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Dritter Kreuzzug
Der Kreuzzug begann 1189 unter der Führung von Friedrich Barbarossa, dem Kaiser des römisch-deutschen Reiches, der vor Erreichen des Heiligen Landes ums Leben …
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Anlass, Ziel und Bedeutung
Der Dritte Kreuzzug war ein von Papst Gregor VIII. ausgerufener Kriegszug christlicher Herrscher Europas. Er begann 1189 und endete 1192. Sein Hauptziel war die Rückeroberung Jerusalems, das nach rund 90 Jahren christlicher Herrschaft wieder unter muslimische Kontrolle geraten war. Angeführt wurde der Kreuzzug von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, König Philipp II. von Frankreich und König Richard I. Löwenherz von England.
Vorausgegangen war der politische und militärische Aufstieg Saladins. Er beseitigte 1171 das schiitische Fatimiden-Kalifat von Kairo, ernannte sich zum Sultan von Ägypten und begründete die Dynastie der Ayyubiden. Nach dem Tod Nur ad-Dins besetzte er Damaskus und große Teile Syriens; 1183 nahm er Aleppo und 1187 Mossul ein. Damit waren die Kreuzfahrerstaaten weitgehend von seinem Herrschaftsgebiet umgeben.
Am 4. Juli 1187 vernichtete Saladin in der Schlacht bei Hattin ein Kreuzfahrerheer. Danach eroberte er fast das gesamte Königreich Jerusalem, darunter Akkon. Jerusalem fiel nach kurzer Belagerung am 2. Oktober 1187. Menschen, die Lösegeld zahlen konnten, wurden freigelassen; die übrigen wurden versklavt. Die Kreuzfahrer behielten zunächst nur Tyros, Tripolis, Antiochia und einige Festungen.
Die Nachricht löste in Europa große Bestürzung aus. Am 29. Oktober 1187 forderte Papst Gregor VIII. mit der Bulle „Audita tremendi“ einen allgemeinen Waffenstillstand in Europa und rief zum Kreuzzug auf. Nach seinem Tod setzte Papst Clemens III. den Aufruf fort.
Friedrich Barbarossas Kreuzzug
Friedrich I. erklärte im März 1188 auf dem Reichstag in Mainz seine Teilnahme. Jeder Teilnehmer musste mindestens drei Mark Silber für die eigenen Ausgaben aufbringen; dies galt als Mindestbedarf eines Kreuzritters für zwei Jahre. Am 11. Mai 1189 brach Friedrich in Regensburg mit einem vermutlich besonders großen Kontingent auf. Zuvor hatten König Béla III. von Ungarn, der byzantinische Kaiser Isaak II. Angelos und Sultan Kılıç Arslan II. von Iconium freien Durchzug und Versorgung zugesichert.
Das Heer zog auf dem Landweg entlang der Donau durch Ungarn. Auf dem Balkan hielt Isaak II. seine Zusagen jedoch nicht ein und hatte sich heimlich mit Saladin verbündet. Byzantinische und bulgarische Angreifer bedrängten das Heer, Gesandte Friedrichs wurden gefangen genommen. Friedrich ließ daraufhin am 26. August 1189 Philippopel und am 22. November Adrianopel besetzen; weitere Orte wurden erobert oder geplündert. Nachdem sein Heer das Umland bis nahe Konstantinopel kontrollierte, lenkte Isaak ein. Ein Abkommen vom 14. Februar 1190 verpflichtete ihn, Schiffe, Lebensmittel und Geiseln bereitzustellen. Vom 22. bis 28. März überquerten die Kreuzfahrer bei Gallipoli den Hellespont.
In Kleinasien griffen die Rum-Seldschuken das Heer an. Die Kreuzfahrer siegten am 7. Mai 1190 bei Philomelion und am 18. Mai bei Iconium, dessen Hauptstadt sie einnahmen. Dennoch erschwerten Lebensmittelmangel, Krankheiten und das bergige Gelände den Vormarsch. Ende Mai erreichten sie das verbündete Königreich Kleinarmenien. Am 10. Juni 1190 ertrank Friedrich im Fluss Saleph.
Nach seinem Tod zerfiel das Heer weitgehend. Viele Teilnehmer kehrten von Antiochia aus nach Hause zurück. Nur ein kleiner Rest zog unter Friedrich von Schwaben über Tyros weiter und erreichte im Oktober 1190 die Belagerer von Akkon.
