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Moskau

Moskau ist die nördlichste und kälteste Megastadt der Welt und wird als eigenständiges föderales Subjekt verwaltet. Als politisches, wirtschaftliches …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick, Lage und Bevölkerung
  2. 2. Historische Entwicklung
  3. 3. Politik, Wirtschaft und Lebensbedingungen
  4. 4. Verkehr, Bildung und Medien
  5. 5. Kultur, Bauwerke und Tourismus
  6. 6. Sport

Überblick, Lage und Bevölkerung

Moskau ist die Hauptstadt der Russischen Föderation, ein eigenständiges Föderationssubjekt und das wichtigste politische, wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Zentrum des Landes. Mit 13,27 Millionen Einwohnern (2025) ist es die größte Stadt Europas; die Agglomeration ist mit 19,1 Millionen Einwohnern (2023) ebenfalls die größte Europas. Moskau gilt als nördlichste und kälteste Megastadt der Welt. Die Stadtfläche beträgt etwa 2511 km², das Zentrum liegt durchschnittlich 156 Meter über dem Meeresspiegel.

Moskau liegt im europäischen Westen Russlands an der Moskwa, einem Nebenfluss der Oka. Der Fluss durchquert die Stadt auf ungefähr 80 Kilometern und ist innerhalb Moskaus 120 bis 200 Meter breit. Der 128 Kilometer lange Moskau-Wolga-Kanal verbindet ihn seit 1937 mit der Wolga. Daher besitzt Moskau über weitere Wasserwege Zugang zu fünf Meeren. Rund ein Drittel des Stadtgebietes besteht aus Grünflächen, darunter etwa 100 Parks, mehr als 800 gepflegte Anlagen und ungefähr 500 Teiche. Der über 120 km² große Nationalpark Lossiny Ostrow ist das größte Waldgebiet.

Die Stadt ist in 12 Verwaltungsbezirke und insgesamt 146 Stadtteile beziehungsweise Gemeinden gegliedert. Seit dem 1. Juli 2012 gehören auch große südwestliche Gebiete zu Moskau; für sie wurden die Bezirke Nowomoskowski und Troizki geschaffen. Moskau ist zwar Verwaltungssitz der Oblast Moskau, gehört aber nicht zu dieser.

Das Klima ist vollhumid, kühlgemäßigt und kontinental. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 5,4 °C, der jährliche Niederschlag etwa 700 Millimeter. Wintertemperaturen liegen meist zwischen −4 und −10 °C, können aber unter −20 °C fallen; im Sommer werden durchschnittlich 17 bis 19 °C erreicht. Das gemessene Maximum betrug am 29. Juli 2010 39,0 °C, das Minimum am 17. Januar 1940 −42,2 °C. Die Innenstadt ist im Durchschnitt 2 bis 3 °C wärmer als die Vororte. Modellrechnungen von 2019 zufolge könnte Moskaus Klima 2050 bereits dem heutigen Klima Sofias ähneln. Im Januar 2025 lag die Durchschnittstemperatur erstmals knapp über 0 °C.

In Moskau leben Angehörige von mehr als 100 Nationalitäten und Ethnien. Bei der Volkszählung 2002 waren 84,83 % ethnische Russen; die größten Minderheiten waren Ukrainer mit 2,44 %, Tataren mit 1,60 % und Armenier mit 1,20 %. Nicht registrierte Zuwanderer und Saisonarbeiter sind in diesen Zahlen nicht vollständig erfasst. Die vorherrschende Religion ist das russisch-orthodoxe Christentum; außerdem sind Islam, Buddhismus und Judentum verbreitet.

Historische Entwicklung

Moskau wurde 1147 erstmals urkundlich erwähnt, als Fürst Juri Dolgoruki einen anderen Fürsten in die Siedlung Moskow einlud. Dieses Jahr gilt als Gründungsjahr, obwohl archäologische Funde Siedlungen im Gebiet bereits vor etwa 5000 Jahren belegen. Um 1156 entstand eine erste hölzerne Befestigung des Kremls. 1238 eroberten und verbrannten Truppen der Goldenen Horde unter Batu Khan die Stadt.

