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Eine Beichte

Eine Beichte (russisch Исповедь) ist ein Roman des russischen Schriftstellers Maxim Gorki, dessen Niederschrift im März 1908 auf Capri abgeschlossen wurde.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Werk und Grundkonflikt
  2. 2. Matwejs Herkunft, Ehe und Klosterzeit
  3. 3. Wallfahrt, Glaubenskritik und Arbeiterschaft
  4. 4. Genossen und Einordnung des Romans

Werk und Grundkonflikt

Eine Beichte (russisch Исповедь) ist ein Roman von Maxim Gorki. Die Niederschrift wurde im März 1908 auf Capri abgeschlossen; 1933 wurde das Buch in Deutschland verbrannt. Erzähler und Hauptfigur ist der etwa 35-jährige Mönch Matwej, der rückblickend von seinem Leben berichtet.

Im Mittelpunkt steht seine Suche nach Gott. Auf jahrelangen Fußwanderungen durch Russland begegnet Matwej religiöser Not, sozialer Unterdrückung und unterschiedlichen Vorstellungen von Gott. Der Roman untersucht seinen moralischen Konflikt: Er fühlt sich zugleich zum Christentum und zum Marxismus hingezogen. Gorki polemisiert dabei gegen das Gotterbauertum, also die Vorstellung, dass das Volk Gott hervorbringe oder schaffe.

Matwejs Herkunft, Ehe und Klosterzeit

Matwej wird als Findelkind vor einer Kapelle auf dem Gut des Gutsherrn Lossew im Dorf Sokolje gefunden. Der Gärtner Danila Wjalow übergibt ihn dem Küster Larion. Vor seinem Tod, als Matwej dreizehn ist, gibt Larion ihm den Rat: „... bemüh dich, das Kindliche in deiner Seele dein Leben lang zu bewahren, denn in ihm liegt die Wahrheit.“

Mit sechzehn arbeitet Matwej im Kontor des Gutes für den Verwalter Jegor Titow und erlebt, wie Bauern ausgeplündert werden. Er heiratet dessen Tochter Olga, nachdem er sich bereit erklärt hat, selbst die Bauern zu betrügen. Die Ehe bleibt unglücklich. Olga stirbt bei der Geburt des zweiten Kindes; beide Kinder sterben bald darauf.

Matwej verlässt Sokolje und äußert gegenüber einem Protopopen Zweifel an Gottes Barmherzigkeit. Dieser nennt ihn Ketzer und lässt ihn hinauswerfen. Matwej tritt schließlich in das wirtschaftlich ausgerichtete Sawwatij-Kloster am Blauen See ein. Dort nimmt ihm der Abt seine hundert Rubel ab und setzt ihn in der Bäckerei harter Arbeit aus. Wegen seiner Glaubensfragen erhält er Kirchenbuße, schwere Arbeit im Wald und Karzerhaft. Der asketische Mardarij, der fastet und in einem Erdloch lebt, rät ihm vor seinem Tod: „Deine Seele können sie dir nicht nehmen. Verbirg sie.“ Nach zwei Jahren Schwerstarbeit darf Matwej als angebliche Wallfahrt das Kloster verlassen.

Wallfahrt, Glaubenskritik und Arbeiterschaft

Sechs Jahre lang wandert Matwej zu heiligen Stätten. Er widerspricht einem Gottsucher, der Geduld und Demut fordert, und interessiert sich für das Leid anderer Menschen. Nach langer Wanderschaft teilt er Wallfahrer in Wahnsinnige, die jedem ins Gesicht speien möchten, und Niedergedrückte ein, die ihr Leid verbergen. In einem Nonnenkloster wird er Vater eines Sohnes mit der minderjährigen Christina; zu einer gemeinsamen Zukunft kommt es nicht, denn Christina heiratet später einen Buchhändler aus Rybinsk.

Entscheidend wird Matwejs Begegnung mit dem abgesetzten Popen Jona, genannt Jegudiil. Dieser vertritt den Satz: „Der Gottschöpfer – das ist das Volk!“ Für ihn ist Gott ein „Geschöpf des Volksgeistes“: Der Mensch habe Gott geschaffen, indem er zur Geburt Christi die Gleichheit aller Menschen verkündet habe. Das Volk habe Russland geschaffen, während Fürsten einander bekriegten und das Volk ausplünderten. Matwej lehnt zunächst ab, Menschen mit Gott gleichzusetzen, folgt Jegudiil aber zu dessen Freunden Pjotr Jagich und Michaila in die Issetskij-Werke.

Dort verschiebt sich sein Fragen von der Gottesexistenz zu „Wer bin ich, und warum bin ich?“. Pjotr und Michaila leugnen Gott, sind aber für Matwej tiefgläubig, weil ihre Gespräche um die Erniedrigung der Arbeiter und die Habgier der Arbeitgeber kreisen. Matwej arbeitet für vierzig Kopeken Tagelohn bei qualvoller Hitze in einer Eisenhütte. Er empfindet die Arbeiter trotz Streit und Prügeleien als freies, furchtloses Volk und unterscheidet sie von den Pilgern und „Sklaven des Bodens“. Als er öffentlich Betrug, Räuberei, Grausamkeit und die Ungerechtigkeit Gottes anklagt, meldet ihn ein Pope; nach einer Gendarmeriedurchsuchung flieht er nach Omsk.

Genossen und Einordnung des Romans

Gegen Ende wird Matwej von den „Genossen“ unterstützt. Der junge Gießer Gawrila Kostin nennt ihn einen Arbeiter wie alle anderen. Auf der Flucht vor der Staatsmacht verstecken Genossen, Dorfbevölkerung und Bewohner von Slatoust ihn vor der Obrigkeit. Matwej erlebt diese Solidarität als Beleg für die Größe des russischen Volkes und ruft aus: „Groß ist das russische Volk und unbeschreiblich schön das Leben!“ Den Schluss bildet eine wundersame Heilung: Bei einer Prozession zum Kloster der sieben Seen im Gouvernement Kasan steht eine Lahme auf und geht.

In einem Aufsatz von 1927 korrigierte Gorki seine frühere Verwendung des Begriffs „Gottbildner“: Der Mensch überzeuge sich durch Arbeit, dass es außerhalb seines Verstandes und Willens keine Wunderkraft gebe, außer der ungebändigten Kraft der Natur. Lenin kritisierte 1908 die Verbindung von Mystik und Sozialismus als Abweichung vom Marxismus, verzieh Gorki jedoch später diese politische „Entgleisung“. Der Roman wird außerdem mit dem Otsowismus verbunden.

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