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Dorischer Modus

Die dorische Skala weist mit ihrer kleinen Terz und großen Sext im Tonmaterial Gemeinsamkeiten mit der Blues-Rock-and-Roll-Skala auf. Dies kann ein Grund …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Tonleiter
  2. 2. Historischer Hintergrund
  3. 3. Einsatz in Musikstilen
  4. 4. Pop, Rock und Kirchenlieder

Grundidee und Tonleiter

Der dorische Modus (kurz: Dorisch) ist eine Tonleiterform. Ursprünglich bezeichnete er eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion. Im mittelalterlichen System der Kirchentöne war er der erste Ton, auch autentus protus genannt. Seine Merkmale sind der Tonumfang (Ambitus) d–d¹, die Repercussa a als hervorgehobener Wiederholungston und die Finalis d als Schlusston.

Dorisch klingt mollähnlich, weil die dritte Stufe zum Grundton eine kleine Terz bildet. Gegenüber der Molltonleiter unterscheidet es sich durch die große, „dorische“ Sext. Halbtonschritte liegen zwischen der zweiten und dritten sowie zwischen der sechsten und siebenten Stufe; alle übrigen Schritte sind Ganztonschritte. d-Dorisch besteht aus den Stammtönen der westlichen Musik; auf Tasteninstrumenten entsprechen ihnen die weißen Tasten.

In der Akkord-Skalen-Theorie des Jazz heißt eine Tonleiter mit äußerlich derselben Intervallstruktur Dorian Mode.

Historischer Hintergrund

Nach den Angaben des Artikels entstand die dorische Tonleiter im antiken Griechenland, wurde dort aber zunächst phrygisch genannt. Ihr wurde zugeschrieben, Moral des Volkes und Kampfeskraft der Krieger zu stärken. Der Abschnitt ist jedoch laut Artikel nicht hinreichend belegt; diese historischen Angaben können daher unsicher sein.

Im frühen Mittelalter kam es durch ein Missverständnis zur Verwechslung mit dem phrygischen Modus. Später wurde Dorisch in der christlichen Kirchenmusik des Mittelalters, im Minnesang, etwa bei Neidhart von Reuental, und in Volksliedern verwendet.

Einsatz in Musikstilen

In der klassischen Musik setzen manche Komponisten Dorisch gezielt für bestimmte Wirkungen ein. Genannt werden Arnold Mendelssohns Drei Madrigale nach Worten des jungen Werthers und Heinrich Schütz’ Matthäus-Passion. Die Bezeichnung „Dorische Toccata“ für Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge d-Moll BWV 538 meint dagegen nicht den dorischen Modus. Sie bezieht sich auf die im 18. Jahrhundert übliche dorische Notierung von Molltonarten mit ♭-Vorzeichnung.

In der keltisch-angelsächsischen Folklore kommt der Modus vor, beispielsweise in Scarborough Fair und Tri martolod. Traditionelle irische Stücke wie Drowsy Maggie werden ebenfalls genannt; dies beeinflusste angelsächsische Shanties wie What shall we do with the drunken sailor. Ältere deutsche Volkslieder wie Das Winteraustreiben (Nun treiben wir den Winter aus) und Es geht ein dunkle Wolk herein sind ebenfalls dorisch.

Seit dem Modal Jazz der 1950er Jahre gilt die dorische Tonleiter als Ausdrucksmittel des Modern Jazz. So What von Miles Davis auf dem Album Kind of Blue verläuft durchgehend dorisch. In Hardbop und Soul Jazz deckt sich Dorisch in Terz, Quart, Quint und Sept mit der verbreiteten Blues-Pentatonik. Im Postbop dienen modal, besonders dorisch, intonierte Abschnitte als Stilmittel und Improvisationsgerüst, etwa in Fly With The Wind von McCoy Tyner. Im Free Jazz verlor Dorisch mit der Aufhebung der Tonalität an Bedeutung, erscheint aber weiterhin in Funk und Fusion mit dem stufenharmonischen Ostinato II–III, etwa bei Eumir Deodato.

Pop, Rock und Kirchenlieder

Popmusik-Beispiele sind I Feel Love von Donna Summer in a-Dorisch, Sweet Lullaby von Deep Forest in h-Dorisch und Mad World von Tears for Fears in e-Dorisch. Auch der Refrain von Stayin’ Alive von den Bee Gees sowie Billie Jean von Michael Jackson und Another Brick in the Wall von Pink Floyd stehen im dorischen Modus.

In der Rockmusik der 1970er Jahre wurde die dorische Tonleiter besonders für Instrumental-Improvisationen verwendet. Ihre kleine Terz und große Sext verbinden sie im Tonmaterial mit der Blues-Rock-and-Roll-Skala, was laut Artikel ein Grund für ihre Verwendung sein kann. Beispiele sind die zweite Hälfte von Live At Fillmore East der Allman Brothers Band, Any Colour You Like von Pink Floyd, die E-Piano-Akkordzerlegungen in School von Supertramp sowie die dorische Melodie von Samba Pa Ti von Carlos Santana.

Als dorische Kirchenlieder nennt der Artikel Christ ist erstanden (Gotteslob 318, EG 099), Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet (EG 476), O Heiland, reiß die Himmel auf (Gotteslob 231, EG 007) und O selger Urgrund allen Seins (Gotteslob 359).

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