Im 14. Jahrhundert gewann Moskau politisch, wirtschaftlich und religiös an Bedeutung. 1321 verlegte der Metropolit der Russisch-Orthodoxen Kirche seinen Sitz dorthin. Der Sieg Dmitri Donskois in der Schlacht von Kulikowo am 8. September 1380 stärkte Moskaus Ansehen, auch wenn die Stadt 1382 erneut niedergebrannt wurde. 1480 endete die Tatarenherrschaft endgültig. Unter Iwan III. übernahm Moskau byzantinische Herrschaftssymbole wie den Doppeladler und wurde als „Drittes Rom“ bezeichnet.

Um 1600 lebten mehr als 100.000 Menschen in der befestigten Stadt. Während der „Zeit der Wirren“ besetzten polnische Truppen Moskau; eine von Kusma Minin und Dmitri Poscharski geführte Volksarmee zwang sie am 25. Oktober 1612 zur Kapitulation. 1712 verlegte Peter der Große die Hauptstadt nach Sankt Petersburg, doch Moskau blieb ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. 1755 wurde die heutige Lomonossow-Universität gegründet. Beim Einmarsch Napoleons 1812 zerstörte ein Flächenbrand zwei Drittel der Bausubstanz. Der Wiederaufbau und der Ausbau von Straßen und Eisenbahnen ließen Moskau im 19. Jahrhundert rasch wachsen; 1897 hatte die Stadt etwa eine Million Einwohner.

Nach der Oktoberrevolution siegten die Bolschewiki in Moskau nach Kämpfen vom 25. Oktober bis 2. November 1917. Am 12. März 1918 wurde die Stadt wieder Hauptstadt. Im Kreml wurde am 30. Dezember 1922 die Sowjetunion gegründet. Stalins Generalplan von 1935 brachte breite Straßen, neue Brücken, den Moskau-Wolga-Kanal und die Metro, führte aber auch zur Zerstörung zahlreicher Kirchen, Klöster und historischer Bauwerke.

Im Zweiten Weltkrieg begann die deutsche Offensive auf Moskau am 30. September 1941. Der sowjetische Gegenangriff vom 5. Dezember drängte die Wehrmacht um 100 bis 300 Kilometer zurück. Die deutschen Truppen verloren in der Schlacht um Moskau 250.000 Mann; etwa 700.000 sowjetische Soldaten wurden getötet, verwundet oder vermisst. Es war die erste große Niederlage der Wehrmacht gegen die Sowjetunion. Am 24. Juni 1945 fand auf dem Roten Platz die Siegesparade statt.

Nach dem Krieg entstanden große Wohngebiete und die markanten Hochhäuser der Stalinzeit. Die Erweiterung der Stadtgrenze 1960 verdoppelte ungefähr die Fläche und erhöhte die Bevölkerung um mehr als 750.000. 1980 veranstaltete Moskau die Olympischen Sommerspiele. Ein Putschversuch gegen Michail Gorbatschow scheiterte im August 1991; am 25. Dezember 1991 endete mit seinem Rücktritt die Sowjetunion. In der Verfassungskrise von 1993 ließ Boris Jelzin einen Aufstand in Moskau gewaltsam niederschlagen; 190 Menschen starben. Terroranschläge trafen die Stadt besonders 1999, 2002, 2004 und 2010. Die Urheberschaft der Wohnhausanschläge von 1999 ist bis heute umstritten.

Politik, Wirtschaft und Lebensbedingungen

Moskau ist Sitz des russischen Präsidenten, der Föderationsregierung sowie zahlreicher Ministerien und Behörden. Die ausführende Gewalt der Stadt liegt bei der Stadtregierung und dem Oberbürgermeister; die Stadtduma mit 45 Abgeordneten bildet die gesetzgebende Gewalt und kontrolliert den Bürgermeister. Sergei Sobjanin wurde 2010 zum Nachfolger Juri Luschkows gewählt und 2013 durch eine Volkswahl bestätigt.

