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EF English Proficiency Index
Der EF English Proficiency Index (EF EPI) versucht, Staaten nach dem Vergleich der Englischkenntnisse unter den Personen einzustufen, die den EF-Test …
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Zweck und Aufbau des Index
Der EF English Proficiency Index (EF EPI) ist eine Rangliste, mit der EF Education First die Englischkenntnisse in Staaten und Gebieten vergleicht. Er erfasst jedoch nicht die gesamte Bevölkerung, sondern nur Personen, die freiwillig einen kostenlos im Internet verfügbaren EF-Englischtest absolviert haben. Der Index wurde erstmals 2011 veröffentlicht; die damalige Ausgabe beruhte auf Daten von 1,7 Millionen Testteilnehmern. Die jüngste Ausgabe erschien im November 2025.
Die Ergebnisse werden als Punktwerte dargestellt und fünf Kompetenzstufen zugeordnet: 600 Punkte und mehr bedeuten „sehr gut“, 550 bis 599 „gut“, 500 bis 549 „mittel“, 450 bis 499 „niedrig“ und weniger als 450 „sehr niedrig“. Länder ohne Daten sowie Länder, in denen Englisch eine offizielle oder faktische Landessprache ist, werden nicht entsprechend bewertet.
Datengrundlage und Methodik
Der EF EPI 2025 wurde aus Testdaten von 2,2 Millionen Personen berechnet, die im Jahr 2024 freiwillig an den Tests teilgenommen hatten. Die Ausgabe umfasst 123 Länder und Gebiete. Ein Land wurde nur dann in den Index aufgenommen, wenn mindestens 400 Personen von dort am Test teilgenommen hatten.
Diese Methodik ermöglicht Vergleiche zwischen den erfassten Teilnehmergruppen. Da die Teilnahme freiwillig ist und online erfolgt, bildet die Stichprobe die jeweilige Gesamtbevölkerung jedoch nicht zwingend repräsentativ ab.
Inhalte und zentrale Ergebnisse
Der Bericht enthält eine Rangliste der Länder sowie Analysen und Grafiken. Darin werden Englischkenntnisse mit wirtschaftlichen und sozialen Faktoren in Beziehung gesetzt. Außerdem untersucht der Bericht einzelne Regionen beziehungsweise Kontinente. Die Ausgabe 2025 schlüsselt Ergebnisse innerhalb der Länder nach Geschlecht, Altersgruppe und Region auf und enthält teilweise auch Werte für Städte. Auf der Website von EF sind Berichtsauszüge und Analysen zu zahlreichen Ländern und Gebieten verfügbar.
Als wichtige Zusammenhänge nennt der Bericht:
- Höhere Englischkenntnisse stehen in einem positiven Zusammenhang mit Pro-Kopf-Exporten, dem Bruttonationaleinkommen pro Kopf und der Innovationskraft.
- Die Kenntnisse entwickeln sich je nach Land unterschiedlich schnell; in einigen Ländern gehen sie zurück.
- Europa erreicht im regionalen Vergleich die besten durchschnittlichen Englischkenntnisse, der Nahe Osten die schlechtesten.
Diese Aussagen beschreiben statistische Zusammenhänge. Der Artikel behauptet nicht, dass gute Englischkenntnisse allein die genannten wirtschaftlichen Merkmale verursachen.
Länder- und Städteergebnisse 2025
An der Spitze der aufgeführten Länderwerte stehen 2025 die Niederlande mit 624 Punkten, gefolgt von Kroatien mit 617, Österreich mit 616, Deutschland mit 615 und Norwegen mit 613 Punkten. Diese Länder gehören zur Stufe „sehr gut“. Weitere Werte zeigen die große Spannweite des Index: Malaysia erreicht 581 Punkte und damit „gut“, Frankreich 539 und damit „mittel“, Indien 484 und damit „niedrig“ sowie Somalia 399 und damit „sehr niedrig“. Die niedrigsten genannten Länderwerte sind Libyen mit 395, die Elfenbeinküste mit 393 und Kambodscha mit 390 Punkten. Für Mexiko und die Mongolei ist kein Länderwert angegeben.
Auch Städte können deutlich anders abschneiden als der jeweilige Landeswert. Deutschland erreicht beispielsweise 615 Punkte, Berlin 625. Dänemark liegt bei 611 Punkten, Kopenhagen bei 644. Frankreich kommt auf 539 Punkte, Paris dagegen auf 583. Indien erreicht landesweit 484 Punkte, während Neu-Delhi mit 407 deutlich niedriger bewertet wird. Diese Stadtwerte sind gesonderte Ergebnisse und dürfen nicht mit den Länderwerten gleichgesetzt werden.
Singapur, das in früheren Ausgaben häufig das leistungsstärkste asiatische Land war und lange einen Spitzenplatz belegte, wurde 2025 aus dem Index ausgeschlossen. Grund dafür war seine Neueinstufung als englischsprachiges Land.
Kritik und Aussagegrenzen
In der Fachliteratur wird vor allem ein Selektionsbias kritisiert. Damit ist eine systematische Verzerrung gemeint, die durch die Auswahl der untersuchten Personen entsteht. Der EF EPI misst nicht die Englischkenntnisse einer repräsentativen Stichprobe der Gesamtbevölkerung, sondern die Kenntnisse von Menschen, die freiwillig an einem Online-Test teilnehmen. Diese Gruppe kann sich erheblich von der übrigen Bevölkerung unterscheiden. EF erwähnt den Selektionsbias in seiner Analyse, unternimmt laut Artikel aber nichts, um ihn abzumildern.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Interpretation hoher Platzierungen. Länder an der Spitze sind häufig Staaten, in denen die jeweiligen Amtssprachen gegenüber dem Englischen einen „Domänenverlust“ erfahren. Das bedeutet, dass die Amtssprachen in bestimmten Bereichen immer seltener verwendet werden, besonders in der wissenschaftlichen Forschung, in der akademischen Lehre und in multinationalen Unternehmen. Ein hoher Indexwert ist deshalb nicht ausschließlich als allgemeiner Bildungserfolg zu verstehen, sondern kann auch mit einer zunehmenden Verdrängung anderer Sprachen in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen zusammenhängen.
Vergleichbare Untersuchung
Eine anders angelegte Untersuchung ist „SurveyLang“ der Europäischen Kommission. Dabei wurden die Fremdsprachenkenntnisse einer repräsentativen Stichprobe von 15-jährigen europäischen Schülern getestet. Bericht und Datensätze erschienen im Juni 2012 und umfassten 13 europäische Länder. Anders als der EF EPI stützte sich diese Studie somit ausdrücklich auf eine repräsentative Schülerstichprobe.