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Die Beichte - ein Interview mit Pfarrer Dominik Loy
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 45 Zeilen
- Paraloi. Bei der Beichte geht's darum, seine Sünden zu bekennen, also auch darum, sich damit auseinanderzusetzen, was nicht gut war. Warum ist es denn
- wichtig, sich damit zu beschäftigen mit den eigenen Fehlern? Zum ersten ist es gut, wenn man ehrlich zu sich selber ist, auch in seinem
- eigenen Leben, was läuft gut, was läuft nicht gut, was ist richtig, was ist falsch. Zum anderen hängen oftmals bei den Dingen, die wir falsch machen, auch
- andere Menschen und auch Dinge mit drin. Und nur wenn wir wissen, was wir falsch machen, können wir auch schauen, wie können wir es besser machen, wie ist
- auch oder wo ist auch Versöhnung wieder Gutmachung anderen gegenüber, das was gekittet werden muss in der Beziehung im Verhältnis untereinander nur nötig. Und
- zum dritten ist es dann doch so, dass in den allermeisten Dingen, die wir falsch machen, Gott auch irgendwie beteiligt ist, weil Gott will ja, dass wir gut
- sind und dass wir die richtigen Dinge tun. Und wenn wir es nicht tun, dann stört es auch da auf der Beziehungsebene zu Gott. Drum ist es gut, wenn wir drauf
- schauen, ob wir auf dem richtigen Kurs sind, damit wir auf dem richtigen Kurs bleiben oder gegebenenfalls da auch wieder gut machen, heilen, uns
- versöhnen. Sie haben es gerade schon gesagt, es geht irgendwie um Gott, um und um ein selber. Warum braucht dann da trotzdem
- noch den Priester als Person zwischendrin? Mhm. Jesus wollte die Vergebung der Sünden binden an Menschen. Er hat zu seinen Jüngern gesagt, wem ihr
- die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Und die Priester sehen sich in der Tradition der Apostel, zu denen er dieses Wort gesagt hat, dass sie im
- Auftrag Jesu Jesus sozusagen ihre Stimme leiden, im Auftrag Jesu den Menschen die Sünden vergeben. Und es ist einerseits eben der Wille Jesu er wollt so
- einrichten. Auf der anderen Seite wissen wir auch psychologisch, dass es gut ist und heilsam ist, dass wir eigene Schuld, eigene Fehler, eigene Sünden vor
- jemanden anderen aussprechen, nicht nur im Herzen oder im Denken tragen, sondern wirklich auch ins Wort bringen. Für viele ist die Weichte ihr so eine
- unangenehme Erfahrung. Ähm manche haben vielleicht auch keine guten Erfahrungen damit gemacht. Wie kann man denn den Menschen einfach den Sinn der Beichte
- erklären und was kann man vielleicht auch machen, dass eben die Beichte doch auch eine positive Erfahrung sein kann? Wir würden heute viel stärker als früher
- sehen, dass die Beichte der Ortes, wo ich der Barmherzigkeit Gottes begegnen kann, wo ich mit meiner Schuld, mit meiner Sünde, mit meinem Versagen, mit
- meinen Fehlern hingehen kann, nicht um Schimpf und Strafe, nicht um Maßregelung oder oberlehrerhafte ähm Belehrung entgegenzunehmen oder zu warten, sondern
- um dort Barmherzigkeit, Liebe und Güte Gottes zu begegnen, die mir der Priester zuspricht, wo ich meine Schuld bringen kann, die durch die Vergebung und die
- Liebe Gottes verwandelt wird in Versöhnung und in Heilsames. Und ich glaube, dass wir heute in der Beichtpastoral das viel stärker im Blick
- haben, dass der Beicht die Beichte der Beichtstuhl insofern es einen gibt oder er benutzt wird, nicht Ort des Strafens und des Gerichtes ist und und dass man
