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Teheran
Da das h aspiré im Französischen nicht ausgesprochen wird, ist eine zusätzliche Silbe eingefügt worden: Das zweisilbige Tehran wurde zu Téhéran. Geographie.
Inhalt5 Abschnitte
Hauptstadt und Bedeutung
Teheran ist die Hauptstadt Irans und der Provinz Teheran. Im administrativen Stadtgebiet lebten laut Volkszählung 2016 8.693.706 Menschen auf 716,9 km²; die Stadt hat 22 Bezirke und 120 Unterbezirke. Für die Metropolregion werden rund 20 Millionen Einwohner geschätzt, während die offizielle Statistik für 2011 15,2 Millionen Menschen ausweist.
Als Industrie- und Handelsstadt mit Universitäten, Hochschulen, Bibliotheken und Museen ist Teheran ein wichtiges Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum des Landes. Zugleich ist es ein zentraler Verkehrsknotenpunkt. Bürgermeister ist seit 2021 Alireza Zakani. Der Islamische Stadtrat bestätigt den Bürgermeister und beschließt das Budget.
Lage, Naturgefahren und Klima
Teheran liegt im Iranischen Hochland südlich des Elburs-Gebirges und des Kaspischen Meeres, durchschnittlich 1191 m über dem Meeresspiegel. Der 5604 m hohe Vulkan Damawand liegt 66 km nordöstlich; im Norden grenzt der 3975 m hohe Totschal an das Stadtgebiet. Wegen der Hanglage liegen der Süden bei etwa 1000 m, das Zentrum bei etwa 1100 bis 1200 m und nördliche Vororte bei etwa 1700 m.
Karadsch und Dschadschrud versorgen die Stadt mit Wasser; an ihnen wurden im 20. Jahrhundert Talsperren errichtet, darunter die Amir-Kabir-Talsperre. Durch Dürre und Wasserverbrauch sank der Grundwasserspiegel zwischen 1984 und 2011 um zwölf Meter; die Lage verschlechterte sich danach weiter.
Die Stadt liegt in einer tektonisch aktiven, erdbebengefährdeten Zone, in der die Indisch-Australische und Arabische Platte auf die Eurasische Platte treffen. Beim Beben vom 27. März 1830 mit Stärke 7,0 wurden fast alle Gebäude zerstört; schätzungsweise 45.000 Menschen starben in der Region. Seismologen rechnen im Durchschnitt alle 150 Jahre mit einem großen Beben. Mangelnde Erdbebensicherheit vieler Gebäude und Verstöße gegen Bauvorschriften erhöhen das Risiko.
Das semiaride Kontinentalklima (Köppen-Geiger: Bsk) bringt heiße, trockene Sommer und kalte Winter. Die mittlere Jahresniederschlagsmenge beträgt 229,9 mm, die mittlere Temperatur an der Station Teheran-Mehrabad 17,2 °C. Im Juli beträgt die mittlere Temperatur 30,4 °C, im Januar 3,0 °C. Der Norden ist kühler und erhält häufiger Schnee als der Süden.
Entwicklung zur Millionenstadt
Teheran war zunächst eine Obstgärten-Siedlung nahe der bedeutenden Stadt Rey. Nach der mongolischen Eroberung und Zerstörung Reys 1220 suchten dessen Bewohner in Teheran Schutz; dadurch entwickelte sich der Ort allmählich zur Stadt. Unter den Safawiden wurde die Siedlung unter Tahmasp I. (1513–1576) mit einer Mauer umgeben; unter Abbas I. entstanden breite Straßen und Alleen.
Agha Mohammed Khan machte Teheran 1789 zu seiner Residenz und krönte sich dort im Frühjahr 1796 zum Schah; damit begann die Kadscharen-Dynastie. Um 1800 hatte die Stadt etwa 15.000 Einwohner. Nāser ad-Din Schāh ließ das Stadtgebiet auf das Fünffache erweitern; 1883 lebten mehr als 100.000 Menschen in Teheran.
Unter Reza Schah Pahlavi entstanden in den 1930er Jahren ein geometrisches Straßennetz und die Verbindung durch die Transiranische Eisenbahn zum Kaspischen Meer und Persischen Golf. Die Teheran-Konferenz von Churchill, Roosevelt und Stalin fand vom 28. November bis 1. Dezember 1943 statt. Nach der Islamischen Revolution 1979 wurde die Islamische Republik Iran proklamiert. Im Ersten Golfkrieg 1980–1988 trafen irakische Luft- und Raketenangriffe die Stadt. Am 7. Juni 2017 forderte ein Doppelanschlag 18 Tote.
