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Tonleiter

Weit verbreitet sind diatonische Tonleitern in Dur und Moll oder die Kirchentonleitern. Tonleitern sind durch Tonabstände definiert. Die in der konkreten …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Dur als Beispiel
  3. 3. Stimmung und Enharmonik
  4. 4. Darstellungsweisen
  5. 5. Muster auf Tasten
  6. 6. Wichtige Arten

Grundidee

Eine Tonleiter oder Tonskala ist eine Reihe von Tönen, die nach ihrer Tonhöhe geordnet sind. Meist umfasst sie eine Oktave: Der obere Rahmenton liegt dann genau eine Oktave über dem unteren. Die Tonreihe kann nach oben und unten wiederholt werden; gleiche Töne erscheinen dabei jeweils in anderen Oktavlagen.

Der Aufbau einer Tonleiter gehört zum Tonsystem. Ein Tonsystem legt fest, wie Tonalität organisiert ist und welche Tonabstände verwendet werden. Die gebräuchlichsten europäischen und außereuropäischen Tonleitern haben fünf Töne innerhalb der Oktave, also Pentatonik, oder sieben Töne, also Heptatonik. Diese Töne heißen Tonstufen. Häufige Beispiele sind diatonische Tonleitern in Dur und Moll sowie Kirchentonleitern. Entscheidend für eine Tonleiter sind ihre Tonabstände. Die Töne, die zu einer bestimmten Tonleiter gehören, heißen leitereigene Töne.

In außereuropäischer Musik kann der Tonraum anders eingeteilt sein als in der westlichen Dur-Moll-Tradition. Genannt werden unter anderem klassische arabische und indische Musik mit Systemen und Tonleitern wie Mugam, Maqam oder Raga.

Dur als Beispiel

Ein zentrales Beispiel ist die Dur-Tonleiter, eine heute in Mitteleuropa sehr gebräuchliche Tonleiter. Sie besteht aus folgender Abfolge von Abständen: Ganzton – Ganzton – Halbton – Ganzton – Ganzton – Ganzton – Halbton. Die dazugehörigen Töne werden in der Musik oft mit den Silben „do re mi fa sol la si“ bezeichnet.

Eine so definierte Tonleiter kann auf jedem beliebigen Ton beginnen. Wird ein konkreter Anfangston, der Grundton, angegeben, entsteht eine Tonart, zum Beispiel C-Dur oder D-Dur. C-Dur lautet: C – D – E ^ F – G – A – H ^ C. D-Dur lautet: D – E – Fis ^ G – A – H – Cis ^ D. Das Zeichen ^ kennzeichnet hier die Halbtonschritte.

Die leitereigenen Töne von C-Dur heißen auch Stammtöne. Auf dem Klavier entsprechen sie den weißen Tasten. Die schwarzen Tasten stehen für erhöhte oder erniedrigte Töne. Im deutschen Sprachraum heißen die erhöhten Töne Cis, Dis, Fis, Gis und Ais; die erniedrigten heißen Des, Es, Ges, As und B. Andere Kulturräume verwenden andere Tonnamen.

Stimmung und Enharmonik

Auf Tasteninstrumenten wird heute meistens die gleichstufige Stimmung verwendet. In ihr können Halbtöne enharmonisch ausgetauscht werden. Das bedeutet: Auf einer Klaviatur gibt es zum Beispiel nur eine Taste für Cis und Des, ebenso nur eine für Dis und Es. Verschiedene Namen können also denselben klingenden Ton bezeichnen.

Innerhalb einer Oktave gibt es in diesem europäischen System zwölf mögliche Töne; im Artikel wird dies mit der Publikation der Werckmeister-Stimmung im Jahr 1691 verbunden. In außereuropäischen Tonsystemen können es auch mehr sein, meist 20–24. Jedem dieser Töne entspricht eine bestimmte Frequenz. Für die weitere Darstellung geht der Artikel, wenn nichts anderes erwähnt wird, von der gleichstufigen Stimmung aus, weil sie in der westlichen Musik heute am gebräuchlichsten ist.