- guckt, was war da los, sondern der Ort, wo Menschen erleben können, wie gütig und barmherzig Gott ist und was der einzelne tun kann, der
- Vertrauensvorschuss in den Priester, der Vertrauensvorschuss in Gott, dass dieser Ort tatsächlich so werden kann. Manche Menschen haben während der
- Beichte vielleicht auch Angst, dass sich der Priester die Sünden merken könnte. Vor allem, wenn man den Priester auch kennt. Sie haben da Erfahrung. Wie ist
- es denn? Also, da kann ich alle alle Leute, die z. Beide gehen wollen und z. Beichte gehen beruhigen. Als Priester in dem
- Gespräch ist man ganz aufmerksam für das Gespräch selber, aber hört anders zu als in normalen Gesprächen. Und wenn wir miteinander reden, versuche ich mir die
- Dinge zu merken, die sie mir erzählen, weil sie wichtig sind. In der Beichte ist es anders. Da hört man anders zu und drum kommt es sozusagen gar nicht auf
- den Speicher. Also ich kann, wenn ich eine Beichzeit habe, ich kann oftmals hint mal sagen, wie viele Leute da bei mir bei der Beichte waren, weil ich es
- mal wirklich nicht merke, spar ich es einfach nicht ab. Und das hilft mir aber auch, weil ich dann natürlich nicht mit den Dingen, die mir Menschen natürlich
- auch ein schweren oder ein schlimmen vielleicht auch sagen, mit diesem Paket dann auch nicht unbedingt nach Hause gehe.
- Sie sind ja einerseits beichtpriester, aber sie gehen ja wahrscheinlich selber auch zum Beichten. Welche Erfahrungen haben Sie denn schon mit der Beichte
- gemacht? bin immer wieder verblüfft in der Beichte, wie es geschieht, dass der Beichtpriester einen Satz sagt, der mir
- irgendwie ganz tief ins Herz geht, wo ich merke, das trifft jetzt genau mein Punkt, es trifft meine Situation, aber nicht im Sinne von ich werde da jetzt
- verletzt oder verwundet oder ich fühle mich angegriffen, sondern was Gutes, was heißames, was mich nachdenklich macht, was mich aufrichtet, was mich stärkt.
- Und ich erlebe das aber auch als Beichtvater, dass ich manchmal Sätze sage, wo ich merke beim Gegenüber, das kommt jetzt irgendwo in der Tiefe an
- und ich selber verspüre und nehm es aber auch als Beichtvater bei den Menschen wahr, dass sie mit einem großen inneren Ruhe und großen inneren Frieden dann aus
- der Beichte dann auch herausgehe. Jetzt sind wir ja kurz vor Ostern und besonders kurz vor Ostern sind alle Katholiken ja dazu eingeladen, auch zur
- Beichte zu gehen. Wie kann denn die Beichte gerade vor Ostern auch so eine Chance zum Neuanfang sein? Mhm.
- Es geht ja in Ostern um das Leiden und Sterben Jesu. Es geht um seine Erlösungstat. Und Jesus ist ja nicht aus Versehen gestorben, sondern für uns und
- wegen uns, wegen unserer Sünde, wegen unserer Schuld. Und wir erleben sozusagen und feiern, was Jesus für uns tut. Und da könnten wir uns ja fragen,
- was ist denn mein Part daran, dass ich am Ende erlöst und befreit wird, dass ich am Ende nicht dem Tod ein Heilen falle, sondern das ewige Leben geschenkt
- bekomme, indem ich auf mein eigenes Leben schaue? Was läuft schief? Wo ist die Sünde? Wo ist Wo ist die Schuld in meinem Leben? Das vor Gott bringen, vor
- ihm bekennen, ihn um Vergebung bitten, s, dass das, was Jesus für uns tut und unsere Bereitschaft uns heilen, befreien und Erlösung zu lassen, sozusagen
- zusammenkommt. Das war jetzt schon ein ganz schönes Schlusswort. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen für das Interview.
- Sehr gerne.
Zum Nachlesen
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