Die Bevölkerung wuchs vor allem durch Eingemeindungen und Zuzug stark: von 1.512.082 Menschen 1956 über 4.530.223 im Jahr 1976 und 7.797.520 im Jahr 2006 auf 8.693.706 im Jahr 2016. Wohnungsnot, hohe Mieten und Immobilienpreise ließen auch das Umland stark wachsen. Karadsch, 25 km westlich, und seine Umgebung haben etwa drei Millionen Einwohner. Aktuelle Probleme sind Wasserknappheit, Bodensenkungen von bis zu 30 cm jährlich, Verkehrsüberlastung, Luftverschmutzung und ein geringer Anteil von 15 % recyceltem Abwasser.
Kultur, Religion und Freizeit
96 % der 8,2 Millionen Einwohner Teherans (2016) sind Muslime; der zwölfer-schiitische Islam ist seit 1501 Staatsreligion. Zu den religiösen Minderheiten gehören rund 200.000 Bahai (2,8 %), etwa 60.000 Armenier (0,8 %), rund 10.000 Assyrer, 5000 chaldäische Katholiken, circa 15.000–18.000 Juden sowie rund 10.000 Zoroastrier.
Wichtige Bauwerke sind der Golestanpalast aus dem späten 18. beziehungsweise frühen 19. Jahrhundert, die Imam-Chomeini-Moschee, die Masdsched-e Schahid Mottahari und der 45 m hohe Freiheitsturm von 1971. Der 2007 fertiggestellte Fernsehturm Bordsch-e Milad ist 435 m hoch und das höchste Bauwerk Irans. Bedeutende Museumsbestände zeigen iranische Kunst, Archäologie, Teppiche und Kronjuwelen, darunter den 182 Karat schweren Darja-ye-Nur-Diamanten und den 36,5 kg schweren Juwelen-Globus.
Der Große Basar besitzt knapp zehn Kilometer Gassen und über 10.000 Läden. Die 2020 eröffnete Iran Mall hat eine bebaute Fläche von 1,95 Mio. m². Zu den großen Grünanlagen gehören Mellat-Park, Laleh-Park und der 14,5 km² große Chitgar-Park. Das Azadi-Stadion fasst 110.000 Zuschauer; Teheran richtete 1974 die Asienspiele aus.
Wirtschaft, Verkehr, Medien und Bildung
Im Großraum Teheran werden 65 % aller Industrieerzeugnisse Irans produziert. Wichtige Branchen sind Textilien, Lebensmittel, Zement, Ziegel, Petrochemie, Elektrizität, Verkehrstechnik, Automobil-, Aluminium- und Stahlindustrie sowie Wasser- und Abwasserwirtschaft. Teheran ist Sitz der 1967 gegründeten Tehran Stock Exchange. Die Wirtschaft steht überwiegend unter staatlicher Kontrolle; privat sind vor allem kleinere Betriebe.
Die Umweltbelastung ist sehr hoch. 2016 verursachte der Verkehr rund 80 % der Luftverschmutzung; etwa 3,5 Millionen Fahrzeuge waren unterwegs. Wasserknappheit, wenige Park- und Waldflächen sowie Schadstoffe im Trinkwasser verstärken die Probleme und stehen im Zusammenhang mit mehr Asthma-, Herz-Kreislauf- und Allergieerkrankungen.
Der internationale Luftverkehr läuft über Mehrabad International Airport und den am 8. Mai 2004 eröffneten Imam Khomeini International Airport. Der Hauptbahnhof verbindet Teheran mit großen Städten Irans; ein Zugpaar fährt nach Istanbul. Im Nahverkehr verkehren über 5.000 Busse auf etwa 250 Hauptstrecken und rund 100 Expressrouten, etwa 4.000 Minibusse auf mehr als 100 Linien sowie rund 30.000 Taxis. Die erste U-Bahn-Linie wurde am 7. März 1999 eröffnet.
Teheran ist Medienzentrum mit wichtigen Tageszeitungen und staatlich zensierten Rundfunk- und Fernsehsendern. Die Stadt besitzt zahlreiche Universitäten, darunter die Universität Teheran, die Scharif-Universität für Technologie, die Amirkabir-Universität der Technologie und mehrere medizinische Hochschulen.