Philipp, Richard und Zypern
Philipp II. und Richard I. finanzierten ihre Unternehmung durch eine Sondersteuer, den sogenannten Saladinszehnten. Sie brachen am 4. Juli 1190 gemeinsam von Vézelay auf, trennten dann aber ihre Wege: Richard zog nach Marseille und Philipp nach Genua. Im September erreichten beide Sizilien.
Dort hielt König Tankred von Lecce Richards Schwester Johanna, die Witwe Wilhelms II. von Sizilien, gefangen. Richard eroberte am 4. Oktober 1190 Messina und befreite sie. Die Heere überwinterten auf Sizilien; im März 1191 schlossen Tankred, Philipp und Richard Frieden. Philipp reiste am 30. März, Richard am 10. April weiter.
Ein Sturm trennte Richards Flotte. Schiffe mit seiner Verlobten Berengaria von Navarra und Johanna wurden nach Zypern abgetrieben. Kaiser Isaak Komnenos ließ gestrandete Kreuzfahrer gefangen nehmen und erbeutete einen großen Teil von Richards Kriegskasse. Richard traf am 6. Mai ein. Nachdem Isaak die Freilassung der Männer und die Rückgabe des Besitzes verweigert hatte, besiegte Richard dessen Truppen und besetzte Limassol. Dort heiratete er am 12. Mai Berengaria.
Richard eroberte anschließend große Teile Zyperns. Isaak kapitulierte unter der Bedingung, nicht in Eisen gelegt zu werden, wurde aber in Silberketten gefesselt. Richard nutzte die Insel als Nachschubbasis, nahm den Staatsschatz an sich und erhob hohe Sondersteuern. Am 5. Juni 1191 segelte er nach Palästina weiter. Zypern entwickelte sich später zu einem weiteren Kreuzfahrerstaat.
Eroberung Akkons und Streit um die Führung
Akkon wurde seit August 1189 von Guido von Lusignan, dem früheren König von Jerusalem, belagert. Die christlichen Belagerer waren ihrerseits von Saladins Truppen eingeschlossen. Erst die Ankunft der französischen und englischen Heere im Frühjahr 1191 veränderte die Lage. Ihre Schiffe verstärkten die Seeblockade; in Akkon brachen Seuchen aus, die Wasserversorgung wurde unterbrochen und die Stadtmauer untergraben.
Am 12. Juli 1191 kapitulierte Akkon mit Saladins Zustimmung. Die muslimische Garnison wurde als Geisel festgehalten. Saladin sollte 200.000 Gold-Dinare zahlen, das Wahre Kreuz zurückgeben und christliche Gefangene freilassen. Über der Zitadelle wehten die Banner Richards, Philipps und Leopolds V. von Österreich. Leopold führte das deutsche Kontingent und beanspruchte als Vertreter des Kaisers denselben Rang und Beuteanteil wie die Könige. Richard ließ sein Banner jedoch in den Burggraben werfen. Der gedemütigte Leopold kehrte daraufhin mit seinen Truppen nach Europa zurück.
Im Streit um die Krone Jerusalems wurde vereinbart, dass zunächst Guido von Lusignan und nach dessen Tod Konrad von Montferrat König werden sollte. Philipp II. reiste am 31. Juli 1191 nach Frankreich zurück, ließ aber den Großteil seines Heeres bei Richard, der nun den alleinigen Oberbefehl führte.
Konrad verhandelte hinter Richards Rücken mit Saladin. Als sich die vereinbarte Zahlung für die muslimischen Gefangenen verzögerte, ließ Richard Ende August etwa 2.700 von ihnen enthaupten. Saladins folgende Angriffe auf Akkon wurden abgewehrt.
Richards Feldzug und der Frieden
Richard marschierte entlang der Küste nach Süden. Am 7. September 1191 besiegten die Kreuzfahrer Saladins Hauptheer bei Arsuf – ihr erster Sieg seit Hattin. Saladin vermied danach offene Feldschlachten. Richard besetzte am 10. September Jaffa und ließ dessen Befestigungen erneuern. Saladin räumte dagegen Askalon und zerstörte dessen Mauern, damit die strategisch wichtige Festung nicht unversehrt an die Kreuzfahrer fiel.
