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Tasteninstrument
Ein Tasteninstrument ist ein Musikinstrument, bei welchem der Ton durch Niederdrücken einer oder mehrerer Tasten auf einer Klaviatur indirekt erzeugt wird.
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Definition und Grundprinzip
Ein Tasteninstrument ist ein Musikinstrument, bei dem der Ton durch das Niederdrücken einer oder mehrerer Tasten auf einer Klaviatur indirekt erzeugt wird. Die Taste löst dabei einen Mechanismus aus, der die eigentliche Klangerzeugung bewirkt.
Tasteninstrumente sind wichtig, weil sie sehr verschiedene Arten der Tonerzeugung in einer gemeinsamen Spielweise verbinden: Der Spieler bedient Tasten oder ähnliche Bedienelemente, während der Klang durch Saiten, Luft, schwingende Körper oder elektrische Klangerzeugung entsteht. Auf den meisten Tasteninstrumenten können mehrere Töne gleichzeitig gespielt werden; sie sind daher Harmonieinstrumente.
Arten der Klangerzeugung
Die eigentliche Tonerzeugung kann bei Tasteninstrumenten sehr unterschiedlich sein.
Chordophone sind „Saitenklinger“: Der Klang entsteht durch Saiten. Beim Klavier und Hammerklavier werden Saiten angeschlagen, beim Cembalo gezupft.
Aerophone sind „Luftklinger“: Sie verwenden Luft zur Klangerzeugung. Beispiele sind Orgel, Akkordeon und Harmonium.
Idiophone sind „Selbstklinger“: Der klingende Körper selbst erzeugt den Ton, zum Beispiel bei der Celesta.
Elektrophone erzeugen oder verarbeiten Klang elektrisch oder elektronisch. Dazu gehören unter anderem Digitalpiano, Synthesizer, Keyboard, Hammond-Orgel und Mellotron. Elektronische Tasteninstrumente können auch als Masterkeyboard externe oder integrierte Synthesizer, Sampler oder Computer über MIDI oder USB ansteuern. Teilweise werden auch Hardwaresampler und Grooveboxen zu den Tasteninstrumenten gezählt, obwohl sie keine klassische Tastatur zur Toneingabe besitzen, sondern über Tasten und Regler bedient werden.
Spielweise und musikalische Möglichkeiten
Bei akustischen Instrumenten der westlich-abendländischen Musik sind weiße und schwarze Tasten auf einer Klaviatur üblich. Es gibt aber auch andere Anordnungen, etwa beim Knopfakkordeon oder beim Bandoneon, wo Knöpfe statt Tasten bedient werden.
Bei den meisten Tasteninstrumenten legt die Tastatur fest, welche Tonhöhen gespielt werden können. Deshalb ist ein nahtloses Hinübergleiten von einem Ton zum anderen normalerweise nicht möglich. Ausnahmen sind elektronische Tasteninstrumente.
Gemeinsam ist Tasteninstrumenten, dass sich die Tondauer durch Drücken und Loslassen der Taste genau steuern lässt. Beim Klavier und Cembalo setzt allerdings das natürliche Ausklingen der Saite eine Grenze für die Tondauer.
Weitere musikalische Eigenschaften hängen von der Bauart ab: Beim Klavier beeinflusst die Anschlagsgeschwindigkeit, also die Anschlagsdynamik, die Lautstärke; die Klangfarbe lässt sich eingeschränkt durch Pedale verändern. Bei Orgel und Cembalo werden Lautstärke und Klangfarbe indirekt durch Registrierung beeinflusst. Beim Harmonium und bei Handzuginstrumenten wie dem Akkordeon kontrolliert der Spieler den Spieldruck direkt; er ist dort ein wichtiges Ausdrucksmittel.
Beispiele nach Instrumentengruppen
In mehreren Instrumentengruppen kommen Tasteninstrumente vor.
Chordophone: Klavier, Hammerklavier, Cembalo, Spinett, Virginal, Clavichord, Streichklavier.
Aerophone: Orgel, Harmonium, Akkordeon, Melodica, Portativ.
Idiophone: Celesta, elektromechanisches Musikinstrument.
Elektrophone: Digitalpiano, Synthesizer, Keyboard, Hammond-Orgel, Mellotron.
Hybridinstrumente kombinieren verschiedene Prinzipien; ein Beispiel ist das Claviorganum. Weitere im Artikel genannte Beispiele sind Flügel, Pianino, zweimanualiges Cembalo, elektronische Heimorgel, Masterkeyboard, Bandoneon und Portativ.
Begriffsgeschichte
Im 17. und 18. Jahrhundert stand die Instrumentenbezeichnung „Clavier“ für ein beliebiges Tasteninstrument. Heute bezeichnet „Tasteninstrument“ allgemein Instrumente, bei denen die Tonerzeugung durch das Bedienen von Tasten, Knöpfen oder ähnlichen Bedienelementen ausgelöst wird.