Darstellungsweisen

Tonleitern können auf verschiedene Weise bildlich dargestellt werden. Welche Darstellung geeignet ist, hängt davon ab, welcher Zusammenhang gezeigt werden soll. Viele Darstellungen orientieren sich an Griffmustern oder Tabulaturen von Instrumenten. Einige stammen aus musiktheoretischen Werken und wurden entwickelt, um bestimmte Theorien zu verdeutlichen. Eine Darstellung, die allen Aspekten gerecht wird, gibt es nicht.

Das harmonisch-reine Tonnetz geht auf Leonhard Euler zurück und wurde in „Novi Commentarii academiae scientiarum Petropolitanae“ veröffentlicht. Es zeigt Tonbeziehungen in der harmonisch-reinen Stimmung. Dabei erklingen die Töne a, e und h um ein syntonisches Komma tiefer als in der pythagoreischen Quintenkette. Das Tonnetz kann außerdem den Akkordvorrat von Dur- und Molltonleitern anschaulich machen, besonders bei harmonisch und melodisch Moll. Es kann auch funktionsharmonische Beziehungen darstellen.

Der temperierte Halbtonzirkel nach Guerino Mazzola zeigt innere Symmetrien, etwa as-d. Er eignet sich besonders für Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten und kann auch für Zwölftonreihen oder Akkorde erweitert werden. Diese Darstellung ist aber in der genannten Form an einen Grundton gebunden und setzt die gleichstufige Temperatur voraus. Für historische Kirchenmodi ist das nicht korrekt. Außerdem unterscheidet sie nicht zwischen diatonischem und chromatischem Halbtonschritt; dieses Problem besteht bei allen Darstellungen, die auf der temperierten Skala beruhen.

Muster auf Tasten

Tonleitern können auch nach Tastenbelegungen dargestellt werden, im Artikel besonders nach der wenig verbreiteten Belegung von 6-plus-6-Instrumenten. Das unterste Kästchen steht für den Grundton. Darüber liegen die weiteren Töne der Tonleiter, benannt nach ihrem Intervall zum Grundton. Die „Leiter“ wird zickzackförmig gelesen. Das oberste Kästchen bezeichnet denselben Ton wie der Grundton, aber eine Oktave höher.

Dieses Schema hilft beim Erinnern von Mustern. Die Muster sind Distanzmuster: Halbtonschritte, Ganztonschritte und Schritte von drei Halbtönen lassen sich leicht erkennen. Als Beispiele werden Dur, also Ionisch, reines Moll oder Äolisch, harmonisches Moll, Zigeuner-Moll und melodisches Moll genannt.

Wichtige Arten

Der Artikel nennt viele Arten von Tonleitern. Zur Pentatonik gehören Tonleitern mit fünf Tönen oder Tonstufen, etwa gewöhnliche Dur- und Mollpentatonik, die zwölf Lü der chinesischen Musik, japanische Pentatonik, indische Pentatonik, Slendro der Insel Java und Pélog aus Indonesien.

Eine Ganztonleiter gehört zur Hexatonik und hat sechs Töne. Zur Heptatonik gehören Tonleitern mit sieben Tönen: die Durtonleiter, verschiedene Molltonleitern wie reines oder natürliches Moll, harmonisches Moll und melodisches Moll, außerdem Kirchentonleitern wie Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch und Lokrisch. Weitere Beispiele sind die akustische Skala, die phrygisch-dominante Tonleiter, Zigeunertonleitern mit zwei Eineinhalbtonschritten, Harmonisch-Dur, die Mi-Sheberach-Tonleiter, die alterierte Skala und die enigmatische Leiter.

Darüber hinaus nennt der Artikel die verminderte Skala, eine Oktatonik mit acht Tönen, auch Ganzton-Halbton-Leiter oder Halbton-Ganzton-Leiter genannt. Die chromatische Tonleiter hat zwölf Töne im temperierten europäischen Dur-Moll-System. Zu den sonstigen Beispielen gehören frühgriechische Aulos-Modi, Ragas der indischen Musik, Skalen des persischen Dastgah-Systems und die Bluestonleiter, die durch „Eintrübung“ der dritten und siebten Stufe der Durtonleiter zwischen Dur und Moll schwebt.

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