Die Stadt erwirtschaftet laut den im Artikel genannten, teilweise veralteten Angaben 20 % des russischen Bruttoinlandsprodukts und etwa 30 % des Einzelhandels. Eine Studie von 2014 bezifferte ihre Wirtschaftsleistung auf mehr als 550 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität und ordnete sie weltweit auf Rang 10 ein. Rund 80 % des russischen Finanzpotenzials und zwei Drittel der ausländischen Investitionen waren in Moskau konzentriert. Dort befinden sich die größte russische Börse MICEX-RTS, etwa 1200 Banken und mehr als 60 Versicherungsgesellschaften. Der Artikel weist ausdrücklich darauf hin, dass im Wirtschaftsabschnitt die Folgen der Sanktionen seit 2022 fehlen und viele Daten etwa 20 Jahre alt sind.

Wichtige Industriezweige sind Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeug- und Gerätebau, Metallurgie, Chemie, Petrochemie, Baustoffproduktion und der militärisch-industrielle Komplex. Moskau ist außerdem ein bedeutender Standort der Informations- und Kommunikationstechnik. Unternehmen wie 1C, Kaspersky Lab, ABBYY und Yandex haben dort ihren Sitz; Selenograd ist ein Zentrum der Halbleiterindustrie, Skolkowo soll die Digital- und IT-Branche fördern.

Der Lebensstandard stieg in den 2000er-Jahren stark, zugleich wurde Moskau zu einer der teuersten Städte der Welt. Die Immobilienpreise erreichten Anfang 2018 in besonders gefragten Gebieten mehr als 12.000 Euro, teilweise bis zu 25.000 Euro pro Quadratmeter. Der geplante Abriss tausender Plattenbauten war wegen eingeschränkter Bewohnerrechte, hoher Grundstückswerte und des Verdachts auf Spekulation umstritten. Ein weiteres Problem war 2018 die fehlende Mülltrennung: Der Abfall wurde ungetrennt am Stadtrand deponiert. Proteste gegen die Deponie bei Wolokolamsk erreichten am 3. März 2018 etwa 5000 Teilnehmer.

Verkehr, Bildung und Medien

Moskau ist Russlands bedeutendster Verkehrsknoten. Die Stadt besitzt vier internationale Flughäfen: Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski. Zehn Fernbahnhöfe verbinden sie unter anderem mit Sankt Petersburg, Wladiwostok, der Wolgaregion, Südrussland, dem Baltikum und Mittel- beziehungsweise Westeuropa. Der Jaroslawler Bahnhof ist Ausgangspunkt der Transsibirischen Eisenbahn. Der Autobahnring MKAD hat einen Umfang von 108,9 Kilometern und wird von zahlreichen föderalen Fernstraßen gekreuzt.

Das wichtigste innerstädtische Verkehrsmittel ist die Metro. Ihr erster Abschnitt wurde am 15. Mai 1935 eröffnet. Das im Artikel beschriebene Netz umfasst 317,5 Kilometer, 14 Linien und 238 Stationen und befördert täglich acht bis neun Millionen Menschen. In der Hauptverkehrszeit fahren Züge teilweise alle 90 Sekunden. Viele Stationen sind mit Marmor, Mosaiken und Bronzestatuen ausgestattet; tiefe Anlagen können als Schutzräume abgeriegelt werden. Ergänzt wird die Metro durch Busse, Straßenbahnen, Vorortzüge, eine Monorail und seit 2016 durch eine 54 Kilometer lange Ringbahn als oberirdische Metrolinie 14. Das einst längste Oberleitungsbusnetz der Welt wurde am 31. März 2022 vollständig eingestellt. Trotz mehrerer Straßenringe ist das Straßennetz häufig überlastet.

Mit 80 Hochschulen, etwa 250.000 Studierenden, mehr als 1000 Forschungsinstituten und Konstruktionsbüros sowie rund 4000 Bibliotheken ist Moskau das wichtigste russische Bildungs- und Forschungszentrum. Die 1755 gegründete Lomonossow-Universität ist die älteste und größte Universität Russlands; 2021 waren dort etwa 38.000 Studierende eingeschrieben. Das 1919 gegründete Gerassimow-Institut für Kinematographie gilt als erste Filmhochschule der Welt.