Von Jaffa aus sicherte Richard durch den Wiederaufbau umliegender Burgen die Nachschubwege. Gleichzeitig führte er mit Saladins Bruder Al-Adil geheime Friedensverhandlungen. Vorgesehen war zeitweise eine Ehe Al-Adils mit Richards Schwester Johanna und ihre gemeinsame Herrschaft über Jerusalem. Der Plan scheiterte laut Artikel daran, dass Al-Adil nicht zum Christentum übertreten wollte.
Richard zog bis Toron des Chevaliers, etwa 15 km von Jerusalem entfernt. Dort brach er den Vormarsch ab. Saladins Hauptheer war weiterhin intakt, und Richard bezweifelte, dass Jerusalem nach einer Eroberung dauerhaft gehalten und mit den Küstenhäfen verbunden werden könnte. Viele Kreuzfahrer würden nach erfülltem Gelübde heimkehren. Der Rückzug war bei Soldaten, Geistlichen und Chronisten sehr unpopulär, wurde aber von den meisten Adligen unterstützt.
Richard besetzte am 20. Januar 1192 Askalon und ließ die Mauern wiederaufbauen. Im Frühjahr zwangen ihn Nachrichten aus Europa zu einem baldigen Abschluss: Sein Bruder Johann beanspruchte den englischen Thron, während Philipp II. Richards Lehen in Frankreich angriff. Zugleich verschärften sich die Thronstreitigkeiten im Königreich Jerusalem. Am 16. April wurde Konrad zum König gewählt; Guido erhielt als Entschädigung Zypern. Konrad wurde am 28. April von zwei Assassinen ermordet. Ob Richard damit verbunden war, ist ungewiss. Nachfolger wurde Heinrich II. von Champagne, der Konrads Witwe Isabella heiratete.
Ende Juli eroberte Saladin Jaffa zurück. Richard überraschte jedoch mit einer kleinen, gut ausgerüsteten Truppe die neue Garnison und sicherte die Stadt erneut. Am 2. September 1192 schlossen Richard und Saladin Frieden: Richards Eroberungen an der palästinensischen Küste wurden bestätigt, Askalon jedoch entfestigt und Saladin übergeben. Unbewaffnete christliche Pilger erhielten freien Zugang nach Jerusalem, und beide Seiten vereinbarten einen dreijährigen Waffenstillstand. Richard verließ Palästina am 9. Oktober 1192. Auf der Rückreise nahm Leopold V. ihn in Österreich gefangen und übergab ihn Kaiser Heinrich VI.; erst 1194 kam Richard nach Zahlung eines hohen Lösegeldes und einem Lehnseid frei.
Ergebnis und Folgen
Der Dritte Kreuzzug verfehlte sein Hauptziel: Jerusalem wurde nicht zurückerobert. Dennoch verhinderten die Kreuzfahrer die vollständige Vernichtung ihrer Staaten. Das Königreich Jerusalem wurde mit Akkon als neuer Hauptstadt wiedererrichtet und erhielt einen Küstenstreifen von Beirut bis Jaffa. Hinzu kam der Kreuzfahrerstaat Zypern. Saladins Tod 1193 und die anschließenden Nachfolgestreitigkeiten verschafften den Kreuzfahrerstaaten eine weitere Atempause.
Während der Belagerung Akkons gründeten deutsche Kreuzfahrer eine Bruderschaft zur Krankenpflege. Aus ihr entstand 1198 der Deutsche Orden mit Sitz in Akkon.
Der Verlauf zeigte, dass die Eigeninteressen der Herrscher einen gemeinsamen christlichen Feldzug erschwerten. Viele Kreuzfahrer kamen danach zu der Ansicht, dass zur dauerhaften Eroberung Jerusalems zuerst das ayyubidische Kernland Ägypten besiegt werden müsse. Wegen der Spannungen mit Byzanz galt außerdem der Landweg ins Heilige Land faktisch nicht mehr als geeignete Anreiseroute. Friedrich Barbarossas Beispiel beeinflusste seinen Sohn Heinrich VI., der 1197 den Deutschen Kreuzzug begann; dieser scheiterte nach Heinrichs frühem Tod ebenfalls.