festen europäischen Siedlungen im Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten.
Spanien ersetzte nach dem Sieg der Reconquista gegen die Mauren auf der Iberischen Halbinsel lokale amerikanische Oligarchien und führte das Christentum zwangsweise ein. Europäische Krankheiten sowie Zwangsarbeit auf Haziendas und im Bergbau dezimierten die Ureinwohner Amerikas. Schwarze Sklaven wurden eingeführt, um sie zu ersetzen. Die spanische Sprache wurde dagegen nicht im gleichen Maße erzwungen: Die katholische Kirche missionierte unter anderem in Quechua, Nahuatl und Guaraní, förderte damit deren Verbreitung und stattete diese Sprachen mit einer Schrift aus. Bruder Pedro de Gante gründete 1523 eine der ersten Schulen für Indianer.
Portugal plante zunächst nur Handelsposten, betrieb dann aber eine extensive Kolonisierung des heutigen Brasiliens. Mit Spanien vereinbarte es im Vertrag von Tordesillas eine Grenzlinie.
Religiöse Motive für die Einwanderung
Ein Teil der Kolonisten suchte in Amerika Asyl, um die eigene Religion ohne drohende Verfolgung auszuüben. Andere wollten ein Refugium, also einen geschützten Zufluchtsort, für eine neue, als gottesfürchtiger verstandene Siedlung schaffen, in der vollständige Übereinstimmung in theologischen Fragen herrschen sollte.
Nach der protestantischen Reformation im 16. Jahrhundert und der als neu und radikal dargestellten Doktrin des Calvinismus wichen manche Europäer von orthodoxen Glaubenswegen ab. Es entstanden viele Kirchen und Konfessionen, also unterschiedliche Glaubensgemeinschaften. Dies führte zu Unstimmigkeiten und Spannungen; in manchen Gebieten kam es zu scharfer Verfolgung, etwa durch elisabethanische protestantische Truppen im katholischen Irland. Häufig waren die Umstände jedoch weniger drastisch.
Charters, also verliehene Rechte beziehungsweise Urkunden, ermöglichten Gruppen Landbesitz und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Manche Kolonien wurden ausdrücklich als Häfen für bestimmte religiöse Gruppen gegründet, andere boten mehreren Gruppen Schutz. Pennsylvania sollte besonders den Quäkern einen sicheren Hafen geben, wurde aber auch anderen Konfessionen geöffnet und gewährte vollständige Religionsfreiheit. Erfolgreiche Kolonien wirkten als Anziehungspunkt für Menschen aus der Alten Welt; zugleich gab es in Amerika selbst Verfolgungen, etwa im Fall von Anne Hutchinson.
Wirtschaftliche und erzwungene Migration
Viele Einwanderer kamen aus wirtschaftlichen Gründen. Von der ersten englischen Besiedlung bis in die 1680er Jahre bestand der größte Teil der Immigranten aus vertraglich gebundenen Arbeitern. Diese verpflichteten sich für mehrere Jahre zur Arbeit bei Landbesitzern, die im Gegenzug die Überfahrt nach Amerika bezahlten. Im 17. Jahrhundert stellten sie drei Viertel aller europäischen Immigranten in der Chesapeake-Bay-Region.
Die meisten waren ursprünglich englische Landarbeiter. Durch die Ausweitung der Viehwirtschaft waren sie von ihrem Land verdrängt worden. Die Hoffnung auf einen Neubeginn und auf ein Entkommen aus der Armut lockte besonders alleinstehende Männer an. Ihr Leben blieb jedoch hart: Land wurde während ihrer Dienstzeit von anderen übernommen, die Arbeit war beschwerlich, und viele fanden keine geeigneten Frauen zur Familiengründung. Trotzdem bildeten diese Arbeiter einen großen Teil der Bevölkerung und für sie begann ein sozialer Aufstieg.
In britischen und französischen Gebieten verlagerte sich der Schwerpunkt von der Ressourcenausbeutung zum Handel mit Indianern. Auch die Russen handelten an der Nordwestküste Nordamerikas in Russisch-Amerika. Nach dem Siebenjährigen Krieg erbeutete Großbritannien alle französischen Besitzungen in Nordamerika.
Erzwungene Immigration stand vor allem mit Sklaverei in Verbindung. Unter europäischer Herrschaft begann sie mit dem Import weißer europäischer Sklaven oder vertraglich gebundener Arbeiter und wurde durch die Versklavung von „Eingeborenen“ in der Karibik ergänzt. Als die Urbevölkerung durch Krankheiten dezimiert war, wurden Afrikaner durch den groß angelegten atlantischen Dreieckshandel importiert. Seit dem 18. Jahrhundert stellten schwarze Sklaven den überwältigenden Anteil der Sklaven; europäische und indianische Sklaven wurden seltener. Nach dem Artikel wurden die Afrikaner von an der Küste ansässigen Stämmen aus ihren Heimatgebieten vertrieben und gefangen genommen, von Sklavenhändlern nach Amerika gebracht und diese Stämme mit Rum-Kegs bezahlt. Insgesamt wurden 400.000 Afrikaner als Sklaven nach Amerika gebracht.