Moskau besitzt eine große Medienlandschaft aus Printmedien, Hörfunk, Fernsehen und Internetangeboten. Bedeutende Zeitungen sind Moskowski Komsomolez, Komsomolskaja Prawda, Iswestija, Kommersant und Nowaja gaseta. Bei Rundfunk und Fernsehen spielen staatliche oder staatlich beeinflusste Anbieter eine wichtige Rolle. Zu den landesweiten Marktführern gehören Perwy kanal und Rossija; Rossija K sendet Kulturprogramme.

Kultur, Bauwerke und Tourismus

Moskau besitzt zahlreiche Kirchen, Theater, Museen und Galerien. Der Kreml und der Rote Platz gehören seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Kreml ist der älteste Stadtteil und Sitz des russischen Präsidenten. Seine erhaltenen Mauern und 19 Türme stammen aus dem 15. Jahrhundert. Bedeutende Gebäude sind die Mariä-Entschlafens-Kathedrale von 1479, die Verkündigungs-Kathedrale von 1489, die Erzengel-Kathedrale von 1509, der Facettenpalast von 1491, der 80 Meter hohe Glockenturm Iwan der Große von 1508 und der Große Kremlpalast von 1849. In der Rüstkammer werden unter anderem Waffen, Zarengewänder, Insignien, Throne und Kutschen gezeigt.

Der Rote Platz ist der Hauptplatz der Stadt. Sein russischer Name bedeutete ursprünglich „Schöner Platz“ und hatte weder mit der Sowjetunion noch mit der Farbe der Kremlmauern zu tun. Hier befinden sich das Lenin-Mausoleum, die 1561 errichtete Basilius-Kathedrale, das Warenhaus GUM und das Historische Museum. Im benachbarten Alexandergarten liegt das 1967 errichtete Grabmal des unbekannten Soldaten.

Weitere Wahrzeichen sind die Christ-Erlöser-Kathedrale, die sieben als „Sieben Schwestern“ bezeichneten Hochhäuser der Stalinzeit, das Hochhausviertel Moscow City und der Ostankino-Fernsehturm. Dieser wird im Artikel mit 537 beziehungsweise einleitend mit 540 Metern Höhe angegeben; die Angaben widersprechen sich. Das moderne Finanzviertel Moscow City umfasst einige der höchsten Wolkenkratzer Europas, darunter einen 374 Meter hohen Federazija-Turm.

Das 1776 gegründete Bolschoi-Theater ist das bekannteste Theater Moskaus und Heimat des Bolschoi-Balletts. Zu den wichtigsten Museen zählen das Puschkin-Museum für Bildende Künste und die Tretjakow-Galerie. Letztere zeigt mehr als 100.000 Werke russischer Kunst vom 11. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Bedeutend sind außerdem das Nowodewitschi-Kloster, das Andrei-Rubljow-Museum und das Borodino-Panorama-Museum.

Zu den großen Erholungsgebieten gehören der Gorki-Park, Kolomenskoje mit der ersten russischen Zeltdachkirche aus Stein, der rund 300 Hektar große Sokolniki-Park und der etwa 1800 Hektar große Ismailowo-Park.

Sport

Moskau besitzt mehr als 6000 Sporteinrichtungen, darunter etwa 100 Stadien, über 180 Schwimmhallen und mehr als 2500 Sport- und Turnhallen. Die Stadt war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1980 und Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Das wichtigste Stadion ist das 1956 eröffnete Luschniki-Stadion mit 84.000 Plätzen; dort fanden 2018 das Eröffnungsspiel und das Finale der Weltmeisterschaft statt.

Zu den bedeutenden Fußballvereinen gehören Spartak, ZSKA, Lokomotive, Dynamo und Torpedo Moskau. ZSKA gewann 2004/05 den UEFA-Pokal. Auch in Basketball und Eishockey spielen Moskauer Vereine eine führende Rolle: PBK ZSKA Moskau gewann die EuroLeague 2006, 2008 und 2016; die Stadt ist in der Kontinentalen Hockey-Liga durch HK ZSKA, HK Spartak und HK Dynamo vertreten. Moskau war mehrfach Austragungsort von Eishockey- und Bandy-Weltmeisterschaften sowie der Schacholympiaden 1956 und 1994. Der seit 1990 veranstaltete Kremlin Cup ist ein internationales Tennisturnier. Erfolgreiche Moskauer Vereine bestehen außerdem im Volleyball und Handball.

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